Beiträge von Effess

    In der DDR herrschten paradiesische Zustände für Imker, für denen man heute eine Niere geben würde, wenn sie denn wiederkämen: ...

    Bei aller Liebe, aber das ist exakt die selbe Argumentationsschiene, wie wenn man sagt, dass die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts für Autobahnbauer paradisiesche Zustände waren. Leider haben mehrere Menschen dafür in der Folge unfreiwillig ihre Nieren gegeben...

    Imkerei ist nicht alles. Man muss sich schon fragen, was da noch alles in der DDR dafür mitgetragen werden musste.

    Geht gar nicht, sorry...

    kaum einer kennt seine Kosten, aber alle sind sich einig, das es zuwenig ist. Wachsen aber trotzdem :)

    Das beständige Wachsen bei den Hobbyimkern bzw. den <70 Völker Nebenerwerbsimkern würde ich persönlich bei vielen aber auch darauf zurückführen, dass die Imkerei ein nettes Spielfeld ist, um mal im Nebenjob in die Selbstständigkeit mit allen spannenden Dingen wie Handwerk, Produktion, Marketing, Verkauf usw. einfach und auch relativ günstig reinzuschnuppern.

    Es ist schwieriger/teurer sich eine CNC-Fräse zu kaufen und sich als Spezialteile-Fertiger selbstständig zu machen oder in irgendeine Beratungstätigkeit einzusteigen, die auch irgendjemand überhaupt nachfragt oder viele andere Beispiele.

    Klappt es dann nicht so gut, ist es Hobby und man hat viel dabei gelernt und Spaß gehabt. Beim Hobby muss man nicht gegen Kosten argumentieren und dann spielen eben auch die exakten Kalkulationen eine geringere Rolle. Wenn ich Spaß an etwas habe, ist es mir egal, ob ich mehr Geld damit verdienen könnte, wenn ich im Hauptberuf alle Kosten meines täglichen Lebens sowieso decke.

    Du müsstest das doch bei deinem Hobby "Jagd" auch ähnlich handhaben oder kalkulierst Du einen Preis für Rehrücken, der betriebwirtschaftlich so unglaublich ausgefeilt ist?


    Gruß,

    Friedrich

    kurze Fragen zu Erfahrungswerten:

    1) Wie lange dauert es denn X kg Honig von 30°C (oder nach Melitherm sogar noch etwas wärmer) auf die gewünschte Rührtemperatur von 11°C abzukühlen?

    2) und wie messt ihr das? Nur weil das Rührwerk gekühlt ist, hat ja der Honig in der Mitte vom Topf nicht instantan 11 °C oder habt ihr einen Temperaturfühler im Honig?


    Danke für die Antworten auch wenn es rein ums technische Interesse geht, denn gekühlte Rührwerke sind wohl noch länger über meiner Budget-Grenze...


    Gruß,

    Friedrich

    Sorry, ich habe es versucht und mit meinem IPad gefühlt bis zum Erdmittelpunkt gescrollt um das Thema zu finden. Habe viel interessantes gefunden und mußte öfters reingucken, was die Suchzeit nicht gerade verkürzte. Ich bin gerade in meiner alten Heimat, der Pfalz und bevor ich zu meiner Frage komme, muß ich Euch noch von Gestern erzählen ( also, ab aufs Sofa ). Jedenfalls sitze ich Gestern auf unserer Langen Bank auf der Nordseite des Schorlenbergs, also genau zwischen A6 und Alsenborn. Ich blicke also gemütlich über Alsenborn, als sich jemand neben mich setzt. Es ist Gott, also der Gott. Ihr könnt Euch vorstellen wie überrascht ich war. Und ich sage spontan so was wie: Oh Gott, also sorry mein Gott, also .......Gestammel ..... ach Gott, was machst Du denn hier bei uns in der Pfalz?

    Also bevor ich zu Deiner Frage komme wollte ich Dir schon lange mal danken dafür, dass Du mir öfters mal den Tag mit Deinem wirren Geschreibe erhellst (ernsthaft!) und dich bei der Gelegenheit Fragen, welche Drogen Du dazu benutzt... Jetzt meine persönliche Einschätzung zu Deiner Frage:


    Wenn Du bei Deinen Kunden immer stark auf der "ich verkaufe Honig aus der Region"-Trommel schlägst, dann sehe ich es als moralisch nicht in Ordnung an, einfach nicht-regionalen Honig über Dein Label zu verkaufen.

    Wenn Du einfach nur Wert darauf legst zu vermitteln, dass das deutscher Imkerhonig ist, der in Deinen Gläsern ruht, dann find ich, kann man das guten Gewissens machen.


    Letzten Endes wird Dein Gast aus dem Intro darüber richten und ggf. musst Du aufpassen, wie das Mengenverhältnis aus zugekauften zu eigenem Honig ist, weil sonst evtl. noch jemand anders darüber richtet.


    Meine Meinung, auch wenn es sicherlich ganz oft ganz ohne moralische Überlegung gemacht wird.

    Gruß,

    Friedrich

    Nur kann man es so nicht übers Knie brechen. Es wird ja nicht alles gefördert, so zB keine Beuten, Königinnen und Krimskrams, was aber bei den Gesamtkosten durch den hohen Multiplikator doch einen erheblichen Anteil hat.

    Die 30% bei den Großgeräten sind natürlich dennoch toll, kein Zweifel aber dafür gibt es aufgrund des Förderalismus bestimmt in anderen Regionen andere Vorteile, die es in Bayern nicht gibt (zB keine CSU... sry off-topic).

    Dafür lebt jemand anders vielleicht in einer einkommensstarken Region, wo die Leute in guter Hipster-Manier bereit sind astronomische Preise für guten Honig zu zahlen und in strukturschwachen Regionen in Bayern (ja auch die gibt es...) wird man dumm angeredet, wenn man 5,50 EUR für das Glas verlangen will.

    Ich würde daher stark bezweifeln (aber das ist nur mein subjektives Gefühl und ich habe keine Zahlen dazu), dass der nicht-bayerische Erwerbsimker durch diese Fördermaßnahme massiv im Betriebsergebnis hinter den bayerischen Erwerbsimkern zurückbleibt. Dafür spielen noch zu viele andere Dinge ein Rolle. Und für die Hobby-Imker ist es eh egal, da Hobby-Gedanke und Marktverzerrung nichts miteinander zu tun haben.


    Gruß,

    Friedrich

    Ich rate dazu, das Volk zu sieben, um zu klären, ob eine Königin drin ist. Danach hat man Klarheit, was man tun kann. Jetzt ohne diese Kenntnis eine Königin zuzusetzen, und dann noch eine aus dem Postversand, geht mit großer Wahrscheinlichkeit schief.

    Gruß Ralph

    Danke an alle für die Tipps. Eine Frage noch zum Sieben:

    Prinzipiell leuchtet es mir ein, so kann ich die ggf. schlecht begattete Königin herausfiltern. Sollte schon ein Drohnenmütterchen existieren kommt das dummerweise durchs Absperrgitter durch, oder?


    Könnte ich beim Sieben (Abstoßen der Waben in leere Kiste, ASG drauf, BR mit leeren Waben oben drauf, warten... (danke@Luffi, so hab ich das irgendwo von Dir gefunden)) prinzipiell die neue Königin im offenen Ausfresskäfig unter Futterteigverschluss direkt oben zwischen die Waben hängen?

    Oder ist das zuviel auf einmal und erstmal sieben und dann die Königin zuhängen wäre sicherer?

    Vor 3 Wochen gab's noch eine Kö'. Deren Ersatz - warum auch immer - benötigt ca. 2,5 Wochen. Dass Ersatz geschaffen wurde, bestätigen Dir die angefressenen WZ. Diese Prinzessin kann gerade mal ein paar Tage alt sein, schwer zu finden und dürfte kaum noch Drohnen zur Begattung finden.


    Neue, begattete Königin gibt's noch. Einweiseln dieser würde ich im Okt. machen - erst separat ein kleines Brutnest schaffen lassen und dieses komplett mit Kö' zwischen das Volk hängen. Die Zeit ist knapp, bevor die drohnenbrütig werden...

    danke. Also sozusagen dadurch, dass ich die neue mit Brut und Bienen zuhänge dafür sorgen, dass das Altvolk diese cooler findet als die Nichtlegende, falls ich diese einfach nicht finden kann und somit die Neue gewinnt. richtig?

    Hallo zusammen,

    ich schildere kurz den Status Quo und wie ich weiter Vorgehen würde. Da ich den Fall so noch nie hatte bitte ich um Verbesserungsvorschläge, Kommentare oder Bestätigung.


    Vor 3 Wochen Durchsicht bei Volk 1, Königin (von 2020) gesehen aber keine Stifte und nur wenige Rundmaden, bißchen verdeckelte Brut. Da die Schwestervölker 2&3 auch mit Brut zurückgegangen waren, dachte ich "Brutpause, mag schon sein..." und hab wieder zugemacht und weiter gefüttert.

