Beiträge von nassauer

    Hallo zusammen,

    Wie bewahrst du die auf?

    Nix besonderes, einfach lückig gehängt im Zargenstapel.

    Werden ja zeitnah verwendet.


    Im Diagramm sind ja nur Einwinterungs- und Auswinterungsgewicht.

    Genau. Mehr brauche ich auch nicht für meine Völkerführung.


    Die Leere Beute wiegt bei mir so um die 23kg

    Wenn Du da noch ~3 kg für Bienen und Pollen addierst bist Du bei 26 kg + (bei mir und meinen Bienen ;) ) 15 kg Futter ergibt ein Zielgewicht von 41 kg für Anfang Oktober.


    Beste Grüße aus dem Hintertaunus,

    Rudi

    Hallo zusammen,

    danke teewee, so ist es. "vor" und "nach" sind die mittleren Beutengewichte, was anderes kann ich ja schlecht wiegen. ;)


    "max", "mittel" und "min" sind dagegen die Zehrungen, also die tatsächlichen Verbräuche während der Winterung, errechnet aus den gewogenen Werten davor und danach.


    Pinte: Sehe ich anders. Bei einem Volk mit maximalem Verbrauch muss ich am Ende nicht noch eine Riesenreserve übrig behalten.

    Ich orientiere mich am Durchschnittsverbrauch, und der lag während der gesamten Zeit unter 10 kg, also Reserve satt. Die Abweichler nach oben oder unten entdecke ich ja beim Wiegen und die müssen dann ggf. besonders behandelt werden.

    Aber wie schon gesagt: In der Regel ernte ich im April Futterwaben für meine Ableger.

    (Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich zwar starke, aber eher haushälterische Völker bevorzuge und entsprechend auslese.)


    hummlmmuh: Auch ich kann mir nicht immer alle Wiegeergebnisse erklären, obwohl ich die Völker vor mir habe. Ich habe gelernt, sie zu akzeptieren und passend zu reagieren.


    Stille Räuberei zwischen meinen Völkern kann ich natürlich niemals ausschließen und zusätzliche Futterquellen (z.B. Zwischenfrucht oder tote Völker in der Nachbarschaft) ebenfalls nicht.


    Bedenke zudem: "min" und "max" sind immer Werte von einzelnen Völkern.

    Ich orientiere mich eher am Durchschnitt, siehe oben.

    Ich mach die Wiegerei ja, um ohne stressige Eingriffe Infos für meine Völkerführung zu bekommen. Das gelingt so ganz gut und hilft mir dabei, im Winter eben keine Völker zu verlieren. :):thumbup:


    Beste Grüße aus dem Hintertaunus,

    Rudi

    Hallo zusammen,

    hier eine Zusammenstellung der Winterzehrung meiner Völker von 2003 bis 2022.

    Gewogen wurde jeweils zur Einwinterung (Anfang Oktober) und zur Auswinterung (Ende Februar/Anfang März).

    Fazit: Mit 15 kg Winterfutter (aus Invertzucker, Apiinvert oder Ambrosia) ist man auch in ungünstigen Jahren auf der sicheren Seite, kann meistens sogar im April Futterwaben für Ableger entnehmen.

    Winterzehrung 2003 - 2022.jpg


    Aber Achtung: Die Werte gelten nicht für Winterfutter auf Weizenbasis. Bei meinem (einzigen) Versuch damit hätten die gezeigten Mengen nicht gereicht.


    Beste Grüße aus dem Hintertaunus,

    Rudi

    Hallo zusammen,

    JaKi hat es in #26 anschaulich beschrieben, hier ein paar Bilder dazu.


    Die Verteigungsformation der Bienen erinnert mich ein wenig an die "Schildkröte" genannte Formation der römischen Legionäre. Die äußeren Bienen der Formation versuchen mit ihren Mandibeln die Hinterbeine der fliegenden Hornisse zu fassen. Gelingt dies, dann halten die Bienen der Formation sich gegenseitig fest, um die Hornisse am Abfliegen zu hindern und weitere Fänger versuchen, die Räuberin in den Knäuel zu ziehen.

    Sind sie damit erfolgreich, wird die Hornisse im Knäuel mit Überhitzung getötet und fällt anschließend vor dem Flugloch zu Boden.

