Beiträge von ManfredT

    Gestern flogen hier seit langem mal die Bienen, bei 12-13 Grad. Heute hat's viel geregnet und die Luft kam und kommt immer noch ziemlich schnell vorbeigeflogen, deshalb keine Aktivität.

    Moon

    Habe gestern noch gelesen, dass im 19. Jahrhundert die Völker im Winter meistens an Wassermangel starben, die durch Zugluft verursacht wurde. Die Zugluft soll übermäßige Wärmeerzeugung durch die Aktivität der Bienen bewirken und dadurch einerseits an den Kräften zehren und andererseits Wasser verdunsten lassen. Deshalb können sie das Futter aus den Waben nicht aufnehmen und verlassen die Traube, um Wasser zu finden. Dann verklammen sie und die anderen im Stock verhungern.

    Empfohlen wurde, das Flugloch eng zu halten und die ganze Kiste gut abzudichten (auf heute übertragen also auch keine offenen Böden).

    Falls noch mal jemand nach dem Sinn der kleineren Zellen fragen sollte, hier die Antwort, wie ich es verstehe:

    In kleineren Zellen hat die Varroa weniger Platz, um sich voll entfalten zu können und die Bienen aus kleinen Zellen, haben eine kürzere Entwicklungszeit, der die Varroa mit ihrem Zyklus schwer hinterher kommt.

    Wenn man 5,1mm oder gar 4,9mm ausbauen lassen möchte, muss man auch Bienen haben, die in solchen Zellen aufgewachsen sind, nicht wahr? Die Bienen müssten erst auf die ursprüngliche Größe zurückgezüchtet werden, zu der Größe, die sie in preußischer Zeit auch hatten; dann werden sie auch ordentlich solche Waben ausbauen, es sei denn, man zwingt die Bienen, sich durch Plastikmittelwände mit entsprechendem Maß kleiner zu entwickeln, dann bauen sie auch kleiner und man hat den Zuchtweg übersprungen. So habe ich es verstanden.

    Die Bienenkiste ist für solch ein Völkchen viiieeel zu groß.

    Kleine Völkchen am selben Stand mit großen Völkern zu haben, führt, wie bei mir, zum Ausrauben des kleineren oder zum Abwandern des kleineren/schlechteren zum größeren/besseren, besonders, wenn Muttervolk und Schwarm/Ableger am selben Stand stehen. Zur Sicherheit würde ich künftig Ableger und Schwärme weit weg (mind. 3 bis 4 km) bringen.

    Was ich auch bei mir beobachten konnte: Vom kleineren Volk abgeflogene Bienen, fühlten sich in beiden Völkern zuhause und halfen bei der Ausräumung des kleinen, zugunsten des Muttervolks; da hilft auch kein Einengen des Fluglochs, wegen des gemeinsamen Stockgeruchs.

    luffi

    Zitat

    ManfredT was tust du im speziellen für die Weiterentwicklung von Resistenzmechanismen bei der Biene? Hast du dich schon selbst z.B. bei der agt oder den VSH Zuchtgruppen eingebracht? Hilfst du aktiv mit bei der Selektionsarbeit?

    Ich entwickle meine eigene Betriebsweise, ohne Chemie, angepasst an hiesige Trachtverhältnisse. Ich beabsichtige, unter Zuhilfenahme des Schwarmtriebs, mindestens so viele Kunstschwärme/Brutlinge zu erzeugen, wie ich Völker habe, mit Verwendung des Mullerbrett-Verfahrens.

    2 Wochen vor Trachtzeiten werden jeweils die besten Völker mit Brutwaben aus anderen Völkern Trachtreif gemacht. Ich verwende keine Mittelwände, alles Naturbau; ich pfeife auf Rekordernten, etc. etc.

    Und nächstes Jahr weiß ich mehr.

    Ich hoffe auf Gleichgesinnte in meiner unmittelbaren Umgebung zwecks Zuchtstoffaustausch; zurzeit scheint hier alles eher konservativ zu imkern, mit wenig Verstand und Offenheit für neue Schritte.

    Ich informiere mich durchs Internet hindurch und entwickle Sympathien für einige, die den Durchbruch geschafft haben und ich verstehe, wie es gehen müsste/könnte.

    Mit meinen zurzeit 8 Völkern und 4 Mini+ kann ich allein nicht viel ausrichten. Mit evtl. 20 Völkern im nächsten Jahr habe ich vielleicht 1/10tel dessen, was für eine Selektion nötig wäre - viel zu wenig.

    Es geht mir nicht um Resistenzentwicklung und VHS-Zucht, sondern einfach nur um eine Bienenhaltung, die wieder Spaß macht.

    So schaue mir jetzt noch den Rest des o. g. Vortrags an.

    Hat schon mal jemand gegengerechnet, was billiger und schneller geht: Die jahrelange Forschungsarbeit in den Instituten oder eine eventuelle, angemessene Entschädigung von Großimkern - am besten solchen, die mit einer Vielfalt an genetischen Linien arbeiten -, die ihre Völker der Behandlungsfreiheit aussetzen? Und Zuchtstoff aus solchen selektierten Völkern sollten in der Region bleiben und nicht kreuz und quer durch die Welt verkauft werden. Warum? Weil sich die Bienen und die Milben an die lokalen Bedingungen, wie Kleinklimata und Entwicklungszyklen beider Insektenstämme (Milbe und Bienen) angepasst haben, während dann eine VSH-geteste eindrohnbesamtgenverarmte Biene aus Bayern hier im Nordwesten wahrscheinlich Schiffbruch erleiden wird.