Beiträge von Maximilian

    Eine wirkliche Quest quasi;-).

    Anscheinend sind wir schon mindestens 3 Velomobilfahrer im Forum ;) .

    Die meisten, die sonst in die Korbimkerei einsteigen wollen, haben nach ein paar Jahren leere Körbe, weil ihnen die Anpassung an heutige Verhältnisse nicht gelingt (oder sie diese gar nicht erkennen), so jedenfalls meine Erfahrung.

    Bei der Tracht habe ich mir natürlich verschiedenste Gedanken gemacht. Ich wohne an der Grenze zum pfälzer Wald. Auf der einen Seite habe ich massig Frühtracht durch Obst und Raps. Hier möchte ich mich in erster Linie mit den größeren Obst-Biobauern unterhalten und den Raps meiden. Auf der anderen Seite habe ich Robinie und Edelkastanie. In meiner Familie gab es früher noch Landwirtschaft. Daher haben wir noch kleine Waldländereien im Bereich der Edelkastanie. Ich muss somit zum Glück bei niemandem anfragen um meinen Bienenstand dort aufzubauen und alle Örtlichkeiten liegen im selben Landkreis.


    Sonnenblume

    Sie war eine ganze Zeit bei uns verschwunden aber mittlerweile beginnen wieder einige Landwirte mit dem Anbau in unserer Region. Die Problematik liegt hierbei in der Zucht. Die neueren Hybriden werfen anscheinend wenig Nektar ab. Allerdings habe ich gehört es gäbe auch hier den ein oder anderen Biobauern der die älteren Sorten anbaut (man muss zum Acker immer erst den Besitzer finden ^^ ).


    Phacelia

    Wird bei uns in der Region immer mehr verwendet und blüht teilweise bis in den Herbst.


    Kornblume

    Ist mein eigenes Zusatzprojekt. Ein 1 Ha Acker nur mit Kornblume und Mohn. Hier gibt es Landwirte die bereit wären mich mit Acker und Aussaat zu unterstützen. Allerdings stört mich der "Pachtpreis". Der Landwirt verdient mit dem Acker nichts, also wäre in der Pacht der Ernteausfall enthalten.


    Berichte bitte weiter!

    Für mich persönlich: nein, danke.

    Aber ein bisschen zu Dir rüberschielen und ein paar Erfahrungen aufgreifen: sehr gerne 😊

    Meinen besten Wünsche hat er.

    Vielleicht hast du, Maximilian, Lust das ein wenig auch mit Fotos zu dokumentieren.

    Ich würde trotzdem sehr gerne weitere Berichte zu dem Vorhaben hier lesen

    Ich freue mich über das Interesse an meinem Projekt und halte euch gerne auf dem Laufenden. Ich komme hier mit Fotos hochladen zwar noch nicht wirklich zurecht aber das wir sich sicherlich geben ^^ .

    Wieviel Bienenkörbe waren zur Zeit bei Maximilian nochmal von Bienen besetzt?

    Im Moment besitze ich (noch) keine Körbe weil ich es ablehne mir welche zu kaufen (höchstens ein Originalkorb als Anschauungsobjekt). Ich finde, wenn man die Korbimkerei betreiben möchte, dann sollten man in der Lage sein einen Korb zu flechten. Daraus resultiert nämlich auch, dass ich in der Lage bin die Körbe instandzusetzen. Der ein oder andere Imker den ich kenne, hält sich Bienen nebenher in ein oder zwei Körben. Die Körbe sehen mittlerweile aber sehr bemitleidenswert aus. Es fehlt einfach das Wissen zur Reparatur (welches ich auch erst bei Rob van Hernen erlernen werde).

    ribes

    Danke für die Informationen. Das werde ich bei Gelegenheit mal nachlesen. Der Sensenlehrer dengelt und schärft mir meine Sichel dieses Jahr nach getaner Arbeit. Er bietet auch regelmäßig Dengelkurse an und bei Fragen kann ich jederzeit vorbeischauen... ich will die teure Sichel ja nicht kaputt machen ^^ .


