Beiträge von Maximilian

    Sorry für die späte Antwort.

    Die Wurzeln sollten mindestens 2-3 Meter aufweisen und ca. Fingerdick sein. Rob hatte, nach eigener Aussage, mal eine 8m Wurzel gezogen. Zu lang ist schließlich kein Problem. Runterkürzen geht immer. Die Wurzeln werden dann, je nach Durchmesser, in drei oder vier Teile gespalten. Das daraus entstandene Bindematerial sollte eine Breite von 6-8mm haben.


    An der Korbunterseite (Boden hat er ja nicht) kann das Bindematerial auch mal 1cm haben weil durch Schieben, Aufnehmen, Abnehmen usw. die Belastung für das Material dort höher ist.

    KO.jpg


    Das ist Korb Nr.2. Nicht mein bestes Werk aber ich übe noch . Ich überlege ob ich eine Flechtschablone baue um die ungleichmäßigen Wände besser hin zu bekommen.


    Am Wochenende werden ich als Bindematerial evtl. Brombeerranken bearbeiten. Sinn und Zweck sollte es sein möglichst wenig Material zu kaufen und mehr draussen zu sammeln.


    Nach dem nächsten Sturm schaue ich, wie von Frankentrester empfohlen, nach Windschlag im Wald zwecks Wurzeln.

    Flechtnadel:

    Die auf dem Bild dargestellten Flechtnadeln, dienen zum "Nähen" der Körbe.
    Flechtnadeln.jpg


    Die Nadeln hat mir ein befreundeter Schlosser gemacht. Die ersten beiden (von links nach rechts) sind aus Chirurgenstahl. War eine alte OP Pinzette. Nummer drei ist salzwasserbeständiges Stahl (keine Ahnung warum, vielleicht dachte er ich will auf ner Bohrinsel Flechten) und Nummer 4 ein altes Sägeblatt. Als wirklich nützlich hat sich nur die erste Nadel erwiesen. Flach, schmal und spitz bekommt man diese Nadel am besten durch das Stroh. In Lehzens Buch wird die Nadel mit 15-18cm empfohlen. Meine ist 27cm und damit viel zu lang. Ich stoße manchmal in die gegenüberliegende Seite deshalb wird die Nadel noch gekürzt. Ach ja, man sollte beim Durchstoßen auf die andere Hand achten.... passiert aber auch nur einmal 😆.


    Flechtnadeleinsatz.jpg


    Mit einer Flechtnadel spart man sich viele Handgriffe und Zeit. Im Regelfall sticht man nämlichmit einem Vorstecher einen Durchgang ins Stroh, legt ihn weg, greift das Flechtmaterial , schiebt es durch, greift wieder zum Vorstecher usw. Das fällt im wesentlichen dann weg.

    Bis jetzt haben ich die Nadeln nur im Kombination mit Flechtrohr probier weil es eine recht einheitliche Breite besitzt. Weiden und Wurzeln muss ich noch testen.

    Ich dachte mir, es gibt noch keinen Fred in dem auf die Werkzeuge zur Herstellunge und Bearbeitung der Bienenkörbe eingegangen wird, deshalb erstelle ich einfach mal einen für die Interessierten.

    Grundlage hierfür sind die gängigen Bücher und natürlich meine eigenen Erfahrungen, die ich während des Flechten gemacht habe.

    Mein persönliches Ziel ist es, möglichst effizient und schnell zu Flechten. Dieses Ziel kann ich letzten Endes nur erreichen indem ich unnötige Handgriffe minimiere und das richtige Werkzeug verwende. Ich habe bereit in meinem anderen Fred das ein oder andere gezeigt, dabei aber später gemerkt, dass es nix taugt oder schlicht und ergreifend umständlich herzustellen ist.


    Fast alle Materialien und Werkzeuge die ich mittlerweile benutze sind im Baumarkt erhältlich und lassen sich mit wenig Aufwand an die persönlichen Gegebenheiten anpassen.

    Alternativ kann man auch einfach mal in der Garage wühlen. Das alte DN 50 HT Rohr kann auf einmal nen super Flechtring abgeben 😁.


    Ich werde demnächst ein paar Bilder der Werkzeuge hochladen und welche Erfahrungen ich damit gemacht habe.

    Ich hab keine Ahnung von Weiden und der Weidenbauer keine Ahnung von Bienenkörben 😆.


    Jedenfalls treffe ich mich im Februar mit ihm um die Möglichkeiten für meine Körbe zu besprechen. Der Betrieb baut Weiden in 5. Generation an und wird bestimmt wissen was ich brauche.

    Die Fichtenbestände hier im Süden leiden ohnehin schon durch Hitze und Borkenkäfer. Da muss nicht auch noch der bekloppte Imker an den Wurzeln herumhacken 😆.

