Beiträge von Ulrich Mindrup

    Das Wachs herauszuschmelzen ist das eine, die alten Wabenreste zu entfernen das andere.
    Im Dampfwachschmelzer weichen die alten Schwarten auf und lassen sich dann gut lösen, bzw. fallen heraus. Trockene Hitze führt nicht zum gleichen Ergebnis. Auch bei Dampfwachsschmelzer bleibt das ja als Trester zurück.


    Bei trockener Hitze wird das Wachs zwar flüssig, aber die Larvenhäutchen, Pollenreste, etc. saugen sich mit dem flüssigen Wachs voll. Beim Dampfwachsschmelzer wird es zumindest zu einem großen Teil vom Wasser verdrängt. Die besten Ergebnisse bringen wohl nasse Hitze und Druck um die Wabenreste auszupressen. Aber dann wird der Aufwand schon sehr hoch.


    Gruß


    Ulrich


    Hab grad nochmal in der Broschüre von Reiner gelesen, er empfiehlt immer aufsetzen. Aber ich meine mich dunkel zu erinnern, das hier im Forum auch schon Untersetzen des dritten HR empfohlen wurde und das auch gut begründet wurde. Könnt ihr mir vielleicht weiterhelfen ?


    Welche Gründe hier im Forum für das Untersetzen genannt wurden kann ich nicht sagen, aber es hängt durchaus auch von der genetischen Veranlagung der Bienen ab wo sie den Honig eintragen. Bei Buckfast ist brutraumferne Honiglagerung ein wichtiges Zuchtziel, und in der Regel findet sich diese Eigenschaft auch gut ausgeprägt wieder. Ich hatte aber auch schon Völker z.B. aus eingefangenen Schwärmen unbekannter Herkunft die möglichst brutraumnah einlagern wollten. Bei denen musste man gelegentlich untersetzen. Häufig hat es aber auch geholfen, einfach die beiden äußersten Waben aus dem vorher obersten Honigraum mittig in die neue Zarge zu hängen. Danach wurde sie gut angenommen.


    Gerade angesichts des Wetterumschlags würde ich speziell im Augenblick nicht untersetzen. Gerade Rapshonig kandiert sehr schnell, und das wird dann eine üble Plackerei beim Schleudern.


    Gruß


    Ulrich

    Die alte Königin in einen Zusetzkäfig einsperren und nach ein paar Stunden oder spätestens 1 Tag die neue an die gleiche Stelle hängen, auch im Zusetzkäfig, aber mit Zuckerteigverschluß. Die Methode soll sehr sicher zu fast jeder Jahreszeit funktionieren.


    Hast Du es selbst schon ausprobiert?


    Ich gebe zu, ich nicht. Aber ich sehe schon in der Wartezeit von ein paar Stunden bis maximal einem Tag ein Problem. Sobald die Bienen bemerken dass sie weisellos sind ziehen sie Nachschaffungszellen an. Und ich befürchte dass sie diese dann der neuen Königin vorziehen würden.


    Gerade in dieser Jahreszeit erscheint mir die Umweiselung eines Vollvolks nicht unproblematisch. Ich persönlich würde die Königin eher in einen Ableger einweiseln und den dann im Juli / August mittels Zeitungspapier zwischen den Zargen mit dem Altvolk vereinigen. Die Altkönigin würde ich erst unmittelbar vor der Vereinigung entfernen.


    Gruß


    Ulrich


    P.S.: Oder den Tipp von Ralph befolgen. Der hat bei mir (bis auf ein Mal) immer funktioniert. Allerdings habe ich dieses Verfahren jeweils erst nach Ende der Sommertracht angewandt da ich dann die Honigräume eh herunter waren.

