Beiträge von JaKi

    Als meine Königinnen aus der Vermehrung endlich soweit waren, habe ich die alte aus dem Volk raus genommen, 2 Tage später die angeblasenen Zellen weg gemacht eine junge unbegattete in einer Zweitschlupfzelle rein gegangen.


    (Das allein war schon eine Notlösung

    Das war keine Notlösung, das war eine Beerdigung.


    Möglichkeiten: diese eine Zelle belassen. Kostet das Volk 3 Wochen, bis es weiter geht. Die haben inzwischen aber kaum mehr junge Bienen.


    Alternativ habe ich noch eine frisch geschlüpfte unbegattete.


    Alternativ kann ich eine begattete im Internet bestellen. Ich vielleicht besser bei einem ganzen Volk, das zuletzt im Mai eine Legende hatte.


    Aber ob sich das lohnt?

    Deinen Gedanken, dass das das Volk noch einmal 3 Wochen kostet und die kaum noch junge Bienen haben, finde ich gut. Eine schlupfreife Zelle ist hier vom Zeitablauf übrigens das selbe wie eine unbegattete Königin, weil das dauert genauso lang. Vielleicht einen Tag mehr, aber das ändert ja nichts. Eine begattete Königin bestellen dauert bestimmt auch eine Woche, bis sie da ist. Dann wird sie ein oder zwei Tage freigefressen und braucht nach dem Postversand nochmal ein paar Tage bis sie wieder legt. Das nimmt sich also auch nicht viel.

    Ich habe dieses Jahr das erste mal selbst Königinnen gezogen und je eine schlupfreife Zellen in fünf starke Ableger gesteckt. Von den Zellen ist keine geschlüpft. Weil wir sowieso üben wollten, haben wir noch einmal umgelarvt und es noch einmal probiert. Die selben Ableger haben also nochmal eine Zelle bekommen.

    Von den fünf sind diesmal alle geschlüpft, aber gerade einmal zwei begattet worden, der Rest war drohnenbrütig. Die Völker mit der begatteten Königin waren mittlerweile so klein, dass sie jeweils auf eine halbe Wabe Dadant gepasst hätten, wirklich ein kümmerlicher Haufen. Futter war immer genug da, daran lag es also nicht. Das war einfach zu lang für die armen Bienen.


    Ob die allein noch ein überwinterungsfähiges Volk aufbauen? Ich bezweifle es. Die haben ja alle schonmal Brut gepflegt, das war anstrengend und dann die lange Zeit, als nichts geschlüpft ist und jetzt NOCHMAL Brut pflegen? Das kostet Bienen viel Kraft. Und fliegen mussten sie ja auch schon!

    Ich habe beide verstärkt, jetzt machen andere Bienen bei denen mit, damit sollte es gehen. Die Drohnenbrüter habe ich aufgelöst.

    Bei meinen per Kunstschwarm erstellten Minis war die Begattungsquote übrigens 23 von 26. Gut, wir hatten phantastisches Wetter in dieser Zeit, aber das hatten die 5 Ableger auch und dort war die Quote gerade mal 2 von 5, also weniger als die Hälfte! Ich glaube, die war so schlecht, weil die Begleitbienen alt und wenig waren, die konnten ihre Königin einfach nicht mehr ausreichend unterstützen und so sind diese Tiere, also die Königinnen dann eben auf einem der Begattungsflüge verstorben.


    Welches Schicksal hatten nun die Bienen dadurch, dass ich noch einmal eine schlupfreife Zelle gesteckt habe? Die Bienen, die für die erste Königin schon echt lang durchhalten mussten, mussten das NOCHMAL. Außerdem wussten sie die ganze Zeit, dass sie in Gefahr sind. Drei von fünf Königinnen sind auf ihrem Begattungsflug gestorben, vermutlich, weil ich ihnen zu wenige gesunde Bienen als Begleitung mitgegeben habe. Nicht umsonst sagt man, dass Begattungskästchen aus vielen jungen Bienen bestehen sollen. Ich habe ihnen nur wenige, alte Tanten bereit gestellt.

    Diese alten Tanten mussten sich dann auch noch um den ganzen Stock kümmern und als die zweite Königin auch nicht wieder kam, wussten sie sehr genau, dass es nun dem Ende zu geht.


