Beiträge von gazdin

    Jetzt mal was von jemand, der aus der besagten/beschriebenen Gegend ist:


    Das ist hier ein kleines Bundesland mit im Süden - wo die großen Bienenverluste gewesen sein sollen - ausgeprägter dörflicher Struktur. Und Dorf heißt hier wirklich noch Dorf. Zum Teil bestehen diese Orte aus nur einem Straßenzug. Die Imkerei sieht ähnlich aus: viele kleine Imker. Ich habe einige Kollegen aus der Gegend als sehr engagierte Imker kennengelernt, die sehr genau wissen was sie tun. Es allein auf die Varroa zu reduzieren, ist ein bischen billig - vor allem, wenn man weder Land noch Leute kennt.


    Leider schreiben solche Berichte, wie auf burgenland.orf.at, fast immer Leute, die keine Ahnung von der Materie haben. Sollten aber tatsächlich hunderte Völker betroffen sein, ist das ein harter Schlag für die Kollegen dort und wird auch manch anderem Kopfzerbrechen bereiten.


    Genaueres werden wir wohl erst Anfang nächsten Jahres bei der Jahreshauptversammlung unseres Landesverbandes erfahren - oder auch nicht. Es gab vor wenigen Jahren schon einmal solch ein Bienensterben. Das zog sich damals sichelförmig von Norditalien über Kärnten bis genau in jene Gegend im Südburgenland.


    Lassen wir wieder die Experten ran. Vielleicht finden sie ja diesmal was.

    Ja, ich. Von dort hatte ich dann letztendlich meine Cecropiaköniginnen bekommen. Inzwischen haben sie eine nette Internetseite. Vor zwei Jahren hat es mich 14 Tage Internetrecherche und unzählige Emails gekostet, bis mir schließlich ein englischer Züchter (und Zwischenhändler) deren Adresse gab.


    Ich kann sie nur empfehlen; netter und freundlicher Kontakt (einer der jungen spricht Englisch) und problemloser Versand der Königinnen mit Gesundheitszeugnis.


    lg, Stefan

    @Josef:
    Du hast natürlich recht, eine offene Brutwabe tut's auch, um den Schwarm in der neuen Beute zu halten. :)


    Die Kellerhaft ist ansonsten bei fremden Schwärmen immer ratsam und empfehlenswert; als vorbeugende Maßnahme gegen AFB. Man weiß ja nie, was man sich so ins Haus holt ...


    lg, Stefan

    Ein (Vor-)Schwarm will wandern. Dafür tanken sich die Bienen mit Futter für drei Tage voll. Der "lässliche Anfängerfehler" besteht darin, dass deine Freundin den Schwarm gleich eingeschlagen hat - ohne ihn in Kellerhaft zu nehmen. Und einen Schwarm brauchst du nicht an einen anderen Stand zu verfrachten, da hat die Natur bereits vorgesorgt. Ein Schwarm vergisst, wo er zu Hause war und fliegt sich immer neu ein; auch wenn du ihn am selben Stand belässt.
    Das nächste Mal den Schwarm - aber nur einen Vorschwarm mit der alten Königin - für drei Tage an einen dunklen, kühlen Ort stellen und dann erst einschlagen. Das verringert die Wahrscheinlichkeit, dass er wieder aus- und weiterzieht, fast gegen Null.
    Einen Nachschwarm mit junger Königin auf keinen Fall drei Tage ohne Futter einsperren. Der würde verhungern.


    lg, Stefan

    Die Bienen schert es einen T***el, was die Honigverordnung sagt. Wenn sie finden, es ist genug, ist es genug. Da kann der Imker Kopf stehen.
    Letztes Jahr war der Blütenhonig im Frühjahr bei uns flüssig wie Wasser. Und das, obwohl alle Waben komplett verdeckelt waren, und es half kein Warten und kein Betteln, ihm doch noch bitte ein klein wenig Wasser zu entziehen. Nichts zu machen. Der war nach drei Monaten noch so flüssig, wie an dem Tag, als ich ihn geschleudert hatte. Nicht ein Kristall zu sehen.
    Zum Glück habe einen Bruder, der in einer Bäckerei arbeitet. Die waren wohl die einzigen, die sich über den schön flüssigen Honig gefreut hatten.


    Sollte bei euch Schlechtwetter geherrscht haben und es feucht gewesen sein, wird der Wassergehalt wohl noch ein wenig nach unten gehen. Ansonsten sehe ich wenig Hoffnung. Von 16% Wassergehalt - und darunter -, wie ich das von einem Kollegen in gebirgiger Gegend höre, kann ich bei uns nur träumen. Honigverordnung hin oder her, das sind für unsere Gegend und unsere Honige meist illusorische Werte, oder hart an der Grenze.


    Stefan

    Den Freiluftkunstschwarm verwende ich auch und vor allem, um meine Zuchtköniginnen, so sicher als es nur geht, in ein Volk zu bringen. Da riskiere ich nicht gern.
    Im Frühjahr und im Spätsommer/Frühherbst, wenn ich die Wirtschaftsvölker umweisel, bin ich, muss ich hinzufügen, weniger zimperlich. Alte Königin raus, neue im Käfig unter Futterteigverschluss rein und fertig. Wenn es erst so richtig losgeht oder schon wieder bergab und dem Winter zugeht, nehmen die Bienen so einen Tausch normalerweise problemlos hin. Königin suchen und neue rein, ist schon genug Arbeit. Ich habe nicht auch noch die Zeit, da viel rumzutun.