    Weshalb willst Du ein Drohnenabsperrgitter anbringen. Begattungsvölkchen werden ohne Drohnen gebildet - kommen in Kellerhaft und anschließend auf die Belegstelle.
    Wenn Du ein Absperrgitter anbringst kann die Königin auch nicht raus... :confused:


    Drohnenabsperrgitter sind auf den Buckfast-Belegstellen die ich kenne in der Regel vorgeschrieben. Wie der Name schon sagt versperrt er den Weg für Drohnen, und das sowohl von innen nach außen als auch von außen nach innen. Königinnen können das Gitter natürlich passieren. Zwar siebt man die Bienen für die Begattungsableger, aber mit so einem Gitter verhindert man zusätzlich dass man Drohnen von der Belegstelle mit nach Hause nimmt.


    Was die Fragestellung angeht, so bringe ich das Gitter mit zwei Heftzwecken innen vor dem Flugloch an und klebe zusätzlich mit Uhu, etc. Man kann es natürlich auch wie ein Königinnenabsperrgitter außen anbringen, aber ich meine beim Anbringen innen ist die Königin geschützter wenn sie vom Begattungsflug zurückkehrt.


    Gruß


    Ulrich

    Schau mal, wenn der Imker selbst beprobt ... dann gibt es plötzlich nur noch gesunde Bienenstöcke.


    Ganz so negativ würde ich es nicht sehen. Jeder vernünftige Imker muss ein Interesse daran haben seine Völker nachhaltig zu sanieren falls bei ihm Faulbrut auftritt. Und jemand der betrügen will schafft dies ggf. auch gegenüber dem Bienenseuchensachverständigen.


    Wir hatten bei uns im Ort in den letzten Jahren zwei Faulbrutfälle. Betroffen waren jeweils ältere, sehr erfahrene Imker die jeweils selbst nachdem sie die Symptome erkannt hatten den Bienenseuchensachverständigen benachrichtigt hatten. Daraufhin wurden wie üblich alle bekannten Bienenstände im Sperrgebiet beprobt, Ergebnis beide Male negativ.


    Überprüft wurde auch ein nicht organisierter Imker der angeblich nur zwei oder drei Bienenvölker bei sich zu Hause stehen hatte. Diese Völker waren jeweils "sauber". Im letzten Jahr stellte sich dann heraus dass der Mann etwas außerhalb des Ortes in einem Gehölz weitere gut zwanzig Völker hielt die er verschwiegen hatte. Diese waren hochgradig infiziert und allem Anschein nach die Primärquelle für die Faulbrut. Die Völker wurden auf Anweisung des Amtsveterinärs vom Imker abgeschwefelt, die Holzkästen verbrannt und die Kunststoffbeuten wohl in der Müllverbrennung entsorgt.


    Leider ist die Geschichte damit aber noch nicht zu Ende. Wie ich seit einigen Tagen weiß haben wir einen neuen, recht massiven Faulbrutfall, und zwar erneut ganz in der Nähe des "wilden" Standes. Meine Vermutung ist dass bei der Vernichtung der Völker nicht sauber gearbeitet worden sein könnte. Wer weiß, eventuell haben die Kästen zwischen dem Zeitpunkt des Abschwefelns der Bienen und der Vernichtung von Beuten und Waben noch offen herum gestanden. Dem "schwarzen Schaf" würde ich es jedenfalls durchaus zutrauen. Sei es aus Schlamperei, sei es als "Abschiedsgruß" an die Imkerkollegen :-(


    Gruß


    Ulrich


    In den USA werden m.W. auch ja Antibiotika zur Bekämpfung der AFB eingesetzt. In der BRD werden Rähmchen bei einer Sanierung meistens verbrannt, weil sie zu schwer zu reinigen sind. Das bestimmen wohl die Amtsveterinäre bzw. deren Bevollmächtigte.


    Mit Hilfe von Antibiotika kann man die Faulbrut lediglich unterhalb der Schadschwelle halten, gegen die Faulbrutsporen wirken diese Mittel jedoch nicht. Setzt man die Behandlung ab dann bricht die Krankheit über kurz oder lang wieder aus. Dazu kommt die Rückstandsproblematik. Deshalb ist diese Art der Behandlung innerhalb der EU verboten.


    Rähmchen kann man mittels Natronlauge reinigen, und wenn diese qualitativ hochwertig sind sollte sich das durchaus lohnen.


