Beiträge von Clemens

    Habe dieses Jahr ein paar Kilo sehr dunklen, malzigen "Waldhonig" in Berlin geschleudert. Und da fängt das Problem schon an, lese nämlich gerade beim DIB http://www.deutscherimkerbund.…kblatt_Sorten_3_4_neu.pdf


    Zitat

    Waldhonig ist Honigtauhonig, der vollständig von Pflanzen aus Wäldern stammt. Parkanlagen in
    städtischen Umgebungen gelten nicht als Wald.


    Ist wohl nicht DIB-spezifisch, steht so auch in den "Leitsätzen für Honig" https://www.bmel.de/SharedDocs…df?__blob=publicationFile


    Was schreibe ich denn nun auf den Berliner "Wald"-Honig drauf, der im Bayrischen Wald locker als "Waldhonig" durchginge? "Honigtauhonig" "Waldhonig aber ohne Wald - also richtigen, wie im Bayrischen oder Schwarzen". Leider ist der Grunewald zu weit weg. Ach was! Schaffen sie schon, was war nochmal der maximale Flugradius? Grunewaldhonig! Super.

    Wenn Du Futterkranzproben negativ hast von Deinen Ständen, dannkannste schonmal beim ersten Riesen-Schreckgespenst einen dicken Haken setzen,
    ohne eingefallene Zellendeckel und sonstige Auffälligkeiten steht das schließlich nicht unbedingt an Punkt 1 an AFB zu denken. Jedoch kann es leider so daher kommen...


    Ich hatte in diesem Frühjahr auch recht lückenhafte Brutnester, allerdings nur bei 1/3 der Völker. Für mich war die Sache eigentlich klar, weiße Puppen lagen auf dem Gitter und Kalkbrut war für mich die Ursache.


    Bei der AFB-Sammelprobe wurde mir dann schon anders, eine war positiv! Naja, da geht einem das durch den Kopf, was Marion oben schreibt! Vielleicht ERIC II da ist die Klinik ja nicht so offensichtlich. Volles Programm, Amtstierarzt, Inspektion und Einzelbeprobung! Gott sei Dank war alles negativ! Auch die eine untersuchte Brutwabe die sehr lückenhaft war wurde negativ getestet.


    Meine Mittelwände sind auch von xxx, allerdings habe ich die jetzt verwendete Charge schon vor ca. 4 Jahren umarbeiten lassen, eigener Wachskreislauf seit Ewigkeiten. Nun im Herbst wieder und immer noch lückenhafte Nester aber viel Futter und ältere Königinnen in den Völkern.

    Sicher kennen die meisten von euch das Video von Erhard Maria Klein, (www.bienenkiste.de), zur Honiggewinnung von "Bienenkisten-Honig"
    https://www.youtube.com/watch?v=gPEMkje2Wiw


    Das Verfahren nennt sich "crush & strain" - "zerstückeln & absieben", die Waben werden ausgeschnitten, Honig inkl. Wabe zerkleiner und mittels Schwerkraft über zwei Hinigeimer läuft, oder besser tropft, der Honig vom Wachs innermalb von 1-2 Tagen ab. Der Eimer unten hat ein großes Loch im Deckel und dient als Auffanggefäß, der andere (oben) hat viele kleine 1 cm-Löcher im Boden und eine Netzeinlag.


    Die Gerätschaft kann man hier bewundern:
    http://www.bienenkiste.de/medi…ndex.html?entry=galerie.9


    Nun hatte ich dieses Jahr zu früh mit dem Ende des Bienenjahres gerechnet und nach der Honigerne (Linde) nur noch 8 Wabe aufgesetzt um den Platz für die Futtertasche zu haben. Die Rechnung habe ich aber nicht mit den Läusen abgesprochen, denn es gab noch Waldtracht und die Bienen haben mir die 2-Waben breite Lücke mit Wildbau und extrem dunklen und extrem leckeren Waldhonig vollgeknallt. Das rauszuschneiden war kein Spaß, weder für mich noch für die Bienen! Jedenfalls hatte ich am Ende knapp 3 Honigeimer mit waldhonigvollem Wildbau! Zu viel zum selbst essen, zu matschig zum Verkauf als Wabenhonig!


    Nun kam mir Erhards Video wieder in den Sinn. Ich wollte allerdings nicht zwei Honigeimer opfern und Fliegengitter als Seihtuch fand ich auch nicht toll. Daher habe ich folgendes versucht:


    - Der Wildbau wurde wie bei der Bienenkiste-Anleitung zerkleiner.
    - Das Zerstechen mit dem Stockmeißel war einfacher und effektiver als das Quetschen per Hand.
    - Der Auf-und-Ab für die feine Zerkleinerung ging sehr gut obwohl der Honig sehr zäh war.
    - Als Ersatz für die beiden umgebauten Honigeimer nahm ich ein normales Entdeckelungsgeschirr und legte auf das Lochblech ein Seihtuch, da ich nichts anderes da hatte sogar das ganz feine vom Melitherm.
    - Nachdem ich geschätzte 10-15 kg des Wachs-Honig-Gemischs in der Wanne hatte war ich sehr skeptisch, dass sich da was tut. Von dem zähen Honig sind direkt danach nur ein paar Tropfen Honig durchgekommen.
    - Doch das letzte Wochenende war sehr warm und am Montag - nach ca. 2 Tagen - war in der Entdeckelungswanne sehr viel abgetropfter Honig drinnen.
    - Das Wachs war etwas "nasser" als normales, abgetropftes Entdeckelungswachs und die beiden Seihtücher hatten noch 2-3 mm Honig drauf, die nicht durchliefen.
    - Der Honig hatte wenig bis fast keinen Schaum!


