Beiträge von Immenreiner

    Hallo lieber Fritz,


    ich glaube die erste Erfahrung beim arbeiten mit den Bienen wird schon viele Fragen klären, aber gerne möchte ich auf einige Einwände deinerseits eingehen.


    Natürlich laufen die Bienen auf der Rähmchen unterseite. Aber bei jedem Magazin gibt es ja einen Boden der i.d.R. höher als 20mm ist, sodass genügend Platz bleibt. Bei meinen Beuten nach Hohenheimer Prinzip ist der Boden 60mm hoch. Der Beespacce nach oben wird wie schon erwähnt durch Seitenwände erreicht, die 7mm über die Rähmchenoberkante hinausragen. Abgestellt werden Zargen bei mir immer auf dem Stirnbrett, dann brauch ich mich nicht so weit bücken und Bienen werden auch nicht zerdrückt.


    Wie beim Zusammenleimen und Pressen mit Schraubzwingen ein Spalt entsteht ist mir im Moment rätselhaft. Wenn der Druck direkt an der Kontaktstelle der zu verbindenen Teile angesetzt wird, kann gar kein Spalt entstehen.


    Ich habe in meinem Imkerleben schon einige Umstellungen hinter mir. Von Kleinhofmann nach Einheitsmass nach Zander und nun zu guter letzt nach Dadant. Da habe ich meine Erfahrungen sammeln können. Zum Dandantsystem haben mich die Einfachheit der Betreibsweise in Verbindung mit der Buckfast biene gebracht. Das mag beim Imkern mit der Carnica anders sein, da hier eine Schwarmkontrolle gemacht werden MUSS. Ich mache keine mehr. Deshalb ist es mir egal wie schwer der Brutraum ist, da er nur angefasst wird wenn eine Standortveränderung vorgenommen wird.Einige Fargen möchte ich in den Raum stellen: Wann sollte sonst der Brutraum umhergetragen werden? Zur Kontrolle der Völker werden nur die Rähmchen gezogen, zehn Stück bei mir und dann ist 'der Kas bissen'. Wieviele müssen bei der Flachzargenbetriebsweise u.U. gezogen werden? Wie schwer ist ein Flachzargenhonigraum wenn er voll ist (10 St. Rähmchenhöhe 159mm)? Wie schwer ist ein Honigraum im Dadanthalbmaß (9/10 St. RH ca.145mm)? Warum Langstroth als Honigraum bei Dadant?


    Fragen bitte selber beantworten und Resumee ziehen.


    Zum Rähmchenoberträger in 19mm. Die Praxis hat gezeigt, dass hier kein Überbau bzw. Zwischenbau aufgeführt wird. Die Kästen lassen sich also ohne Gewaltanwendung öffnen. Für eine vitale Königin ist das aber kein Hindernis, die will ein starkes Volk aufbauen ob da ein paar mm Holz mehr oder weniger da sind ist egal. Solche Königinnen schlüpfen ja auch durch das Absperrgitter wenn es verbogen ist und das ist deutlich mehr 'Arbeit' (Lücke suchen, durchschlüpfen etc).


    Lieber Fritz, ich hoffe, ich erscheine hier nicht als Besserwisser. Auch ich mache Fehler. Aber meine Erfahurng hat gezeigt, dass der Blick über den Deckelrand von vielen älteren Imkern nicht gewagt wird und diese Erkenntnisse dann verteufelt werden, wenn jemand damit auftaucht. Warum wird in aller Welt und allen Klimazonen mit Dadant oder ähnlichem gearbeitet? Hier ist keine Amerikanisierung zu befürchten. Diese Imker haben nur folgende imkerlichen Grundregeln begriffen:


    - Unbeschränkter, ungestörter Brutraum
    - Einfache Bauweise, die dem Wesen Biene das Leben nicht schwermacht
    - eine Betriebsweise, die sich nur um Pflege und Hege dreht und nicht um "Eingriffe"
    - die Erkenntnis, dass dir die Bienen schon sagen wie sie es gerne hätten: "Let the bees tell you"

    Hallo lieber Imkerkollege,


    und herzlichen Glückwunsch zur Entscheidung die Imkerei als Hobby (oder vielleicht sogar später mehr) zu betreiben.


    Zum kompatiblen System gibt es zu sagen, dass bei den meisten modernen Beutensystemen die Rähmchen praktisch mit der Unterkante des Magazins abschliessen. Der Beespace (7mm, Abstand den die Bienen nicht verbauen) wird ausschließlich oberhalb der Rähmchen "erzeugt".