    Was wäre die Alternative gewesen? Die Bienen hätten bei einem anderen Volk mitmachen können. Mit vollen Honigmägen wären sie wohlwollend aufgenommen worden, wären sofort in einem funktionierendem Volk gewesen, beruhigt, weil alles in Ordnung ist und sie hätten wieder eine sinnvolle Aufgabe bekommen. So alt wie sie zu dem Zeitpunkt waren, wahrscheinlich sammeln. Davon hätte ich als Imker sogar auch was gehabt. Dieses Volk wäre dann übrigens so stark gewesen, ich hätte eine Brutwabe oder auch drei mit jungen Bienen drauf wegnehmen können, ohne dass ich einen Einbruch im Honigertrag gemerkt hätte. Damit hätte ich neue, junge Ableger starten können und dort meinen zweiten Versuch machen können. Davon hätten alle was gehabt. Die Bienen, ich und die neuen, jungen Königinnen.


    Kommt nicht wieder vor, wenn die Begattung nicht klappt, hänge ich entweder gleich nach der Weiselprobe eine begattete Königin dazu, die ich direkt greifbar da habe, oder ich lasse die Bienen bei einem anderen Volk mitmachen. Falls ich trotzdem noch mehr Völker haben will, nehme ich eben von den verstärkten Völkern Brut und junge Bienen. Die können das und das verstärkte Volk kann das gut verkraften.


    Du hast auch eine Verantwortung für das Wohlergehen der Arbeiterinnen, die können ruhig woanders mitmachen. Und mehr Honig und weniger Arbeit bekommst du dadurch sogar auch.

    Außerdem sind alle Jungbienen die da noch schlüpfen so schwach, dass sie kaum noch in der Lage sind, ein Volk weiter zu pflegen.

    Wenn ich solche Sätze lese, frage ich mich ernsthaft, wie viele Milben ihr so habt?


    Wenn zu dieser Jahreszeit (Ende Juni, Anfang Juli) ein Brutling erstellt, eine TBE durchgeführt wird sind deutlich mehr nicht-parasitierte und gesunde Brutzellen dabei als umgekehrt.

    Bei uns ist die Tracht erst Ende Juli/Anfang August vorbei. Da das am Ende des Jahres ist und Varroen sich auch exponentiell vermehren, macht dieser Unterschied aber viel aus. Einen Monat vorher ist das bei uns auch noch nicht so schlimm.

    Aber selbst wenn man das einen Monat früher macht, würde ich darauf trotzdem nicht die Basis meiner Imkerei für nächstes Jahr aufbauen wollen. Das Argument von Franz, dass dort massiv viele Varroen schlüpfen und man nur wenige offene Zellen hat gilt ja trotzdem.

    kann ich den dann nicht noch Zum Königinnen nachziehen hernehmen?

    Kannst du schon. Allerdings ist das Volk nicht nur voller Varroen sondern heutzutage dadurch auch voller Viren. Das wird auch die Königinnen angreifen.

    Außerdem sind alle Jungbienen die da noch schlüpfen so schwach, dass sie kaum noch in der Lage sind, ein Volk weiter zu pflegen. Ein Volk, das so schwach ist, wird sicher keine besonders guten Königinnen machen und da der Erfolg deiner Imkerei im nächsten Jahr zu großen Teilen von der Qualität deiner Königinnen abhängt, würde ich dafür nicht so ein Volk hernehmen.

    Ich warte noch immer auf Videoserien von denen, die Liebig kritisieren und ungeschönt zeigen, wie es (besser) geht.

    Ob er Liebig kritisiert weiß ich nicht, vermutlich nicht. Er macht aber quasi alles anders, man könnte sagen er kritisiert es durch seine Taten und diese zeigt er auch. Er zeigt wie riesige 10 Wabenvölker auswintern und auch kleine zwei Wabenvölker, also wie gewünscht ungeschönt. Hier ein Video mit einer riesigen Kiste voller Bienen und Honig, als Zwischenernte. Ich denke das reicht auch für das geforderte „wie es besser geht“

    Ralf Kolbe zeigt seine Imkerei

    Danke für eure Geduld mit mir und meinen Fragen, die für euch rückblickend immer wieder gleich geklungen haben müssen.

    Danke, dass du so mutig bist diese Fragen zu stellen. Ich habe beim mitlesen hier auch noch einiges gelernt.