    Gruß


    Ulrich

    Danke Ulrich für die schnelle Antwort. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es Nachschaffungszellen waren, sie waren auch alle mittig auf den Waben. Meine Befürchtung vor einem evtl. Umweiseln wäre, dass die KÖ doch noch da ist. Sie hat ja schon vorher gegenüber den anderen etwas geschwächelt, könnte es auch sein, dass nur ihr "Spermienvorrat" aufgebraucht war, d.h. dass sie (übrigens aus 2015) nicht ausreichend begattet war :roll: und sie den Erwartungen ihres Volkes nicht mehr ausgereicht hat? Mache ich mir da zuviele Gedanken?


    Bei Nachschaffungszellen ist der Ausgangspunkt immer normale Arbeiterinnenburt, es werden Brutzellen irgendwo mitten in der Fläche erweitert und dann "herausgezogen". Ich vermute das ist dass was Du mit "mittig auf den Waben" meinst? In dem Fall ist die Königin definitiv nicht mehr da.


    Wenn eine Königin schlecht begattet ist und ihr das Sperma auszugehen droht bemerken dies die Bienen in der Regel und bauen normale Weiselzellen die die Königin dann bestiftet. Klappt das nicht weil der Imker diese beispielsweise ausbricht, dann produziert das Volk irgend wann nur noch Drohnenbrut. Zu Nachschaffungszellen kommt es in so einem Fall nicht.


    Gruß


    Ulrich


    Von Bite Away hab ich gehört. Hat damit schon jemand Erfahrungen? bzw. Hilft der auch noch z.b. eine halbe Stunde Bach dem Stich?


    So lange habe ich noch nie gewartet. Ich habe das Ding in meinem Auto im Handschuhfach liegen. Ein paar Minuten nach dem Stich wirkt es wie bereits geschrieben bei mir sehr gut. Interessanterweise sieht man noch viele Tage später den Einstich als kleinen dunklen Punkt. Das war mir vorher bei Stichen noch nie aufgefallen.


    Grüße


    Ulrich


    möchtest Du das noch etwas erläutern?
    Was sind die Gründe dafür?


    Wenn man am alten Stand Ableger bildet dann ist die Gefahr der Räuberei recht groß. Die Flugbienen kehren zum alten Volk zurück und führen die Sammlerinnen dann zum Ableger. Da alle Bienen noch den gleichen Stockgeruch haben wir der Ableger dann in kürzester Zeit ausgeräubert. Bei Volltracht sind die Sammlerinnen anderweitig beschäftigt, die Gefahr ist zumindest deutlich niedriger.


    Gruß


    Ulrich


    wir haben gestern bei der Durchsicht unserer Völker mit Überraschung festgestellt, dass ein Volk etliche Nachschaffungszellen auf den Waben gemacht haben. Es gibt viel verdeckelte Brut und noch etwas offene Brut zu sehen. In der letzten Woche haben wir die KÖ noch gesehen. Das betreffende Volk ist in seiner Entwicklung gegenüber den anderen immer etwas zurück. Während die anderen schon riesige Brutbretter haben, gab es dort erst ein relativ kleines zu sehen, auch im Honigertrag ist dieses Volk nur mäßig. Wir haben gestern wegen der kalten und windigen Witterung nicht nach der KÖ suchen wollen. Allerdings in unserem ersten Schrecken erstmal alle Nachschaffungszellen gebrochen. Im nachhinein habe ich mich schon geärgert. Erst mal zu Ende überlegen, wäre sicher besser gewesen. - Wir hätten nun die Möglichkeit, kurzfristig eine KÖ aus 2015 zu bekommen. Ich würde gerne den Versuch starten, die alte KÖ (falls sie noch vorhanden ist) rauszunehmen und die "neue" aus 2015 einzuweiseln. Das Volk will ja offensichtlich eine neue KÖ, da müßte das doch auch zum jetzigen Zeitpunkt gehen? Unsere anderen Völker sind alle sehr stark. Da würde ich eigentlich ungern dieses Volk integrieren wollen. Was meint ihr?


