Beiträge von ManfredT

    Habe heute bei 7°C, Sonne und Wind reingeguckt, den überwinterten Ablegern einige Leerwaben jenseits der Schiede entnommen und Futterwaben dazugehängt. Die beiden Wirtschaftvölker haben jede Menge Futter (jeweils 24 kg Zucker seit August eingefüttert) und jetzt jede Menge Futterwaben gespendet. Auf den Leerwaben war frisch eingelagerter "Nektar" zu sehen und an den Futterwaben (hinter dem Schied) wurde fleißig gearbeitet. Man sieht also, dass Futter jenseits des Schieds bei einstelligen Temperaturen umgetragen wird.

    In der nächsten Wärmephase werde ich den schwächeren Ableger mit dem schwächeren Wirschaftsvolk in eine Beute packen, dann hätte ich drei Schlachtschiffe für die Frühtracht.

    Eine Zusammenlegung von 2 Ablegern in einer Beute am 16. Feb. ist insofern schief gegangen, dass zwei Wochen später nur eine von beiden Königinnen übrig war, hoffentlich die bessere. Entweder war die eine Brutraumhälfte nicht richtig bienendicht, so dass die Kö. sich begegnet sind, oder die wahrscheinlichere Ursache war, dass das Stammvolk vorher beide Fluglöcher/schlitze benutzen konnte und die Flugbienen dem zugehängten Volk weiter zugeflogen sind.

    Schlussfolgerung: Bei der nächsten Bildung eines 2-Königinnenvolks, die Doppelbeute auf einen anderen Stand bringen und die Bienen sich dort neu einfliegen lassen oder die Fluglöcher vor Ort für 2 Tage verschließen (mit offenem Gitterboden), aber beide Völker 3 Wochen lang getrennt halten, bevor sie über Absperrgitter einen gemeinsamen Honigraum bekommen; die Königinnen dürfen sich auch weiterhin niemals begegnen können, sonst hat man nur ein vorübergehend verstärktes 1-Königinnenvolk.

    iWei schrieb:

    Zitat


    Wenn man schiedet, begrenzt man das Brutnest und damit die Möglichkeiten der Königin, wo sie stiftet. Wenn Du also auf 4 Waben einengst, dann brauchst Du auch nur 4 Waben durchzusehen. Das ist banal.

    Wenn man richtig schiedet, optimiert man das Brutnest, und verhindert das Verhonigen und Verpollen, was Schwarmstimmung fördert. Den Bienen in der Natur ist das egal, die Schwärmen dann eben.

    Wenn man das Brutnest nicht "begrenzt", hat man vielleicht ein größeres, aber nicht optimales Brutnest, das mehr Bienen für die Pflege und die Wärmung bindet, da weit auseinander gezogen, also weniger Flugbienen freigibt.

    Die Grenze für das Brutnest setzt man eben möglichst genau dort, wo das künftige Nest im Februar antizipiert wird; das zeigen die Putzbienen an Hand der geputzten Zellen an, wohin sie die Königin führen werden.

    Brutnest erst erweitern, wenn alle Waben vor dem Schied beidseitig voll bebrütet sind (schmaler Futterkranz ist o. k.), und dann nur mit einer Futterwabe oder ausgebauter Wabe, niemals mit Mittelwänden; die nur im Honigraum ausbauen lassen. Leerraum hinter dem Schied kann mit Futterwaben und Leerrähmchen vollgepackt werden. Futterwaben bei einsetzender Tracht (in Nordwest-D erst mit Kirschblüte) rausnehmen. Leerraum hinter dem Schied bleibt leer oder mit Leerrähmchen gefüllt (aber keine Mittelwände). Mittelwände können zur Auffütterung im Spätsommer in den Brutraum.

    Nicht großzügig schieden, denn das führt zu mehr Schwarmlust; immer an die Leistung der Königin anpassen, damit das Nest nicht in die Breite gezogen wird, damit die Königin auf ihrem Legegang immer pünktlich bei den geputzten Zellen wieder eintrifft und die Pflegebienen nicht herumlungern und denken, dass die Königin nicht mehr da ist oder nichts taugt. Nicht bestiftete, geputzte Zellen, werden mit Pollen und Honig zugepackt (lückenhaftes Brutnest), wenn also die Königin zu spät ist, weil sie noch am anderen Ende herumspaziert.