    Weide wächst sehr schnell und ich kann das Zeug auch selbst anbauen auf lange Sicht.

    Das Video kannte ich bereits :) .


    Es handelt sich zwar nicht um einen Lüneburger Stülper aber ein paar Informationen sind ganz interessant.


    Die Korbwandung ist relativ dünn. Ich habe bei meinem Korb eine durchschnittliche Wanddicke von 5cm genommen. Lehzen schreibt zwar von 6 cm oder 7 cm aber irgendwann werden die Dinger halt auch ziemlich schwer.


    Die Bindungen um das Stroh liegen, im Vergleich zum Lüneburger Stülper, relativ weit auseinander.

    Betrachtet man sich einen Lüneburger, dann sieht man, dass Bindung an Bindung liegt. Bei einigen Körben waren diese Bindung teilweise 1cm breit. Das diente mitunter der Stabilität der Körbe weil die Lüneburger zum Wandern gedacht waren. Ich kann mich auf meine Körbe ohne Probleme drauf stellen. Der Korb aus dem Video würde das vermutlich nicht aushalten.


    Zum Binden der Körbe werden normalerweise Fichtenwurzeln verwendet. Ich habe mir allerdings erstmal Rattan bestellt, weil ich für die ersten Körbe wahrscheinlich Wochen mit sammeln beschäftigt wäre.


    Bei Weiden muss ich erstmal Erfahrungen sammeln. Angeblich sind sie anfällig für Wurmfraß und somit auf lange Sicht ungeeignet. Allerdings komme ich aus einer Korbmachergegend in der es noch ein paar Weidenbauern gibt die alle möglichen Sorten anbieten. Nach telefonischer Rücksprache wurde mir gesagt, dass es mittlerweile sehr saure, weiche Arten gibt, die für Würmer nicht anfällig sind. Meine Absicht ist es auf jeden Fall, zukünftig auf heimisches Material umzustellen. Also Fichtenwurzeln ausgraben oder aus der Region Weiden zu beziehen. Rattan war, wie gesagt, nur eine Übergangslösung.


    Brombeere ginge auch, hält aber zum einen nicht lange und lässt sich sch***e Verarbeiten.


    Das Flugloch im Video sitz eher mittig, beim Lüneburger sitz es oben, in etwa dort, wo der Korb von der Schräge wieder in die Gerade über geht.

    Wie interessant. Ich würde mich freuen, wenn du uns weiter berichten würdest. Bei einem Korbimker mitimkern, was ein Abenteuer. Hast du Fotos von deinem Korb?

    Wenn ich den zweiten Korb fertig habe, stell ich ein neues Bild ein. Das Bild vom ersten Korb hab ich in meinem Thema "Betriebsweise Korb" eingestellt.

    Guten Morgen,


    Da ich nun Urlaub habe, will ich die Zeit nutzen und endlich meinen Beitrag über den Flechtkurs bei Rob van Hernen schreiben.

    Fangen wir mal von vorne an. Ich konnte ihm Internet insgesamt 3 regelmäßig wiederkehrende Kurse zum Flechten von Stülpern finden.

    1. Flechtkurs im Bieneninstitut Mayen-Koblenz/1 Tag

    2. Flechtkurs im Bieneninstitut Celle / 1 Tag aber 3 x hintereinander in einer Woche

    3. Flechtkurs im Weidenzentrum Wurster mit Rob van Hernen / 3,5 Tage. Rob bietet zwei Kurse an.

    - Lüneburger Stülper

    - Herrmannsburger Kanitzkorb


    Die Kurse sind, sobald online geschaltet, meist sehr schnell komplett ausgebucht. Was mich auch irgendwie freut. Offensichtlich ist das Interesse noch rege vorhanden.

    Mein Kurs war Anfang November und ich hatte im April bereits gebucht und bekam den letzten Platz.

    Allerdings waren auch Nichtimker im Kurs die einfach nur lernen wollten einen Korb zu Flechten.


    Der Kurs begann Donnerstag Nachmittag und ging bis zum Sonntag Abend.


    Donnerstag:

    Anreise und beziehen des Zimmers im Weidenzentrum. Ich kann im allgemeinen nur abraten dort ein Zimmer zu buchen. In der nahen Umgebung gibt es für deutlich weniger Geld voll ausgestattete Ferienwohnungen. Bei Fragen hierzu schreibt mir einfach eine PN, ich möchte keine öffentliche Hetze betreiben, den es gab noch mehr Gründe.


    Am Abend gab es einen Vortrag zur Korbimkerei mit den Vorteilen und den Nachteilen. Es wurde nicht romantisiert oder schön geredet. Es wurde ganz klar gesagt auf was man sich einstellen muss wenn man Korbimkerei betreiben möchte. Anschließend gab es noch eine Frage-/Antwortrunde. Das Ganze ging bis ca. 21 Uhr.


