Beiträge von Klaus Spürgin

    Lieber Fank Osterloh, Liebe Imkerkolleginnen und -kollegen,


    Seit dem 1.Juli 2002 wird vom Gesetzgeber die Ausweisung der Steuernummer in Rechnungen gefordert.
    Er erhofft sich hierdurch eine bessere Transparenz der Umsatzsteuer und damit ein schnelleres Erkennen von Vergehen. Da wir bei uns nur eine Steuernummer haben, unter der alle uns betreffenden Steuerarten zusammengefaßt sind, u.A. auch die Einkommensteuer, wird ein Mißbrauch dieser Nummer befürchtet. Das Gesetz steht deshalb auch in der Kritik. Laut Auskunft mehrerer Steuerberater entstehen dem Rechnungsempfänger keine Nachteile beim Fehlen der Steuernummer. Allerdings kann er die Angabe der Nummer verlangen.


    Als Imker zählen wir zu den pauschalierenden Landwirten. Damit dürfen wir in Rechnungen die Umsatzsteuer (MWSt.) für landwirtschaftliche Produkte von, zur Zeit, 9%, ausweisen. Da wir jedoch nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind, muß diese ausgewiesene Umsatzsteuer gegenüber dem Finanzamt auch nicht erklärt und der Überschuß abgeführt werden. Der Gesetzgeber erspart hiermit dem kleineren Landwirt die Verrechnung der Vorsteuer mit der Umsatzsteuer, die mit 9% für ausgeglichen angesehen wird.


    Der Einzel- oder Großhändler dem wir eine Rechnung ausstellen, kann dann die von uns ausgewiesene Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen. Er wiederum stellt bei seiner Weiterberechnung, den für Nahrungsmittel gültigen reduzierten MW-Steuersatz von derzeit 7% in Rechnung. Durch die Differenz der zwei Steuersätze gewinnt er 2% die er nicht an das Finanzamt abführen muß. Bei Preisverhandlungen sollte man auf diesen Vorteil des Händlers ruhig einmal hinweisen, wenn dieser den Preis drücken will.


    Noch ein Hinweis zur Rechnungsstellung: Bis zu einem Rechnungsbetrag von 100,-- EUR, reicht der Vermerk: "inklusive 9% Mehrwertsteuer". Bei Beträgen die darüber liegen muß der Netto- Mehrwertsteuer- und Bruttobetrag einzeln ausgewiesen werden.


    Ich wünsche gutes Verhandlungsgeschick und faier Preise.

    Liebe Imkereinnen und Imker,


    es ist schon erstaunlich wie hier über die Imker die ihren Honig ins DIB-Glas abfüllen, hergezogen wird. Als schlimm finde ich es nur, wenn dies mangels jeder Sachkenntnis geschied.


    Ich möchte hier einmal die wesendlichen Punkte zu diesm Gebinde darlegen.


    Das Imkerglas mit Gewährstreifen ist ein eingetragenes Warenzeichen im Besitz des DIB. Aus diesem Grund dürfen nur Mitglieder dieses Glas benutzen.


    Der Honig der ins Imkerglas gefüllt wird muß den strengeren Richtlinien der DIB-Honigverordnung entsprechen. Diese fordert u.A. einen niederigen Wassergehalt und HMF-Wert wie die gesetzlichen Vorgaben.


    Seit ca. 3 Jahren müssen Neumitglieder einen vom DIB anerkannten Honigkurs absolvieren um das erste mal Gewährstreifen beziehen zu können. Daß dies gefordert wird kann ja nur im Sinne derer sein, die annehmen im DIB-Glas wird nur Dreck angeboten.


    Nun zum Bezug der Gewährstreifen. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten.
    1. Die gängige Praxis. Bestellung per grüner Bestell-Doppelkarte. Diese muß vom Vereinsvorsitzenden oder einem beauftragten Vorstandmitglied unterzeichnet werden. Der Imker sendet die Doppelkarte an seinen Landesverband der die Angaben nochmals bestätigt und dann die Bestellung an den DIB weiterleitet. Von ihm erhält der Imker die Etiketten zugesandt. Die fortlaufenden Kontrollnummern sind beim DIB unter dem Namen des Imkers hinterlegt, so daß dieser jederzeit auch ohne Namensangabe ermittelt werden kann. Eine Weitergabe an Kollegen kann sich also rechen.
    2. Da beim DIB eine Mindestmenge an Gewährstreifen bestellt werden muß, halten einige Vereine neutrale Gewährstreifen zur Kleinabgabe bereit. Der Vereinsvorsitzende oder das beauftragten Vorstandmitglied muß eine Liste über die Ausgabe der Etiketten, mit Name, An- und Unterschrift des Imkers sowie der fortlaufende Kontrollnummern führen. Erst wenn diese Liste vollständig ausgefüllt beim DIB vorliegt erhält der Verein neue Gewährverschlüsse.


    Qualitätsprüfung.
    Zur Qualitätsprüfung wählt der DIB nach den Zufallsprinzip jedes Jahr eine bestimmte Anzahl von Gewährstreifenbezieher aus und läßt bei diesen durch Beauftragte Honigproben im Imkerglas ziehen.


    Eine Verpflichtung als Vereinsmitglied im DIB das Imkerglas zu verwenden besteht nicht. Für den einzelnen Imker kann sich die Nutzung jedoch rechnen, da Ihm ein Gebinde zur Verfügung steht, das auch in der Etikettierung den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Desweiteren sind die strengeren Qualitätskriterien beim Verbraucher weithin bekannt und somit selbstverständich.


    Weitere Informationen sind beim DIB, den Landesverbänden und Orts- bzw. Bezirksvereinen zu erhalten.


    Klaus Spürgin
    Vereinsrechner