Beiträge von Immenfreund Jens

    hi Leute, wir möchten gern dieses Jahr Spitzkerzen ziehen. Habt ihr eine Idee, wo man relativ hohe Edelstahlgefäße bekommt, in denen man ein Wachsbad einrichten kann. Die sollten vom Durchmesser auch nicht allzu breit sein, da man sonst entsprechend viel Wachs braucht. Unser Kerzenzieher hat einen Durchmesser von 13 cm und das Gefäß sollte 17 cm nicht überschreiten. Die Höhe sollte mindestens 30 cm sein. Leider habe ich bisher noch nichts gefunden.

    Nur was mich stört ist, dass Methoden von anderen als von Liebig/Aumeier hier (fast) IMMER besser bewertet werden.

    Darum geht es doch gar nicht. Mir war es wichtig mal in diese Betriebsweise reinzuschnuppern. Ich glaube es ist nie verkehrt, sich weiterzubilden und alles anzuschauen, dann selbst zu versuchen und Erfahrungen zu sammeln. Nur so kann man doch das Beste für sich selbst herausziehen . Die Betriebsweise und Kiste und auch die Biene muss zu einem selbst und seiner Region passen. Jeder hat andere Vorlieben und manches ist einfach Geschmackssache. Mir beispielsweise geht es auch um Wirtschaftlichkeit... wenige effektive Eingriffe . Wenn du deine Imkerei immer weiter vergrößerst, kommst du an den Punkt darüber nachzudenken. Wie viel Zeit willst du in was investieren . Die TUB passt einerseits nicht zu meiner Kiste und andererseits nimmt sie meiner Meinung nach zu viel Zeit in Anspruch. Wenn ich das irgendwann mit vielen Völkern machen will komme ich an meine Grenzen. Und darum mache ich mir lieber jetzt Gedanken und nicht erst, wenn die Imkerei so weit gewachsen ist, dass es schwierig wird, gewisse Arbeitsweisen umzustellen. So wächst nicht nur die Imkerei, sondern auch der Horizont und die praktische Erfahrung. Das ist mir persönlich wichtig. aber auch da hat jeder andere Ziele und das ist gut so. Wie gesagt , es ist eben eine Geschmackssache.

    Und wie wäre es, nur die frisch bestifteten Waben in den Ableger zu kegeln? Dann wäre event. schon ein Großteil im Altvolk an Tag 15 ausgelaufen. Weniger Verdeckelung, wenig junge Maden im Futtersaft. Vielleicht würde man so eine gute Effektivität mit einer Behandlung hinbekommen...aber auch vorerst nur theoretische Gedankenspiele.

    Wir haben dann zehn Tage gewartet und weil ich dem "zwei Tage für Freifressen und wieder legen" nicht getraut habe, habe ich nach 11 Tagen Oxalsäure gesprüht, um schonmal die Hälfte der Milben raus zu nehmen.

    Wäre es denn denkbar, an Tag X mit der Blockbehandlung zu beginnen, um eine höhere Effizienz zu erzielen? Die vollverdeckelten Waben nimmt man raus in den Ableger und vielleicht bleiben nicht mehr so viele spät auslaufende Waben.

    Dann würde man verhindern, daß die Milben, die zum Zeitpunkt der Trennung in der frühen offenen Brut bzw. auf den Ammen sitzen, sich in den zukünftig verdeckelten Zellen vermehren. Und es wäre zeitlich nicht allzu aufwendig, da man eh Waben zieht. Je nachdem könnte man dann optional an Tag 4 oder/und Tag 10 (zum Käfig einhängen) noch einmal sprühen/verdampfen. Dann wäre mit 2-3 mal sicher schon ein Großteil raus und event. reicht das aus bis zur Winterbehandlung.

