Beiträge von Bienendoktor

    Wenn Eure Bienen genauso sticheln, wie ihre Imker hier, möchte ich nicht in die Nähe Eurer Beuten kommen 😁 ich lasse mir (noch) nicht die Freude an meinen verbastelten Beuten nehmen. Ist doch klar, dass hier nicht die perfekte Lösung vorliegt und es etwas improvisiert und verbastelt ist. Momentan bin ich aber echt begeistert, was die Bienen aus dem Angebot machen 😉

    Die Mittelwände der Oberen Brutraumhalbzarge sind jetzt komplett ausgebaut und alle Wabengassen sitzen voll mit Bienen. Das sieht toll aus. Der Drohnenrahmen ist bereits mehr als zur Hälfte ausgebaut. Interessanterweise werden die Honigräume, auch die untere Halbzarge immer noch komplett von den Bienen ignoriert. Ich habe jetzt eine Ganzzarge als oberen HR aufgesetzt und hoffe, dass die Bienen diesen ausbauen und im Zuge dessen nach unten gehen und den unteren HR annehmen. Ich bin gespannt, wo sie tatsächlich mit dem Ausbau der Mittelwände der HR zuerst loslegen. Ich setze, wie gesagt, auf den oberen HR der Ganzzarge. Die Verwendung der Ganzzarge is schon ein Zugeständnis, da ich ja für den HR gerne wegen meines Rückens Halbzargen genommen hätte. Ich werde Halbzargen mit integrierten ASG bauen und in die benachbarten kommen Löcher mit Dosensenker. So sollte das auch für den unteren HR besser laufen. Mit Ganzzarge sollte es mit höherer Wahrscheinlichkeit klappen und spart erst einmal Bastelei.

    Das Problem ist, dass ich bestehende Kästen modifizieren muss. Löcher reinzubohren ist das Gegenteil von Selbstgeißelung, sondern spart Arbeit und Zeit. Meine Frage war einfach, ob ein Loch funktionieren würde, oder ob es längliche Bereiche erfordert, damit Arbeiterinnen durchkommen. Hierzu habe ich nichts gefunden.

    Ich habe eine etwas kuriose Frage: Ich würde gerne die Halbzargen so modifizieren, dass die Arbeiterin quer rüber können. Ich hätte die Seitenwände mit ASG bauen können. Das wäre das beste, aber ich hatte keine geeigneten ASGs zur Hand. Die meisten Kunststoff-ASGs sind mir zu wabbelig.

    Ich habe ich mir überlegt, dass ich Löcher mit einem Bohrer von 4,2mm bohren könnte. 4,2mm ist er Abstand bei einem Stahl Absperrgitter. Würde durch die 4,2mm Löcher eine Arbeiterin durchpassen, aber nicht die Königin? Würde das mit den Löchern funktionieren, oder braucht man ein Gitter, damit die Arbeiterin durchkommt, oder ist das Durchkommen nur in länglichen Löchern möglich?

    Ist im halben Aufsatz denn schon Brut angelegt oder tragen sie das mit Nektar voll / voller als über dem ASG ?

    Alle Völker hängen hier 2-3 Wochen hinterher. Brut ist noch keine im halben HR angelegt. Sie haben erst jetzt mit dem Ausbau begonnen. Ich habe allerdings nur Mittelwände eingesetzt. Der halbe Honigraum ist komplett leer.

    Heute wurden Honigräume draufgesetzt. Die Bienen nehmen den oberen Brutraum sehr gut an und sind fleißig am Bauen.

    IMG_20210510_183912.jpg

    Der untere Honigraum wird (noch) ignoriert. Vom Bauen her ist es kein Unterschied zu meinem Zweizarger. Auch hier ist im oberen BR nicht mehr Betrieb.

    Ich habe jetzt auch die weiteren Honigzargen aufgesetzt. Ich bin sehr zufrieden mit der Klammerlösung. Man kann die beiden Hälften wie eine normale Zarge abnehmen und die Klammern halten die beiden Hälften sehr gut und fest in Position. Dieses Punkt werde ich in Zukunft auch für meine anderen Beuten übernehmen. Was mich noch massiv stört, ist dass die Bienen nicht quer rüber können. Ich habe noch ein ASG aber das müsste ich erst so modifizieren, dass die Bienen nicht drunter können.

