Beiträge von vosp

    Ich kann mir im Moment auch nicht vorstellen, das Bienenwachs als "schädlich" in der Lebensmittelproduktion eingestuft werden kann.

    genau das ist (mein) der Punkt :)

    Die jährlichen Untersuchungen von Rücklaufwachs ergeben wohl bisher keinen Grund zu Sorge/Beanstandungen.( :?: )

    Soweit ich weiß sind in der Verordnungen/Untersuchungen von Bienenwachs auf Lebensmittelqualität (E901) eigene Vorschriften enthalten. (EG) 231/2012, Seiten 250, 251 (Quelle FoodQS)

    Ich gehe aber auch davon aus, dass reines Bienenwachs von Schwebstoffen gereinigt die Verordnung erfüllt. - Für Rückstände von Arsen, Blei, und Quecksilber gibt es Grenzwerte.

    Hier mal ein Statement von Kamon Reynolds warum er Kunststoffwaben einsetzt. - Kamon hat ca. 300 Völker, und hat sowohl Anfangsstreifen, Wachsmittelwände, und Kunststoff ausprobiert.

    Seine Argumente pro Kunststoff:

    + die Waben sind gleichmäßiger

    + sie sind stabiler beim Schleudern

    + sparen sehr viel Zeit bei der Rähmchen-Aufrüstung

    + Mittelwände wellen sich nicht bei warmen Temperaturen (oder brechen zusammen)

    + Kunststoffmittelwände funktionieren im Volk ebenso gut wie Wachsmittelwände
    + gebrauchte Mittelwände lassen sich leicht mit neuem eigenen Wachs beschichten


    Beim wachsen von Mittelwänden macht Kamon Reynolds 200 Stück pro Stunde. - Wachsbedarf 500 Gramm für 45-50 Mittelwände. - Damit Kunststoffmittelwände in Völker funktionieren müssten sie bereit sein zu bauen.

    'Schädlich' ist ein weites Feld. ...

    Kamon hat bei 300 Völker mehr als 10.000 Kunststoffmittelwände im Einsatz. - Bei einem Einzelgewicht von ca. 200 Gramm entspricht das mehr als 2 Tonnen Kunststoff-Bedarf pro Imkerei.

    Da hilft dann nur eigene Daten zu sammeln. Und da sollte man die Arbeitszeit mal ins Auge nehmen.

    Vielleicht hier noch das Statement von Sebastian Feiß dazu: "Es zählt was unter dem großen Schwarzen Strich übrig bleibt... wenn da was sinnvolles raus kommt, heißt es dass man gut imkern kann, und dass es den Bienen letztendlich gut geht."

    Aber kein angemessener Ertrag ohne entsprechend viel Umsatz. - Sollte auch klar sein.

    So erzeugte Nachfrage befriedigt man nicht mit "wenigen" Völkern. Kunden warten nicht "Jahre" auf ihren Honig, wenn keiner mehr da ist.

    Man kann heulen keine Kunden zu haben, oder über niedrige Preise. - Oder man kann heulen zu viel Nachfrage für ein zu knappes Angebot. - Man kann auch einfach nur heulen, weil man sich nicht entscheiden kann was tun. - Wer heulen möchte, soll sich aussuchen was ihm am liebsten ist.

    Wer denkt 10.- für Flyer und 50.- für eine Honigbox wären für Marketing nicht genug... der kann auch für 250.- 1000 Probiergläschen kaufen, und diese mit dem Flyer verteilen. Am besten in Neubausiedlungen. - Als "süssen Gruß" vom lokalen Imker. - Und sich auf Gegenbesuch freuen. :)

    Das bietet uns aber die Gelegenheit, dem Kunden bei jeder nur denkbaren sich bietenden Gelegenheit genau darzulegen, dass wir Regional genau so definieren, wie es auch ein Kunde erwartet.

    "Lokal" ist das Wort. - Das Dorf, die Stadt, der Kreis. - Ein Produkt von hier, so nah, dass die Bienen auch in den Gärten der Kunden bestäuben könnten.

    Wenn dann auch noch wie bei mir im Glas exakt das drin ist, was drauf steht, fühlt sich der Kunde verstanden, wertgeschätzt und honoriert das auch.

    Im Grunde DAS Marketingkonzept von Hobbyimker mit wenigen Völkern und Standimkerei.

    Nur 1x 1000 Flyer für 10.- gedruckt, und ein paar Stunden spazieren gehen an alle Haushalte im Umkreis verteilt. - Eine Honigkiste vor der Haustür, und der Absatz sollte auf Jahre gesichert sein.