    Wie haltet Ihre es eigentlich bei Betriebsweisen mit angepasstem Brutraum mit der Wabenhygiene? Ich schiede im Frühjahr/Spätwinter auf drei bis vier Waben. Alle anderen kommen später raus, weil ja nur mit Mittelwänden erweitert wird. D.h. es wird dabei keine Wabe älter als ein Jahr. Bei der TBE verwende ich deswegen die Waben überwiegend wieder, d.h. ich gebe nach der Brutentnahme nur sparsam Mittelwände und hänge später die Waben aus den Brutscheunen wieder zu. Ich entnehme bei der TBE auch nur die Waben mit verdeckelter Brut.

    Ich habe es dieses Jahr mal so gemacht. 1/4 meiner Völker wurden Brutscheunen. Dazu habe ich:


    1. Einen Tag vor der TBE : Die Honigraumbienen + Königin als Kunstschwärme aus den Brutscheunen entnommen

    2. TBE am anderen Flugling-Stand gemacht

    3. Einen Turm von 2-3 Brutraumzargen am BS-Stand gebaut und dabei die hellsten Waben in die untere Zarge gesetzt. Wenn man die Waben von den TBEs im Mai und den Ablegern auch in die Brutscheunen steckt, hat man viele helle Waben.

    4. Nach 9 Tagen Zellen gebrochen, eine schlupfreife Zelle in die untere Zarge gesteckt und ein Absperrgitter zwischen beide BR gesetzt.

    5. Nach 23 Tagen eine Bienenflucht auf die erste Zarge gesetzt und am nächsten Tag die oberen Zargen abgenommen und zum Schmelzlager gebracht. (Man sollte in den Tagen davor mal die Drohnen aus dem oberen Brutraum abfliegen lassen, weil die bei manchen Bienenfluchten die Tunnel verstopfen.) Wenn ihr in dieser Übergangszeit mit Futterteig füttert, sind auf den oberen Waben fast keine Futterreste und es lässt sich schöner schmelzen.

    6. Nach 24 Tagen alle Waben ziehen, Oxalsäure sprühen und auf Weiselrichtigkeit kontrollieren, gegeben falls mit begatteter Kö nachbeweiseln.

    7. Flüssig füttern


    So habe ich die alten Waben weg, einige Kunstschwarm-Jungvölker schon vor der TBE gebildet, einen schönen Wabenkreislauf und ausreichend stark gebildete Brutscheunen, die vor Ort bleiben.


    Man braucht keine zusätzlichen Böden, Deckel /Blechdeckel zum Aufstellen der Brutscheunen. Schleppen muss man nur die Bruträume einmal hin und einmal wieder zurück ins Lager. Die sind aber relativ leicht, da die reinen Futterwaben oder Pollenwaben in den Fluglingen bleiben oder gleich eingeschmolzen werden. Kein komplettes Aufbauen von Kisten, weniger Materialbedarf.


    Nur je einen zus. Brutraum für 2 TBE Völker, da ich nur die besten gut verdeckelten 5 Waben mitnehme. 1 Fangwabe bleibt eine Woche drin, die dann gleich eingeschmolzen wird.

    Ja das ist auch nicht zu unterschätzen. Bei mir steht noch ein Großteil an honigfeuchten Waben im Schleuderraum. Die müssten dann erst auf die Völker zum Ausschlecken und dann ins Lager. Die leeren Kisten könnte man dann gleich da lassen , braucht gleichzeitig aber Wabentransportkisten /Kartons. Zu spät darf man nicht anfangen, muss also mit dem Schleudern auch Gas geben. Oder man hat genug leere Kisten vorrätig... also auch hier Materialschlacht.

    - Keinen Stillstand im Volk, da im Ableger sowieso, wie auch im Altvolk relativ schnell der normale Brutzyklus vonstatten geht.

    Wurde für mein Empfinden bisher nicht ausreichend diskutiert.

    Meine Völker sind ohne die Total- Entnahme der „Gebärmutter“ wesentlich gebärfreudiger und stärker.