    Natürlich werden die Mickerlinge dann ebenfalls geschiedet, der Brutraum an die Legeleistung angepasst, selbst wenn auch nur noch 2 Waben verbleiben.

    Korrekturen sind immer möglich, bis man eine gewissen Routine entwickelt hat, die mir natürlich noch fehlt.

    Zitat

    Ich selbst habe nur 2 Jahre versucht zu Schieden. Meine Erkenntnis ist das kleine Völker so oder so nicht aus der Knete kommen.

    Hierfür habe ich die Zweiköniginnen-Betriebsweise im Hinterkopf, d. h. um Missverständnisse einzuengen, kommen zwei Mickerlinge in eine DD-Beute getrennt durch ein bienendichtes Schied in der Mitte und Absperrgitter oben drüber, und über die Honigräume miteinander verbunden.

    Siehe hierzu:

    2-Königinnen-Betriebsweise

    https://www.youtube.com/watch?v=gQCRhISukTE

    2. Teil

    https://www.youtube.com/watch?v=kdl7AmCHXzs

    Zitat

    Mal eine kurze, etwas abseitige Frage, die aber hier halbwegs rein passt:

    Gestern habe ich gehört, dass Imker mit Großwaben (also bspw. Dadant) mitunter jetzt Löcher in die Waben schneiden, damit die Traube den Wabenwechsel hinbekommt. Denn, so die Ausführungen: Großwaben sind schwerer zu umlaufen, weil größer, und da kann es sein, dass die Traube es nicht packt, weil der Weg zu weit ist. Daher vereinzelt Löcher hier und da, und dann könnten die Bienen darüber die Wabengasse wechseln.


    War für mich völlig neu. Daher die Frage, ob da was dran ist.

    Diese Sorge hat man nur, wenn man mit Mittelwänden arbeitet, passend in alle Ecken. Lässt man die Bienen die Waben selber bauen, lassen sie sich auch genügend Durchschlupflöcher.

    Zitat

    Was sagst Du dann erst zur Betriebsweise vom Hans Beer, wenn Du von Bernhard schon so begeistert bist?

    Kennt Bernhard Heuvel die Betriebsweise von Hans Beer? Wenn der richtiger liegt, sollte sich Bernhard Heuvel seine Betriebsweise noch mal überdenken und den besseren Weg hier veröffentlichen. Ansonsten schwimme ich meinerseits erst einmal auf dieser Welle, bis sich etwas besseres findet und/oder ich Zeit habe Hans Beer zu studieren.

    Chr!s

    Zitat


    Ohne Futter läuft nix. Wenn ich kein Futter im Brutraum habe muss immer ein Raum auf dem Volk bleiben. In meinen Augen eine Milchmädchenrechnung, da hab ich lieber ein wenig Futter im Brutraum und seh auch wo die Grenzen einer Königin liegen. Wenn dort Platz benötigt wird, wird er frei geräumt.

    Das Thema hier bezieht sich auf Dadant-Beuten und es heißt, dass eine Königin normalerweise keine oder nie 12 Dadant-Waben bestiften kann, also muss man den Brutraum für jede Königin optimieren, sonst trödelt sie im verfügbaren Raum herum, erzeugt ein verzerrtes, unkompaktes Brutnest und veranlasst, dass freiwerdende Zellen im Brutnest mit Pollen und Honig anstatt mit Brut befüllt werden, was Schwarmstimmung zur Folge hat. Den Bienen ist es egal, aber der heutige Imker möchte keine Schwärme abfliegen lassen. Also, sprach Bernhard Heuvel, schiede man, wenn man's kann, schon ab Februar nach dem Reinigungsflug, da man zu dieser Zeit, wie er sagt, am besten das künftige Brutnest einschätzen könne. Alle Waben mit Brut und für Brut sauber geputzten Zellen werden als Brutnest von reinen Futter- und Pollenwaben durch ein frei umlaufbares Schied abgetrennt. Jetzt, im Februar befindet sich genug Futter im abgeschiedeten Brutraum, besonders die Randwaben mit wenig Brutzellen, sind noch voller Futter. Ferner wird bei milder Temperatur - falls nötig - ständig neues Futter von hinter dem Schied ans Brutnest herangetragen.

    Zitat


    Und wie erkenne ich ob nicht doch mehr geht?