    Freitag:

    Beginn gegen 0800 Uhr. Es gab eine Erklärung zum Werkzeug, wie man sein Stroh und Bindematerial vorbereitet, was man dabei beachten muss usw.

    Dann begann der schwierigste Teil beim Korb....der Anfang. Ich habe dazu mehrere Anleitungen gelesen und einfach ist es nicht. Selbst wenn man es erklärt bekommt, hat es seine Tücken. Es braucht scheinbar viele Körbe bis man es kann. Zuhause habe ich einen zweiten Korb schon in der Mache und es war wieder ein Krampf 😆.

    Mit Pausen haben wir bis ca. 2000 Uhr gearbeitet und ich habe lediglich den Kopf bzw. "Deckel" fertig bekommen.


    Samstag:

    Beginn gegen 0800 Uhr.

    Ich habe mich zur "Schräge" und darüber hinaus wieder zur geraden Wand gearbeitet. Das hat den ganzen Vormittag in Anspruch genommen.

    Am Nachmittag kam der nächste wichtige Teil, das Flugloch. Das war allerdings deutlich einfach als der Korbanfang.

    Nach dem Flugloch hieß es dann "Meter machen"... Ich hatte das Gefühl, ich arbeite in Zeitlupe. Pro Stunde eine Windung (wenn überhaupt). Dazwischen musste auch immer wieder das Bindematerial verlängert werden, was in der Flechtanleitung NRW zwar beschrieben aber nicht leicht verständlich ist. An diesem Abend habe ich bis ca. 2100 Uhr geflochten und die Hälfte des Korbes fertig bekommen.


    Sonntag:

    Beginn 0800 Uhr. Allerdings nur für mich, beim Rest war die Luft raus. Die tauchten teilweise erst gegen 09:30 auf, zwei Personen haben abgebrochen wegen Handproblemen (das geht ordentlich auf die Hände).

    Es mussten heute also jede Menge Meter gemacht werden und es galt darauf zu achten, dass die Wand auch gerade nach unten geht. Am frühen Abend war ich dann auch langsam am Ende angekommen und es galt den Abschluss zu fertigen. Ich war mittlerweile der Letzte. Die Anderen waren allen schon weg ohne die Körbe fertigzustellen . Ich hatte mir aber in den Kopf gesetzt, erst zu gehen, wenn der Korb fertig ist. Sehr zur Freude von Rob 😁.

    Ich glaube gegen 1900 Uhr war ich dann fertig. Anschließend haben wir den Korb noch ausgeflammt, ein wenig geredet und dann gings nach Hause.


    Fazit zum Kurs:

    Wer einen kleinen Einblick haben möchte in die Flechterei von Bienenkörben, für denjenigen reicht mit Sicherheit ein Kurs von nur einem Tag. Wer es richtig lernen möchte, sollte einen mehrtägigen Kurs machen.

    Bestimmte Handgriffe und Arbeitsschritte stehen einfach nicht in den Flechtanleitungen. Hinzu kommt, das ein erfahrener Korbimker viel Praxiserfahrung und Tipps parat hat. Wie zum Beispiel das Nachspannen der Korbbindung ohne mit 60 Jahren Arthrose in den Daumengelenken zu haben (kein Witz).

    Beim Flechten merkt man übrigens dann auch, welches Werkzeug man braucht und welches nicht.


    Apropos Flechtanleitung:

    Ich hab mittlerweile die Korbflechtfibel aus NRW sehr zu schätzen gelernt, weil das Flechten dort besser erklärt wird. Die Anleitung für Lüneburger Stülper vom LAVES Celle hält aber mehr Infos für die Betriebsweise und historische Hintergründe bereit. Wenn ich in der Werkstatt sitze beim Flechten, dann liegen immer beide bereit 😊.


    Ausblick:

    Wie geht es jetzt bei mir weiter?

    Für Februar habe ich mich zum Korbflechten in Celle bei Wulf Ingo Lau eingetragen (Antwort steht noch aus). Ich weiß das Ingo den Korbanfang etwas anders gestaltet. Somit ist der eine Tag für mich ausreichend. Der Rest des Korbes ist identisch.

    Evtl. buche ich mich auch im Spätjahr in Koblenz ein. Mich würde interessieren wie dort der Korbanfang gestaltet wird.


    Zur Schwarmzeit werde ich Rob wahrscheinlich eine Woche unterstützen.

    So gesehen eine Win-Win Situation. Er erklärt mir wie man Körbe repariert und die Schwärme abfängt,

    ich flicke seine Körbe und halte Schwarmwache während er andere Dinge tun kann ^^.


    Im Frühjahr werde ich mir auf mein Gartengrundstück einen Bienenzaun bauen, der dem Original nachempfunden ist.