    Problem ist nur… ich habe keinen entsprechenden Kundenstamm im Direktverkauf… und den möchte ich eigentlich auch nicht aufbauen… dann würde das Hobby nämlich zur Arbeit.

    Ist das nächste Jahr wieder so gut wie die letzten Jahre, werde ich in ein Rührgerät investieren.

    Wofür? Für den Eigenverbrauch macht das kaum Sinn.

    Mir kommt das ja selber noch komisch vor aber ich liege tatsächlich bis auf das erste Jahr (in dem ich maximal vermehrt habe) bei 50kg. Massentrachten habe ich keine in der Nähe.

    Ihr meint ja, dass ich nicht rechnen kann…aber wenn man mit 14WV ins Jahr startet und mit ~750 kg raus geht, ist die Rechnung nicht allzu kompliziert.

    Mit extra Schleuderraum, 14 WV, und fast 1 Tonne Honig ist das schon mehr als reines Hobby.


    Deine Beiträge lesen sich für mich eher wie eine Bewerbung für die Abgabe in Eimern an Wiederverkäufer.


    Wenn du deinen überschüssigen Honig an marketingstarke Imkerkollegen abgibst, anstatt an Zwischenhändler und reine Abfüller wäre das fair genug gegenüber Erwerbsimkern, denke ich.

    Wenn der Erwerbsimker vor Ort zu billig anbietet, wird sich das von alleine auflösen.

    :/ Hab mal kurz nach Zahlen gesucht: In die Berufsgenossenschaft zahlen etwa 6500 ein. (Quelle DBIB)

    Zitat

    Bei einer durchschnittlichen Völkerzahl der beitragszahlenden Betriebe von 60 Völkern ergibt sich, dass mehr als die Hälfte der Bienenvölker in Deutschland von Imkern im Haupt- oder Nebenerwerb bewirtschaftet werden.

    Die deutsche Imkerschaft nach Anzahl der betreuten Völker: 0–25 Völker: 96 % der Imker (Quelle DIB)


    ... der durchschnittliche Hobbyimker hält nur 2 bis 3 Bienenvölker. (Quelle DBIB)


    Bei insgesamt ca. 160.000 Imker in Deutschand. Die Erntemenge je Volk und Jahr beträgt im Durchschnitt 20 bis 30 Kilogramm. (Quelle Bundesinformationszentrum Landwirtschaft)


    Vereinfacht gesagt, die Hälfte der Bienenvölker werden von Hobbyimker gehalten, und die andere Hälfte von Erwerbsimkern. - Sehr wahrscheinlich erwirtschaftet ein Erwerbsimker mit entsprechendem Wissen und Erfahrung einen höheren Honigertrag pro Volk als ein Hobbyimker. - Davon ausgehend, wird der langfristige durchschnittliche Ertrag von Hobbyimker eher bei 15 kg pro Volk und Jahr liegen, während der Ertrag von Erwerbsimker vermutlich eher bei 45 kg pro Volk liegt.


    Konkret erwirtschaften die 4% Erwerbsimker eher 75% der Honigmenge in Deutschland, während 96% Hobbyimker insgesamt eher bei 25% liegen dürften.

    Der durchschnittliche Hobbyimker erntet bei 2-3 Völker und 15 kg pro Volk weniger als 50 kg Honig jährlich. - Das langt für den Eigenverbrauch, die Verwandschaft, und die nächsten Nachbarn. Vielleicht auch für manchen Sparfuchs.

    Das Geschäft in der Fläche machen die Erwerbsimker.

    Wegen 'der Sicherheit'.

    Dem Imker bequem, den Bienen genehm? - Es muss triftige Gründe dafür geben warum weltweit Berufsimker mit Kunststoffmittelwänden arbeiten.

    Das Geschäftsmodell geht hierzulande aber nur auf, wenn man fleißig auf den Wachs-Panikbutton haut, oder?

    Vermutlich sind die Argumente pro Kunststoff-Mittelwand der großen Berufsimker auf Hobbyimker nicht übertragbar.

    Ich kann mir vorstellen, die jederzeitige Verfügbarkeit in beliebig großer Menge, und ein sicherer Prozess in Schleuderstraßen könnten Gründe dafür sein.

    Ein Bob Binnie erklärt z.B. als Wabenhygiene schleust er alte Brutwaben aus, und verkauft sie als Ableger. - Abkratzen oder einschmelzen tut der nicht.

    Altwaben mit Krankheitserreger werden vermutlich direkt entsorgt, bzw. landen in der Müllverbrennung. (Könnte ich mir vorstellen.)