Beiträge von ImkerBruno

    Bisher die Wirtschaftsvölker ohne Schwärmen bis zum heutigen Tag gebracht (begrenztes Brutnest (5 BW) und überdurchschnittliche Raumgabe HR).

    Nun aber ändert sich die Situation.

    Aufgrund der beginnenden „Kälteperiode“, die zu einer depressiven Phase nach Bretschko/Armbruster führt, mit deutlichem Signal Schwarmstimmung (siehe Modell Tagesmaximaltemperaturen), habe ich die beabsichtigte TBE mit der Frühjahrshonigentnahme gekoppelt und konsequent für 5 Wirtschaftsvölker und 2 Vermehrung-/Pflegevölker durchgeführt. Ziel ist es, auf Varroabehandlung künftig zu verzichten.

    Die Völker explodieren gerade, was das Verhältnis verdeckelte zu offenen Brut anbetrifft. Schwarmzellen nicht entdeckt, Spielnäpfchen ja.

    Ob Anfang August behandelt wird, richtet sich nach möglichem Befallsgrad.

    Grüße Bruno

    Alle Signale zeigen eine deutliche Schwarmgefahr auf, um den 23.05. Bis spätestens 28.05. muss ich Maßnahmen ergreifen. Das ist für meine Betriebsweise eine modifizierte TBE.

    Das hatte ich am 14.05.2022 geschrieben.

    Nun, alle Signale stehen auf rot.

    Nach dem „Kälteeinbruch" sollten die Schwarmtendenzen überproportional zulegen.

    2022-05-26-Zeuthen.jpg

    Das betrifft nicht nur meine Gegend, sondern gilt wohl Deutschlandweit. Habe mal zum Vergleich die Daten vom Hintertaunus für Rudi nassauer mit dargestellt. Deutliche Analogie erkennbar.

    2022-05-26-Löhnberg.jpg


    Alle o.g. Schwarmindikatoren treffen noch zu. Mir fehlt jetzt die Zeit für eine tiefergehende Analyse. TBE für 5 WV und 2 PV durchgeführt und mit Honigzwischenernte gekoppelt.

    Mal sehen, ob das Varroa-Konzept aufgeht.

    Bruno

    Heute aus den HR Bienen für Begattungskästchen entnommen und überrascht wie viele Waben beidseitig voll gedeckelt sind. Darüber aber auch noch Ausbau von Anfangsstreifen. Das alles über 4-5 HR.

    Frage ist, wieviel Zeit habe ich noch bis es mit Robinie und Linde los geht. Erbitte Schätzung des Zeitfensters. Möchte nächste Woche Zwischenschleudern.

    Heute Abend - Robinie:

    2022-05-17-Robinie.jpg

    Und 200 m weiter Linde:

    2022-05-17-Linde.jpg

    Heute in der Früh Dauerregen, dann ab Morgen 29 °C.

    Kastanien in Vollblüte.

    Die Wanderimker der vergangenen Jahre sind wie immer willkommen.

    Grüße Bruno

    Noch ein paar Gedanken dazu.

    Betrachten wir einmal die idealtypischen Bienenverhältnisse vor TBE nach Erreichen der Schwarmstimmung am 22.05. bei prognostiziertem „Kälteeinbruch“ am 28.05. nach TMT.

    Volksentwicklung.jpg

    Die Brut erreicht am 22.05. ein Maximum mit 40.000 Brutzellen (verd./off.Brut. 21.500/16.500). Stockbienen: 21.000 und Flugbienen: 14.000 sind 34.000 Gesamtzahl Bienen.


    Eine TBE bedeutet die Entnahme von 40.000 Brutzellen.

    Rechnet man Brut, Stock- und Flugbienen zusammen, kommt man auf 74.000.

    40.000 bedeuten einen Anteil von 54% der Bienenmasse.


    Eine deutliche Schwächung, wenn sie entfernt bleiben.


    Denn, ohne TBE kommen aus den 40.000 Brutzellen heraus täglich zwischen 1.500 und 2.800 Stockbienen hinzu (Schlupfrate).


    Mit TBE fehlen diese. Realisiert man aber nun eine laufende Rückführung des Großteils der schlüpfenden und behandelten Bienen, sollte die Schwächung gering und beherrschbar sein.

    Spricht also dafür.


    Drei Fragenkomplexe ergeben sich (z.T. schon beantwortet):

    1. Wie kann man die Zeitverschiebung, die durch Behandlung und periodischer Rückgabe entsteht, minimal halten? Behandlungsabstand 3 oder 4 Tage? Zweimal sprühen, MS oder OS? Wöchentlich Bienen vor die Beute abstoßen?

    2. Ist eine TBE im Interesse einer vorverlegten Varroa-Prophylaxe und Schwarmverhinderung Ende Mai das wert? Materialaufwand ist einzukalkulieren.

    3. Sollte hinsichtlich weiterer konsequenter Varroa-Reduktion zusätzlich eine Sommerbehandlung mit Absperren der Königin im Juli erfolgen?

    Ja, sehe das positiv.

    Bruno

    2019 hat Dr. Büchler mehrere Vorträge in den USA gehalten. Im dritten Vortrag gibt es eine Folie, wo er die Ergebnisse einer Brutentnahme im Mai vorstellt, die die Varroa-Belastung dramatisch senkt. War hier im Forum auch schon mal verlinkt.

    Relative Brutinfektion von 36,6 % auf unter 10 % - d. h. auf 8,8 % gedrückt.

    Ist ein Weg zum medikamentenarmen Varroa-Management.

    Büchler, Ralph: Sustainable Varroa Management (Part 3 of 4); A lecture given by Ralph Büchler at the 2019 National Honey Show entitled "Understanding the Complex Biology of Honey Bee Colonies and its Links to Colony Health"; Abruf am 15.03.2022

    Sustainable Varroa Management (Part 3 of 4) Ralph Büchler
    A lecture given by Ralph Büchler at the 2019 National Honey Show entitled "Sustainable Varroa Management Based on Biological and Technical Methods (Part 3 of...
    youtu.be

    Grüße Bruno

    Alle Signale zeigen eine deutliche Schwarmgefahr auf, um den 23.05. Bis spätestens 28.05. muss ich Maßnahmen ergreifen. Das ist für meine Betriebsweise eine modifizierte TBE.

    2022-05-14-TMT-Kurve-Zeuthen.jpg

    Die Signale sind:

    Primär:

    Bruch exponentielle Entwicklungsverlauf

    Eilage-Differenzial-Quotient erreicht am 23.05. 1,4 und am 26.05. Maximum 2,3 (Nach Armbruster/Bretschko - Schwarm zu erwarten).

    Brut/Bienen-Verhältnis am 22. 05. 114% mit Rückgang und am 24.05. 114% mit erneutem Rückgang (Nähe 120%)

    Brutmaximum am 23.05. mit 38.772

    Sekundär:

    Verdeckelte Brut/offene Brut: Maximum am 21.05. und ab 24.05. wieder stark ansteigend

    20 Tage-Abstand Stockbienen: starker Anstieg voraussehbar

    Wetter: moderater Kälteeinbruch „Eisheilige“

    Wabenauslastung – 8680: 4,3 Wabenbelegung, bzw. 86% Wabenauslastung

    Königinnenalter: Kriterium entfällt, da alle Einjährig

    2022-05-14-TMT-Zeuthen.jpg

    Erklärungen spare ich mir jetzt erst einmal - nur soviel 8680 ist die Zellenanzahl für eine DD-BW (5 x 8680 / 37.220 = 86% Belegung). Wichtig für mich war die Bestätigung bisher, dass ich auf eine Schwarmkontrolle verzichten konnte durch 5 BW eng geschiedet.

    Und das die Varroa-Reduktion durch TBE im Mai gemäß Büchler-Grafik wahrscheinlich aufgeht. Eine Einbuße im Honigertrag (an die ich nicht glaube) nehme ich gern hin, da in diesem Jahr der Eintrag bisher überproportional ist.

    Bruno

    Bisher noch keine Schwarmlaune und Schwärme bei den Wirtschaftsvölkern. Aber explosive Entwicklung bei der Bienenmasse im Brutnest (5 BW, begrenzt) und beim Honigeintrag (zwischen 4 und 5 HR). Als Termin für die geplante modifizierte TBE für vier meiner WV als Schwarmvorwegnahme steht nun fest: ab dem 23.05. und vor dem 28.05.

    Denn, auch die Bienen kennen die Bauernregel mit der höchsten Trefferquote, die Eisheiligen. Diesmal in abgeschwächter Form aber eindeutig. Siehe Verlauf Tagesmaximaltemperaturen.

    Bruno

    Nun sind die Zellen verdeckelt und die Leisten kommen in die Brutbox bei 35,5 °C und 60% relative Feuchte. Die Quote bisher ist 24/3.