    IMG_20210510_190748.jpg

    Diese 1,5 cm Luft führen dazu, dass die Bienen den oberen BR nicht annehmen. Die Wirkung ist krass. Ich hatte den Rahmen wegen Füttern zwei Tage raus und sofort wurden die Mittelwände im oberen BR ausgebaut. Nach Einlegen des Holzrahmens wurde der Ausbau sofort abgebrochen. Ordentlich wie die Bienen sind, wurde zunächst der neue freie Platz ausgebaut, auch um mir zu zeigen, was der Beespace ist. Das ASG wird jetzt als Notlösung ohne Rahmen eingelegt. Dabei fiel mir auf: Die Orientierung der Streben des ASG ist falsch. Besser wäre ein Gitter mit 90* verdrehten Streben. Bei meinen Metallgittern ist es korrekt, beim Kunststoffgitter ist es falsch. Darauf sollte man beim Kauf achten. Bei Zander hat man keine Wahl wie bei den quadratischen Maßen und muss damit leben, was der Hersteller macht.

    Die Lösung mit dem Einlegen des ASG ist alles andere als optimal, weil das Verrutschen des ASG und dann Brut im HR vorprogrammiert ist. Das werde ich ändern, wenn die Baumärkte wieder öffnen, damit man auf die Position nicht achten muss.IMG_20210509_115640~4.jpg

    Heute war ich kurz davor, das Experiment abzubrechen. Es hätte klar sein müssen, dass das so nicht funktionieren kann. Der Holzrahmen mit dem halben Absperrgitter führt unweigerlich zu Wildbau zwischen oberen und unterem Brutraum. Wer kommt nur auf die blöde Idee zwischen zwei Bruträumen einen Holzrahmen ohne ASG einzusetzen?

    https://www.arte.tv/de/videos/…-A/der-retter-der-bienen/


    Interessante Doku über den Züchter der Schwarzen Bienen Siziliens.

    Zitat Arte:

    " Carlo Amodeo, Imker und Bienenzüchter, hat einer Bienenart sein Leben verschrieben: Während die Bienenbestände weltweit drastisch sinken, erlebt die Sizilianische Biene auf der gleichnamigen Insel des Mittelmeers ihr Comeback. Mit unermüdlichem Engagement ist es Carlo gelungen, sie vor dem Aussterben zu retten"

    Ich habe auch gesehen, dass vor allem das stärkere der beiden Völker kaum noch (verdecktes) Futter hat. Und wenn ihr mir zustimmt, ist die große Frage wie? Soll ich oben eine weitere Zarge aufsetzen und über eine Schüssel flüssig füttern, obwohl der 2. BR noch gar nicht angenommen wurde? Oder von unten auf den Gitterboden stellen?

    Mein Volk ist auch sehr stark und sie haben derart viel Brut und wenig Futter, dass ich nicht auf die Selbstversorgung vertraut habe. Meine Völker nehmen den zweiten Brutraum nicht, bzw. erst diese Woche an. Mir sind im Winter zwei Ableger verhungert, daher füttere ich jetzt lieber etwas zu viel al nötig, als da bei dieser Witterung irgendwas zu riskieren. Wir haben hier fast jede Nacht TEmperaturen am Gefriepunkt und ich habe dermaßen viel Brut, dass ich mir Sorgen mache.


    Ich habe mit Zip-Beutel gefüttert. Du füllst die Zuckerlösung in den Beutel, drückst die Luft raus und legst den Beutel direkte auf die Zargen des unteren Brutraumes. Vorher stichst Du mit einer Nadel löcher entlang der Wabengassen ein. Mein Volk hat an einem Tag die 1,5kilo Futter abgenommen. Am nächsten Tag entnimmst Du den komplett leeren Beutel. Das ist eine saubere Sache, keine Biene ertrinkt und es geht selbst bei Minustemperaturen, da die Bienen von der WAbengasse einfach nur hoch gehen müssen. Ich hatte auch mit Tetrapacks probiert, aber das nehmen die Bienen bei sehr kalten Temperaturen nicht ab. Ich bin von der Zip-Beutel-Methode wirklich begeistert.