Beiträge von Armin Spürgin

    Sie wollen wissen, was im Fernsehen über Bienen oder verwandte Themen läuft? Einfach die ADIZ, die biene oder den Imkerfreund aufschlagen. Seit Juni 2002 ist dort eine feste Rubrik „TV-Vorschau“ zu finden.
    Viel Spaß bei der Bildschirmimkerei wünscht
    Armin Spürgin
    Fachberater für Imkerei
    ALLB Freiburg

    Zur Frage von Gustav Kohlgraf noch einige Ergänzungen:
    Wenn von Futter im Sinne von Futtervorrat im Volk gesprochen (geschrieben) wird, ist eigentlich immer das tatsächliche Futtergewicht gemeint und nicht die Trockensubstanz. So gibt es Imker, die vor dem Einfüttern den Vorrat schätzen nach dem Schema: 1 qdm verdeckeltes Futter (ca. Handfläche)= 250 g Winterfutter bzw. Honig.
    Geht es um Einfütterungsmengen, spricht man in der Regel von Zucker-Trockensubstanz. Allerdings habe ich Zweifel, ob alle Imker wissen wie viel Zucker in ihrem Zuckerwasser schwimmt. Da man am Bienenstand das Volumen sehr gut messen kann, sollte man das immer im Hinterkopf haben. 1 Liter Zuckerwasser 1:1 enthält 625 g Zucker; 3:2 = 800 g; 2:1 = 890 g; Apiinvert/Ambrosia-Sirup 1000 g.
    Wie viel dieses Futters von den Bienen eingelagert wird hängt von der Konzentration des Zuckerwassers ab. Je dünner umso weniger bleibt übrig (Verarbeitungsverlust). So bleiben von einem Liter 1:1 (Gesamtgewicht 1250 g) nur 560 g fertiges Winterfutter übrig, bei 3:2 (1,330 g) immerhin 860 g.
    Satt eingefütterte Völker wünscht
    Armin Spürgin
    Fachberater für Imkerei
    ALLB Freiburg

    Hallo Uli,
    das beste Umlarvgerät ist das Chinesische. Mit einer dünnen Zunge wird die Larve aufgenommen und mit einem Schieber, den man wie einen Kugelschreiber betätigt, im Näpfchen abgelegt. Dabei kommt immer ein Futtersafttropfen mit, was gelegentlich zu 100%iger Annahme führt. Mit der schweizer Umlarvnadel, mit der ich jahrelang gearbeitet habe, ist das so gut wie nie der Fall. Die Handhabung ist nach kurzer Einübung sehr simpel. Wenn man weiß, wo die jungen Larven liegen, beginnt man Zelle für Zelle zu plündern ohne die einzelne Larve besonders in Acht zu nehmen. Man kontrolliert sie auf der Zunge des Umlarvers oder am Schluss, wenn alle Näpfchen belarvt sind, wenn nötig mit einer Lupe. Die im Fachhandel erhältlichen Umlarver haben oft den Nachteil, dass die Zunge etwas zu dick ist. Schabt man sie vorsichtig mit einem Federmesser dünn, wird sie flexibel genug um beim Einführen unter Larve und Futtersaft zu gleiten. Mit einer zu starren Zunge sticht man die Mittelwand, insbesondere heller Waben, durch. Zur Geschwindigkeit ist zu sagen, dass ich unlängst in 3 Stunden 64 Zuchtlatten zu je 10 - 13 Näpfchen belarvt habe. Das war sicher noch kein Rekord, ist aber mit keinem anderen Gerät zu schaffen.
    Viel Spaß beim Mädlein umbetten!
    Armin Spürgin
    Fachberater für Imkerei
    ALLB Freiburg

    Hallo Thomas,
    die honigfeuchten Waben putzen die Bienen in Nullkommanichts. Bei sehr guter Tracht werden sie verhonigen, wenn der Druck der Königin stärker ist als die Tracht, werden nicht nur die Waben, sondern etliche frisch ausgebaute Mittelwände bebrütet. Letzteres ist häufiger der Fall, da bei uns die Erweiterungen im sehr wechselhaften April aufgesetzt werden. Bei der 2. Erweiterung ist das Interesse der Königin geringer, da ihr das Brutnest jetzt ausreicht und ihre Legeleistung den Höhepunkt erreicht hat.

    Frühen Bautrieb kann man ausnutzen, wenn bei den ersten Durchsichten (ab März) unansehnliche Waben oder überschüssiges Futter gegen Mittelwände getauscht werden. Ebenso kann es Zeit für den Baurahmen sein. Mittelwände immer oben einhängen, da unten schlecht gebaut wird. Sie hängen oft noch im Herbst unbebrütet als Störfaktor für den Winter im unteren Raum. Also keine Arbeitserleichterung! Erweiterungsmagazine ebenfalls immer aufsetzen. In untergesetzte Magazine gehen die Bienen erst, wenn sie vom eingetragenen Honig nach unten gezwungen werden. Mindestens 3 Steigwaben (honigfeucht oder mit Honigwasser gut benetzt) locken die Königin nach oben, neben der jungen Brut wird zügig ausgebaut und das sogar bei Läppertracht. Umhängen von Futterwaben verbietet sich wegen möglicher Honigverfälschung von selbst.

    Lieber Herr Wustmann,
    vielleicht sollten Sie die Richtlinien doch noch einmal lesen. Gefilterter Honig darf demnach nicht als „Honig“ verkauft werden, sondern muss als „gefilterter Honig“ deklariert werden (Artikel 2, Abs. 2). Das ist eine wesentliche Entschärfung gegenüber allen Befürchtungen. Inwieweit Mischungen mit gefiltertem Honig, die übrigens ebenfalls deklariert werden müssen, unerkannt bleiben, mag noch ungeklärt sein. Dafür können wir aber für unseren Honig mit weiteren Pluspunkten werden.
    Besonders positiv erscheint mir die Deklarierung des Ursprungslandes. Das ist doch das, was sich die Imker schon lange gewünscht haben: Dass Auslandshonig auch als solcher kenntlich gemacht werden muss (Artikel 4).
    Also bitte nicht allzu schwarz sehen und die neue Honigverordnung (bis spätestens 1.8.2003) abwarten, die sich aber wenig von den vorliegenden Richtlinien unterscheiden dürfte.