Beiträge von Deichkind

    Ich möchte gerne den Erfahrungsaustausch zum Thema Naturbau der hier unter anderem 2016 und 2013 gelaufen ist wiederbeleben.


    Aktuell sammele ich meine ersten Erfahrungen mit Großwaben (Einraumbeutenrähmchen mit Schiffsrumpf in 2 Warré-Zargen übereinander, Trogbeute Dadant Blatt) und Naturbau. Seit 3 Jahren halte ich Völker in regulären Warré Beuten auf Naturbau.


    Was ich für mich aktuell beobachte :

    (Vorab: alle Beuten sind per Wasserwaage ins Lot gesetzt, bis auf die Einraumbeutenrähmchen haben alle eine 5mm breite Wachslinie als Bauvorgabe auf dem Oberträger).


    Ein einzelnes Volk in der Warré scheint auf Querbau „geeicht“ zu sein.

    Dieses Volk ist 2021 als Kunstschwärmchen mit einer unbegatteten Königin gestartet und hatte in der unteren von 2 Brutraumzargen die mittleren 5 Rähmchen quer verbaut. Denen habe ich letztes Jahr die Waben gelassen, damit sie sie für die Überwinterung haben. In diesem Jahr habe ich dann als ich die Königin in der anderen Zarge oben gesehen habe, den verbauten Wabenblock als ganzes entnommen und über das Absperrgitter gesetzt und letztendlich geerntet. Unten habe ich neue leere Oberträger reingesetzt. In diese hat das Volk die neuen Waben wieder genau in der selben Ausrichtung wie vorher gebaut. Also habe ich auch diese wieder entfernt und gerade Waben von einem anderen Volk eingehängt.

    Hätte ich das anders lösen können?


    In den Hochwaben der Einraumbeute mit Schiffsrumpf ohne jegliches Anfangswachs haben alle 3 Testvölker wunderbar gerade Waben gebaut. Das Ganze in der Trachtlücke zwischen Raps und Linde unter Fütterung mit Futterteig (da ich mich familiär bedingt nicht engmaschig um Flüssig-Futternachschub bei diesen Völkern kümmern konnte).


    Eines der Völker ist am 7.5.22 aus einem Fegling/Flugling eines überwinterten Volkes mit 2021er Königin entstanden. Diese haben sehr viele Drohnen im oberen Wabenbereich angelegt und großgezogen (ca. 1/4-1/3 der gesamten Wabenfläche). Vom Wabenbau her haben sie jetzt 3/4 der. Kiste ausgebaut und relativ wenig Arbeiterinnenbrut über die Fläche. Bei diesem Volk denke ich an Umweiselung im Herbst.


    Zwei Völker sind am 20.05.22 als ca. 1kg Kunstschwärme mit unbegatteten Königinnen gestartet. Beide haben sehr schönen reinen Arbeiterinnen-Wabenbau. Eines davon hatte gestern die komplette Kiste ausgebaut, große Brutflächen und einen Honigraum bekommen. Das zweite hinkt seinem Schwestervolk in der Entwicklung ca. 1 Woche hinterher (die Königin hat auch später angefangen zu legen) und hat 3/4 der Kiste mit Arbeiterinnenbau ausgeführt. Die beiden gefallen mir sehr gut.


    Mein erster Versuch mit Naturbau in Breitwabe war weniger erfolgreich. Am 19.06.22 habe ich einen Nachschwarm in eine Dadant-Blatt-Trogbeute (Kaltbau) eingeschlagen. Den Raum hatte ich auf 8 Waben eingeengt. Zugang zu Futter über den Nicot-Fütterer hatten sie ab 22.06.22.

    Um die Begattung der jungen Königin nicht zu stören habe ich die Kiste 13 Tage zu gelassen. Gestern dann über die ersten 4 Rähmchen fluglochfern ca. 1/3- 1/2. Wabenbreite Kaltbau mit Futter und handtellergroßen Flächen Brut (schon verdeckelt), daneben 4 Rähmchen an der fluglochfernen Seite der Beute quer „Warmbau“ voller Futter. Der Wabenbau hat sich von einem zum anderen Rähmchen so ziemlich genau um 90° gedreht.

    Das habe ich gestern auseinandergeschnitten, das Volk auf die 4 „richtig“ angelegten Rähmchen samt Brut geschiedet und den Matschkram mit dem Futter und den noch ansitzenden Bienen hinter eine vertikale Bienenflucht in die selbe Kiste gepackt in der Hoffnung dass ich das dann heute Abend bienenfrei aufräumen kann.

    Kann hier der Nicot-Fütterer mit seinen zwei Aufstiegen das Problem gewesen sein? Mein Eindruck vom Wabenbau war, dass unter den beiden Aufstiegsöffnungen zwei seperate Bautrupps unabhängig voneinander gearbeitet haben.

    Hier ist die Winterlinde noch zu, Sommerlinde in Vollblüte. Nektar kommt inzwischen rein aber der Futterteig den ich vor einer Woche verteilt habe war nötig und ist bei einzelnen Völkern aufgefressen.

    Zu meiner Verteidigung: der befreudete Imker, von dem ich das Volk erhielt, hat mir Liebig und Aumeier empfohlen. Und da beide auch im Bienen Journal prominent vertreten sind, nahm ich an, daß die beschriebenen Vorgehensweisen geeignet wären... ich wußte es nicht besser.