    01 Hornisse - Verteidigungsformation.JPG        02 Hornisse - Fangerfolg.JPG


    03 Hornisse - im Knäuel.JPG        04 Hornisse - tot vorm Flugloch.JPG


    Selbst die kleinen 2-Waben Begattungsableger können sich erfolgreich verteidigen.

    (Das Blatt habe ich wegen der Sichtbarkeit hinter die Hornisse gelegt.)

    05 Hornisse - Kleinvölker verteidigen erfolgreich.jpg


    Wenn im Folgejahr wieder Hornissen bei uns fliegen sollen, müssen wir denen schon ein paar Bienen als Nahrung gönnen. An meinem Hausstand beobachte ich in den letzten Wochen bis zu 4 Hornissen gleichzeitig bei ihrem Beutezug.

    Mit mehr oder weniger Erfolg, aber ohne sichtbaren Einfluß auf die Bienen.

    Gründe für Völkerverluste müssen wir m.E. woanders suchen.


    Beste Grüße aus dem Hintertaunus,

    Rudi

    Hallo zusammen,

    Inwiefern müssen wohl klimatische Veränderungen mit einberechnet werden, ...

    Immer. :)


    2021 bei uns:

    Eher nass und immer etwas Tracht bis Ende September.

    Eher große Brutnester (oftmals abgesoffen) und außergewöhnlich starke Völker beim Einwintern.

    Im Frühjahr dann wie immer.

    2022 bei uns:

    Trocken und heiss, verbrannte Erde. Seit Anfang Juli stetige Abnahmen.

    Eher kleinere Brutnester.

    Scharf abgeschleuderte Völker bei Kollegen sehen ärmlich aus, werden wohl nur schwach einwintern.

    Dauerhaft gut versorgte Völker (...5kg im Rücken sind ganzjährig Pflicht bei mir...) stehen ausnahmslos gut da (...sammeln die Bienen nicht auch deshalb Vorräte, weil sie damit Mangelzeiten überbrücken wollen? ;) ).

    Im Frühjahr dann... ?


    Heiss und trocken verstärkt die von Bretschko beschriebenen Effekte noch im Sinne von "weniger Brut". Andere Bienenherkünfte (von Bretschko wird z.B. die Intermissa in Nordafrika beschrieben) antworten auf Trockenheit und Hitze mit einer sommerlichen Brutpause.

    Diesen Pfeil haben unsere Bienen natürlich ebenfalls im genetischen Köcher...

    (Obwohl ich am liebsten TBE mache, die ja auch spätes heftiges Brüten fördert. Aber man muss sie ja nicht bis Ultimo rauszögern.)

    Da bist Du ganz bei Bretschko! :thumbup:

    Vor der "2. Abbauphase" gibt es ja die "1. Abbauphase", die im Juli nach dem sommerlichen Brutmaximum beginnt. In dieser Phase (also bis anfangs August) kann laut Bretschko durch Fütterung noch Brutausdehnung/-erhaltung erreicht werden.

    Also: Brutpause, TBE oder was auch immer möglichst früh zu starten ist demnach eine gute Idee.


    Beste Grüße aus dem Hintertaunus,

    Rudi

    Hallo zusammen,

    was ist denn jetzt - Ende August - "normal" an Brutnestgröße?


    Dr. Josef Bretschko hat viel zum Brutrhythmus der Bienen geforscht und z.B. das dazu gesagt:

    (Alle Zitate aus Josef Bretschko, Naturgemäße Bienenzucht, Leopold Stocker Verlag, Graz 1985, ISBN 3-7020-0501-3)


    "Die Brutentwicklung ist durch eindeutig definierbare Phasen geprägt. ...

    Gut versorgte, uneingeengte Völker müssen ab Mitte August im Einklang mit der Natur die Brutentwicklung ausklingen lassen. ...

    Der Brutkurvenverlauf zeigt uns in seinem letzten Abschnitt ab Mitte August, daß das Bienenvolk keine ausgedehnten Brutnester haben will und die Entwicklung in eine typische passive Phase einmündet. Wir wollen aber das Bienenvolk ... noch einmal aktivieren und zwingen, viel Brut anzusetzen. Die Ergebnisse sind meist sehr bescheiden, möglicherweise sogar schädlich." (Seite 28f.)


