Beiträge von CarmaKoma1971

    Hallo zusammen,


    ich möchte eine Beobachtung schildern, die mich teilweise amüsiert, gleichzeitig aber auch recht demütig gemacht hat:


    Eines meiner Völker, ich nenne es "Baratheon", scheint eine überaus klare Vorstellung von der Weisel zu haben, die sie als Königin akzeptieren.


    Es handelt sich um ein Carnica-Volk, das ordentlich auswinterte, dann aber im Frühjahr (ich meine, es war im März) ihre Königin (ich nenne sie hier aus rein konsekutiven Gründen mal "Baratheon die Erste") verlor.

    Nachschaffung war offensichtlich aussichtslos, und so beschaffte ich so bald es ging (das war im April) eine begattete Königin. Da ich ohnehin - aus meinen höchstpersönlichen Gründen ;-) lieber mit Buckfast imkere, hielt ich Gelegenheit und vermutete Verzweiflung des Völkches für günstige Vorzeichen, einen Buckfast-Dynastiewechsel einzuläuten. Dazu beschaffte ich also die prächtige "Baratheon die Zweite", die gut angenommen wurde und nach einiger Zeit Ihren Hofstaat bereits um erste bräunliche Bienchen ergänzte. Alles schien erledigt, und in mir breitete sich das leider recht selten aufkommende und immer trügerische Gefühl aus "als Imker alles richtig gemacht" zu haben.


    Hier könnte und sollte die Geschichte zu Ende sein,


    aber dann kam eine bösartige Hexe namens "Mai" über unser Land und es war Heulen und Wehklagen - Entschuldigung, also ein kalter, verregneter Wonnemonat mit nassem Raps und kaltem Hintern. Irgendwann in dieser Zeit, in der ich meine Völker bis aufs Nötigste in Ruhe lies, kam das stille Ende von Baratheon der Zweiten. Hatte sich das Volk mit letzter Kraft gegen die aus dem fremdartigen Albion unter klösterlicher Fürsorge erzogenen Herrscherin erwehrt? Ein Unfall? Spekulation. Jedenfalls, ihre Nachfolgerin - in dieser Zählung also die Dritte, war ein kleines, verhuschtes Ding, das schon beim Zeichnen fast in Ohnmacht fiel. Ich lies es, vor Enttäuschung über mich und das Geschehen gewiss etwas paralysiert, dabei bewenden. Außerdem war jetzt auch wirklich genug an den anderen Völkern zu tun und das Haus Baratheon mittlerweile ein Schwächling ohne große Aussicht auf Schwarmstimmung oder gar Honig - wir mussten ein paar Wochen getrennter Wege gehen.


    Und dann schien etwas aufzugehen, daß man sicherlich nicht "Plan" nennen darf, auch wenn es so sehr danach aussieht:

    Baratheon die Dritte war - wie in turbulenten Zeiten häufig üblich - nur die Statthalterin und hielt schon den Steigbügel für die Königin der Herzen meines Völkchens.

    Wir haben uns heute bei der Durchsicht kennen gelernt: Mit langer, schwarzer, torpedoförmiger Taille ist Baratheon die Vierte der optische Klon ihrer - natürlich nicht biologischen - Urgroßmutter. Und trotz aufziehender Gewitterstimmung agierte das Volk sehr harmonisch und ruhig während ich über ebenmässige, großzügig angelegte Brutnester blickte. Und ich frage mich ernsthaft: War das jetzt alles Zufall, oder hat das Volk einfach mal gewissermaßen kurzgetaktet genetisch durchselektiert? Wie auch immer: Das Volk scheint in guter Verfassung zu sein, und nur darauf kommt es schließlich an.


    Aber ich bin sicher: Wenn ich mich umdrehe, geben sie sich hinter meinem Rücken "Highfive" und machen hämische Zeichen über mich ...


    Ich bitte jegliche Form der Vermenschlichung zu entschuldigen. Ich bin Ingenieur und mache so was nicht ;-)


    Viele Grüße,

    Chris

    Hi Shenja,


    ich kenne dieses Verhalten leider aus eigener Erfahrung.

    Da ich ebenfalls mit Dadant mod 12 imkere, hier meine Sicht:


    Dieses Frühjahr war es wegen der wechselhaften Wetterlage schwer, die Völker optimal zu führen.

    Das hat auch bei mir dazu geführt, daß ich teilweise zu schnell Mittelwände zugegeben habe, mitunter kam ich auch noch zu spät mit den ersten Honigräumen. Resultat ist dann vergleichbar wie bei Dir, und ich hatte teilweise die verhonigten Bruträume. Und zwar sowohl bei jungen wie auch bei erfahreneren Königinnen.