    Wenn es tatsächlich Nachschaffungszellen und keine normalen Weiselzellen sind denn brauchst Du die alte Königin nicht zu suchen, die ist nicht mehr da, eventuell bei der Durchsicht "unter die Räder geraten".


    Falls Du eine ordentliche Königin bekommen kannst würde ich einfach umweiseln sobald die Brut komplett verdeckelt ist. Vorher natürlich noch einmal die neuen Nachschaffungszellen ausbrechen.


    Gruß


    Ulrich


    ich seh da auch kein Problem, je mehr Stiche du bekommst um so geringer wird die Schwellung. Es gibt Stellen im Gesicht, wenn man da einen Stich abbekommt dann wachsen beide Augen zu und das ist auch bei der Hand so, manchmal nur ein kleines Pünktchen und manchmal schwillt die Hand ins unermessliche, meiner Meinung nach völlig normal. Wichtig ist so schnell wie möglich den Stachel raus, weil der auch ohne Biene, weiter Gift in den Körper pumpt.


    Meist ist das so, aber ich imkere bereits seit mehr als dreißig Jahren, und ich hatte immer zumindest leichte Probleme mit Schwellungen. In den letzten Jahren ist es dann deutlich schlimmer geworden. Ein Stich in einen Finger konnte dazu führen dass die halbe Hand anschwoll wenn ich sie danach weiter verwendete.


    Ich habe mir im letzten Jahr einen "Stichheiler" geholt. Für diejenigen die das Gerät noch nicht kennen: Es sieht aus wie ein etwas dickerer Kugelschreiber, vorne ist eine kleine Heizplatte eingebaut. Man entfernt den Stachel, drückt die Heizplatte genau auf den Stich und betätigt das Gerät. Die Stichstelle wird erhitzt, das Bienengift dabei wohl thermisch zersetzt. Seitdem ich das Gerät einsetze habe ich keine Probleme mit Schwellungen mehr.


    Gruß


    Ulrich

    Es gäbe einen Trick. Wenn Du zu Deinem Kunstschwarm, nach der Kellerhaft von einem Tag, eine Brutwabe mit offener Brut dazu hängst werden die meisten bleiben, sicher nicht alle, aber genug. Die Brut wird nicht verlassen, vor allem wenn Du bei der Bildung des KS viele Junge Bienen verwendet hast. Dann ist es allerdings kein richtiger Kunstschwarm mehr, aber ist ja auch nicht schlimm denk ich wenns dafür funktioniert am gleichen Stand und man keine andere Möglichkeit hat. Füttern am besten mit Zuckerwasser 1:1 und nicht vergessen!


    Trotzdem kann es Dir bei dieser Vorgehensweise passieren dass es zu stiller Räuberei kommt. Besonders groß ist die Gefahr wenn es ansonsten nur wenig oder gar keine Tracht mehr gibt. Deshalb würde ich das ganze nur machen wenn ich das Volk an einen anderen Platz außerhalb des alten Flugkreises bringen könnte. Ideal wäre ein Standort an dem keine "alten" Völker stehen, ich vermute dass sich ein so gebildetes Volk erst "finden" muss und sich deshalb auch bei stark verkleinertem Flugloch zunächst deutlich schwächer gegen Räuber behauptet als ein traditionell gebildeter Kunstschwarm.


    Grüße


    Ulrich


    Das Einhausen solcher Plantagen stelle ich mir als Sisyphos-Arbeit vor. Zudem frage ich mich wo die Kirschessigfliege überwintert. Ich vermute mal wie andere Insekten auch im Boden. Ist sie dann einmal "drin", wie wird man sie wieder los?


    In der Tat kann es bei so etwas für die Obstbauern um die Existenz gehen. Andererseits rollen sich mir aber die Fußnägel auf wenn ich daran denke dass falls man spritzt Insektizide auf (fast) reifes Obst ausgebracht wird.


    Grüße


    Ulrich