Beiträge von Ehrenbuerg

    Ich habe das Buch jetzt einmal komplett durchgelesen und einige Kapitel auch schon mehrmals.

    Bernhard beschreibt sehr ausführlich seinen imkerlichen Werdegang (auf über 400 Seiten) ohne dabei übermäßig langatmig zu werden oder mit den grundlegendsten Fakten zu Beutenteilen oder Bienenbiologie zu langweilen. Deswegen halte ich das Buch für den absoluten Anfänger auch nicht für geeignet. Leute, die noch keine Bienen halten und den Einstieg suchen, wird dieses Buch leicht überfordern.

    Mir hat es neue Denkansätze beschert. Besonders das Imkern mit Temperatursummen, das Kapitel Tipps & Tricks und die hinteren Kapitel (die letzten 100 Seiten) zum Imkern als Beruf, Auto, Hänger, Technik und Honigvermarktung haben mich sehr interessiert. Natürlich geht er kurz auf die Beute ein und nennt die allgemein propagierten Vorteile der 12er Dadant Beute und des angepassten Brutraumes. Da gabs nicht so viel neues für mich. Allerdings war das Buch der letzte Tropfen für mich eingefleischten „Zanderjünger“ (1zargiger Brutraum wohlgemerkt, nicht 2zargig) mir eine Handvoll dieser „Särge“ anzuschaffen und im nächsten Jahr mal selbst zu testen. Im Rahmen der TBE mussten einige Völker dran glauben und wohnen jetzt auf ein paar mehr Quadratdezimeter als sonst bei mir üblich.

    Dem Thema Flügelschneiden bei Königinnen widmet er ein eigenes Kapitel und erklärt sich da für meine Begriffe etwas zu ausführlich. Aber das ist Geschmacks-/Ansichtssache. Wie auch die Behandlung gegen Varroa im Einzelfall mit Amitraz oder systematisch mit Varromed. Mach ich z.B. beides nicht.

    MEIN Fazit: Das Buch wird dem Untertitel „Vom Bienen-Hippie zum Berufsimker“ durchaus gerecht. Bernhard beschreibt seine Betriebsweise und wie er dazu gekommen ist. Das macht er offen und ehrlich und benennt auch unangenehme Themen wie eben Flügelschneiden oder synthetische Varroazide. Ich bin bei einigen Themen nicht seiner Meinung, kann aber durchaus nachvollziehen, warum er dieses oder jenes so macht, wie er es macht. Dabei kommt er aber nicht so dogmatisch rüber wie andere. Man spürt beim Lesen seine riesige Erfahrung und sollte sich bei der Bewertung vor Augen führen, dass er die Imkerei berufsmäßig ausübt und damit seine Familie ernährt. Auf der anderen Seite hält er immer noch Bienen hobbymäßig in Strohkörben und Warrébeuten. Das spricht einfach für sich.

    Wer also keinen gesteigerten Wert auf ein ordentlich lektoriertes Buch legt (da ist es einfach unterdurchschnittlich), sondern Bücher hauptsächlich wegen des Inhaltes liest, dem sei es empfohlen.

    Den Entdecklungstisch von Logar hab ich auch und bin ebenfalls sehr zufrieden. Das Lochblech und der Quetschhahn an der Unterseite sorgt doch schon ganz gut für die Trennung von Wachs und Honig. Der Schleuderraum is eh recht aufgeheizt bei mir, da gilt "panta rhei", auch der Honig aus dem Entdeckelungswachs...

    Der Entdeckelungswachsschmelzer steht bei mir für nächstes Jahr schon auf der Förderliste. Den konnte ich mir mal testweise ausleihen nach der diesjährigen Rapshonigernte. Der funktioniert tadellos.

    Heizaufsatz für den Tisch hab ich (auch im Eigenbau) noch nicht gesehen. Nachteilig könnte da die fehlende Dämmung und die große Oberfläche (1500x500) sein.....

    Ich verwende auch den Logar Siebkübel, lass den Honig aus der Schleuder aber erst durch ein Grobsieb in den Kübel laufen. Im Kübel steht der Honeytherm und hält den Honig auf Stockwärme. Im Normalfall klappt das so ganz gut. Bei einer Tagesleistung von 500kg Rapshonig habe ich den Siebeinsatz einmal zwischendrin reinigen müssen.

    OT: Ich bin ja der festen Überzeugung, dass die Geschmacksschwankungen EINER der Gründe ist, warum wir hier in Oberfranken noch so wahnsinnig viele Brauereien haben. ^^^^ Jede siebte Brauerei in Europa ist aus unserem Regierungsbezirk. Da muss man gelegentlich auch mal wechseln, wenn der Bräuer sich hat scheiden lassen oder neue Angestellte hat. ;-)

    Die schmecken übers Jahr alle a weng anders aber immer gut (und auf jeden Fall besser als das, was sich die meisten gleichbleibend von den Großen antun)...


    Beim Honig schleuder und füll ich die festen Stände mittlerweile auch einzeln ab. Kommt bei der Direktvermarktung gut an..


    Tropfhonig läuft aus dem Bodenhahn der Entdecklungswanne in einen Hobbock und von da aus dann in den Siebkübel. Wachs-Honig-Gemisch und kristallisierte Waben in den Entdecklungswachsschmelzer...

    Rauch das Drohnenbrütige ordentlich ein und schüttel es einfach ab ohne hin- oder hervereinigen. Dein Schwarmvolk schafft es aus sich selbst heraus auf Einwinterungsstärke, wenn es eine intakte Einheit ist. Wenn du es beim Wachsen unterstützen willst, dann füttere bei Bedarf dünn zu. Das macht m.E. mehr Sinn als mit garstigen alte Tanten zu "verstärken". ;)

    Bei der letzten Durchsicht am Wanderhänger haben zwei schon sehnsüchtig aufs einschlagen gewartet. ;)An den in der Klappe hab ich einen Ablegerkasten gestellt und ihn während der Durchsicht der anderen einlaufen lassen. Hat überraschend gut funktioniert.

    Servusla,

    ich werde in diesem Jahr wohl das erste Mal die Kastanie in der südlich(st)en Pfalz anwandern. Was sagen die Pfälzer Blühorakel zum ungefähren Start der Blüte in diesem Jahr? Hängt die Prognose noch stark vom Verlauf der Eisheiligen in der nächsten Woche ab?

    Ich hab ein bisschen Bauchschmerzen, weil eine Wagenladung in wahrscheinlich 2 Wochen Richtung Brandenburger Robinie geht. Falls die Kastanie recht früh dran ist, müsste ich dann auf 2 weit entfernten Hochzeiten gleichzeitig tanzen, hmm. :/

    Sorry, Ehrenbuerg für die späte Antwort, ich bin erst heute zum Nachschauen gekommen. Ein umfangreiches Buch speziell zum Thema ist "Managing the Top Bar Hive" von Phil Chandler, wie der Titel schon verrät ist es in Englisch. Phil beschreibt in Sachen Königinnenvermehrung den Bogenschnitt und das Umlarven sowie die "Miller-Method", bei der zunächst Nachschaffung provoziert, dann aber eine Art Königinnen-Distanzierung per Absperrgitter durchgeführt wird, so dass gut gepflegte Weiselzellen erhalten werden, die man dann entsprechend weiterverwenden kann. ISBN 978-1-326-49765-1

    Danke Dir! Das ist genau das richtige. Ich hab ihm den Link via books.google.de weitergeleitet :thumbup: