Beiträge von Immenreiner

    Rückstände sind Rückstände - auch wenn sie nach einer Zeit nicht nachweisbar sind. Und Rückstände im Lebensmittel ... - das hat mich dann doch verunsichert.

    Als Rückstande würde ich das definitiv nicht bezeichnen. Diese Alkaloide sind ein natürlicher Bestandteil des Pflanzennektars. Wenn auch nicht wünschenswert, aus humaner Sicht. Rückstände sind Dinge die da natürlicher Weise vermeidbar nicht hinein gehören.

    Wenn man im Forum nach Jakobskreuzkraut sucht, ob die arme Suchmaschine dann weiß das sie auch Beiträge und Themen mit JKK anzeigen muß????
    Beschwerden über die Suchmaschine, die ja eh nix findet, die sind dann aber sicher. Nur mal so am Rande zum Nachdenken... ;-)

    Iss aber auch'n sperriger Name für das Gestrüpp ...

    Ansonsten kann ich jeden der inder Nähe Jakobskreuzkraut in größeren Beständen hat mal eempfehlen seinen Honig untersuchen zu lassen. Da kann schon ein erhbelicher Nektareintrag erfolgen. Dann weis man auch, dass man den Honig noch eine zeitlang im Keller ruhen lassen sollte oder nicht.

    Immenreiner in Oberösterreich zielt man auf die Wanderimker und auf die Züchter. Die kleinen Standimker kontrolliert in OÖ niemand, solange die nicht in einem Sperrbezirk stehen. Die größeren Imkereien in Österreich lassen allerdings fast alle sämtliche ihrer Völker jährlich in Dol auf AFB kontrollieren. So auch ich. Dementsprechend zielt das AFB Monitoring in Öst. auf die falsche Zielgruppe ab, nämlich auf die Größeren, die Verbandsintern aber ein kostengünstiges freiwilliges flächendeckendes Monitoring aufgebaut haben (Erwerbsimker).

    Wurde das Monitoring eines ausgewählten Bezirkes jedes Jahr aufgegeben?

    Auch das AFB Monitoring so erfolgreich ist, lässt sich an den vielen Sperrbezirken wiederlegen. Natülich ist das im Vergleich zu gewissen Ländern niedrig, aber durch meine Brille gesehen erschreckend hoch.

    allo Ede,

    wir hatten 2018 bundesweit 136 amtliche Feststellungen (d.h. positiver Sporennachweis + Klinik) auf ca. 1.000.000 Bienenvölker.

    Feststellungen ist nicht gleich Völker. Wir hatte im Jahr 2017 vier Feststellungen, da steckten aber 100 Völker dahinter. Wie viele stecke hinter den 138 Fällen? Bei durchschnittlich 10 Völkern schon mal ca. 1400. Wahrscheinlich deutlich mehr. Vor einigen Jahren in einem Nachbarlandkreis, eine Feststellung -> 100 gekeulte Völker. Wat'n Mist. Dennoch, ja die Zahl der klinisch erkrankten Völker ist in DE gering. Da ist aber auch z.B. Oberösterreich mit einer nahezu identischen Gesetzgebung weit höher dabei.

    Ich erkenne hauptsächlich einen Mangel an ausgebildetem Personal auf Behördenseite, was wiederum an der unzureichenden Ausstattung mit Geld liegt

    So ein blöder Allgemeinarzt kümmert sich genau um eine Art und wenn es kniffelig wird überweist er an Fachärzte. Die Tierärzte sollen dann alles können Säuger, Vögel, Fische und Insekten. Die Bienen stehen in der materiellen Wertigkeit hinter einem Forellenteich, einer Putenfarm, einem Milchbetrieb oder einer Schweinemast an. Umso höher ist die Arbeit der BSV zu bewerten und das diese Kompetenz vom Amt auch genutzt wird.

    Bei den Tierärzten gibt es ebenfalls eine Spezialisierung und im VetAmt ebenso.

    ...in Neuseeland, ist Bienenzucht ein echter landwirtsschaftlicher Faktor. Dort sind die Betriebe aber selbst für die Gesundheit verantwortlich und müssen eine Schulung dazu ablegen und regelmäßig erneuern (weis aber nimmer in welchem Abstand). Das funzt!