    Beehave :


    Die alte Königin bleibt natürlich in ihrem Volk. Für den Kunstschwarm verwende ich Jungköniginnen, die ich mir im Juni ziehe, so dass sie gegen Ende Juli / Anfang August, wenn die Sonnenblume bei uns abgeblüht ist, in voller Eilage sind.
    Damit schlage ich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Die überzähligen Bienen in den zusammengestauchten Wirtschaftsvölkern hängen nicht in Bärten vor den Beuten, bis sie nicht mehr sind. Und ich habe junge Völker mit einer jungen Königin, die noch einmal ordentlich Gas geben und als Reserve ins Frühjahr mitgenommen werden. Zusätzlich behandle ich die Kunstschwärme, bevor die erste Brut verdeckelt ist, mit Oxalsäure.


    lg, Stefan

    Frag zwei Imker und du bekommst drei Antworten. :)


    Ich hab beste Erfahrungen mit Sklenars "Freiluftkunstschwarm" gemacht. Naja, ein bisschen umständlich ist Sklenar schon. In ein wenig abgewandelter Form geht es auch.


    Sklenar ließ den Kunstschwarm tatsächlich im Freien hängen. Ich nehme einen Bienenkorb und hänge die Königin unten rein. Dann fege ich Bienen vor dem Korb ab und lass sie einziehen. Die sammeln sich um die Königin und bilden eine Traube. Den so erstellten Kunstschwarm lasse ich über Nacht draußen stehen und schlage ihn bereits am nächsten Tag ein. Die Königin lasse ich nach dem Einschlagen gleich ausfressen, nicht erst nach drei Tagen. Man erspart sich so die dreitätige Kellerhaft und das ganze andere Herumgetue. Bisher habe ich auf diese Weise noch keine einzige Königin verloren. Einmal haben sie durch eine Unachtsamkeit meinerseits die Königin sogar noch in der ersten Nacht aus dem Käfig befreit - nichts passiert.


    Sklenar berichtet, dass sich ein so erstellter Kunstschwarm tatsächlich wie ein richtiger Schwarm benimmt und manchmal auch aufsteigt. Da die Königin natürlich im Käfig zurückbleibt, kehrt auch der Schwarm wieder zurück.
    Normalerweise erstelle ich auf diese Weise meine Kunstschwärme beim Abschleudern im Sommer.


    lg, Stefan

    Aaaalllsso ...


    Noch einmal: Ralf! Pack den Ableger wieder zum Muttervolk!


    ... wenn du möchtest, dass aus deinem Volk und dem Ableger was wird. Die Bienen gehen mit der Natur, und die Völker nehmen üblicherweise erst mit der Kirschblüte so richtig an Fahrt auf (bei uns zumindest).
    Das ist WIRKLICH nicht die Zeit für Ableger!


    Wenn du es unbedingt wissen möchtest, lass es, wie es ist. Nur schade um die beiden Völker: das eine wird dir keine Freude machen, weil es länger brauchen wird, um in die Gänge zu kommen, das andere, weil nichts daraus wird. (Jetzt tun sie auch mir schon leid, deine Bienen.)


    lg, Stefan

    Zurück zum eigentlichen Thema:


    Ralf, pack deinen Ableger wieder zurück ins Muttervolk. Das ist definitiv nicht die Zeit, Ableger zu erstellen.


    Wie sabi(e)ne schon schrieb, kann dir selbst Anfang Mai noch ein Ableger regelrecht verrecken (ist leider auch mir schon passiert; prächtigstes Wetter, Ableger erstellt, Kälteeinbruch zu den Eisheiligen und die Ableger waren zum Vergessen).


    Und ... macht nicht gleich jeden Anfänger fertig. Wenn ich jede Dummheit, die ich mit meinen Bienen schon angestellt habe, aufschreiben würde, könnte ich ein Buch veröffentlichen. Aus Fehlern lernt man - hoffentlich.
    Lass dich nicht entmutigen Ralf.


    lg, Stefan

    Vermutlich werde ich jetzt gleich verbal verprügelt ...


    Am besten selber ziehen. Geht am einfachsten, indem du eine Brutwabe mit allerjüngster Brut zum Ableger packst. Die Mädls erledigen den Rest selber. Nach drei Tagen kannst du allerdings bereits verdeckelte Nachschaffungszellen ausbrechen, um zu alte Maden aus dem Verkehr zu ziehen; aus denen würden nur minderwertige Königinnen.


    Für den Anfang ist das neben einem Schwarm die einfachste Art seine Völker zu vermehren. Später kannst du immer noch umlarven, zukaufen, etc. Wenn dein Volk einigermaßen sanftmütig ist, würde ich dir am Anfang nicht unbedingt raten, Geld für Königinnen ausgeben.


    lg, Stefan