    2022-05-09-Schlupfzellen1.jpg

    Im vergangenen Jahr lag der Erfolg beim allerersten Versuch gerade mal bei zwei Zellen bei Landrasse. Kann das zusammen hängen mit der Buckfast-Belegstellenkönigin in diesem Jahr, der bereits gebrauchten Nicot-Kassette oder vielleicht auch mit der Einhaltung eines peniblen Zeitplans? Jedenfalls habe ich mit 4 Tagen Abstand eine zweite Serie aufgelegt, die offensichtlich auch gut kommt.

    2022-05-09-ZellenSerie02.jpg

    Totaler Überschuss für meine 12 Begattungskästchen, 4er DD-Block nach Jungels und 4 Mini Plus.
    Falls jemand in meiner Gegend Pech hatte und eine oder zwei Edelzellen benötigt, bitte melden.

    Bruno

    Mein Fehler beim gestrigen Schwarm bei einem Reservevolk für die Nachzucht-Nutzung (Bienenmasse) war eindeutig die Nichtbeachtung 2jährige Königin und zu wenig und zu späte Honigraumgabe gegenüber den Wirtschaftsvölkern. Dort bereits zwischen 3 - 4.

    Bruno

    Freitag 11:00 Uhr - manchmal kommt es Dicke.

    Normale Kontrolle Reservevolk mit zweijähriger Königin - sollte morgen die Bienen für Schwedenbox für den zweiten Zuchtstreifen für Vermehrung liefern. Extrem starker Flugverkehr. Wurde immer stärker. Außenstand; nichts mit an Werkzeug.

    Was tun?

    Also Zuschauen - herrliches Bild. Wohin geht der Schwarm? Dann die Erleuchtung. Königin hat geschnittenen Flügel. Im Gras einige Bienen. Plötzlich großer brauner Leib, allein und auf dem Rücken. Lebend mit blauem Blättchen Nr. 47!


    Wasserflasche leer gemacht. Königin rein mit ein paar Bienen und nach Hause. Gleichzeitig beginnende Rückkehr des Schwarms beobachtet, der wieder in die Beute einzog.

    Rückkehr Schwarm0.jpg

    Zu Hause völlig nasse Königin und Begleitbienen (waren noch einige Tropfen Wasser in der Flasche), gekäfigt und in den Brutschrank, der gerade im Testbetrieb lief.

    In aller Ruhe Beute mit Leerwaben und Rähmchen mit Anfangsstreifen fertig gemacht, meinen Holzteller mit Stock gesucht für Kunstschwarmbildung nach Sklenar und nach einer Stunde zurück am Außenstand.


    Pappe auf den Boden, Teller mit Stock und Strick in der Nähe eines Baumes platziert. Die Königin mit Käfig am Stock befestigt.

    Vorbereitung KS nach Sklenar0.jpg

    Beute mit den zurückgekehrten Bienen geöffnet und alle Waben auf die Pappe abgeschlagen.

    Bienen auf der Pappe0.jpg

    Das Spiel begann.

    Nach ca. 20 Minuten erst einmal wieder nach Hause. Da die Bienen ihr Ding machen.


    Rückkehr nach einer guten Stunde. Stock frei von Bienen und große Traube unter Teller. Nun kann man hochziehen und den Schwarm bis zum Abend oder nächsten Tag hängen lassen.

    Traube vor Einschlag0.jpg

    Doch irgendwie ging es daneben. Die Traube löste sich. Alles wieder nach unten.

    In 20 Minuten marschierten die Bienen erneut den Stock hoch.


    Also Kiste geholt, daneben gestellt und Schwarm abgeschlagen.

    Der Rest begann sofort über das Flugloch einzulaufen.

    Die Königin zwischen zwei Waben gehängt und Lasche am Käfig entfernt.

    Heute Abend wird die Beute auf den endgültigen Standort verbracht und ab morgen Abend gibt es Futter 1 : 1.

    Nach 2 x 3 Tagen Behandlung mit Milchsäure. Und demnächst eine neue Königin.

    Das waren die übersehenen Weiselzellen an einer Brutwabe im oberen Bereich.

    Rückseite mit 3 WZ0.jpg

    Unten hatte ich am 02.05. alle potentiellen Weiselzellen und Spielnäpfchen gebrochen.

    Die Rückseite war vollflächig mit Brut bedeckt.

    Nochmal Glück gehabt. Jetzt zwei Völker.

    Bruno