    Rubio

    Die Honigentnahme wird im Regelfalle mit der Varroabehandlung kombiniert.

    Der Korb wird abgestoßen. Das Volk kommt also in einen leeren Korb und kann dort mit OS behandelt und anschließen eingefüttert werden. Aus dem nun bienenfreien Korb werden die Waben entnommen und der Honig als Scheiben bzw. Wabenhonig oder Presshonig verwendet.

    Falls noch Brut vorhanden ist (einige Korbimker warten bis im September die Brut ausgelaufen ist) kommt diese zusammen mit dem restlichen Wachs in den Schmelzer. So gesehen eine TBE.

    Es wird hierbei auf das Abschwefeln verzichtet. Das war jetzt nur die grobe Kurzform.

    Es ist der Hydroxymethylfurfural-Wert des Honigs. Bei frischem Honig ist er sehr niedrig. Wenn der Honig zu lange oder falsch gelagert wird, dann steigt dieser Anteil. Auch eine falsche Erwärmung des Honigs kann die ursache eines zu hohen HMF-Wert sein.

    Die dazugehörigen Werte im Honig, die vorgeschriebenen Grenzwerte oder die Werte in anderen Lebensmittel findet man auf verschiedenen Internetseiten.


    Der DIB gibt als Obergrenze 15mg/kg und die EU 40mg/kg vor. Bitte berichtigt mich wenn die Werte falsch sein sollten.

    Nach fast einem Jahr schreibe ich mal wieder etwas in meinen Thread und den Stand der Dinge. Ich dachte mir, den ein oder anderen wird es vielleicht interessieren. Ich war im letzten Jahr zu diesem Thema also keineswegs untätig und die ein oder andere Erfahrung habe ich bereits gemacht. Das aller wichtigste! Wer mit Körben imkern möchte braucht in erster Linie Idealismus... und davon reichlich ^^ . Es geht mir dabei nicht um :" Bienen in den Korb und los gehts!" sondern um das Gesamthandwerk mit allem was dazu gehört. Flechten, Werkzeuge, Arbeitsweisen usw. Mir ist durchaus bewusst, es gibt weniger Honig und das bei höherem Arbeitspensum.


    Mit was habe ich mich also das letzte Jahr beschäftigt:

    Welche Literatur?

    Dazu habe ich bereits einen Thread erstellt. Es war ein bisschen Arbeit die jeweiligen Bücher zu finden.


    Kann ich mir Körbe irgendwo anschauen?

    Ich hatte mit meiner Frau einen schönen Tag im Bienenmuseum bei Pfefferle. Hier gab es gefühlt fast alles und eine sehr gute Führung.


    Welcher Imker kann mir helfen?

    Mittlerweile habe ich Kontakt zu drei verschiedenen Korbimkern die alle sehr hilfsbereit sind und sich Zeit nehmen wenn man fragen hat.


    Wo bekomme ich Roggen her?

    In diesem Jahr greife ich auf relativ unbehandelten Roggen zurück der lediglich für die Biogasanlage gedacht ist. Nächstes Jahr würde mir ein Landwirt den Schmidtroggen anbauen weil er einen "Schulungsbauernhof" betreibt. Ob da nun Dinkel, Roggen oder Hafer steht, ist ihm egal. Daraus ergab sich die nächste Frage.


    Mit welchem Wergzeug ernte ich den Roggen?

    Nach einem kurzen Schriftverkehr mit Celle wurde mir grundsätzlich zur Sichel geraten. Hiermit kann ich das Stroh von Hand schon etwas sortieren. Kausal wie das ganze ist, kam die nächste Frage.


    Wo bekomme ich richtiges Werkzeug her und wer kennt sich damit aus?

    Nach ein wenig Recherche fand ich ganz in der Nähe einen offiziellen Sensenlehrer. Der hat mich über das Werkzeug beraten und mir entsprechendes hochwertiges Material bestellt (also keine Baumarktsichel ;) ). Ich weiß nun auch was ein Dengelamboss ist... und das ich einen Kurs zum dengeln brauche ^^ .