    Wichtig ist, dass man sich bei Rezepten an die Details und Zeitpunkte hält. Du schriebst glaube ich eingangs mal du hättest „Einfach Imkern“ von Dr. Liebig zuhause. Schau mal da auf Seite 115 im Kapitel „Bildung eines Brutablegers“ „Bei der Bildung Ende April/Anfang Mai genügt ein Brutbrett, Mitte/Ende Mai werden zwei Brutbretter benötigt, Anfang Juni sollten es sogar drei sein, jeweils mit ansitzenden Bienen.“

    Du hast sogar später als Anfang Juni gebildet. Also nächstes Mal mehr Bienen.

    Ich habe das neulich mit zwei weisellosen Völkern gemacht (Abends weiselrichtige Ableger vom anderen Stand geholt, an den Stellplatz der weisellosen gestellt, diese 4m weggestellt und die weisellosen 1 Tag später kräftig eingeräuchert und abgefegt). Das gab Mord und Totschlag vor einem der Völker, nach der Verstell-Aktion hunderte von Bienenleichen vor dem Flugloch. Warum kann ich mir nicht erklären.

    Ich gehe heute Abend Futterteig verteilen. Die Völker haben ihre Reserven fast vollständig verbraucht, es ist zwar auch frischer Nektar drin aber das reicht nicht mal für 1 Woche.

    Das ist für mich wie ein Kind abtreiben, nur weil festgestellt wurde, dass es behindert ist.

    Aua, etwas kleiner hast du es in deinen Vergleichen nicht? Glaube mir einfach, das sind zwei völlig verschiedene Welten und mit solchen Parallelen triffst du bei Menschen mit persönlicher Betroffenheit egal welcher Art ganz heftig auf einen Nerv.

    Der Schwarm von gestern nun heute Morgen. So wie sie in der Kiste hängen vermute ich mindestens 2, eher 3-4 Prinzessinnen. Die bleiben jetzt im Keller bis sie sich bezüglich Thronfolge geeinigt haben.

    Es war mal wieder total faszinierend den Prozess zu beobachten, wie sich der relativ ungeordnete Haufen nach und nach zu einem gemeinsamen Volk zusammengefunden hat. Diesmal hat es 2 Tage gedauert, die Bilder sind 24 und 48 Stunden nach dem Fang. Nun haben sie ein neues Zuhause bekommen und ab morgen gibt es Futter.


    Um nochmals den Immenfreund Manfred zu zitieren, von dem ich auch die 12+x Tage Regenwetter für Eilage bei Nachschwärmen bekommen habe „Wenn sie sich konvex versammeln brauchst du nicht mehr bammeln.“

    ...dann besprüh sie doch durch das Gitter und nimm eine Wabe mit wenig oder offener Brut. Dann sollten es nicht viele Milben sein, die die mitbringen.

    Ich weiß dass man hier darüber trefflich diskutieren kann. Aber ich habe in meiner kurzen Imkerkarriere im Umgang mit Schwärmen viel bessere Erfahrung mit Kellerhaft (bei mir in der Regel 1 Tag) als mit dem direkten Einschlagen gemacht. Dies deckt sich mit dem was erfahrenere Schwarmimker hier teilen. Und ich sehe da auch wirklich kein ernsthaftes Problem, so dass ich das Bedürfnis hätte, das zu ändern.


    Vielleicht kam die Intention falsch rüber. Mein Post mit den Fotos war nicht als Hilfeersuchen gedacht. Vielmehr wollte ich anderen Anfängern das Bild zeigen, um Ihnen den Auszug zu ersparen, den ich im ersten Jahr erlebt habe, als ich so einen Schwarm direkt und ohne Brutwabe eingeschlagen habe.


    Das Instrument Brutwabe funktioniert in dem Fall auch und ist sicher eine gute Zusatzinformation. Mir hat die im ersten Jahr sehr geholfen als ich einen sehr hungrigen und aggressiven Schwarm aus einer Hecke geholt habe, von dem ich erst nach den Prügeln die ich bezogen habe, erfahren hatte, dass er schon 3 Tage da hing. Die kamen dann nämlich sofort mit Brutwabe und Futter in die Kiste, 2 Tage später waren sie friedlich. Seither lasse ich mir bevor ich zum Schwarmfang ausziehe immer Fotos schicken und frage wie lang die schon da sind.

    Also nimm ein Glas mit Zucker, und wenn sie das annehmen, gib einen Deckel mit einem ca 10 mm grossen Loch drauf und stell ihn dann jeden Tag etwas weiter von deiner Terasse weg.
    Du kannst sie nicht vertreiben aber auf diese Weise weglocken.

    Und wenn du richtig Pech hast, hast du dann sämtliche Bienen der Umgebung angelockt. Ich würde das sein lassen. Lieber schönes morsches Totholz irgendwo anbieten oder abwarten. Irgendwann sind die auch fertig mit Bauen.

    Schlag sie doch ein mit einer Wabe offenen Brut.

    Wenn sie sich nicht sortieren mache ich das. Aber erst mal gehe ich davon aus, dass die das bis heute Abend geklärt haben. Ich möchte die nach Möglichkeit lieber noch brutfrei behandeln.