Beiträge von wald&wiese

    Wenn es nicht bald kälter wird, rechne ich mit Brutbeginn und füttere nach.

    Der Brutbeginn wird etwa Mitte Januar kommen, egal wie kalt es da draußen ist. Die Temperatur hat nur einen Einfluß auf die Größe des Brutnestes.

    Die frühlingshaften Temperaturen machen mir z.Z. auch Angst. Wenn die Völker jetzt große Brutflächen anlegen und danach doch noch Kälte kommt, so wird es kritisch für die Völker.

    Das stimmt alles drei nicht: Wie ich anfing, wurde nur einmal behandelt, im Winter, mit Perizin, und trotzdem starben ganze Imkereien.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Als ich anfing, gab's noch gar keine Varroamilben in den hiesigen Völkern.

    Als die Milbe kam, wurde mit ??? behandelt. Der Streifen wurde in den Völkern angezündet.

    Und die Imkereien, die damals alle Völker verloren, waren die, die gar nicht behandelten, weil sie meinten, das brauche man nicht. Später wurde mit Ameisensäure, mittels Bierdeckeln behandelt. Da gab es auch massiv Verluste, entweder durch die Milbe oder durch die hohe Ameisenkonzentration in den Völkern.


    Und ich predige ja nicht das Nicht-Behandeln, sondern nur das kluge Beobachten und danach Weniger-Behandeln. Und da finde ich den Weg, der von Kirchheim (Büchler, Gabel) propagiert wird sehr interessant und auch erfolgversprechend.


    Foren sind da, um Argumente auszutauschen, auch konträrer Art.

    Rudi, (ich hoffe, Du liest hier noch mit!) Deine Modellberechnungen wurden nun auch von Aumeier und Liebig bestätigt:

    "Horch, was kommt von draußen rein", Deutsches Bienenjournal, 1/2018 Seiten 54-55.

    :thumbup:

    .. .damit sollte auch der letzte Zweifler nachdenklich werden.

    Ein Schreiberling mit zuviel Goodwill und Gottvertrauen kann ganz schööön Unheil anrichten.:( 

    Im Gegenteil!

    Das Unheil passiert in erster Linie, durch die

    • die Bienen durch ein Zuviel tot behandeln und
    • die schlampig behandeln, weil sie nicht das System der Milbenvermehrung in Abhängigkeit des Brutgeschehens der Bienen begriffen haben.

    Und wenn wir aus dem jahrelangen Jammertal raus wollen, dann sollten wir nachdenken, was wir ändern sollten/müssen. Und die Überlegungen zum Nicht-Behandeln im Winter sind m. E. doch sehr bedenkenswert! Schließlich haben wir ja beim auftreten der Milben auch nur einmal im Juli/August behandelt. Da fielen Tausende Milben in der Regel. Und im Winter wurde nicht behandelt, trotzdem überlebten die Völker.

    Nach meinem Gefühl begann das große Jammertal erst, als man Ameisensäure gegen die Milben einsetzte ... aber das ist nur mein subjektiver Eindruck.


    Und hier lesen und schreiben nicht nur Jungimker, sondern auch erfahrene. Und denen sollte man doch genügend Erfahrungen zubilligen, dass sie die Informationen einordnen können.

    So schön logisch und nachgewiesenermaßen erfolgreich der darwinistische Ansatz ist - wer macht es denn so im imkerlich dicht besiedelten Gebiet und akzeptiert die zwangsweise zunächst hohen Verluste?

    Wenn wir wirklich die Varroa "besiegen" wollen, ohne Hilfe von Pharmaka, so müssen wir die Gesetze der Evolution befolgen und dann müssen wir sie selektieren lassen. Natürlich mit klugen und durchdachten Strategien unterstützend eingreifen. Durch dieses Tal der Tränen müssen wir durch oder wir werden noch in 100 Jahren mit den Problemen der Varroabekämpfung rumärgern.


    Darum ist das Nichtbehandeln im Winter eine große Unterstützung der Evolution: Völker, die mit der Milbe nicht klarkommen, werden von der Nachzucht durch die Selektion der Drohnen dieser Völker ausgeschlossen. Das ist eine Strategie, die jeder Imker nutzen kann. Egal, wie groß die Bienendichte im Flugradius ist.

    Habe mir diesen Faden aufmerksam durchgelesen und dabei bleibt bei mir eine Frage: Warum im Winter überhaupt behandeln? R. Büchler hat letztes Jahr in Donaueschingen dazu einen Vortrag gehalten und nun lese ich die Argumente gegen die Winterbehandlung im "Deutschen Bienenjournal! 1/2018 Seite 13.

    Die Argumentation ist vernünftig:

    Zitat

    "Was die Bienen nicht umwirft, macht sie stärker: Ein Plädoyer für mehr Milben in den Völkern - und gegen den pauschalen Einsatz von Varroamedikamenten im Winter."

    Wir sollten von der Natur lernen und nicht überängstlich sein!

    Deswegen hat die sich auch so fix in der Fläche etabliert.

    ... bei 4% pro Jahr außerhäusig und dazu noch das Nichterkennen der Milben durch die Imker, sollte die Verbreitung "sehr schnell" gegangen sein. Man liest von 50 km pro Jahr.

    Aber wer sich erinnert: Man fand keine Milben, trotz "Behandlung" und ein Jahr später sah man die Milben über die Bienen und Waben spazieren. Da ist natürlich die Preisfrage: Wann kam die erste Milbe im Stock an?

    ..., man dürfe keinesfalls an die Standardzulassungen rühren, da die EU nur darauf warte, diesen deutschen "Sonderweg" kaputt zu machen.

    ... die EU will wirklich die "Standardzulassung", welche es nur in Deutschland gibt, verbieten. Das ist ein Faktum!


    Ansonsten: Die Diskussion über die Rechtmäßigkeit der Ox-Verdampfung erstaunt mich inzwischen. Ox-Verdampfung ist in einigen europäischen Staaten zugelassen. Es gibt genügend Informationen über die Wirksamkeit und über die Gefahren dieses Verfahrens.

    Man sollte als Imker das tun, was man als gut und richtig einschätzt und dazu gehört, die Unterlagen für den Amtmann akribisch führen und gleichzeitig die Bienen optimal gegen Varroa behandeln. Und wenn es Diskrepanzen zwischen den Unterlagen und der Behandlung geben sollte, dann sollte man schweigen ...... und das Liedlein "Die Gedanken sind frei" summen oder singen.