Beiträge von wald&wiese

    Habe geraume Jahre Anfang Oktober Futterkranzproben von den Völkern genommen. Meist um den 03. Oktober 'rum und dabei war immer, bei allen Völkern, folgendes Bild zu sehen: Die Altvölker völlig brutfrei, die neuen Völker hatten nur noch wenige Flächen auslaufende Brut. Daß die Völker um die Weihnachtszeit herum wieder Brut pflegten, konnte ich anhand der Windel nie feststellen. Allerdings ist der Niederrhein meteorologisch auch nicht mit dem Mittelgebirge bzw. dem mitteldeutschen Flachland zu vergleichen. Da gibt's schon Temperaturunterschiede. Und die Bienen könnten auch darauf reagieren und das Brutgeschäft im milden Klima früher beginnen.

    Wieso keine AS? Bei mir verdunsten mit kleinem Docht maximal 15ml am Tag. Und bei der Verdunstungsmenge stiften auch die Königinnen weiter.

    ... und: Bei niedriger Verdunstungsmenge pro Tag, wieviele Milben überleben die AS-Behandlung?

    AS-Behandlung bei den Temperaturen da draußen (12°C und Regen) funktioniert nicht!

    Man hat mit Hinterbehandlungsbeuten keinen Mehraufwand, man braucht nur länger bei der Bearbeitung der Völker. Man ist "näher bei den Bienen", man arbeitet deshalb ruhiger. Das Fenster erlaubt immer einen Blick in den Volkszustand. Desweiteren finde ich den geschlossenen Boden sehr gut, so erkennt man die Völker, die einen ausgeprägten Putztrieb haben.

    Ein Nachteil ist natürlich, dass man nicht mit ganzen Zargen arbeiten kann. Aber ein Vorteil ist wieder zur Schwarmkontrolle, dass man die schweren Honigräume nicht anfassen muß.

    Ein weiterer Nachteil (ist das wirklich ein Nachteil???) ist, dass man für sie ein Bienenhaus o.ä. bauen muß. Jeder, der züchtet weiß, was es für Vorteile hat im Bienenhaus arbeiten zu können, auch wenn das Wetter da draußen bienenunfreundlich ist.


    Allerdings sind die meisten Hinterbehandlungsbeuten zu klein, habe mir deshalb vor Jahren meine Beuten zu 4-Raum-Beuten umbauen lassen und bin hochzufrieden damit.

    Hinterbehandlungsbeuten sind für Imkereien kleiner als 20 Völker und für Imker, die nicht schwer heben möchten/können, ideal.

    Geringe Inflationsrate? Du musst nicht alles glauben, was sie Dir im Fernsehen erzaehlen.

    Welche seriösen Quellen hast du denn? Die Deutsche Bundesbank (EZB) geht von einem vieljährigen Schnitt unter 2% aus.

    Ist die EZB inzwischen wirklich noch eine seriöse Quelle? Man braucht nur mal die Preisentwicklung bei Baumaterial im letzten Jahr betrachten und weiß, dass das mit der Inflationsrate unter 2% nicht stimmen kann.

    Wenn Völkerzahl und Ausstattung in einem angemessenen Verhältnis stehen, ist das Hobby schon kostendeckend.

    ... mit Verlaub, das halte ich für ein Gerücht. Es gibt genügend Modellrechnungen und auch meine eigenen Aufrechnungen der letzten 20 Jahren zeigen, dass man im Hobbybereich nicht kostendeckend arbeitet.

    Kannst Du schon Erfahrungen mitteilen, wie das dann ausgebaut wird?

    Auch wenn ich nicht der Franz Xaver bin, so möchte ich doch meinen "Senf" dazu geben:

    Nach meinen Erfahrungen werden solche Waben in der Schwarmzeit mit Drohnenzellen ausgebaut, wenn man Rähmchen mit Anfangsstreifen bei der TBE (also im Juli/August) einhängt, so wird auch Arbeiterinnenzellen gebaut, aber auch kleiner und größere Flächen mit Drohnenbrut. Es sei denn, in dem Volk ist eine diesjährige Königin, dann werden wirklich schöne Arbeiterinnenzellen gebaut.

    ... Du lässt die Auswirkungen u.a. von Agrochemie, Umweltverschmutzung und Monokulturen unberücksichtigt, was sich in tatsächlichen Verlusten und in den Intervallen zwischen hohen Verlusten widerspiegelt.

    Da gebe ich Dir einerseits Recht, andererseits möchte ich einwenden, dass die Bedingungen an den einzelnen Bienenstandorten sehr verschieden sind. Und nun meine Frage dazu: Hat der Imker, der verschiedene Stände hat (z.B. am Waldesrand und von Wiesen, die ökologisch bewirtschaftet werden und mitten in der "Agrarwüste" im Laufe der Jahre signifikante Unterschiede bei den Verluste auf den einzelnen Ständen beobachten können? Wir ist das noch nicht gelungen, obwohl ich in der Vergangenheit auch große Verluste (ganze Stände) durch Agrochemie hatte. Aber im Laufe der Jahre fällt so ein Verlust geringer ins Gewicht, als die zyklisch vorkommenden massiven Winterverluste.

    Desweiteren zu den Monokulturen: Wenn man die Pollenfarben jetzt in den Völkern ansieht, weiß man, dass die Völker sehr viele verschiedenen Pollenquellen finden. Die bange Frage für mich ist nur: Welcher Pollen ist vergiftet?


