Beiträge von Der Bienenfreund

    Noch vor 2 oder 3 Wochen wurde es mir erst selbst gesagt, inzwischen weiß ich es aus eigener Erfahrung:
    Geschärmt wird oft auch schon, wenn die älteste Schwarmzelle noch im Kleinmaden-Stadium ist, gesagt wurde auch, dass es schon am ersten Tag der Bestiftung sein kann. Ich glaube das inzwischen! Sieben Tage-Kontrollen mögen was für berechenbare, schwarmträge Zuchtherkünfte sein, taugen aber nix für die Wald&Wiesen-Herkünfte.


    Liebe Leute,


    die Regeln stimmen schon, auch wenn im Leben die Ausnahme die Regel ist, weil sonst das Leben wohl garnicht sein könnte.
    Bei solchen Schilderungen würde ich aber davon ausgehen, daß die eine schon verdeckelte Schwarmzelle einfach nicht entdeckt wurde von dem, der da kontrolliert hat. Daß zwischen dieser einen und den weiteren Stadien ein zeitlicher Abstand sein kann, das kenne ich auch und ich arbeite seit mehr als zwanzig Jahren mit Vermehrung über den Schwarmprozeß.


    Natürlich ist der "Natürliche Schwarmkalender" nur eine Grafik zur sichtbarmachung der komplexizität der Prozesse, die da ablaufen - aber er ist auch ein brauchbarer Ablaufplan.


    Also - immer erst genau hinschauen, bevor zuviele Aussagen gemacht werden.


    Der Bienenfreund

    Es wäre interessant, das Volk mal anzuschauen - wieviel Bienen hat es noch und wieviel Brut wird noch schlüpfen.
    Sofern am 12.04. der Vorschwarm ausgezogen ist, wäre gestern oder heute wirklich der letzte zu erwartende Zeitpunkt für eine schlüpfende Prinzessin und einen Nachschwarm.
    Das würde aber auch bedeuten, daß ein Eingriff nicht mehr erforderlich wäre, weil sich im Volk schon alles selbst geregelt hat.


    Über das wirklich Verhalten von schwärmenden Völkern gibt es mehr Modelle und Theorien als wirkliches Wissen; das problem ist, daß Beobachtung meist mit Störung des Volks verbunden ist und sich dadurch mancher Ablauf im Innern des Organismus verändert. Zu leicht interpretieren wir dann das, was dann erlebbar wird, als das, was im Volk auch ohne unsere Beobachtung ablaufen würde.


    Auf jeden Fall ist zu erwarten, daß bei einem regulären Abflug des Vorschwarms spätestens am Tag nach dem Verdeckeln der ersten Schwarmzelle (Schwarmzellen als Begriff für Königinnenzellen im Schwarmprozeß) nach 16 Tagen die letzte mögliche Prinzessin schlüpft (vorausgesetzt, die alte Königin hat noch kurz vor dem auszug des Schwarms eine Schwarmzelle bestiftet) und nach 21 Tagen die letzte Arbeiterinnenbrut schlüpft. Das heißt, es wären jetzt noch 5 Tage schlüpfende Arbeiterinnenbrut zu erwarten, das können noch gut 6000 Jungbienen sein (unter der Annahme, daß die Königin die letzten Tage nicht mehr die volle Eirate gelegt hat). Das heißt, es bleibt ein stattliches Restvolk übrig, das bei guter Führung durch den Imker in 6 Wochen wieder zu einem starken Sommertrachtvolk entwickelt sein kann, denn es verfügt ja über allerlei gute Voraussetzungen.


    Ein Modell für den Ablauf im Schwarmprozeß füge ich einmal hier an.
    Schwarm-Kalender20101205.pdf


    Der Bienenfreund
    wünscht allen weiter prächtige Schwärme und soviel Honig, daß Ihr immer noch ein Gefäß zusätzlich braucht, um ihn aufzufangen!


    Ach übrigens, das Erlebnis, im schwärmenden Volk ein Jungkönigin (die alte ist ja mit dem Vorscharm raus) tüten zu hören, darf man sich ruhig ausführlich gönnen - es rührt meist starke innere Erlebnisse an!

    Das ist der Titel der Landwirtschaftlichen Tagung am Goetheanum in Dornach in der Schweiz, die Anfang Februar 2014 stattgefunden hat.


    Dazu sind inzwischen Tagungsberichte, ein Filmbeitrag und - als Ausgabe der Wochenschrift "Das Goetheanum" - eine Tagungsdokumentation erschienen.


    Alles dieses kann unter
    http://www.sektion-landwirtsch…e-Tagung-2014.6205.0.html


    gefunden werden.


    Ich finde, das passt jetzt ganz gut zur Osterzeit, die ich Euch allen wünsche!


    Der Bienenfreund

    Ich bitte um Entschuldigung, weil ich dachte, der kurze Beitrag von Peter Grohmann spricht für sich selbst.