    JaKi und Stewfan Ich bin mehrere Jahre lang so ähnlich wie JaKi verfahren, das hat immer gut geklappt. Letztes Jahr hatte ich genügend Bienen, um meine Brutscheunen mal endlich so stark zu bauen, wie ich es mir schon lange gewünscht hatte. Das waren nach der Entnahme der Altwaben dann jeweils rappelvolle 10er-Dadantkisten mit Bienenbärten. Mehrere Wochen lang alles wunderbar, dann plötzlich ordentliche Dezimierung der Frauschaft, von mir zunächst nicht weiter zur Kenntnis genommen. Das waren die ersten toten, kahlgeflogenen Völker diesen Winter. Mein Fazit: Brutscheunen können schon bei einer TBE Mitte Juli (ich bin hier einer der frühesten überhaupt, weil ich lieber noch etwas Tracht sausen lasse, um betreffend Varroa rechtzeitig zu sein) so stark vermilbt sein, dass sie, auch wenn sie sehr stark gebildet werden, keine Überlebenschance haben. Dieses Jahr teste ich mal Bannwaben. Ansonsten würde ich wohl vor und nach der Bildung der Brutscheunen eine Alkoholauswaschung machen, um den ungefähren Varroastatus zu ermitteln.


    Die Belastung war zu hoch für eine späte Behandlung.

    Wann war das?

    Die erste Augustwoche 2021 war es.

    Vielen Dank, dass Ihr Eure Erfahrungen Teil, swissmix und Stewfan. Wie habt ihr die Brutscheunen behandelt? Ich habe bei meinen 10 Tage nach Erstellung eine TBE gemacht, sie auf Mittelwände gesetzt und drei Tage später Oxalsäure gegeben.

    Das ist ein klassischer Fall für TuB, wie schon erwähnt. Infos gibt's dazu genug im Netz.

    Genauso gut könnte man schreiben „das ist ein klassischer Fall für Bannwaben, informier dich doch mal selbst dazu“

    TuB macht auch was mit Brut ist aber ein anderes Verfahren, genau wie Bannwaben.


    Herr Liebig hat dieses Jahr per TUB erstellte Völker auf YouTube gezeigt. Er hat da Völker gezeigt, die ich als mickrig bezeichnen würde und er hat sie freudig als stark bezeichnet. Und das waren seine größten. Da waren auch einige dabei, für die ich mich schämen würde, so klein waren die. Hier kann man gut sehen, dass man nur mit alten und kranken Flugbienen auch nur kleine Völker aufbauen kann.

    Ich hatte letztes Jahr Mini Plus mit begatteten Königinnen. Beim bilden der Brutscheunen habe ich eine leere Zarge auf den Beutenboden gestellt und alle Bienen samt Königin dort hinein gestoßen. Dann habe ich ein paar bienenfreie Brutwaben dazu gehangen, ein ASG und eine Zeitung mit Schlitzen auf die Zarge gelegt. Dort habe ich dann die Brut mit ein paar Bienen aus vier Völkern drauf gestapelt. Das hat in allen fünf Fällen funktioniert.

    Erinnerst du dich, dass beemax noch einmal geraten hatte dir einen zweiten Stand zu suchen? Das hat seine Gründe, die Bienen betteln sich gern bei besser laufenden Völkern ein und bringen die Varroen wieder in deine gerade sanierten Völker. Da sind 20 m besser als nix, aber immer noch schlecht.

    Weiselzellen helfen vielleicht die Bienen zu binden und sind auch besser als nix, aber es hat schon seine Gründe, warum Apideas, die mit einer schlupfreifen Zelle gebildet werden, in Kellerhaft bleiben, bis die Königin da ist. Königinnen binden nämlich deutlich stärker die Bienen, als Zellen.

    Deshalb sollten, wenn du die Brutscheunen schon unbedingt am selben Stand gehalten werden müssen, wenigstens begattete Königinnen verwendet werden, um die Brutscheunen zu erstellen.

    Hier das gleiche Bild. Erst wenige Wochen geballte Schwarmlust bei fast allen Völkern, dann (direkt nach der Frühtrachternte, Raps grade fertig, erste Robinien offen) schlagartig gar nichts mehr. Das kenne ich so auch nicht.


    hornet, unsere Frühtracht 22 kristallisiert schnell und fein, so wie jedes Jahr.

    Ja, genauso ist es bei uns auch. Vielleicht sind das die selben Gründe, die bei manchen zu einer frühen Drohnenschlacht geführt hatten.