Beiträge von Goupli

    Es wird aber gelten: Je dünner die Wasserschicht um so größer die Zuckerkonzentration [...]

    ???

    Dir ist möglicherweise aus dem Physikunterricht - lang, lang ist's her - ein Experiment gegenwärtig, bei dem in einem Glas Wasser über farbigen Sirup geschichtet und wochenlang stehengelassen wurde?

    Wieviel (leicht) angezuckertes Wasser muss eine Hefezelle wohl umgeben, damit diese "arbeiten" und noch mehr Wasser herstellen kann? Es kommt nicht von ungefähr, dass Hefen in der Natur überall vorhanden sind und selbst im Nektar der Blüten Alkohol erzeugen.

    Phasentrennung ist für den durch die Hefen ausgelösten Abbau- und Umwandlungsprozess an der Grenzschicht Luft/Honig ein irreführender und falsch gewählter Begriff.

    Deine Berechnung ist chemischer Art, nicht physikalischer.

    Deine 0,8 Liter Sauerstoff beruhen auf der falschen Annahme zu großer, für den Anstoß der Gärung notwendiger Wassermengen.

    Dabei könnte es so einfach sein ...

    ... wenn ...

    - Liebig, Aumeier & Co. nicht penetrant die Irrlehren der Milbenzählerei, der Spätsommerpflege erst im August und der viel zu späten Behandlung in die Welt posaunen würden

    - die Anfänger nicht denken würden, dass ja noch genügend Blumen in den Gärten blühen und die Bienen sich noch selbst versorgen könnten


    - die Newbees in die Völker schauen würden - aber das trauen die sich nicht, weil nur die Bienen von einigen Schwätzern in der trachtarmen und teilweise brutlosen Zeit genauso friedlich bleiben wie zuvor und andere Angeber ihnen erzählen, dass man ohne Schleier und Handschuhe imkern müsse

    - man sich die Mühe machen würde, mal jeden Tag zur gleichen Zeit an den Stand zu fahren und einen Bleistiftstrich zur Markierung der Füllmenge der verwendeten Fütterer zu machen und dann mal überschlägig zu bestimmen, wieviele Waben damit geflutet worden sein müssten


    - in den Monatsanweisungen, "Fach"-Büchern von 5-Jahre-Bienenhaltern und gestammelten Forenbeiträgen selbsternannter Gurus - anstatt nur herumzuschwurbeln, dass jedes Jahr anders wäre oder dass die Franzosen auch nicht dumm wären - verständliche Angaben gemacht würden wie z. B.:
    "ab dem 20. Juli nach zweimaliger AS-Schwammtuchbehandlung (im Abstand von genau 4 Tagen) für ein einzargiges Volk jede Woche ein Abteil des Nicot-Fütterers mit Zuckerwasser 1:1 befüllen, im September dann noch 1-2x ohne Cabochon (aber mit Abdeckung) - oder aber mit Cabochon über beide Abteile - mit Saccharose-Invertsirup fluten". Das ersetzt natürlich weder die Nachschau noch eine Wägung, würde aber unendlich viel Unheil vermeiden.

    Sorry für OT.

    Im offiziellen Lehrbuch für die imkerliche Berufsausbildung eines nicht mehr existierenden Landes stand:
    "Eine fast völlige Schonung der Jungbienen kann in nichtwandernden Imkereien durch die frühe langsame Auffütterung bis Ende August erreicht werden, wobei [...] insgesamt etwa 15 kg Zucker zu verabreichen sind."

    Ich gebe zu, dass Magazine da nicht so verbreitet waren und die englischen Hybrid-Leistungsbienen ebenso wenig. Aber was manche heute mengenmäßig in die Völker kippen, finde ich schon abenteuerlich.

    Glucose -> 2 Ethanol + 2 Kohlendioxid + 2 Wasser

    Haben wir nicht eben noch von aerobem Zuckerabbau gesprochen?

    Wir wissen schon wie alkoholische Gärung geht.

    Wenn Du genauso unvollständig liest, wie Du zitierst - was soll ich dann noch schreiben?

    Erst kommt ein aerober Stoffwechsel, der Wasser entstehen lässt.
    Dann kommt - sofern der Wassergehalt die dazu notwendige Schwelle an der Grenzschicht überschreitet (bzw. der Zuckergehalt die entsprechende Schwelle unterschreitet) der anaerobe Abbau.

    Um den Wassergehalt der dünnen Grenzschicht zu erhöhen, braucht es einen winzigen Bruchteil der von Dir errechneten Wassermenge.

    Ob Du es jetzt beobachten kannst oder nicht - es ist eine Tatsache. Du sagst ja selbst, dass Badehosenimkerei ohne Hut jetzt nicht mehr ist ...

    Nur der Grad der Biestigkeit unterscheidet sich.

    Und woher hat unser Anfänger solche bienenbesetzten Brutwaben mit Königin? Gibt's an jeder Ecke zu kaufen ...

    Es genügt doch, wenn in einer hauchdünnen Schicht an der Oberfläche genügend Wasser entsteht, dass einige wenige Hefezellen aktiviert werden - denn danach läuft der Prozess von alleine und sich selbst verstärkend weiter:


    Glucose -> 2 Ethanol + 2 Kohlendioxid + 2 Wasser

    Und wie kommst Du auf die Idee, dass nur Du sauber arbeitest und die anderen ihre Gläser nur halb voll machen???

    Fakt ist, dass ich weder das eine noch das andere behauptet habe. Was sollen derartige Unterstellungen? Wieder einer für die Liste.

    Es macht in der Praxis einen Unterschied, ob man nur 2 mm Luft lässt oder deren 15 - oder sogar einen halbleeren Eimer herumzustehen hat.

    Die oberflächennahe Wasseranreicherung wird durch die atmenden Hefen selbst erzeugt - und nicht durch "atmende" Eimer, Kristallbildung an sich (die nämlich Wasser in Form von Kristallwasser bindet) oder ähnliche wilde Theorien.

    Leider werden einem im ausgeloggten Zustand sämtliche (un)geistigen Ergüsse angezeigt.

    Fakt ist, dass sich die Hefen im Honig nur an der Oberfläche vermehren und der gärende Bereich sich - ohne umzurühren - im Honig ebenfalls nur auf eine oberflächennahe Schicht erstreckt.

    Fakt ist ebenfalls, dass Honig (mit Eigenschaften gemäß der Honigverordnung) bei mir in gut gefüllten Gläsern in der Praxis nicht gärt.

    Spätestens, wenn der Kunde drei Löffel raus hat ist zuviel Luft drin. Und steht dann noch Wochen in der warmen Küche. Eine ausgelieferte Charge nach ersten Reklamationen wieder einzufangen ist der Endgegner. Da stirbt die Reputation ratenweise.

    Sobald der Kunde das Glas mehr oder weniger regelmäßig öffnet, wölbt sich da kein Deckel.

    Welcher Zeitraum ist wohl üblicherweise länger - der vom Abfüllen bis zum erstmaligen Öffnen durch den Kunden oder der, den ein angebrochenes Glas im Küchenschrank verbringt?

    Wenn sich während der Lagerung bis zum Verkauf an den Kunden schon Hefen nennenswert vermehren, blubbert das nach weiterer Sauerstoffzufuhr natürlich irgendwann im Küchenschrank.

    Aber das liegt dann auch daran, dass mit dem Messer erst das Brötchen geschnitten, dann die Butter draufgeschmiert und dann in das Honigglas gefahren wird.