    Womit binde ich meine Körbe?

    Nach langem hin und her zwischen Weide, Bast usw. bin ich zum traditionellen Bindematerial gekommen nämlich die Fichtenwurzeln. Zum Glück wohne ich im pfälzer Wald und habe davon reichlich. Wurzeln ausgraben und bearbeiten ist ne ganz schöne Sch***arbeit :D .

    Rob von Hernen bindet seine Körbe auch noch mit Fichtenwurzeln.


    Wie hoch, wie breit, wie dick ?

    Klingt banal aber bemessen am Gesamtgewicht und dem Raumvolumen muss man sich damit auseinandersetzen um einen einheitliche Größe zu haben. Also 47cm hoch, 45cm breit, 5cm Wandung (ergibt ein Raumvolumen von ca. 40L).


    Welches Werkzeug für den Korb brauche ich?

    Da half mir das Buch "Gerät der Korbimker" weiter. Ein befreundeter Hobbyschmied fertigte mir verschiedene Korbmesser und Kiepenkratzer an. Wobei er an letzterem fast wahnsinnig geworden wäre :D. Wandertücher, Schwarmfänger gibt es zum Glück noch bei Holtermann.


    Spielt mein Arbeitgeber mit?

    Zur Schwarmzeit kann ich relativ flexibel reagieren. Ich gedenke mich also tatsächlich vor die Körbe zu setzen ;).


    Wa steht als nächstes an?

    - Roggenernte

    - Wurzeln sammeln

    - Flechtkurs

    - über Winter Körbe flechten


    Fazit: Wie eingangs beschrieben, man muss es wollen ;) .

    OT: Neulich dachte ich mir, ich könnte die Gepflogenheiten des Forum auf mein Privatleben adaptieren :) . Dazu folgende Geschichte...

    Meine Frau und unser Nachbar standen gerade im Hof als ich von der Arbeit nach Hause kam. Meine Frau begrüßte mich mit den Worten :" Hallo Schatz wie war dein Tag?" Dann ging alles ganz schnell . Sie bekam für die Frage erstmal einen Spruch gedrückt und ich von meinem Nachbarn ein High Five ^^ . Anschließend sagte ich zu meiner Frau :" Was is los mit dir? Das Thema hatten wir doch schon zig mal, nutz die Suchfunktion und jetzt mach Essen..." ^^^^^^ . Tja, jetzt schlafe ich erstmal auf der Couch... :D;) .


    Im Ernst, danke für die Infos, ich hab den Wink verstanden ;) .

    Ich beschäftige mich als Anfänger gerade mit dem Thema "Sanftmut der Biene" und stelle mir nun die grundsätzliche Frage der Wehrhaftigkeit.

    Grundsätzlich verteidigten sich die Bienen wenn sie sich bedroht fühlen. Damit unterscheidet sich die Biene nicht von einem Menschen oder anderen Tieren.

    Nun ist es im Interesse des Imkers eine Biene zu besitzen die "Gesellschaftsfähig" ist. Sei es weil man gerne Bienen im Garten hat, der Stand sich in der Nähe von öffentlichen Einrichtungen befindet oder man einfach gerne in Badehosen imkert.


    Die Biene unterscheidet doch bei Gefahr aber nicht zwischen Imker, Maus usw. sondern eben nur Bedrohung oder nicht. Wenn nun das Abwehrverhalten der Sanftmut weicht, wie sehr neigt die Biene noch zu einem Defensivverhalten gegenüber Eindringlingen. Ich habe bei Rase auf dem Kanal den Vortrag über die asiatische Hornisse als auch den Beutenkäfer verfolgt und mich gefragt, wie sehr die Bedrohung der Bienenschädlinge steigen könnte und wie wehrhaft die Bienen sind. Natürlich ist es entspannt mit lobotomierten Bienen zu arbeiten. Läuft man aber dann nicht Gefahr, dass die Bienen Eindringlinge einfach durchwinken?

    Im Zuge dessen habe ich auch gelesen das mancher Imker darauf achtet, eine gewisse Wehrhaftigkeit zu erhalten. Keine blinde Aggression aber ein gesundes Defensivverhalten.


    Wer aus dem Schäferhund einen Mops macht, muss sich im klaren sein, dass der keinen Einbrecher stoppt.

    Die Analogie zu einem Hund passt jetzt zwar nicht ganz, weil ein Hund zu deutlich komplexeren Denkvorgängen in der Lage ist, aber mir ist kein anderes Beispiel eingefallen.


    Gibt es hierzu Erfahrungen ?

    Der fränkische Bienenwirt von 1804.

    https://digital.zbmed.de/apido…nfo/5097339?query=franken


    Bei diesen sehr alten Büchern findet man zwar meistens Beschreibungen aber leider keiner Bilder.

    Der Verfasser rät von den Standartkörben ab und empfiehlt den Kranzkorb.

    Von seiner Beschreibung her könnte es einem Zylinderstock mit halbhohen Honigkränzen oder dem kanitz´sche Volksstock aus Ostpreuße ähneln.


    Schau mal hier in den Thread

    Literatur zur Korbimkerei


    Dort findest zu Links zu den Büchern "Der Korbimker" und "Badische Imkerschule". In diesen Büchern findest du eine Darstellung der Körbe die der Beschreibung im Buch des fränkischen Bienenwirts in etwa entsprechen.

    "Die Hauptstücke aus der Betriebsweise der Lüneburger Bienenzucht 4. Auflage - Eduard Knoke von 1922"

    Im Vergleich zur 1. Auflage ist die 4. Auflage verbessert. Es gibt deutlich mehr Illustrationen und Bilder. Beispielsweise wird hier das Korbmesser dargestellt, die Fertigung des Weiselklobens erklärt, es gibt eine kurze bebilderte Flechtanleitung usw. Da die 4. Auflage nur käuflich zu erwerben ist, war ich zunächst unschlüssig ob es sich überhaupt lohnt, aber sie ist das Geld wert.

    Ich habe diesen Nachdruck bis jetzt nur bei Holtermann gefunden.

    Zum Thema bebrütet Waben.

    Die deutsche Honigverordnung und die Honigverordnung des DIB sind in diesem Punkt deckungsgleich. Es wird von "brutfreien Waben" gesprochen. Ob die Waben bebrütet waren oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Zur Ernte darf keine Brut auf den Waben sein.

    Ich persönlich finde es nicht schlimm wenn es frischer Naturbau ist der bebrütet war.

    Eine Wabe die die Farbe eines alten Kaffeefilters hat würde ich jetzt aber auch nicht verwenden.

    Bevor aber die große Diskussion darüber beginnt 😁... am Ende des Tages zählt die gültige deutsche Rechtssprechung und die ist eindeutig 😉.

    Würde eigentlich auch eine TBE, Kunstschwarm und Bauerneuerung funktionieren? Mit Sicherheit rollt jetzt der ein oder andere mit den Augen bei dieser Frage. Bei den Korbimkern geht das doch auch. Im September abstoßen, Kunstschwarmbildung und mit Oxalsäure behandeln.

    Jetzt kommen aber die Faktoren die ich aufgrund fehlender Erfahrung nicht abwägen kann.

    Funktioniert es bei denen weil die Völker vereint und stark werden oder weil durch das jährliche Schwärmen und die Brutpause der Varroadruck niedriger ist ?

    Über die letzten Monate hatte ich mich sehr viel mit der Korbimkerei beschäftigt. Um auch anderen die Möglichkeit zu geben, sofern Interesse besteht, habe ich die gängigen Bücher mit Quellenangabe zusammengestellt. Es hat eine ganze Weile gedauert die ganzen Werke zu finden.

    Ich werde den ersten Beitrag in diesem Thema immer wieder bearbeiten um ein wenig die Übersichtlichkeit zu gewährleisten. Wenn sich eine Änderung ergibt schreibe ich immer einen Kommentar dazu.

    Bei den kostenpflichtigen Büchern darf ich leider nicht verlinken.

    Wenn es mir von Seiten der Administration gestattet wird füge ich die Links gerne nachträglich ein.


    Viele Bücher sind in dieser Onlinebibliothek kostenlos zu finden. Unter dem Suchbegriff "Strohkorb" findet man für die verschiedensten Bundesländer Bücher zur Imkerei. Im Regelfalle steht in jedem Buch bis 1900 etwas zu Körben und deren Betriebsweise.

    https://digital.zbmed.de/apidologie


    "Die Hauptstücke aus der Betriebsweise der Lüneburger Bienenzucht - Georg Heinrich Lehzen von 1880"

    Zweifelsfrei ist es inhaltlich ein sehr gutes Buch zur Korbimkerei. Ich möchte aber nicht sagen es ist das Wichtigste, sondern lediglich das Bekannteste. Es gibt noch einige andere Bücher zur Korbimkerei. Zu finden unter:

    https://digital.zbmed.de/apido…2828142?query=Korbimkerei


    "Gerät der Korbimker in der Lüneburger Heide - Hans Günther Brockmann von 2009"

    Dieses Buch, welches ich im Internet leider nicht digitial finden konnte, ist einer sehr gute Ergänzung zum oben genannten Buch von Lehzen. Es erläutert in Bild und Text allerlei Begriffe, die man beim Lesen von Lehzens Buch findet, aber nichts damit anzufangen weiß.

    Bezug über:

    Imkermeister Andreas Le Claire, a.le-claire@gmx.de


    "Der Korbimker - Imkerverein Luzern von 1893"

    Es gibt eine "Neuauflage" für knapp 26 Euro bei Amazon. Ich hatte mir das Buch zunächst bestellt, aber wieder zurückgeschickt. Es ist lediglich eine schlecht abkopierte Version des Originals (Buchstaben z.B. schlecht lesbar). Die digitale Version ist wesentlich besser (und kostenlos). Zu finden unter:

    https://www.regensburger-katalog.de/TouchPoint/perma.do?v=ubr&l=de&q=1035=%22BV007424953%22+IN+%5b2%5d


    "Korbflechtfibel - Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen von 2004"

    Diese "Flechtfibel" hatte ich mir als erstes gekauft. Nach Rücksprache mit dem Bieneninstitut Celle sind aber einige Ratschläge nicht unbedingt zielführend. Z.B. sind Brombeerranken nicht sehr haltbar bei Körben. Flechtnadeln, selbst wenn glattpoliert und flach, lassen sich zum Nähen von Körben mit dicker Wandung kaum verwenden. Dennoch sind ein paar nützliche Informationen darin zu finden.


    "Anleitung zur rationellen Bienenzucht - Illgen Heinrich von 1875"

    In diesem Buch hat mir die Beschreibung zur Bildung von Kunstschwärmen bisher am besten gefallen.

    Auch in der damaligen Korbhaltung war klar, nicht jeder hat Zeit auf Naturschwärme zu warten.

    Die Verfahrensweise ist sehr eindeutig beschrieben. Zu finden unter:

    https://digital.zbmed.de/apido…content/titleinfo/2545512


    "Der Lüneburger Stülper, Anleitung zum Binden eines Bienenkorbes - Wulf Ingo Lau/Heinz Timrott von 1995"

    Die Flechtanleitung hat mehr Bezug zu den Lüneburger Stülpern und einzelne Arbeitsschritte sind im Detail besser erklärt. Ein Ersatz für einen Flechtkurs ist die Anleitung leider nicht. Bezug über (gegen eine Schutzgebühr):

    Poststelle.ib-ce@laves.niedersachsen.de


    "Bienengemäß Imkern - Günter Friedmann von 2016"

    Zugegeben, dieses Buch hat auf den ersten Blick, wenig mit der Korbimkerei zu tun. Inhaltlich werden aber einige wesentliche Punkte thematisiert wie z.B. Schwärme, Naturbau usw. Ich empfand es als gute Ergänzung zu den anderen Büchern.


