Beiträge von Stylex

    Davon mal abgesehen,

    habe ich mal ein YT eines Imkerkollegen gesehen, der ein Volk aus einem gefällten Baumstamm gesägt hat. Er hat die gefundene Königin im Käfig in eine Schwarmfangkiste gelegt, zum zusammen mit vielen Bienen, damit die restlichen Bienen ebenfalls einlaufen. Das abgestoßene Brut-Wabenwerk stellte er in einen Eimer einige Meter nebendran. Interessant war: Die Bienen wurden in der Masse von der Brut mehr angezogen als von dem Königin-Pheromon, wie man dort sehen konnte, was er so im "Direktvergleich" noch nicht gesehen hatte.

    Was für die Schwarmfangmethode mit Brutwabe spricht. Aber auch dafür, dieses Wissen vielleicht noch gezielter als vorher anderweitig einzusetzen (falls das immer so sein sollte?).

    Würde es als Methode zum Beispiel funktionieren, eine futterlose Brutwabe vor den Bienenstand zu hängen, um so aus sich sammelnden Bienen einen Kunstschwarm zu erstellen? Oder würde das direkt Massaker und Räuberei auslösen?


    Schöne Grüße - Matthias

    Die meisten belagern 8 Wabengassen.

    Klasse wie stark deine Völker sind, unsere sitzen meist auf DNM 1.0 auf nur 5-6 Wabengassen (Carnica Landmix). Ab kommender Saison wird bei uns in der Betriebsweise einiges geändert, mal sehen welche Auswirkungen das auch bzgl. Einwinterungsstärke hat.


    Hier in Nordfriesland ist aktuell wieder mal abwechselnd heftiger Wind und Sturm bei einstelligen Plusgraden.


    Schöne Grüße - Matthias

    Sie beschreibt auch Umweiselungszellen ( das sind die für die stille Umweiselung) um die es sich hier meiner Meinung nach handelt.

    Bitte bemüht euch die richtigen Begriffe zu verwenden. Wie soll diese denn sonst ein mitlesender Anfänger je lernen

    Danke für die Verlinkung zu Marions Beitrag!


    Ich habe in meinem Beitrag tatsächlich Umweiselungszellen gemeint, gerade den Fehler bemerkt, sorry.


    Schöne Grüße - Matthias

    Ich bin so ein Anfänger. Ich habe mir den Beitrag angeschaut, mir ist allerdings nicht ganz klar was daran so völlig moralisch verwerflich ist.

    Moin Ben, dazu vielleicht ein paar Nichtprofi-Gedanken:


    Im Flugling hat der Kollege glaube ich Futter vergessen (1. Video), oder es wurde nicht gezeigt. Da den Bienen alles genommen wurde und sie nach der TBE nur auf Mittelwänden sitzen, kann das schnell mal schiefgehen, dann müssen die hungern wenn das Wetter plötzlich schlecht wird.


    Des Weiteren sieht mir das nicht nach typischen Schwarmzellen aus, sondern eher nach Nachschaffung. D.h., dass mit der alten Königin wahrscheinlich irgendetwas nicht in Ordnung ist. Vielleicht hätte es gereicht, eine Nachschaffungszelle stehenzulassen und das Volk ansonsten so zu lassen. Schwarmzellen sind meines Wissens meist eher unten dran und nicht inmitten auf den Brutwaben.


    Der Kollege ist mMn sehr professionell mit den Bienen umgegangen, man sieht, wie viel Routine er z.B. beim Königinnen finden und zeichnen hat. Die TBE als solche finde ich (abgesehen vom fehlenden Futter) handwerklich gut durchgeführt. Der wesentlichste Kritikpunkt ist glaube ich die bereits genannte wahrscheinlich nicht optimale Versorgung der Ableger-Königinnen, es kann glaube ich ohne Weiteres passieren, dass die Bienen aus Panik eben nicht die vorgeformte Zelle mit dem frischen Ei zur Nachzucht verwenden, sondern eine zwei Tage alte Larve bevorzugen, mit der Folge Unterversorgung, mangelhafte Königin, im Anschluss Nachschaffung (schau dir dazu gerne das Thema "Vermehrung" auf Youtube von Imkerei Sester rase an, seitdem mache ich keine Nachschaffungs-Einwabenableger mehr).


    Für die Honigernte im Hauptvolk sehe ich kein Problem, immerhin schlüpfen jetzt vier volle dazugehängte Brutwaben (s. das 2. Video) und der Kasten ist dann rappelvoll, warum sollte das nicht klappen?


    Die negativen Kommentare kann ich so nicht nachvollziehen, die einzigen Kritikpunkte die ich sehen würde (A) fehlendes Futter und B) nicht ausreichende Nachschaffungsköniginnen-Versorgung s.o.), wurden im Ausgangsbeitrag nicht genannt.


    Ansonsten ist das Forum auch zum Thema TBE, wann und wofür man dieses Werkzeug einsetzen kann und sollte, eine sehr gute Fundgrube.


    Schöne Grüße - Matthias

    Ich nenne eine richtig durchgeführte Winterbehandlung bei Brutfreiheit immer "reset". Damit ist jedes Jahr immer wieder neu anders.

    Dein Wort in Gottes Ohr :-) - ich hoffe aber genauso.


    Was ich für mich aus diesem Diskussionsfaden herausgezogen habe, ist nochmals die Wichtigkeit regelmäßiger Kontrollen mindestens ab spätestens Anfang/Mitte Juli bis September/Oktober mit einem guten (!) Verfahren und die Wichtigkeit einer (idealerweise bedarfsgerechten) konsequent zu erfolgenden Spätsommerbehandlung sowie Restentmilbung im Dezember.


