Beiträge von Deichkind

    Harald, erinnerst du dich noch an den Manfred aus dem Warré-Forum? (Für die anderen, das war (bzw. hoffentlich noch ist) ein unheimlich findiger älterer sehr erfahrener Imker, der mit viel Liebe total spannende, teils historische, teils selbst entwickelte Beuten gebaut hat und aufgeregten Anfängern sehr viel geholfen hat, auch wenn er nie direkt geantwortet, sondern immer Fragen gestellt hat, die zur Lösung geführt haben, wenn man gründlich nachgedacht hat.)


    Der hat die Überzeugung vertreten, dass die Bienen ein sehr gutes Raumgedächtnis haben. Bei vielen seiner Beuten war das Volumen ganzjährig stabil. Der hat mich auch ausgezählt für das tageweise Verändern des Fluglochs je nach Flugverkehr. Sein (auch ganz besonders konstruiertes) Flugloch und Boden war ganzjährig unverändert. Wie immer im Leben gibt es für fast jede Meinung Argumente und letztendlich muss jeder seinen Weg finden. Vielleicht wäre es eine Idee alles abseits von „Fluglochschieber rein oder raus“ in deinen Faden rüberzunehmen zur weiteren Diskussion.

    Hallo, Deichkind ! :)


    Ralf würde sagen, Du hast die falschen Bienen. ;) Er hat in seinen Videos schon mehrfach das beschrieben, was Du erlebt hast und was ich auch schon durchgemacht habe. Die «falschen» Bienen fliegen sofort auf, sind auch auf den Waben eher unruhg. Für einen Kunstschwarm brauchst Du sehr wabenstete, ruhige Bienen. Die Alternative ist ein Trichter. Wabe über Trichter halten, abklopfen. Die Bienen fliegen auf, sind dann aber schon in der Kiste und kommen nicht schnell genug aus dem kleinen Loch raus. Lustig ist aber anders. Da Du Deine Bienen nicht mal eben schnell auswechseln kannst, würde ich es so versuchen.

    Habs heute ohne Zeitdruck und geplant besser hinbekommen. Die zweite unbegattete war heute da. Schwarmkontrolle stand auch dringend an, also musste ich ja sowieso die Brutwaben abklopfen. Hab sie dann komplett abgefegt und als Saugling in den Honigraum gehängt. So gelassen, zum nächsten Volk usw. Am Ende dann vorne wieder angefangen, die Honigraum-Wabengassen ordentlich nassgesprüht (bei unserem aktuellen Wetter braucht sich niemand Gedanken über Honigtrocknung zu machen) und die komplette Zarge einmal mit Schwung auf meinen Schwarmfangkasten gestoßen (der genau Zargenmaß hat). Da ist ne gute Portion Bienen reingepurtzelt. Dann die Brut wieder zurück an ihren Platz gehängt, zusammengebaut und zum nächsten Volk. Das komplette feuchte Paket am Schluss in den Ikeakorb gekippt, mit nach Hause genommen, in der Einfahrt die Königin reingeschüttet und ab in den Keller. Nun habe ich da zwei Einheiten die sich später gegenseitig wärmen können in meinem Begattungskasten. Jetzt heißt es Daumen drücken und zu allen Wettergottheiten beten dass die Prognosen unrecht haben. So weit das Auge reicht 12-13 Grad und regnerisch. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, wir haben schließlich Mitte Mai, die Zeit arbeitet für uns.

    Sandkastenförmchen kann ich da empfehlen, mit denen kommt man zwischen die Äste. Das hier war mein zweiter Schwarm den ich jemals gefangen habe, da gab es erfreulicherweise einen Gartenschlauch und den Sandkasten der zugehörigen Familie. Habe 2 Stunden gebraucht um die da rauszukratzen. War natürlich auch wieder ein sturer Nachschwarm mit mehreren Königinnen.

    Ich denke eher er meint, wenn man jetzt eine Durchsicht macht und fesselt daß das Volk drohnenbrüig ist. Also die Durchlenzung schon war.

    Naja, werde ihm dann sagen das es unkar ist und 1-6 Monate dauern kann. Das es sinnvoll ist schon rechtzeitig als Imker einzuschreiten hab ich ihm auch schon ans Herz gelegt.

    Auch fragte er noch ob solch ein Volk sehr unruhig wäre, was sagt ihr? Ich denke es wird sich "normal" verhalten, oder?