    "Bienenkiste, Korb und Einfachbeuten - Dr. Friedrich Pohl von 2013"

    In diesem Buch waren für mich hauptsächlich die Seiten 39-63 Interessant. Hier erklärt Dr. Claudia Jäger in kurzen Worten die Korbimkerei in der Moderne. Hierbei wird auch das Behandlungskonzept gegen die Varroa und der Aufbau des hierfür benötigten "Korbbodens" erklärt.


    "Am Flugloch - Heinrich Storch von 1951"

    Dieses Werk ist eigentlich mehr eine "Problem - Antwort" Tabelle aber dennoch ein sehr guter Ratgeber wenn man einfach nur beobachten möchte.


    "Der praktische Imker - C.J.H. Gravenhorst von 1883"

    Hier geht es um den Gravenhorster Bogenstülper, seine Konstruktion und seine Betriebsweise. In anderen Büchern wird darauf hingewiesen das Gravenhorst sich die Idee eher vom "Torstock" abgeschaut hat als vom Lüneburger Stülper. Zu finden unter:

    https://digital.zbmed.de/apido…content/titleinfo/3047231


    "Badische Imkerschule - J.M. Roth von 1894"

    Hier geht es unter anderem um die Bienenhaltung in Körben in Süddeutschland. Zu finden unter:

    https://digital.zbmed.de/apido…content/titleinfo/5042635

    Ich weiß, der Beitrag ist relativ alt, dennoch würde ich gerne etwas dazu Posten. Die Frage könnte ohnehin gelegentlich wieder auftauchen. Zur Position der Fluglöcher habe ich im Buch "Badische Imkerschule" von 1894 eine Erläuterung gefunden. Bitte denkt daran, es geht um die damalige Denkweise und nicht ob es heutzutage sachlich richtig ist.


    Hier der Auszug...


    "Das Flugloch wird gewöhnlich an der Stirnseite der Wohnung eingeschnitten, über die Lage desselben sind die Meinungen geteilt. Die einen glauben, es solle wenigstens in einer Höhe von 15 cm über dem Bodenbrette stehen; in Lüneburg geht man darin sogar noch weiter. Andere wollen es unmittelbar über dem Bodenbrette angebracht wissen. Beide Ansichten haben manches für sich und manches gegen sich. Ein höher liegendes Flugloch bietet u.a. die Vorteile, dass sich dasselbe nicht leicht verstopft, dass schwächere Völker besser zum Flugloch gelangen und daher einige zur Reinigung geeignete Stunden eher benützen können, als wenn sie erst ans den Boden steigen müssen; auch vermögen die aufgeflogenen Bienen an rauen Tagen rascher ins warme Brutnest zu gelangen. Dem stehen aber wieder Nachteile gegenüber. Bei höherem Flugloch ist z.B. den Bienen die Reinhaltung der Beute von Toten und Gemüll sehr erschwert. Kommt der Imker schwächeren Stöcken nicht stets zu Hilfe, so gibt der Boden eine Brutstätte für Motten und Bienenläuse. Doch ist das alles nicht ausschlaggebend. Die Trachtverhältnisse, der Betrieb sprechen das entscheidende Wort. Naturgemäß verlege die Bienen das Brutnest in die Nähe des Fluglochs. Wenn sich dieses nun weit oben im Stocke oder doch in einer gewissen Höhe desselben befindet, so dehnt sich die Brut nicht nur in dem unteren honigleeren Teile der Waben, sondern auch noch etwas über das Flugloch aus. Der Honig muß mehr nach rückwärts angelegt werden, weil sich im Haupte zu viel Brut befindet. In Frühtrachtgegenden haben dann die Bienen nach Beendigung der Tracht, falls diese nicht eine ganz reiche war, zu wenig Honig im Überwinterungsraum . Stöcke mit unterem Flugloch werden hier überhaupt honigreicher, als solche mit höher liegenden. Letztere begünstigen mehr die Vermehrung des Volkes, sind also vorzugsweise Schwarmstöcke und haben ihre Berechtigung in Gebieten mit reicher Spättracht. Aus diesen Gründen hat man sich auch in Baden durchweg für das tiefliegende Flugloch entschieden. Noch ein anderer Umstand spricht dafür. Starke Völker atmen viel Kohlensäure aus. Diese ist schwerer als Sauerstoffund senkt sich daher an den Boden der Beute herab. Befindet sich nun hier das Flugloch, so kann sie entweichen, sich nicht aber ansammeln und den Bienen gefährlich werden. Dem Verstopfen ist im Winter durch fleißiges Nachsehen vorzubeugen. Das Flugloch soll 8 — 10 ein breit und 1 ,5 bis 2 ein hoch sein, sich nach innen noch etwas erweiternd. Mittels eines Blechschiebers wird eine beliebige Verengerung oder der Verschluss bewirkt. Wenn der Schieber durchlöchert ist , so kann das Flugloch im Winter soweit verengt werden, daß wohl Bienen heraus, aber keine Mäuse in den Stock gelangen können .Dreietagige Stöcke müssen im Honigraum ein zweites Flugloch haben. Dasselbe gestattet, die dritte Etage unter Umständen als eine selbständige Wohnung (Königinnenzucht, Reservevolk) zu benutzen; außerdem wird durch das zweite Flugloch an sehr heißen Tagen eine den Bienen wohltuende Lüftung des Stockes ermöglicht."

