Beiträge von Bio-Imker2001

    Hallo gopper0815,

    Ich denke bei deiner Frage muss man zwischen Hobbyimkereien und Berufsimkereien unterschieden.

    Bei Hobbyimkerein spielt es eine untergeordnete Rolle, wie viel Geld und Zeit die Fahrten kosten, weswegen Hobby-Wanderimkereien häufig mehrfach zu den Ständen fahren.

    In Berufsimkereien läuft es in der Regel so ab, dass Raps -& Frühtrachtstände in der Nähe des Betriebs gesucht werden, da zu dieser Zeit einige Fahrten anfallen (Schwarmkontrolle, Honigräume aufsetzen, etc.)

    Bei Frühtrachten wie z.B. Löwenzahn fahren wir nicht zur Schwarmkontrolle, hier wird das Volk so groß geschiedet und so viele HRs(Honigräume) gegeben, dass sie auf jeden Fall reichen.

    Für Akazie und Linde werden die Völker an ihren Frühtrachtstandorten abgeerntet und neue HRs aufgesetzt (bei uns in der Regel 3 Stück Zander3/4), dann direkt vom Frühtrachtstandort zur Anschlusstracht gefahren. Mithilfe von Stockwagen und dem Wetterbericht wird entschieden, wann die Völker in der Tracht fertig sind und dann werden sie abgeholt und in der Nähe des Betriebes "zwischen-geparkt", abgeerntet und neue HRs aufgesetzt. In diesem Zug wird das Volk einmal beurteilt (Ob es noch stark genug und intakt ist für die Spättracht).

    Dann fahren wir die Völker in den Wald/Tanne und lassen sie da auch mit einer Stockwaage bis zum Ende der Tracht stehen. Da der schwäbische Wald von uns nicht allzuweit entfernt ist, ernten wir, je nach Trachtergibigkeit, die Völker vor Ort ab und fahren sie dann an Sammelplätze in Betriebsnähe, wo sie dann aufgefüttert und behandelt werden.

    Zur Überwinterung werden sie dann in wärmere Regionen gebracht, wo dann auch die Winterbehandlung und Auswitterung stattfindet.

    Als Berufsimker sollte man immer versuchen die Arbeitsspitzen zu brechen, weshalb es wichtig ist, in der Zeit, wo viel Arbeit am Volk stattfindet, einen kurzen Anfahrtsweg zu haben. Auch später während den Sommer/Spättrachten haben wir beobachtet, dass bei den Völkern keine großen Eingriffe mehr notwendig sind, daher lassen wir sie dann einfach machen.

    Das heißt, dass man ab der Robinie mehr Logistikunternehmer als Landwirt ist, die Zeit um im Juni-August wirklich viel in die Völker zu schauen, haben wahrscheinlich nur Hobbyimker.

    Hoffe das hat dir ein bisschen einen Einblick gegeben, je nach Region lohnt sich aber Standimkerei auch deutlich mehr, da die Fahrten eben Zeit und Geld fressen.


    Liebe Grüße,

    Johannes

    Hi liebe Community,


    In diesem Jahr habe ich das erste Mal Honig (Rapsblüte) nicht geschleudert, sondern gepresst.

    Aktuell bin ich bei der Verarbeitung: Hat jemand Erfahrungen, wie man dies am besten macht, sprich soll man ihn zum Beispiel melitieren oder sollten die Wachstückchen noch im Honig sein (Wurde nur gesiebt und geklärt)

    Und wie setzt ihr ihn preislich an, bewerbt ihr ihn noch zusätzlich?

    Danke im Voraus.


    Liebe Grüße,

    Johannes

    Bei der Standbegattung hast du Recht, da ist das nicht mehr nachzuvollziehen, da die Väter mit unterschiedlicher Genetik ausgestattet sind.

    Bei der Reinzucht, sei es Anpaarung über Belegstellen oder instrumentelle Besamung, stammen die Königinnen der Vatervölker allerdings auch nur von einer Linie ab.

    Dies hat den Hintergrund, dass schon die Zuchtmutter, von der die Vatervölker abstammen, eine Reinzuchtkönigin sein sollte, das bedeutet, dass sie entweder auf einer Belegstelle war oder instrumentell besamt wurde.

    Die Drohnen, mit denen die Zuchtmutter angepaart wurde, sollten daher alle von einer genetischen Linie abstammen. Daher hast du Recht, dass die Geschwister unterschiedliche Väter haben, allerdings haben sie dennoch zu einem hohen Prozentsatz die gleiche Genetik.

    Hoffe das war verständlich erklärt.


    Liebe Grüße,

    Johannes

    Hallo Hans,


    Zu Ihrer ersten Frage ist zu sagen: Bei den Vatervölkern geht es ausschließlich um die Genetik der Königin, sprich die Anpassung dieser ist egal. Das kommt daher, dass die Drohnen ein genetischer Klon ihrer Mutter sind, weshalb die Königinnen der Vatervölker auch F1 (Standbegattet) sein können.

    Es ist wichtig, dass die Königinnen der Vatervölker alles Geschwister einer geprüften Zuchtmutter sind, da so bei der genetischen Anpaarung eine recht hohe Wahrscheinlichkeit erzielt wird, dass alle das gleiche Genmaterial (von einer Linie), weitergeben.


    Zu Ihrer letzten Frage: Grob über den Daumen geschätzt, sagt man dass 25-50 Einheiten pro Vatervolk aufgestellt werden können. Ich persönlich würde lieber ein paar Vatervölker mehr aufstellen, als am Ende zu wenig zu haben.

    Ich hoffe die Antwort hat Ihnen weitergeholfen und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.


    Liebe Grüße