    Gestern Durchsicht: Volk 1 überhaupt gar keine Brut mehr, Königin nicht gefunden. 2 angeknabberte Weiselzellen gefunden, wobei die echt klein waren im Vergleich zu Weiselzellen, die ich aus dem Frühjahr/Sommer kenne. Nochmal alle Waben gründlich durchgeschaut, jedoch auch keine junge Königin entdecken können. Problematisch ist außerdem, dass die Bienen inzwischen auch nahezu alles mit Pollen&Futter aufgefüllt haben. Eine existierende Königin hätte also auch tatsächlich kaum PLatz für ein Brutnest. Das Volk wirkte nicht unruhig, viele junge Bienen, stark, keine Krankheiten oder auffälliges Verhalten zu erkennen.

    Mehrere Hypothesen fielen mir ein:

    1) Königin übersehen (Beutenwand o.ä.) und die ist einfach durch die Brutpause der Brutfläche beraubt worden und eigentlich ist alles in Ordnung. Und ich kann hoffen, dass sie wieder Brutfläche freifuttern.

    Woher dann die angefressenen Weiselzellen?

    2) Nachgeschafft weil alte Kö igendwie Herzinfarkt oder zwischen zwei Rähmchen verdichtet oder so. Dann evtl. gerade die Neue auf Begattungsflug oder davon zurück aber mies begattet und legt daher nicht?

    Würde zu den ausgefressenen Weiselzellen passen, warum die dann aber gar nicht legt? Ist auch nirgends Drohnenbrut zu finden. Vielleicht wirklich gerade unterwegs?

    3) Nachschaffung schief gelaufen, Volk weisellos und wird jetzt früher oder später ein Drohnenmütterchen produzieren.

    Hatte ich noch nie, hätte gedacht, dass das Volk dann unruhiger sitzt aber wie gesagt keine Erfahrung damit.


    Lösungsideen, die ich habe:

    A) Im Frühjahr/Sommer würde ich einfach eine Weiselprobe machen und ggf. dann neue Königin noch kaufen und einweiseln. Fragen hierzu:

    Ist das bei nahezu einstelligen Temperaturen eine gute Idee Brutwaben hin und her zu hängen?

    Bekommt man um die Jahreszeit noch eine Versandkönigin oder verkühlen die bei Lieferung?

    B) Abwarten, in einer Woche nochmal nachschauen, dann umweiseln, falls keine Brut. Sollte eine Kö drin sein, wird dann die neue Kö nicht überleben vmtl. Falls Brut, beten, dass es kein Drohnenmütterchen ist und überwintern lassen und im Frühjahr neu beurteilen. Woher sollte eine normale Nachschaffungskö jetzt noch Sperma bekommen haben? Vielleicht finde ich die auch daher nicht, weil sie klein und unauffällig ist?



    Bin für jede weitere Idee oder Kommentare dankbar.

    Gruß,

    Friedrich

    Aber hier liegt genau der Punkt: Wenn man bei langfristig geplanten 3-5 Völkern bleiben will ist die Anschaffung von teurem Technik-Equipment betriebswirtschaftlicher Wahnsinn.

    Klar, wenn Du bei 3-5 Völkern bleiben willst musst Du hier nicht nach Tipps fragen, dann nimmst Du Dir eine Gabel und eine 3 Wabenschleuder, ein paar Siebe und ein paar Behälter und gut is.

    Aber dieser Thread hat gestartet mit "300kg - 400 kg Fass ist evtl. ausreichend", das heißt hier möchte jemand über eine Tonne Honig im Jahr schleudern, Tendenz nach oben... - dazu der Tipp mit Technik!

    Du hast Recht hinsichtlich des ursprünglichen Themas aber da folgendes in den Raum gestellt wurde

    Wer mit drei Völkern imkert, kauft alles so teuer ein, dass die 9 € gerade für eine schwarze Null reichen. ...

    wollte ich einfach darauf hinweisen, das dies so nicht stimmt.

    Und mal ehrlich, wo wären wir hier, wenn wir immer nur das ursprüngliche Thema besprechen würden und niemals abschweifen würden ;-)

    Gruß,

    Friedrich

    Mit Klärbehältern, Rührfäßer, Honigpumpe, Entdeckelungsmaschine, Abfüller und KI-Schleuder mit Starkstromanschluß, ja, da brauch man die neun Euro.

    ...Wer mit drei Völkern imkert, kauft alles so teuer ein, dass die 9 € gerade für eine schwarze Null reichen. Es muss (und kann) ja nicht eine Goldgrube sein, aber rechne mal alle Kosten (Bienen, Königinnen, Mittelwände, Rähmchen, Beuten, Behandlungsmittel, Futter, Kleidung, Gerätschaften, Fahrtkosten, Literatur, Smoker usw. aus. Sagen wir mal auf 10 Jahre Nutzungszeit auf den Honig der drei Völker um.