    Die Anstifter sind eine von Stuttgart aus wirkende Vereinigung, die sich in einer Reihe von Themen zu Frieden und Gesellschaft und Politik dort regelmäßig zu Wort meldet. Mehr Infos dazu auf deren Homepage, die man ja über meinen Link zu dem kurzen Videokommentar auch erreicht.
    Ich finde die Arbeit der Anstifter häufig sehr hintersinnig und anregend, weshalb ich diesen Link hier auch eingestellt habe - mehr nicht.


    Weiterhin, die Anstifter verleihen jährlich einen Friedenspreis - Link auf weitere Inofs dazu auch direkt neben dem Videoclip.


    Dort kann man Vorschläge einreichen, wer den Preis erhalten solle - ich habe dort dieses mal die Bienen vorgeschlagen mit folgendem Anschreiben (Auszug):


    Sehr geehrter Herr Grohmann, Sehr geehrte Damen und Herren,


    ich schlage für den diesjährigen Friedenspreis die Bienen vor – Bienen sind Anstifter von Beziehungen und Vorbild für friedliches Miteinander im Segen für Welt und Natur und Mensch.


    ...


    Ich wünschte mir im Sinne Ihres Beitrags auf Ihrer Homepage vom 26.02.2014 ein Signal für die Wertschätzung der Honigbiene.


    Mit freundlichen Grüßen


    Hilft diese Info weiter?


    Der Bienenfreund

    Henry, Deine Art hier in diesem Forum ist leider häufig destruktiv und nicht zielführend - ich werde mich nicht weiter dazu äußern.


    Der Bienenfreund


    "Kann man etwas nicht verstehen, dann urteile man lieber gar nicht, als daß man verurteile."

    Lieber Wolfgang,


    das Problem ist, daß den Imkern und den Öko-Imkern durch eine solche Vorgehensweise immer wieder die Auswirkungen von Ursachen zur Last gemacht werden, die sie nicht verursacht haben.
    Pestizid-Rückstände sind weder für den Öko-Landbau noch für die Öko-Imkerei systembedingt - sie kommen regelmäßig von außen und/oder aus Altlasten konventioneller Verfahren.


    Es besteht aber immer wieder die Tendenz der Kontrollstellen (vielleicht aus Besorgnis gegenüber den Kontrollbehörden?), für die Zertifizierung Sachverhalte zu erheben oder festzulegen, die sich aus der EU-Öko-Verordnung nicht herleiten lassen und die damit zum Nachteil des Produzenten führen.


    Solange nicht irgendeine Regierung feststellt, daß in einem bestimmten Gebiet eine Imkerei nach den Richtlinien der EU-Vo nicht möglich ist, muß sie überall möglich sein und das kann von der Kontrollstelle nicht eingeschränkt werden. Eher müssten in der Konsequenz Verfahren verboten werden, die z.B. die Imkereiprodukte in ihrer (ökologischen) Qualität beeinträchtigen könnten.


    Eine andere Frage ist natürlich, ob ich Rückstände in meinem Honig haben will und wie ich sachgerecht damit umgehe, diese zu vermeiden.


    Dies nochmals dazu


    Der Bienenfreund

    Da würde mich interessieren, welche Kontrollinstitution das war
    - irgendwie schießen die wieder übers Ziel hinaus - vorauseilender Gehorsam könnte man das nennen
    - denn das, was hier von Wolfgang beschrieben ist, steht meines Wissens in keiner Durchführungsverordnung so drin, nicht einmal die Standortfrage lässt sich so ableiten (siehe unten).


    Es gibt keine Auflage, daß für einzelne Völker Stockkarten geführt werden müssen und der Honigertrag pro Volk nachzuweisen wäre - bei sieben Völkern ist das ja alles machbar, aber es exisitert keine Vorschrift dazu. Ein Arbeitstagebuch, ggf. Standkarten, sind realistisch.
    Natürlich Aufzeichnungen über die jeweils geernteten Mengen für einzelne Erntevorgänge, Schleudertermine, Abfülltermine, abgefüllte Mengen, Chargennummer etc. das ergibt sich aus einer ordentlichen Buchführung.


    Das Kartieren der Rapsflächen im Flugbereich ist nicht herleitbar. Ebenso nicht die Analyse des Rapshonigs - es gibt keine definierten Grenzwerte - nur aus der Lebensmittelverordnung.
    Ich würde mir überlegen, ob ich solche Auflagen akzeptieren würde, weil die sonst Standard werden.


    Soweit dazu


    Der Bienenfreund

    Hab noch ein Volk, das sitzt auf zwei 4/3 Zanderzargen, wobei nur die obere Zarge Rähmchen hat, in der unteren haben sie die Rähmchen mit Naturbau selbstständig verlängert. War ein Schwarm, der sich in einen Zargenturm einquartiert hat - nicht an meinem Stand. Da ich die nicht mehr auseinanderreissen wollte, war der Tipp ich solle doch im Frühjahr eine Zarge (dann auch gleich Dadant) oben aufsetzen, die Bienen wandern im Frühjahr tendenziell nach oben. Dann könnte ich die Königin mittels ASG oben einsperren.
    Jemand Erfahrungen mit dem Umsetzen? Klappts, wenn ich nur eine Zarge mit Rähmchen + Anfangsstreifen geb, die oben aufsetze? Oder hat da jemand noch eine bessere Idee? Thx.