    Das klingt aber irgendwie alles nicht sehr hypothetisch. Bist du sicher, dass der nicht doch irgendwo ein Problemvolk stehen hat und sich nicht traut es zu sagen?

    Schwärme sind das einzige mit dem ich wenigstens ein bisschen Erfahrung habe :S


    Waben wäre meine letzte Wahl weil ein Schwarm ja biologisch ein Neustart ist und fertig vorgefertigte Waben gibt es da nicht. Schwärme bauen so schön, das kann man gut zur Wabenerneuerung ausnutzen. Außerdem klingelt mir immer noch Guido-Eich mit seiner Warnung vor Krankheitsübertragung über Futterwaben in den Ohren (ja er ist da Hardliner). Honig wäre mir wegen Räuberei und auch wieder Krankheitsübertragung zu gefährlich. Bleibt Zuckerwasser (regt den Bautrieb aber auch Räuberei besser an) oder Futterteig. Würde ich danach entscheiden wo der Schwarm steht und wie ich dem zutraue, sein Flugloch zu verteidigen.

    Wenn du ne Bannwabe drin hast, spricht doch eigentlich nix gegen füttern oder?

    Ich habe nochmals eine Anschlussfrage an die Erfahrenen unter euch. Arbeite mich ja gerade durch das nächste Buch


    Tiesler/Engler „Aufzucht und Verwendung von Königinnen“, da steht auf Seite 127:

    „Wichtig ist, dass die Völker aus denen die Bienen für die Begattungsvölkchen entnommen werden, nicht in Schwarmstimmung sein dürfen. Verwendet man Bienen aus Völkern, die bestiftete, offene oder gar verdeckelte Schwarmzellen haben, werden die Jungköniginnen gleich nach dem Zusetzen abgestochen. Auch wenn man zur Füllung der Kästchen aus mehreren Völkern Bienen zusammenfegt und nur eines davon befand sich in Schwarmstimmung, wird die gesamte Königinnen-Serie abgestochen, sofern man dies nicht rechtzeitig erkennt.“


    Gilt das auch für das Kunstschwarmverfahren oder nur wenn man die Bienen direkt in die Begattungskästchen einlogiert? Aus der „Logik“ heraus hätte ich gedacht, dass gerade Völker in Schwarmstimmung nichts ungewöhnliches daran finden würden, mit einer unbegatteten Königin in der Schwarmtraube rumzuhängen. Aber (Anfänger-)Logik und Bienen ist ja ne gefährliche Sache.

    Ich habe letzte Woche meinen ersten kleinen Kunstschwarm mit ner Belegstellenkönigin gebildet, die haben 48h gebraust, es war furchtbar.


    Mein Fehler war wahrscheinlich das fehlende Absperrgitter bei der Bildung. Danach (auf der Ursachensuche) habe ich bei Bernhard Heuvel gelesen (sinngemäß, nicht im Wortlaut zitiert):


    „Drohnen im Kunstschwarm geben nie Ruhe und machen nur Stress“.

    Das mit den Drohnen ist leidige Erfahrung. Ich zitiere mich mal selbst in diesem Faden hier vor 1 Jahr. Die dazugehörige Königin lag weitere 10 Tage später tot in der Beute und hat eine einzelne Nachschaffungstochter hinterlassen, die nun mein einziges „gutes“ Volk regiert.

    Alles sehr gute Ideen. Danke für das Hilfsangebot. Ein Kieler Kästchen kann ich mir sicher auch hier vor Ort besorgen, das ist eine gute Idee. Wenn es aber nur darauf ankommt, das „Gebäude“ kleiner zu machen, könnte ich auch einfach alle Trennschiede im Viererboden reinmachen, die ungenutzten äußeren Kompartimente mit Isomaterial füllen und den Tassenschwarm in eines der beiden mittleren Kompartimente packen, das ist nicht wesentlich größer vom Raumvolumen als ein Apidea.

    Hallo, die Tasse voll Bienen ist schon knapp. Das ist in etwa die Menge für ein Kieler Kästchen. Hast du kein warmes Miniplus, wo du sie rein tuen kannst?

    Bis bald Marcus

    Ne ich hab doch Warré. Ich könnte die Zarge mit den zwei Minis isolierend einpacken. Das erscheint mir aber murksig. Also wahrscheinlich tatsächlich besser auf ein anderes Volk oder einen starken Ableger der auch noch keine begattete Königin hat drauf? Könnte auch das „ganze Paket“ zu einem anderen Stand bringen.