    Ich würde bei mir keine verhonigten Brutrahmen in die Honigräume hängen. Einfach aus hygienischen Gründen, ich ernte keinen Honig aus Brutwaben.

    Stattdessen hänge ich die verhonigten Waben hinter das Schied. Die Bienen begreifen das Signal ganz gut und tragen den Honig um. Da gilt es dann natürlich, den Brutraum mit Bedacht zu führen, damit der Honig nach ober wandert. Also nur 1 zusätzliche Mittelwand (ggfs. bereits ausgebaut) für die Königin und dann erst einmal sehen, ob sie die auch annimmt und stiftet. Wenn die hinter das Schied getragenen Waben leer sind (das dauert meist nur so 1 Woche) , entnehmen ich sie.

    Wenn die Bienen trotz dieser Maßnahme weiterhin nur in den Brutraum eintragen, würde ich auch umweiseln.


    Ich hoffe, das hilft Dir weiter.


    Grüße,

    Chris

    Hallo zusammen,


    bei einem meiner Völker (und nur bei einem) beobachte ich ein mir unbekanntes Verhalten:
    Wenn die Arbeiterinnen tote Bienen aus der Beute schaffen, werden die ja normalerweise irgendwie "abgeworfen".

    Bei diesem Volk werden die Toten verflogen, und zwar deutlich über den beobachtbaren Flugradius heraus.


    Kennt jemand diese Verhalten? Ich habe schon auf Hygieneverhalten wegen evtl. Ansteckungsgefahr getippt, aber das Volk wirkt gesund und munter.


    Danke und Gruß aus dem Norden,

    Chris

    Hi Mirco,


    diese Entfernung sollte kein Problem darstellen, die Bienen fliegen mehr als doppelt so weit, wenn es sich für sie lohnt.

    Und genau das ist der Punkt: Auf die Linde werden sie auch nur gehen, wenn es keine lohnenderen Nektarquellen (also Produkt aus Entfernung und Menge) für sie gibt.

    Im Ergebnis wirst Du je nach Trachtsituation bei Dir eine Mischung bekommen, die eben auch Teile von Linde enthält.


    Grüße, Chris

    Ich habe Sonntag einen recht kleinen Schwarm eingefangen und in eine Beute mit 4 Mittelwänden (Dadant) eingeschlagen. Das ist mein erster Schwarm.


    Montag:
    Der Schwarm sitzt als Traube innen an Wänden und Deckel, keinerlei Wabenbau, minimalster Flugbetrieb

    Dienstag:
    Der Schwarm sitzt als Traube innen an Wänden und Deckel, keinerlei Wabenbau, minimalster Flugbetrieb

    Mittwoch:
    Der Schwarm sitzt als Traube innen an Wänden und Deckel, keinerlei Wabenbau, minimalster Flugbetrieb


    Da war ich dann doch ziemlich ratlos.... Vermutung: Die Königin war nicht dabei bzw. ist beim Einfangen verloren gegangen.

    Damit mir die Bienchen jetzt nicht vor Untätigkeit verhungern, habe ich sie mit einem schwächeren Volk über Zeitungspapier vereinigt.

    Bin immer noch unsicher, ob ich da nicht irgendetwas katastrophal verbockt habe.


    Grüße,

    Chris

    Guten Morgen,


    folgende Situation:


    - am 31.05. nehme ich erstmalig an einer Umlarvaktion teil (Bieneninstitut Celle)

    - hierzu verfüge ich über Zander-Schlupfkäfige, Näpfchen, Stopfen, einen Zuchtrahmen und einen Hürdenrahmen

    - Zur Anzucht werde ich 2 Honigräume separieren (Dadant) und später wieder aufsetzen

    - Ziel ist es, ca. 4-6 gute Königinnen zu erhalten, die ich im Mini Plus überwintern möchte


    Jetzt meine Fragen:

    - Gibt es hier oder per link von woanders eine gute, erstversuchergeeignete Anleitung für das Vorgehen mit den Zander-Schlupfkäfigen? (Nicot finde ich jede Menge, habe aber die alten Dinger, finde sie auch noch gut und möchte jetzt nicht mangels Infos in ein neues System investieren)

    - Die Mini Plus wären ebenfalls Erstbefüllung...wie viele Bienen sollte ich dazu geben und ist es richtig, von Anfang an bzw. für einen längere Zeit Flüssigfutter zu geben?


    die Suchfunktion hat mir leider nicht weiter geholfen (kann aber auch an mir liegen).


    Danke und einen kühlen Gruß aus dem nördlichen Mai,


    Chris