Beiträge von wald&wiese

    Perfektionieren der Abläufe? Kann man machen, verhindert aber überhaupt nicht die völlig verschiedenen Entwicklungen der Völker.

    "Lebewesen sind nicht auf der Drehbank entstanden"...


    Ergo: Vermehren, wenn man mehr Völker haben will und Selektion der Königinnen, die nicht das Bild zeigen, was dem Imker genehm ist.

    Die Höhe der Verlustraten ist also nicht abhängig vom Wetter oder Verlauf des Winters, sondern einzig vom Aufwand an imkerlicher Sorgfalt und Betreuung.

    ... das halte ich für ein Gerücht. Natürlich kann der Imker sehr wohl etwas für die Überwinterungsfähigkeit seiner Völker tun. Wilde Völker ohne imkerlichen Einfluß haben auf der Nordhemisphäre eine natürliche Totesrate von ca. 50% im Winter.

    Ich glaube, dass wir immer noch nicht wirklich begriffen haben, welche Parameter zur Überwinterungsfähigkeit von Völkern wichtig sind.


    Und was Tautz meint: Der Superorganismus "Bien" ist durch das Schwärmen "ewig" lebensfähig. Völker in einer Beute können auch sehr lang lebensfähig sein, wenn man sie gut pflegt. Das hat Harney (heiß der so? ...der letzte Herausgeber von "Heinrich Thie's Handbuch des praktischen Wissens für Bienenzüchter") bereits in den 1950er Jahren beschrieben. Ich glaube, seine Versuchsvölker lebten mehr als 40 Jahre (habe allerdings die Literatur dazu leider z.Z. nicht zur Hand).

    Die Lektüre von alten Bienenbüchern und -zeitungen zeigt:

    Massive Völkerverluste bei der Überwinterung gab es auch schon in der Vor-Varroa-Zeit. Und die ca. 10% natürlichen Völkerverluste pro Winter sind auch nur eine Durchschnitt: Es gab Winter mit wenigen Verlusten und andere mit sehr hohen Verlusten und über die Jahre gemittelt hat man dann 10% Verluste errechnet. Ergo: auf jeden "Horror-Winter" folgt ein "normaler Winter". Und in jeder Region ist es auch noch verschieden von Nachbarregionen.

    .... und den Sommerhonig für den Winter drin lassen. Ich glaube nicht, dass die Aussterben.

    ... kommt drauf an, aus welchen Honigsorten der Sommerhonig besteht. Hier können es Tauhonige sein und die sind ungeeignet als Winterfutter. Und wer weiß schon, welchen Honig die Völker im Juli/August noch eingetragen haben?

    Auf Rapshonig (eingefüttert) habe ich die Völker schon mit Erfolg überwintern lassen aber große Mengen Tauhonige im Winterfutter bringt die Völker um.

    Hier wird.aber nur von 4 Genen gesprochen. Es sind aber noch weit aus mehr.


    Es ist eine suche nach der Nadel im Heuhaufen.

    Selbst wenn dies gefunden ist, muss die Masse der Imker bereit sein, auch auf diese Biene umzustellen.

    Es werden bestimmt mehr als 4 Gene sein, bestimmt einige Dutzend oder hundert, wer weiß dass denn jetzt schon? Aber na und, es gibt in jedem guten Lehrbuch der Genetik einen sehr großen Abschnitt über "Vererbung quantitativer Merkmale". Da kann man nachlesen, was man beachten sollte und wie man rechnen sollte. Man muß schon systematisch im Heuhaufen suchen, sonst wird das wirklich nix.


    Ansonsten glaube ich, dass, sollte es wirklich auch hier im Mitteleuropa mal eine Biene geben, die nicht durch die Varroa umgebracht wird, alle Imker sich auf diese stürzen werden, um endlich wieder wie in der Vor-Varroa-Zeit imkern zu können.

    Und: Die Varroatoleranz kann man auch in andere Rassen oder Züchtungen einkreuzen, man muß nur sehr scharf danach selektieren, damit man die Eigenschaft "Varroatoleranz" nicht wieder verliert.

    Macht man das nicht, überschwemmt man die Nachbarschaft mit Milben.

    ... ist das wirklich so? Oder ist das nur so eine gängige Erklärung ohne dass es wirklich mal systematisch untersucht wurde? .... ich habe das mal vor mehr als 10 Jahren gemacht..... und konnte keine irgendwie verstärkte Milben-Re-Invasion feststellen. Allerdings: An einem Stand, also direkt in allernächster Nähe, da gibts schon bei Zusammenbruch von Völkern mehr Milben in den Nachbarvölkern.


    Axo: Ich glaube inzwischen nur noch Ergebnisse, die ich selber "nachgekocht" habe..... Erfahrung macht klug.

    Es geht nicht um rezessive Gene sondern um additiv wirkende dominante Gene. Die dominant wirkenden Gene werden aber durch Kreuzung mit Individuen, die diese Gene nicht tragen, immer mehr vereinzelt und teilweise bis auf die Anzahl Null reduziert, wodurch eine erworbene Varroaresistenz verloren geht.

    ... mit Verlaub, was ist das für deine Selektionsstrategie? Wenn Auszucht nix bringt, dann halt Inzucht! [und nein, diese Art von Inzucht ist nicht die, die die Völker schwächt].

    Solang die Mehrfachkombination von rezessiven Genen so ist, rückt Varroatoleranz in der Praxis weit weit weg.

    Nein, überhaupt nicht! Ist nur etwas langwieriger, mehr nicht.

    Das kann aber viele andere Ursachen haben als genetische.

    .... das ist richtig. Aber irgendwo muß man ja mal anfangen mit dem Beobachten. Vielleicht haben diese Völker im nächsten Jahr auch weniger Milben, als die anderen Völker am Stand. (vielleicht aber auch nicht). Man sollte schauen und auch Pläne machen, damit man nicht planlos daher imkert.