    Ich würde erwarten, wenn dieses Volk den Winter überlebt, daß es wahrscheinlich jetzt schon, aber spätestens im Frühjahr oben in den Waben sitzen wird und man den leeren "Wildbau" unter den Rahmen schadlos einfach abschneiden kann und den leeren Raum dann wegnehmen kann - die ober 4/3 Zarge einfach ankippen und den Wildbau abschneiden, -schaben, danach die obere Zarge ohne weiteres auf den (hohen) Boden setzen.


    Alles weitere ist hier schon besprochen worden - also nur Leerrahmen mit Anfangsstreifen oben auf setzen ist nicht ratsam - bzw. ergibt sich dann und läßt sich dann auch machen.


    Der Bienenfreund

    Die meisten Imker jedoch, die ihre Immen im Brutraum Naturbau machen lassen, legen doch gerade Wert auf ein von den Bienen komplett geplantes und angelegtes, einheitliches Brutnest, welches unangetastet sein soll, oder nicht?

    Grundsätzlich sehe ich das auch so und ich habe diese Methode ganz am Anfang meiner Imkerei in diesem modifizierten DN angewandt, um eben schnell einen Anfang mit Naturbau in den Honigräumen zu bekommen. Seitdem war das nicht mehr nötig. Bislang arbeite ich mit 100% Naturbau im HR.
    Ich kann mich nicht daran erinnern, daß die Völker sehr irritiert gewesen wären, aber ich habe das vielleicht damals auch nicht so genau beobachtet - wir mussten ja erstmal vieles versuchen, weil es so gut wie keine Vorbilder und Anleitung gab vor 20 Jahren, als wir die Richtlinien erarbeitet haben.
    Damals gab es auch noch kein ökologisch zertifiziertes oder gar Demeter-Wachs - und MWe aus irgendwelchen Herkünften wollten wir nicht nehmen.
    Inzwischen gibt es ein Angebot von Demeter-Wachs aus Entdeckelung oder Naturbau (anderes nehmen wir nicht für MWe und Anfangsstreifen).
    Und dann würde ich mindestens zwei MWe in die Mitte des HR hängen und dann ggf. wechselweise MWe und Leerrahmen nach den Seiten hin - aber das kann auch Probleme machen, weil sie dann manchmal die MWe zu Dickwaben ausziehen und die Leerrahmen nicht gut annehmen.
    Soweit noch dazu
    Der Bienenfreund


    PS: Ich wünsche Euch auf jeden Fall alle in den Adventswochen immer mal wieder eine ruhige Minute mit einer leuchtenden Bienenwachskerze!

    Allerdings wird man dann typischerweise Brut in den frischen Honigwaben vorfinden. Das wäre ein Nachteil. Gruß Ralph


    Also, ich glaube, ich hatte kaum Brut oben, soweit ich das erinnere - es ist aber schon 15 Jahre her.
    Und wenn ich inzwischen mal Brut oben habe, dann kleine Kränze in den beiden mittleren Honigwaben, sonst meist nicht.
    Und diese Brut wird dann fast immer auch noch nach unten gedrückt. Bebrütete Waben schmelze ich dann nach der Sommersaison ein.


    Der Bienenfreund

    Also, dies mit aller Zurückkhaltung, hat aber bei mir seinerzeit gut funktioniert, aber ich arbeite mit DN-Halbzargen als Honigraum und DN x 1,6 als Brutraumwaben in drei Flachzargen als Brutraum mit 11 Waben im Kaltbau (eigentlich würden 12 reinpassen, bei ausschließlich Naturbau im Brutraum habe ich aber gerne etwas mehr Platz, wenn ich die erste Wabe ziehe).


    @ beetic: Weshalb kann man bei Dadant nichts von unten in die Halbzarge hängen?


    Also - ich habe seinerzeit aus dem Brutraum jede zweite Wabe rausgenommen - insgesamt 5 Waben; dabei habe ich die, die unten geblieben sind, möglichst nicht verschoben.
    Dann habe ich die Flachzarge oben aufgesetzt und die Brutwaben schön in der vorigen Reihenfolge wieder eingehängt. In die Lücken dazwischen und zur Zargenwand hin dann jeweils ein Honigraumrähmchen (insgesamt 7) mit Anfangsstreifen oder Kiel am Oberträger.
    Die Völker hatten das oben dann relativ schnell ausgebaut. So konnte ich die Brutraumrahmen nach einigen Tagen wieder runterhängen und die Lücken im Honigraum wieder mit Leerrähmchen auffüllen.


    Ohne Gewehr!


    Der Bienenfreund