    Dazwischen stehe ich immer in Kontakt mit einem Korbimker oder lese zum 100sten mal Lehzens Buch.


    Ich werde versuchen einen Bienenzaun in einem süddeutschen Heidegebiet bei mir in der Nähe zu errichten. Da werde ich viele Hürden haben weil der Naturschutz, den ich auch unterstütze, in diesen Gebieten sehr hart durchgesetzt wird.


    Wenn ihr Fragen habt oder ich was vergessen habe, schreibt es einfach in dieses Thread.

    Wenn der Stand steht und die Körbe besetzt sind gibt's auch Bilder 😁.


    Und damit auch Rase seinen Seelefrieden findet, denn scheinbar kann er nachts nicht mehr schlafen😂, bin ich nächstes Jahr zu Schwarmzeit eine Woche bei Rob. Ich bekomme 1-2 Tage erklärt wie die Nummer mit den Schwarmfangbeuteln funktioniert und ab dann soll ich es selbst machen (eine Leiter gibt's dazu 😅). Bis dato sind meine Körbe noch nicht besetzt. Das Jahr drauf 2023 kümmere ich mich dann um meine eigenen Körbe 😉.

    Das Stroh und das Bindematerial für den Kurs hatte Rob dabei. Zuhause habe ich natürlich, wie im Thread beschrieben, mein eigenes Stroh. Um das Stroh muss ich mich nächstes Jahr auch wieder zeitig kümmern.


    Ich weiß, Eigenlob stinkt, Rob meinte aber, dass mein Korb für einen ersten Anlauf ganz gut aussehe 😁. Während des Kurses wurde gesagt, dass nicht unbedingt die ersten 100, vermutlich aber mindestens die ersten 10 eher "mäßig" werden 🙈. Wenn man weiß wieviel Zeit in einem Korb steckt, dann sind auch 10 miese Körbe ziemlich bitter 😅.


    Über den Kurs selbst werde ich noch einen Bericht schreiben sobald ich wieder Zuhause bin. Sowas nervt am Handy ziemlich und geht über die Tastatur am PC deutlich besser.


    Ein kurzes Fazit kann ich aber geben...

    Wer wirklich lernen möchte wie man Lüneburger Stülper flechtet, braucht entweder einen erfahrenen (bereitwilligen) Korbimker oder den Kurs bei Rob. Zumindest ist Rob der einzige den ich gefunden habe der einen Kurs über 4 Tage anbietet. Rückblickend bin ich nämlich der Meinung, dass mir ein Eintags-Kurs, kaum etwas gebracht hätte.

    Es existieren ja hier und da Heidegebiete in Süddeutschland. Da wäre z.B. die Mehlinger Heide bei Kaiserslautern, Dossenwald bei Mannheim, Dünen bei Speyer usw. Mit Sicherheit ist die größte Heide in Süddeutschland mit 410 ha, nichts im Vergleich zur Lüneburger Heide mit 107000 ha. Die Besenheide gedeiht aber auch hier.


    Bis jetzt konnte ich weder über die Suche bei Google, noch hier im Forum, Informationen darüber finden ob Imker diese Tracht bei uns nutzen.

    Liegt es an den Restriktionen? Viele dieser Heideflächen sind gepflegte Naturschutzgebiete.

    Oder liegt es an der fehlenden Erfahrung? Damit meine ich die späte Honigernte, Varroabehandlung und Einwinterung erst Anfang September.

    An der Trachtmenge liegt es scheinbar nicht. Für einen Berufsimker vermutlich uninteressant aber ein Hobbyimker könnte durchaus ein paar Kg rausholen. Heidehonig aus Süddeutschland wäre schliesslich auch was 😁.

    Ich hoffe, ich liege total falsch 👍😂

    🤣🤣🤣🤣 ich könnte ja ein Video posten, in dem man bei stilvoller musikalischer Untermalung sehen kann, wie sowas mit einem Winkelschleifer im OP entfernt wird 😁 .... vermutlich bekäme ich hier dann lebenslang Hausverbot 😂.


    wie ein Spagetti-Portionierer, damit kann man die Stärke der Strohwülste konstant halten und die Halme bündeln.

    Besser hätte ich es nicht erklären können. Die gängigsten Bezeichnungen sind Flechtring und Tülle. Hin und wieder lese ich auch den Begriff "Preigen". Meistens wurden sie aus gekochtem Ochsenhorn hergestellt, seltener aus Metall. Meistens waren sie rund, gelegentlich auch oval.

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    Mal ganz untraditionell 😉. Die Tülle aus Aluminium wurde mir, unter extremen Mühen, von einem guten Freund hergestellt.... naja eigentlich hat er nur ein paar Knöpfe gedrückt und ein paar Sekunden später hat die Maschine den Ring ausgeworfen 😅. Die Tülle hat einen Durchmesser von exakt 5cm.