Beiträge von Aueren

    Zur Frage:

    Ja, Begattungsvölklein können schnell drohnenbrütig werden, wenn die Königin nicht vom Begattungsflug zurückkehrt. Es kommt vor, dass schon nach der zweiwöchigen Aufstellzeit ein weiselloses Apideavölklein drohnenbrütig wird.

    Und nun auf deine Frage einzugehen:

    Wie mache ich die Sache einigermassen erträglich, wenn es trotz grösstmöglicher Sorgfalt doch immer wieder einmal zu Kontakt mit Propolis kommt.

    Lederhandschuhe halten auf die Dauer nicht dicht. Ich trage deshalb feste Gummihandschuhe und daunter einen feinen Baumwollhandschuh.

    Dieser Schutz ist 100%ig, zwar behindernd aber ich habe mich daran gewöhnt.

    Auf keinen Fall darf man im Fall von Unachtsamkeit ein Reinigungsmittel verwenden. Seife muss reichen. Meistens aber sieht man auf den betroffenen Stellen gar nichts von Propolis. Auf der 30km-Heimfahrt von meinem Bienenstand melden sich die Symptome vor allem zwischen den Fingern. Da muss ich zuhause sofort reagieren:

    Ich gebe in ein Becken 50 Grad heisses Wasser und etwas Kamille und bade die Hände. Im ersten Moment steigt der Juckreiz fast aufs Unerträgliche, doch die Hitze stoppt die Histaminausschüttung (ähnlich wie beim Hitzestick gegen Bienenstiche) und die Blasenbildung und spätere Ablösung der Haut bleibt aus. Meistens wiederhole ich dann Stunden später nur noch eine Behandlung unter laufendem heissen Wasser (so heiss wie erträglich) und die Haut beruhigt sich vollends. Ueber Nacht verwende ich eine einfache Hautcrème von Ni....

    Und übrigens, mit den Handschuhen darf ich nicht ins Gesicht oder an den Hals fahren, sonst ist der Teufel auch dort los.

    Hoffnung auf Besserung - sie stirbt bei mir zuletzt.

    Mich hat's erwischt; seit Wochen habe ich juckende Stellen zwischen den Fingern und an den Unterarmen und offene Risse mitten auf dem linken Handteller. Aufhören ist keine Option, sondern eigentlich will ich die Imkerei eher vergrößern.


    Wie bekommt ihr das Imkern mit Propolisallergie hin? Was hilft euch? Welche Schutzmaßnahmen, welche Handschuhe habt ihr? Bin ich einfach nicht konsequent genug, dass der Scheiß nicht weggeht? Gibt es eine Hoffnung auf Spontanremission? Gibt es Überlegungen oder gar Erfahrungen, sich eine Hyposensibilisierung selbst zu basteln?

    Ich habe vor

    Die beschriebenen Symptome entsprechen den typischen "Bildern" allergischer Reaktion auf Propolis. Als ich vor vielen Jahren die Bilder meiner "geplagten" Finger im landlive-forum einstellte, durfte Propolis auch nicht der Verursacher sein.

    Prof. K. Münstedt (Handbuch gesundes Imkern)

    beschreibt die Gefährdung durch Propolis. Mein Beispielfinger und meine Erfahrungen haben im Buch ihren Platz gefunden.

    Ich imkere seit mehr als 60 Jahren. Anfänglich 30 Jahre ohne allergische Reaktion auf Propolis und bis heute (ohne Linderung) mit.

    Handschuhe sind unerlässlich. Jede Nachlässigkeit wird mit einer schlaflosen Nacht bestraft. Und damit hat es sich nicht. Die Haut löst sich über nässenden Blasen ab und heilt schlecht. Cortisonsalbe bringt schnelle Erleichterung - ist aber nicht die Dauerlösung.

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    Du hast nichts falsch gemacht, wenn du den Teig nach obigem Rezept für die Frühjahrsreizfütterung verwendest. Dank dem hohen Wasseranteil brauchen die Bienen kein Wasser zu holen. Das Einbringen in die Völker erfolgt mittels eines flach gedrückten Beutels, den ich direkt auf die Rahmen lege. Zugang haben die Bienen über ein fünflibergrosses Loch.


    Der Teig für Begattungskästchen oder Jungvölker im Sommer hat ein anderes Mischverhältnis.

    Er klebt nicht und ist fester.

    Mit meiner (einmaligen) Anwendung vor einigen Jahren wollte ich die Probe aufs Exempel machen, um jene zu widerlegen, die behaupteten, dass das unmöglich funktioniere. Sulz soviel zum Beweis.

    Dass dies nicht die Methode für Gebirgsgegenden ist, in denen schwarmreife Völker nicht vor ende Mai zu erwarten sind, liegt auf der Hand. Wo aber bereits im April der Schwarmtrieb startet, lässt sich damit arbeiten, insbesondere auch weil es wenig Aufwand erfordert.

    Wenn man imstande ist, die entstandenen Jungvölker im Herbst umzuweiseln, dann kann es trotz der Unkenrufe eine gefreute Sache werden wie ich es in der folgenden Saison erlebt habe.

    Meine Einstellung ist kein Werbespot sondern nur ein Bisschen Gegengewicht zu (vorgefassten) Meinungen.

    Die kleine Käfigwabe präsentiert sich in allen möglichen Varianten. Die Wabe wird nach dem Freilassen der Königin ausgeschnitten, tiefgefroren und eingeschmolzen.

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    Auf dem zweiten Stand ist es formica rufa. Auch sie versucht es gar nicht erst, über den Gelstreifen zu klettern. Wichtig ist, dass die Sperre als Repellens im ausgehenden Winter angebracht wird, bevor die Spuren der Ameisen bereits den Weg weisen.

    Ich gebrauche dies seit mehr als 20 Jahren und ich habe nie "Ameisenfriedhöfe" produziert.

    Die Waldameisen sind so vorsichtig, dass sie den Gel gar nicht betreten und man keine hängengebliebenen Ameisen findet. In unmittelbarer Nähe meiner Bienenvölker gibt es ein Netz von Nestern der geschützten kleinen roten Waldameise und ihre Strassen führen auch an meinen Bienenstöcken vorbei.