    Wie gesagt, ohne Arbeit, Du wirst erstaunt sein.

    Aber hier liegt genau der Punkt: Wenn man bei langfristig geplanten 3-5 Völkern bleiben will ist die Anschaffung von teurem Technik-Equipment betriebswirtschaftlicher Wahnsinn. Ich kauf mir ja auch keinen Braunkohlebagger, wenn ich im Garten ein Fundament für ne Gartenhütte auskoffern möchte, sondern hole mir etwas passendes.

    Dann kommt man nämlich auch bei 3-5 Völkern nicht auf 9 EUR/500 g Produktionskosten.

    Man muss nur mal die Entscheidung treffen, ob man einfach ein Hobby betreibt und da ordentlich Geld reinbuttern will, wie in jedes gute Hobby, um dann viel Edelstahl irgendwo herumstehen zu haben und sich legitim dran zu freuen oder ob man die betriebswirtschaftliche Argumentationsschiene nimmt. Dann muss ich aber auch das Equipment an mein Setting anpassen und darf nicht die gigantische Schleuder und das große Klärfass und die Pumpe kaufen. Weil man sie bei der Völkeranzahl auch einfach nicht benötigt und weil es die Kosten ins unermessliche hebt.

    Gruß,

    Friedrich

    Danke erstmal für die doch leider nicht so konstruktiven Antworten.

    Die waren insofern konstruktiv, als dass nach Deinem Eingangspost völlig unklar ist, was mit Deinem Statement anzufangen sei und die Nachfragen konstruktiv versucht haben herauszufinden, was Du eigentlich willst.

    Willst Du etwas in der Richtung erforschen? Suchst Du jemanden der das kann oder finanzieren kann? Suchst Du Imker, die mit ihren Völkern mitmachen sollen?

    Grundlagenforschung heißt, es gibt noch keine Lösung. Sondern es werden zunächst Grundlagen geschaffen.

    Die zwei Sätze lassen mich vermuten, dass Du noch nie Grundlagenforschung gemacht hast (was nicht schlimm ist) bzw. Dir nie Gedanken über eine allgemeingültige Definition von Grundlagenforschung gemacht hast. Was befähigt Dich zur Forschung? Wie ist Dein wissenschaftlicher Werdegang? Welche Methodik willst Du einsetzen und warum?...

    Ziel ist es eine im Jahresverlauf periodisch wiederkehrender Entwicklungserscheinungen

    in der Natur und bei der Honigbiene mit der Erfassung dieser Daten aufzuzeigen um
    imkerliche Handlungen (Honigproduktion, Varroabehandlung etc.) darauf auszurichten.

    Ist das Deine Forschungsfrage? Vermutlich wird das im Jahresverlauf wechselnde Wetter irgendwie mit dem Verhalten der Bienen korrelieren (z.B. mehr Brut im Frühling als im Winter) aber das ist so schlecht abgegrenzt bzw. allgemein gehalten, dass ich damit nichts anfangen kann. Und damit gewinnt man auch keinen Blumentopf und daher bekommt man für so etwas vermutlich kein Geld.


    Sorry,

    Friedrich

    Aus Steuergeldern finanzierter Wirtschaftsbetrieb produziert Honig im großen Stil für den freien Markt und tritt damit in Konkurrenz zu den heimischen Hobby- und Berufsimkern deren Existenz der Laden eigentlich fördern soll.

    Aber zumindest dies müsste durch ganz freundliche Meldung und Wachrütteln bei irgendeiner zuständigen Prüfbehörde dazu führen, dass das nicht mehr gemacht wird.

    Unabhängig, was man von der DIB-Aldi-Aktion hält ist obiges nämlich wirklich nicht der Sinn von staatlichen Instituten.

    Arbeite an einer Universität in der Forschung und wir dürfen, auch wenn die Geräte bei uns eh rumstehen, nicht so ohne weiteres zu Billigpreisen Auftragsforschung für Unternehmen durchführen, sondern sind angehalten marktübliche Preise zu verlangen. Eben damit die Wirtschaftsunternehmen (selsbständige Labore etc) nicht geschädigt werden.

    Das muss bei Bienenforschung ja ähnlich sein. Daher würde ich als Berufsimker bei so etwas tatsächlich mal schauen, welche Behörde das interessieren könnte.


    Gruß,

    Friedrich