    Das ist tatsächlich einer der wesentlichen Nachteile der TBE. Ralph Büchler hat in einem Vortrag über medikamentenfreie Imkerei gesagt, dass die Volksstärke 70 Tage nach der TBE auf etwa 45% schrumpft. Ich denke, dass die Brutentnahme nur gut funktionieren kann, wenn sie rechtzeitig und mit ausreichend Bienen gemacht wird, um die nötige Wärme und Versorgung der ersten beiden Brutsätze sicherzustellen und nebenbei noch alle Mittelwände auszubauen. Die Pollenversorgung spielt außerdem eine entscheidende Rolle. Alternativ habe ich dieses Jahr mal 2 Völker nur mit ausgebauten Leerwaben bestückt, um zu vergleichen, wie stark sich die intensive Bautätigkeit auf die Lebensdauer der Bienen auswirkt und die Volksstärke darunter leidet. Ich bin bisher erstaunt, wie wenige Milben in den TBE Völkern gefallen sind. Nach 6 Tagen liegen bisher im Schnitt nur etwa 20 Milben auf den Windeln. Ob das mit einer niedrigen Startmilbenanzahl im Januar durch die ausreichende Behandlung im Sommer mit TBE+ Fangwabe + OXS oder mit den äußeren Randbedingungen zu tun hat..wer weiß.


    Bei meinen Zadant Völkern habe ich im Schnitt einen gut besetzten 1.0 HR abgefluchtet, da mir das ausreichend erschien. Letztes Jahr hatte ich aus Gründen der Vermehrung aus allen HR noch Jungvölker gebildet, was meiner Meinung nach zu einer zu schwachen Einwinterungsstärke geführt hat. Sie waren zwar dieses Frühjahr wieder voll da aber ich würde die Kisten gern im September/Oktober richtig voll haben. Muss dazu erst noch Erfahrungen sammeln, ob dadurch eine noch bessere Frühjahresentwicklung folgt, ohne zu früh in Schwarmstimmung zu kommen.


    Nächstes Jahr werde ich mal bei einem Teil der Völker die Kolbe Strategie fahren, um einen besseren Vergleich der Volksstärkenentwicklung und dem Arbeitsaufwand zu haben.

    Info über Varroabehandlung
    Oxalsäure mit einem Stövchen verdampfen
    www.bienenzuchtbedarf-seip.de


    Schau mal hier Michael, da wird alles ganz gut beschrieben ;)

    Selbst mit dem von Dir zitierten Sublimox, (Link wir sicher gelöscht) hat man eine Taktfrequenz von 1 min.

    Genau, deswegen bin ich von so einer Technik ausgegangen. Wenn die Stövchen auf dem Gitterboden stehen...habe ich dann eine Chance durch das Flugloch zu arbeiten oder muss ich jedes mal den Brutraum runter nehmen?

    Ok. Grundsätzlich bleibt das jedem selbst überlassen, wie er Wabenhygiene betreibt. Und wenn ich die Waben länger drin behalten möchte, muss ich ja die Brutscheunen gar nicht auflösen. Aus 2 Völkern sammelt man die Waben in eine Zarge und die bleiben dann einfach drin und werden wieder neu bebrütet. Wie und wann würdest du die Altwaben nach Ralfs Arbeitsweise rausholen, wenn du sie nicht ewig in den Kisten behalten willst? Könnte mir dann nur vorstellen,die an den Rand zu packen...im Frühjahr hinterm Schied leer fressen zu lassen und dann rauszukegeln.


    Die Mittelwände braucht man bei beiden Methoden und kann man im Winter vorbereiten. So hat man keine zusätzliche Arbeit im Sommer. Für die Teilung nach Ralf braucht man für den Ableger 3 und das Altvolk dann 5 Waben, wenn man mit 5 bzw. 10 Waben einfüttern möchte. Eine zusätzliche Zarge + Boden+ Deckel+ Blechdeckel braucht man bei der TBE im Sommer. Da sind die Styroteile weitaus handlicher und kostenärmer.