    Und ich glaube auch, dass die Verluste heute durchschnittlich höher, als bei 15% liegen. Aber die Imker geben doch bei anonymen Umfragen nunmal diese Verluste an. Welche Zahlen soll man denn nehmen? Wenn man sagt, die Verluste würden bei - sagen wir mal - 30% liegen, so tönt es doch von überall her, dass man keine Ahnung von der Imkerei hätte .....

    Auch haben die Imker meist verlernt, die Verluste ordentlich zu analysieren. Heute ist alles "Varroaschaden".....

    zu 1: ... etwa genau so hoch, wie heute: Jahre mit sehr niedrigen Winterverlusten und Jahre mit sehr hohen Verlusten.

    Lt. Literatur gab es vor der Varroa statistisch ca. 10% Winterverluste, heute sollen es ca. 15% sein.


    zu 2: Nur die Varroabekämpfung weglassen, sonst nix.


    zu 3: Eventuell etwas weniger Völker (weil nicht wenige doch mehr Völker vorhalten, um Winterverluste durch die Milbe auszugleichen).

    Das schreit nach Big Data.

    ... das versuche ich schon seit Jahren zu erklären. Aber man sträubt sich, weil man die viele Arbeit scheut und auch dazu noch "klein-in-klein" denkt.

    Man muss doch endlich mal anerkennen, dass wir nach wie vor nicht wissen, welche Eigenschaften die Bienen in die Lage versetzen, der Milbe zu trotzen. Ergo: Wir wissen nicht, worauf wir selektieren sollen. Warum lassen wir es dann nicht die Natur machen? Warum sträuben wir uns noch so vehement dagegen?


    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es bei gutem Willen praktikabel wäre, an einem Ort (ehemaliges Militärgelände? Großes Waldgebiet? o.ä.) mindestens 1.000 Bienenvölker hinzustellen, von denen jeweils 5 bis 10 Ableger (oder Kunstschwärme o.ä.) zu machen und die neuen Königinnen dort (Drohnen von 1.000 Bienenvölkern sind in der Luft) begatten zu lassen. Die Begattung sollte, wenn möglich, spät im Jahr (Juli/August/September) erfolgen. Damit Drohenen aus stark parasitierten Völkern nicht mehr fliegen können. Danach kann man doch diese Völker wieder auf den Heimatstand bringen. Die Altvölker werden danach gegen die Varroa, wie üblich, behandelt und die Neuvölker werden nicht behandelt. Nach spätestens zwei Jahren werden von den Neuvölkern nicht mehr viel übrig sein, fast alle werden der Varroa zum Opfer gefallen sein. Die wenigen Überlebenden jedoch müssen wieder alle auf den Platz, wo die Königin begattet wurde, gestellt werden. Und nun sollte man von diesen Völker sehr großzügig vermehren und die Jungköniginnen auch dort begattet werden.

    Ich weiß nicht, (habe ehrlicherweise keinerlei Vorstellungen davon), wieviel solche Zyklen man braucht, um eine genetisch stabile Varroaresistenz zu selektieren. Aber je größer die Ausgangspopulation ist, desto sicherer und schneller sollte es gehen.


    Auch in Zeiten der Molekulargenetik ist nach wie vor die klassische Züchtung unverzichtbar, um Zuchtfortschritte zu erzielen.

    Wir können auch gegen die Biogasanlage oder zumindest deren Auswirkung sein, aber davon wird die Anlage trotzdem wohl nicht mehr abgebaut werden, denn da hat einer viel Geld investiert und dafür Zusagen aus der bisherigen Förderungspolitik bekommen. "alle wollen zurück zur Natur, aber keiner zu Fuß"

    ... spätestens, wenn die Förderprogramme auslaufen (nach 20 Jahren Betrieb der BGA) sind die allermeisten Anlage nicht mehr rentabel. Ausnahmen sind die, die nur Gülle/Mist und/oder Grünschnitt verfeuern. Die Anlagen, die vor allem Mais vergären, sind bei den Strompreisen ohne Förderungen nicht rentabel. Ich denke, das Problem "Mais-Wüste" wird sich in spätestens 10 Jahren entspannen oder gar nicht mehr existent sein.


    Ansonsten bin ich dankbar für die Blühstreifen. Und wenn endlich die "Gute landwirtschaftliche Praxis" wirklich auf nachhaltige Landwirtschaft umgestellt würde, wäre schon sehr viel gewonnen.


    Wer zurück zur Natur will, kennt die Natur nicht. Und Natur und "Natur aus dem Bilderbuch" sind nunmal überhaupt nicht deckungsgleich.

    Für die Wespen gilt voraussichtlich das selbe wie für alle Insekten: seit 1983 hat der Bestand um 80% abgenommen.

    ... das wiederum halte ich für ein Märchen, welches von interessierten Kreisen gestreut wird. ("Fake News" vom Feinsten!)

    Natürlich wird massiv in der Landwirtschaft Chemie eingesetzt, um gute Ernten einzufahren, aber es gibt noch genügend Flächen, wohin die Insekten ausweichen können. Wenn ich die Insektenvielfalt auf den "Greenings-Flächen" und auf Wiesen sehe, weiß ich, dass die Vielfalt der blütenbesuchenden Insekten nach wie vor vorhanden ist. Und Populationsschwankungen sind völlig normal, das sehen wir ja unseren Völkerverluste im Laufe der Jahre.

    Angeblich soll dieses Jahr ja kein "Wespenjahr" sein, aber bei mir im Schuppen hängen 12 Wespennester + ein Hornissennest.