    Dabei bringt mir eine Gemülldiagnose nichts, aus genannten methodischen Gründen, dazu kommt noch, dass einige meiner Böden gar kein Schubfach haben und ich darum unabhängig davon sowieso dieses Jahr ein anderes Diagnoseverfahren anwenden muss.

    Dass so viele hier überrascht wurden, liegt in meinen Augen auch daran, dass die Voraussetzungen für eine wirklich gute Gemülldiagnose in vielen Kisten allein schon aus baulichen Gründen nicht gegeben sind und diese Diagnose daher fehlerhaft war und zu einer falschen Einschätzung über den wahren Befallsgrad geführt hat. Es klingt einfacher als es in Wahrheit ist.


    Besonders gespannt bin ich auf die Wirkungen der TBE, auch wenn meine Erwartungen daran jetzt etwas gedämpfter sind als vor der Lektüre dieses Threads. Durchgeführt wird sie auf jeden Fall dennoch dieses Jahr, nicht nur wegen Varroa, sondern auch weil wir die Betriebsweise auf ein anderes Rähmchenmaß wechseln.


    Danke auch rall0r et. al. für das Teilen der Erfahrungen und die vielen weiteren Beiträge, was für die Erstellung eines eigenen guten Varroamanagement-Konzepts sehr wertvoll ist.


    Schöne Grüße - Matthias

    Ich hatte bisher immer das Bestreben, im Winter mit dem Milbenfall unter 1/Tag zu kommen. Das schaffe ich dieses Jahr leider nicht bei allen, liegen eher um 1, wobei die zwei vorher behandelten bei nahe 0 liegen und das eine, auffällige deutlich drüber (müßte mal nachschauen, wo das genau liegt

    Ich könnte mir vorstellen, dass sich die Belastung einfach über die Jahre langsam aufbaut. Dass zwar bei den Behandlungen und/oder TBEs usw. immer vielleicht 95% der Milben erwischt wurden, dass die 100% Menge inzwischen jedoch so hoch war, dass die 1/Tag Grenze erreicht wurde. Das ist möglicherweise auch beim Ausgangsbeitrag passiert, so dass alle 2 - 3 Jahre oder so tatsächlich immer mal wieder doch z.B. eine zusätzliche Behandlung erfolgen muss (s. das Beispiel, in dem 2x hintereinander OX gesprüht wurde, um so auf 99,75% Erfolg zu kommen).


    Schöne Grüße - Matthias

    Rechne ich bei 1 Milbe im November mit 200 oder 500 Milben

    Ich glaube, im November wird beim natürlichen Milbenfall mit dem Faktor 500 gerechnet.


    Im Juli, August, September gelten andere Faktoren.

    Habe nochmal gegraben....

    Danke fürs Graben!


    Und dann variiert der Faktor noch je nach Messmethode: 10 Milben mit Alkohol ausgewaschen im Juli bedeuten nicht dasselbe wie 10 Milben auf die Windel gefallen im Juli. Eine Tabelle wäre da sehr hilfreich, wo die drei bis vier Diagnosemethoden z.B. in Zeile 1-4 aufgeführt sind und in Spalte 1-4 die Monate Juli bis Oktober, dann einfach die Milbenzahl-Grenzwerte eingetragen, fertig. So eine naheliegende Tabelle müsste es eigentlich irgendwo geben.


    >>Hier<< ist eine Tabelle zur Uni Hohenheim mit den Werten für die Puderzuckermethode in den Monaten Juli, August und September, wobei das eigentlich auch völlig ausreichen sollte als Einschätzung, ob/wie eine Winterbehandlung durchgeführt wird.


    Ich hatte noch vergessen zu schreiben, dass in vielen Beuten die Windel bauartbedingt nicht den ganzen Boden bedeckt, so dass einige Milben oft innen am Rand liegenbleiben, was beim Faktor 500 im November schon sehr bedenklich ist, wenn mal eben drei Milben danebenfallen.


    In diesem Jahr machen wir uns ebenfalls mal die Arbeit der Diagnose im Juli, bisher haben wir immer die "Pauschalbehandlung" für alle gleich gemacht.


    Schöne Grüße - Matthias

    Letzten Herbst haben wir die 6,3mm Mäusegitter ausprobiert. Auch nach einigen Minuten Wartezeit weigerten sich die Immen, da durch zu gehen und krabbelten ratlos vor dem Gitter hin und her. 8mm nahmen sie sofort an. Das gleiche bei einer davorgeschraubten Leiste: Erst ab 8mm Lochdurchmesser wurde die Lochleiste gut angenommen (die Lochleisten fertigte ich an, nachdem die bestellten Gitter nicht angenommen wurden...).


    Schöne Grüße - Matthias

    Er geht also bei einem Milbentotenfall von 1 Milbe / Tag von 200 lebenden Milben im Volk aus.

    Die meisten Berechnungen, die ich kenne, sagen, dass 1 Milbe / Tag 500 lebenden im Volk entsprechen.

    Daher sind auch viele der Meinung das der natürliche Milbenfall keinen Aussage über die Varroagefährdungslage des Volkes zulässt.

    Daher

    ein weiterer Grund, andere Diagnosemöglichkeiten als Windel anzuwenden bzw. ergänzend das Windel-Ergebnis nochmal mit einer anderen Methode zu überprüfen.

    Nur mit verlässlicher Diagnose kannst du angemessen behandeln. Auswaschung ist zu 100% genau, Puderzuckermethode immer noch zu über 90%. Damit möchte ich nicht sagen, dass der natürliche Milbenfall immer falsch liegt, sondern wie gesagt, ab und an mal dessen Aussagekraft stichprobenartig überprüfen, um festzustellen, wie genau er an deinem Stand bei deinen Kisten ist.


    Schöne Grüße - Matthias