    "Die 2. Abbauphase beginnt mit einem steilen Brutrückgang. Die Bienen lassen sich durch Fütterungsmaßnahmen von diesem Brutrhythmus nicht abbringen. ...

    Die 2. Abbauphase fällt in die zweite Augusthälfte und aus allen Brutmessungen geht hervor,daß das Bienenvolk in dieser Entwicklungsphase nicht eine Maximierung, sondern eher eine Minimierung des Brutumfanges anstrebt. ...

    Es kommt also in der 2. Abbauphase nicht so sehr darauf an, daß große Brutnester entstehen, sondern kleinere zwischen 10.000 und 15.000 Brutzellen, aber dafür über einen längeren Zeitraum." (Seite 43)


    Ich habe dies bei meinen Völkern immer bestätigt gesehen. Oft gingen insbesondere Völker mit älteren Königinnen anfangs September ganz aus der Brut und starteten später erneut.

    Die gute Nachricht:

    Die Völker regeln das ganz von selbst, solange sie genügend Platz für Brut haben. Offenes Futter um die Brut ist sehr hilfreich, ständiger Futterstrom muss nicht sein.

    Wenn ich in meinen Völkern jetzt (zu) viel Futter hätte, aber zu wenig offenes um die Brut, würde ich eine Wabe mit Futter zum Umtragen hinters Schied hängen.


    Bretschkos Schlussfolgerungen können wir offenbar nur durchbrechen, wenn wir den Bien zu einem Neustart zwingen (Kunstschwarm, TBE, etc.).


    Beste Grüße aus dem Hintertaunus,

    Rudi

    Hallo zusammen,

    solange weniger als 5 Varroen/Tag fallen würde ich mir und meinen Bienen jegliche weitere Strapaze ersparen.

    Bis zur Winterbehandlung halten es die gering belasteten Völker allemal aus.


    Bei mehr als 5 Varroen/Tag muss dem betreffenden Volk dann allerdings geholfen werden.

    Beste Grüße aus dem Hintertaunus,

    Rudi

    Hallo zusammen,

    nach einem Wochenende mit viel gutem Boogie und Blues hier in Mittelhessen hab' ich wieder mal in die Völker gesehen: Sieht immer noch so aus, als ob der Versuch zu einem guten Abschluss käme.

    • Alle Königinnen sind noch da und legen fleissig auf mindestens 4 Brutwaben mit schönen Pollen und Futterkränzen. So, wie sich das in meinen Völkern während der Wintervorbereitung gehört.
    • Das gilt auch für die beiden Umweiselungen, die ich beim Entnehmen der Fangwabe vorgenommen habe. Der direkte Königinnentausch ist also eine interessante Option bei der Massnahme. Wird ja auch von ChrisA so bestätigt.
    • Beim Volk mit der Fang-Drohnenwabe (...wie ich's nie mehr machen will, siehe weiter oben...) fallen 5 Varroen/Tag. Damit ist es der erste Kandidat für einen Ox-Block im September.
    • Alle anderen Fangwabenvölker haben seit 2 Wochen maximal 1 Milbe/Tag (bei ca. der Hälfte habe ich gar keine Varroen gefunden).
      Sieht also gut aus, aber die Milben, die sich in der ersten neuen Brut verkrümeln konnten, sehe ich ja erst in den nächsten beiden Wochen. Also besser keine voreiligen Schlüsse.
    • In der Fangwaben-Brutscheune sind insgesamt 3200 Milben gefallen. Besser da als anderswo...
    • An der Pollenwabe aus meinem letzten Bericht hat sich noch nicht viel getan. Ich werde weiter beobachten.

    Zukünftig will ich auf das OXs sprühen verzichten und Rudis Methode anwenden.


    Bitte nicht vergessen: Die Scalvini-Fangwaben-Kombi will erst noch meine Methode werden!

    Macht zwar keinen schlechten Eindruck, aber bisher ist alles nur Erprobung und wird erst später bewertet.