    Das Problem hatte ich auch schon, kommt mir bekannt vor :)


    Wenn du besser planen kannst, also eine Nacht zur Verfügung hast, kannst du die Bienenflucht einlegen, darunter sammeln sich ja auch viele Bienen.


    Die hast du dann keine 24 Stunden drin, also wie beim Honig ernten, das sollte für die Bienen kein Problem sein. Drohnen und die Königin sollten da auch nicht drin sein, war bei mir bisher jedenfalls nicht so.

    An Bienenflucht hatte ich auch schon gedacht. Aber dafür brauche ich ja auch Bienen überm Absperrgitter. Ginge es verdeckelte abgefegte Brutwaben als Saugling hochzuhängen um damit Bienen in den Honigraum zu bekommen? Funktioniert dann die Bienenflucht noch?


    Und was mache ich bei dem kalten Wetter in 3 Tagen mit dem „Tassenschwarm“? Eigentlich sollten sie mit einer Futtertasche voll Teig zwei Kompartimente meines Viererbodens bekommen (eines der Fluglöcher natürlich zugestopft) und die andere Königin mit ihrem noch zu generierenden Minischwarm das zweite. Das Ganze auf einem eigenen Stand, fern von den anderen Völkern. Kann so eine Mini-Bienenmasse aber bei 7 Grad Nachttemperatur selbstständig in einer Holzkiste überleben? Oder packe ich die bis das Wetter wärmer wird besser über Zwischenboden über ein anderes Volk und transportiere sie ab, sobald endlich wieder gutes Flugwetter kommt?

    Ich stelle mich mal wieder zu doof an bei der Bienengewinnung für Mini-Kunstschwärme. So lief es gestern, habt ihr Ideen wie es besser läuft?


    Gestern vormittag kam die Mail dass eine unbegattete Königin verschickt wurde. Als ich zur Mittagspause heimkam, lag da schon summende Post im Briefkasten. War ja klar, am einzigen Tag dieser Woche an dem ich Nachmittags nochmals arbeiten musste. Also meinem Mann im Home-Office die Kids aufs Auge gedrückt und abgezischt.


    Wollte Honigraumbienen für nen Mini-Kunstschwarm sammeln. Pustekuchen, kühl, Nieselregen, Wind, die Völker saßen alle unten im Brutraum zusammengekuschelt. Nur bei einem Volk waren welche oben. Die ganz optimistisch feucht gemacht und abgeklopft in den Trichter - Mann konnten die trotzdem noch gut fliegen. Also schnell „richtig“ nass gesprüht, hat noch gereicht um ein winziges Häuflein Bienen in die Kiste zu bekommen, der Rest war abgeflogen.


    Nun habe ich mangels anderer Alternativen Brutraumwaben genommen. Damit keine Drohnen und keine Königin reinkommen habe ich noch eine Leerzarge mit Absperrgitter zwischen Kunstschwarmkiste (=Ikea Mülleimer) und Trichter gebaut. Bienen nass gemacht, abklopft/gefegt und versucht zu sieben. War ein Satz mit x, da saß dann ein Häuflein nasser Bienen auf dem Absperrgitter und keine ging/fiel nach unten in meine Kiste. Also habe ich Aschenbrödel gespielt und von Hand die Drohnen aus den Haufen gesammelt und dann alles was noch nicht weggeflogen ist vom Absperrgitter in die Kiste gekippt. Das Ganze dann nur aus zwei Völkern weil mir langsam auch die Zeit weglief, musste ja wieder zur Arbeit. Die Königin in den nassen Haufen Bienen gekippt und Deckel drauf.


    Letztendlich scheint es geklappt zu haben, im Keller summt jetzt ein winziges Träubchen (ein Kaffeepot voll) ruhig vor sich hin. Ganz anders als mein erster Kunstschwarm letztes Jahr der 3 Tage gebraust hat und wo die Königin weitere 14 Tage später tot im Völkchen lag.


    Aber das muss doch irgendwie eleganter gehen?


    Die nächste unbegattete Königin ist schon angekündigt, Wetter bleibt gleich. Habt ihr Ideen, wie ich die mit weniger Gemurkse unter Bienen bekomme?


    Ach und Anschlussfrage: die Wetteraussichten sehen düster aus, in den nächsten 10 Tagen nicht ein Tag der für Begattungsflüge taugen könnte. Ab welchem Zeitraum ist es zu spät und ich kann das Projekt abschreiben?