    Auf den ersten, flüchtigen Blick scheint das zu funktionieren. Aber wie hoch ist die AFB-Erkrankungsrate der imkerlich gehaltenen Völker dort aktuell? 1993 jedenfalls lag sie bereits bei 12,5% (während wir in D die Null-Toleranzgrenze anstreben bzw. bei Sporenbelastung sofort nicht nur das Volk betreffend, sondern ggf. epidemiologische Maßnahmen einleiten):

    Incidence of American foulbrood infections in feral honey bee colonies ...


    https://www.tandfonline.com/doi/pdf/.../03014223.1994.951799...


    Nach dem "Bereinigungsprozeß" der Imkereien im Zuge des Manuka-Hypes hat sich die dortige Imkereistruktur in Richtung Industrieimkereien verschoben. In solchen Betrieben sind Fachqualifikationen nichts ungewöhnliches. Bei der Anwendung von TierArzneiMitteln (TAM) ist man dort auch nicht gerade zimperlich und ich habe ganz offiziell TAM gezeigt bekommen, die in D schon lange nicht mehr zugelassen sind... Wie hoch ist die Antibiotika-Belastung neuseeländischer Bienenvölker -> Honige, wie hoch die AFB-Sporenbelastung?

    Schon 2003 auf der Apimondia in Ljubliana berichteten mir NZL-Imker vonm deren Umgang mit AFB. Medikamenteneinsatzgehörte nicht dazu. Schwarze Schafe mag es aber natürlich immer geben. Erkrankungen mussten an den Animal Health Service (glaube so heisst er) gemeldet werden, behandelt in Eigenregie.
    Eine Nulltoleranz für AFB_Sporen ist IMHO aber flächendeckend kein sinnvolles Ziel, obwohl es bei meinen Völkern immer so war.
    Deine Studie bezieht sich übrigens auf wildlebende Bienenvölker in 1993. Das dürfte sich nach der Ankunft von Varroa relativiert haben.

    Was ich dabei noch anmerken möchte, ist der "Fall Dänemark", berichtet von Flemming Fjesnes. Allein durch gezielte Vermehrung und Verbreitung von auf Bruthygiene getesteten Völkern (Königinnen) erzielte man einen Rückgang der AFB-Fälle von 133 im Jahr 2000 auf 58 im Jahr 2005. DAS ist der richtige Weg, proaktiv wie man heute so schön sagt und nicht nur reaktiv.

    Da hast du aber jetzt mal einen rausgehauen, Melanie! Danke dafür! Und das aus deinem Munde, wo du ja wahrlich nicht zum Verharmlosen der AFB neigst (was auch nicht angebracht ist).
    Auf der anderen Seite des Erdballs, in Neuseeland, ist Bienenzucht ein echter landwirtsschaftlicher Faktor. Dort sind die Betriebe aber selbst für die Gesundheit verantwortlich und müssen eine Schulung dazu ablegen und regelmäßig erneuern (weis aber nimmer in welchem Abstand). Das funzt!


    Gruß

    Reiner

    Zitat

    Bei aktuell 1000 Bienen auf zwei verkoteten Waben eine wirklich herzzereißende Entscheidung. Ab in den Schmelzer, Beute ausflämmen und fertig.Das war im April schon der richtige Rat. Und was ist bis jetzt gewonnen worden durch die Geigelei? Mach dem Graus ein Ende


    Mich erinnerte das an etwas, was ich beim Günther Friedmann gelesen hatte: Der selektiert unter anderem auf Hofstaatbildung.


    Habt ihr ähnliche Beobachtungen gemacht, oder bilde ich mir das nur ein?

    Viele Grüße

    Ralf

    Mann kann Friedmanns Beobachtungen zur Häufigkeit der Hofstaatbildung auch anders deuten. Diese soziale Aktion dient in erster Linie zur Verbreitung des Pheromons der Königin im Volk. Friedmann bemängelt bei Buckfastvölkern eine seltenere Hofstaatbildung. Wenn man nun weis, dass Völker mit Königinnen mit höherer Pheromonproduktion weniger Schwärmen (objektiv) und allgemein harmonischer erscheinen (subjektiv), kann man die seltenere Hofstaatbildung auch auf eine höhere Pheromonproduktion der B-Königinnen zurückführen. Das Selektieren auf Hofstaatbildung würde also sukkzessive zu erhöhtem Schwarmtrieb führen - was Friedmann bei seiner Betriebsweise nicht stört.


    Gruß
    Reiner