    ich habe mich heute zufällig mit einem Korbimker unterhalten, der immernoch Herzblut in die Korbimkerei steckt, weil seine Familie das in 5. Generation betreibt (Ich möchte damit zum Ausdruck bringen, dass der Mann Ahnung hat).


    Im Spätjahr stehen die Bienen in der Heide, gegen August/September kommen die Bienen zurück, die Körbe werden abgetrommelt und das darin befindliche Wabenwerk samt Honig wird entnommen.


    Ich zitiere einen Absatz aus dem Buch "Bienenkiste, Korb und Einfachbeuten" von Friedrich Pohl.

    :"Die Korbimkerei ist eine die Bienengesundheit fördernde Imkerei. Mit der Schwarmbetriebsweise und dem regelmäßigen jährlichen Abstoßen aller Bienenkörbe erzielen sie eine bis zu 250% jährliche Wabenbauerneuerung. Moderne Magazinbetriebsweisen wie das celler Rotationsverfahren basieren in wesentlichen Teilen auf der althergebrachten Betriebsweise der Korbimkerei."


    Bevor jetzt jemand zur Diskussion ansetzt, der Text entstammt nicht meinem Geiste. Es steht aber jedem frei im Bieneninstitut Celle anzurufen und dort mit dem jeweiligen Ansprechpartner über die Korbimkerei zu "Philosopieren" 😁.

    Apropos Holzpresse....

    Ich habe jetzt schon Unterschiedliches gelesen.

    Meine Presse ist aus Edelstahl um möglichst hygienisch zu arbeiten.


    Heidjer hier im Forum schwört auf seine Stader bzw. Böhlingsche Presse aus Holz.

    Gepresst und Geschleudert!


    Auf der Seite von G. Wein gibt es eine Obstpresse (die auch von einigen zum Honigpressen verwendet wird) in deren Beschreibung steht :"Maische und Saft kommen nicht mit Metall in Berührung". Es sei gesagt, er vertreibt auch Edelstahlpressen.


    Nun Frage ich mich welche Einflüsse das jeweilige Material auf den Honig nimmt.

    Ich habe irgendwo mal etwas von Oxidationprozessen gelesene die sich auf den Honig auswirken könnten. Leider finde ich den Bericht nicht mehr.