    Zu den Flachzargen gehört in der Regel auch eine eigenen Betriebsweise die die Schichtenbeweglichkeit ausnützt. Sollten Sie nicht vorhaben diese Betriebsweise anzuwenden, so wird wohl die Flachzarge eher ein Nachteil werden. Wie in diesem Forum schon häufiger erwähnt verbietet es sich in der heutigen Zeit zum Beispiel Brutwaben in den Honigraum zu hängen. Und das Auseinanderreissen des Brutnestes ist eine geradezu martialische Störung des Bienenvolkes. Obwohl Sie anscheinend schon das Material gekauft haben, schauen Sie sich doch mal das Dadantsystem mit Flachzargen im Honigraum an. Das geht auch wenn man keine Buckfastbiene hält, wie ich bei Imkern in Österreich schon begutachten konnte.


    Zum Zusammenbauen von Zargen habe ich mir eine Montagehilfe gebaut, die es erlaubt ohne große Schraubzwingen Magazine in rechten Winkel zu montieren. Bei Interesse bitte per Email melden.
    _________________
    Volle Honigtöpfe wünscht...


    Reiner Schwarz
    auch Systemweisel bei buckfast.de


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Reiner Schwarz am 2002-03-22 16:43 ]</font>

    Hallo Charles,


    ich kenne einen Imker aus Kössen, der seine 100 Völker in Styroporbeuten hat und darauf schwört. Er sagt, seine Völker brüten bis zur äußersten Wabe, so bräuchte er kleinere Kästen. Das lassen wir mal so stehen. Bienenvölker lassen sich durch nichts dazu bewegen eine Volksstärke aufzubauen, die ihnen eigentlich nicht angenehm ist. Eine Förderung der Bruttätigkeit ist also auch durch "warme" Beuten ausgeschlossen. Die Legetätigkeit der Königin wird so also nur künstlich zu einen besonderen Höhepunkt getrieben und fällt danach wieder schneller ab. Von manchem Imker wird ins Feld geführt, dass man in Styroporbeuten höhere Honigerträge erntet. Das stimmt, aber nur deshalb, weil der Honig einen höhere Wassergehalt hat, wie Feldversuche an der Uni Hohenheim ergeben haben. Noch was, mit Schimmel hast du in Plastikbeuten meist mehr Ärger als in Holz, weil Kondenswasser vom Beutenmaterial nicht aufgenommen (und wieder abgegeben) wird (Pufferwirkung).
    Die "Abwanderung" von Holz zu Kunststoff mag aber in Tirol auch noch einen weiteren Grund haben. Mit welchen Holzbeuten wurde denn vorher gearbeitet? Waren das moderne Magazine oder eher alte Hinterbehandlungs- oder Trogbeuten? Dann könnte ich es verstehen, dass man mal was anderes versucht. Mit "dem alten Zeug" kann man heute nicht mehr rationell arbeiten. Der Trend zu Styropor ist bei uns jedoch, trotz einer spürbaren Verjüngung der Imkerschaft, nicht vorhanden. Hier herrscht vor allem der Trend so schonend wie möglich mit den Ressourcen umzugehen. Deshalb schliesst sich eine Verwendung von Kunststoff aus, weil, wie ein Vorredner schon sagte, Styroporbeuten Sondermüll werden.


    Wegen "Gut Stich", naja es sei dir verziehen, aber wenn du die "richtige" Biene hälst wirst du damit wohl keine Probleme haben. Also wie schreibt ein Imkerkollege immer so schön: be(e) happy!

    Hallo,


    ich schätze die Arbeit meiner Mädels sehr! Ich möchte Ihnen jedoch auch keine unnötigen Schwierigkeiten bereiten. Aus seuchenhygienischer Sicht ist es jedoch nicht zu verantworten Faulbrutwachs weiter zu verwenden. Ich kenne als Bienengesundheitswart auch die Einstellung der Amtstierärzte. Da wirst du wohl bei den meisten auf Granit beissen, wenn du sagst, du möchtest die Waben noch ausschmelzen um daraus Kerzen zu machen. Die weitere Lagerung und Verarbeitung der verseuchten Waben ist ein Risiko, dass ich keinem empfehlen möchte. Dabei denke ich auch an die Imkerkollegen im Sperrgebiet. Sollte auf meinem Stand Faulbrut ausgebrochen sein, so ist es meine Pflicht ALLES zu unternehmen um eine weitere Verbreitung absolut zu unterbinden, auch wenn dabei ein paar Kilo Wachs verloren gehen. Eventuell vorhandener Honig könnte natürlich verwendet werden, jedoch stellt sich auch hier die Frage der Lagerung. Kannst du darüber hinaus absolut sicherstellen, dass beim/nach dem Schleudern keine Bienen in den Schleuderraum geraten etc. ? Faulbrut hat für uns Imker den gleichen katastrophalen Grad wie die MKS für Rinderzüchter. Deshalb sollten wir entschlossen sein in dieser Hinsicht keine Kompromisse zu machen. Bei manchem Veterinär muss man ja auch froh sein, wenn er die Völker im Krankheitsfall überhaupt ab Leben lässt und nicht eine komplette Abtötung des Bestandes anordnet.
    Natürlich bin ich nicht der Meinung normal bebrütete Waben gehören in die Müllverbrennung, meine Töchter machen nämlich selber auch gerne Kerzen! :smile:

    Hallo nach Tirol,


    du sprichst eine weitere "Glaubensfrage" an! Hoffmann-Schenkel haben den Vorteil, dass nix verloren gehen kann, werden aber von den Bienen recht stark verbaut (Propolis). Plastikabstandshalter sind eine Krankheit und ehen immer dann ab wenn mann grad gar nicht brauchen kann. Eine Alternative zu den Hoffmannschenkeln sind metallene "Nägel". Ich habe mich da auf Polsternägel (8mm)festgelegt. Die passen halt auf meine modifizierten Rähmchen. Die Nägel werden praktisch nicht verbaut, können jedoch je nach Bauart die Handhabung beim Schleudern verschlechtern - man bleibt in der Wabentasche hängen. Ich bin sicher, dass noch mehr Kollegen Ihre Erfahrungen hier schildern werden, deswegen lass ichs jetzt mal sein. Servus!

    Hallo,


    angelaufene Kerzen bekommen ihre schöne Farbe wieder, wenn du sie kurz mit einem Fön abbläst. Das Anschmelzen der Oberfläche läßt die Patina wieder verschwinden, schützt jedoch nicht vor neuem Anlaufen. Ist aber übrigens ein Merkmal echter Bienenwachskerzen.

    Hallo Harald,


    ich habe den "Dampfmeister" schon getestet. Der funktioniert ganz gut, besonders, wenn man als Behälter eine entsprechend zurecht gemachte Kunststofftonne verwendet, da passen auf einmal auch 10 Rahmem hinein. Es dauert ca. 25 min und die Waben sind ausgeschmolzen. Sicher sind die "echten" Dampfwachsschmelzer besser aber auch erheblich teurer und für den Klienimker kaum wirtschaftlich zu betreiben.

    Hallo,


    Wachs kann auch ohne Autoklav zur Vorbeugung entseucht werden. Man benötigt dazu nur einen ausreichend großen Behälter und eine leistungsfähige Wärmequelle. Auch ohne Autoklav kann über einen längeren Zeitraum die nötige Hitze von > 130 Grad erzeugt werden. Das ausreichen grosse Gefäss ist nötig damit das beim Siedepunt des enthaltenen Wassers auftretenden Sprudeln nicht das Wachs aus dem Topf hüpfen lässt (nur zur Hälfte befüllen). Das Wachs beruhigt sich und dampft nur noch ganz leicht. Jetzt kontrolliert man mit einem Laborthermometer das weitere Ansteigen der Temperatur und hält dann die Temp bei über 130 Grad. Höher sollte man auf diese Weise nicht gehen, da die Qualität des Wachs dann nachlässt. So läßt sich Wachs "entseuchen". Faulbrutwachs sollte aber dennoch auf keinen Fall irgendwie weiter verwendet werden. Das einzig sichere ist "thermisches Recycling" in der Müllverbrennung.

    Hallo lieber Franz,


    vielleicht eine Anmerkung. Es ist sicher nicht schlecht wenn du dir die Arbeit mit dem herumbasteln sparst. Mein Tip, versuche die Völker mit dem alten Kasten (leihweise) zu bekommen. Du kannst dann nach dem Abschleudern ganz leicht das Volk auf dein Wabenmaß abkehren ("komplette Kunstschwarmbildung"). Die Brutwaben kannst du zusammen in einen Kasten hängen und auf ein anderes Volk stellen (auch zur Verstärkung). So stellst du sicher, mit neuem Wabenbau in den Winter zu gehen und handelst dir kein Krankheitspotential durch alte Waben ein.

    Hallo Charles,


    auf die Frage welche Styroporbeute du verwenden solltest, würde ich antworten - KEINE. Ich vermute, dass du auf die Idee kommst, weil du in einer ähnlich kalten Gegend wohnst wie auch ich. Da spielt die Beute aber kaum eine Rolle, wie ich aus eigener Erfahurng sagen kann sondern eher das Bienenmaterial. Plastikbeuten haben darüber hinaus den Nachteil eine äußerst schlechte ökölogische Bilanz zu haben von der Strapazierfähigkeit mal gar nicht gesprochen. Desinfizieren geht auch nur mit Natronlauge. Auch wenns "leicht" ist die Styroporbeute wird keine Zukunft haben.