    Alles in allem war es - vor allem bei der "Ernte" aus dem Volk - eine Sauerei und viel Arbeit. Die gut 10 kg Waldhonig aus dem Wildbau wären aber viel zu schade gewesen um sie einzugraben! Sehr, sehr dunkler, kräfiger, malziger Waldhonig und das in Berlin! Ich hatte die letzen Jahre regelmäßig 0,7-0,8 mS bei der Sommertracht, aber das muss > 1.0 sein! Bin auf die Analyse gespann, ein paar Waben sind aber vorher noch zu schleudern!

    Jaja, das ist Forschung nach Liebigs Art: Allein dieser Stichprobenzuschnitt (zwei Stände, je acht Völker von 16 behandelt) ist doch absurd. Zumindest wenn man vorhat, die Ergebnisse zu verallgemeinern. Die klassischen Gütekriterien lass ich besser gleich mal weg, sonst haben wir Tränen in den Augen (wahlweise vom Lachen oder Weinen)


    Dann sag' mal wie du es gemacht hättest. Was meinst du mit Gütekriterien? Reliabilität, Validität oder was? Es ist zumindest das Beste was es publiziert dazu momentan gibt! Wenn du hier schon auf diesem (zu hohem) Niveau kritisierst dann müssten doch die "Feldversuche" der Saunisten komplett daneben sein. Wo ist da die Kontrollgruppe? wo wurde hier nur ansatzweise versucht etwas zu vergleichen, sind - was ich gelesen habe - doch nur Einzelbeschreibungen. Milben gefallen, gut entwickelt. Was sagt das, wenn die Kontrollgruppe fehtl? Nichts! Wie wurde da der Behandlungserfolg gemessen? "Anhand von zwei schwedischen Bienenvölkern wollen wir den Wirkungsgrad der Bienensauna-Behandlungen darstellen.", ähm, auch keine bessere Stichprobengröße als bei Liebig, oder?! ;-) Die veröffentlichen ja nicht mal Temperaturverläufe - das fehlt mir tatsächlich bei Liebig - das war ja u.a. die Kritik von einigen Bienenwissenschaftlern, dass die Bienen aktiv gegen die Wärem anarbeiten würden.

    Im Herbst den unteren BR wegziehen finde ich schwierig, teilweise ist noch Honig drinnen oder etwas Brut oder schöner Pollen. Viel einfacher ist das im Frühjahr! Da ist der richtig leer und man kann den einfacher wegnehmen und einschmelzen. Ich würde den ausgeschleuderten HR einlagern und die Aktion dann im Frühjahr durchziehen.

    Das Gewicht der Beuten ist seit Ende Juli / Anfang August recht stabil, es müssen so 10-15 kg Wald drinnen sein. Verdeckelt ist immer noch fast nichts, oben sind gerade 2-3 cm fertig. Der Honig ist aber deutlich zäher als noch vor 2 Wochen.


    ImkerkollegInnen erzählen schon, dass bei ihnen "gut" Varroen fallen und natürlich auch schon das erste Futter in den Völkern ist. Bin mir immer noch nicht sicher, ob ich mich über den Wald freuen soll ... 10 Tage wird es sicher noch dauern bis der verdeckelt ist ... vielleicht schon früher offen schleudern? Muss das Refraktometer am Wochenende nochmal auspacken.

    Nö, eigener Wachskreislauf und ein Umarbeiter dem man trauen kann!


    Wie gesagt, es gibt ein paar Methoden die für eine Schnelldiagnose schon taugen, bei Spürgin, "Das Wachsbuch", S. 57 gibt es eine kleine Liste. Von Kreideprobe bis Ritzprobe ...


    Wir haben ja das gleiche Problem mit "pestizidarm" schon seit Jahren oder mit in Deutschland nicht zugelassenen Varroaziden. Wenn man schaut was da alles in "normalen" Mittelwänden drinnen ist bleibt einem nur der eigene Wachskreislauf. So ist das leider!

    Von wem sind denn die Analysen, die hier in #1 berichtet werden? Es gibt ja so ein paar "Hausmittel" um auf Bienenwachs zu testen, reichen die vielleicht nicht erst mal aus? Und warum hängt man das Zeug ins Volk, wenn schon


    Zitat


    - riechen nicht nach Wachs


    Warum brauche ich da noch Analysen die auch nichts anderes sagen als der gesunde Menschenverstand?