    Beste Grüße aus dem Hintertaunus,

    Rudi

    Hallo zusammen,

    honigbanane: 30 am Tag hört sich nach Notfall an, da gäbe es bei mir nur noch den Nassenheider. Aus der Ferne sieht es für mich so aus, als wären die Milben über den Ableger gekommen. Du hast sicher noch vergleichbare Ableger. Kennst Du deren Belastung?


    Interessant wäre der Spontanabfall bei den Fangwabenvölkern, die nicht umgeweiselt wurden. Wenn der niedrig ist (...wie ich hoffe und vermute...) würde ich mir die Ableger zum Umweiseln voher ganz genau ansehen.


    Gut, dass Du das so früh bemerkt hast. Du hast ja jetzt noch Zeit... :thumbup:


    Beste Grüße aus dem Hintertaunus,

    Rudi

    Hallo zusammen,

    dass honigbanane gut und sauber arbeitet, das steht auch für mich ausser Frage. :):thumbup:

    Meine Rückfragen sind nicht als Kritik zu verstehen. Wenn ich frage, gehe ich davon aus, dass ich richtig verstanden werde - sonst lass ich's lieber.

    honigbanane kann m.E. sachlich und zielorientiert diskutieren - da frag ich gerne nach.

    Dafür bin ich dankbar: Ich lerne gerne und viel durch diese Art des Austauschs von Ideen und Erfahrungen.

    Es ist genau, wie Du schreibst, 10 Völker Bannwabentasche, Fangwaben alle entnommen und dann nach Abschluss Wabenerneuerung nochmal OXS gegeben. Alles nach Plan.

    Das eine der beiden Völker ist auch das ( einzige) bereits umgeweiselte

    • Kann es zeitlich sein, dass sich zwischen "alle Fangwaben entnommen" über "Abschluss Wabenerneuerung" bis "OXS-Behandlung" (...hört sich für mich "lang" an...) irgendwelche Milben in Brutzellen verkrümeln konnten?
    • War der zum Umweiseln zugesetzte Ableger etwa so brutfrei und milbenarm wie Dein Fangwabenvolk?

    Darin könnten schlüssige Erklärungsansätze stecken.

    Ich hätte vermutlich - um die brutfreie Phase nach den Fangwaben sicher auszunutzen - erst behandelt und dann Waben erneuert (...zum Zeitpunkt des Umweiselns hatten wir ja bereits früher geschrieben...).


    Das ist der Grund, warum ich es so schwierig finde, solche/irgendwelche "Betriebsweisen" z.B. bei den Montagsimkern zu veröffentlichen. Da muss immer so viel Reserve drin sein, dass das egal bei welcher Bienendichte und welcher Genetik funktioniert.

    Diese Messlatte hast Du aber ordentlich hoch gelegt.;)

    Werden die diversen Spielarten von TBE (egal, ob Totale-Bau-Erneuerung oder Totale-Brut-Entnahme) dem gerecht?

    Wenn man das Forum aufmerksam mitliest, scheint da selbst "Nassenheider" und "Streifen reinhängen" nicht annähernd ran zu kommen...


    Beste Grüße aus dem Hintertaunus,

    Rudi

    Hallo zusammen,

    Die ersten Zahlen nach 4 Tagen Windel hier am Hausstand ( immer jeweils täglich abgelesen und gereinigt) ... Da fallen jetzt bei 2 Völkern 10-12 / Tag.

    10 Varroen/Tag im August finde ich für frühzeitig gebildete Brutpausen/Fangwaben-Völker etwas viel. Hast Du eine Erklärung dafür?


    Aus Deinen früheren Berichten hatte ich verstanden, dass Du bei 10 Völkern die Königin gesperrt und regelmäßig Fangwaben entnommen hattest (Oder aber bei Brutfreiheit mit Ox behandelt?).

    Die Vereinigung mit den (noch milbentragenden) Ablegern sollte erst später erfolgen.

    Das klang doch alles sehr gut. Ist was nicht nach Wunsch gelaufen?


    Völlig egal allerdings, wie es dazu gekommen ist:

    Sehr gut ist natürlich, dass Du jetzt schon die gefährdeten Kandidaten entdeckst. Jetzt ist noch alle Zeit der Welt... :thumbup:


    Beste Grüße aus dem Hintertaunus,

    Rudi