    Wenn bei einer späteren Kontrolle erkannt wird, das man sich verschätzt hat und alle Waben so gut wie voll bebrütet sind, kann man zur Erweiterung eine Futterwabe ans Brutnest geben, zur Not eine Leerwabe, aber niemals eine Mittelwand. Umgekehrt kann das Brutnest auch weiter eingeengt werden, wenn eine Randwabe statt bebrütet zu werden, nur mit Pollen und Honig zugepackt wird. Bei Trachtbeginn kommen die Futterwaben raus, der Raum hinter dem Schied bleibt leer (keine Mittelwände!) und der Honigraum wird über Absperrgitter zugegeben.

    Wahrscheinlich müsse man für all dies auch besser die Buckfastbiene einsetzen, da die Carnica über lange Zeit für eine andere Betriebsweise gezüchtet wurde.

    Als Wiedereinsteiger nach mehr als 30 Jahren ist jetzt nach langem und vielem Lesen und Gucken im Netz die Denk- und Betriebsweise von Bernhard Heuvel für mich die überzeugendste. Zugegeben, um sie zu verstehen, bedarf es schon einiger geistiger Anstrengungen, und wie alles bei mir in der Praxis funktioniert, werde ich dieses Jahr sehen.

    Man scheint hier immer noch zu denken, dass das Schieden in der Dadant- oder ähnlicher Beute mit großen Rähmchen den Zweck hat, die Bienen warm zu halten. Leider werden wohl viele Anfänger auf diese Fehlleitung hineinfallen und als Ergebnis, vorzeitige Schwärme ernten. Laut Bernhard Heuvel (dessen Vortrag ich mir mehrmals angesehen und angehört habe) beginnt man mit dem Schieden im Februar nur aus dem Grund, nach Abschätzung der künftigen Legeleistung der Königin, um die Legetägigkeit auf die Wabenzahl einzuschränken, die sie wirklich bis in alle Ecken bestiften kann, ohne unnötig auf überflüssigen Waben spazieren zu gehen und überall ihre Eier zu verteilen, während sich die geschlüpften Pflegebienen, die ihre Zellen geputzt und vorbereitet haben, fragen, wo die Königin bleibt (ist sie tot, taugt sie nichts?). Das sorgt für miese Stimmung im Volk (das Feromon kommt nicht an, leere Brutzellen werden jetzt mit Honig und Pollen zugepackt), Schwarmstimmung eben.

    Ein tschechischer Berufsimker berichtete auf selbiger DBIB-Tagung, dass er am liebsten um 0°C herum schiedet; aber mein Versuch bei 8°C und heftigen Windboen dieser Tage, ließ mir nur die Bienen um die Ohren fliegen (1 Stich im Gesicht und 1 am Handgelenk). Also besser warten, bis das Wetter idealer ist, ruhiger, wärmer und ... nach dem großen Reinigungsflug.

    Die Warmhaltung ist natürlich beim richtigen Schieden ein Nebeneffekt, den man mitnehmen kann.

    Große Waben haben immer genug Futter darauf, besonders solche am Rand mit nur kleinem Brutfeld. Reine Pollen- und Futterwaben gehören jenseits des Schieds. Ist beim Schieden noch keine Brut vorhanden, sollten geputzte Zellflächen das künftige Nest schon anzeigen. In den angepassten Brutraum gehört also NUR das künftige Brutnest, also keine Futter-/Pollenwaben, die wandern nach jenseits, bis sie bei Trachtbeginn ganz entfernt werden.

    Ich verstehe es so, dass Völker, die höchstens 4 Dadant-Brutwaben bebrüten, in eine gemeinsame Kiste mit Trennschied gepackt werden. Königinnen, die nichts mehr taugen, werden nur noch für Begattungsableger verwendet, um kleine Völkchen für die Unbegatteten zu schaffen. Danach...

    aber nächstes Mal zerkleinere ich erst die Waben und lasse sie über Nacht abtropfen, bevor ich den Rest ausquetsche. Auf diese Weise kann ich verhindern, dass meine Völker nicht an Schadwachs zugrunde gehen.

    Das musst du dem geneigten Leser erklären.


    remstalimker

    Also, anstatt die ausgeschnittenen Waben direkt in der Obstpresse auszuquetschen, würde ich sie erst mal zerkleinern, vielleicht bis zu einem groben Brei, und über Nacht den meisten Honig durch z. B. einen Hobbock mit Bohrlöchern im Boden und über ein Doppelsieb in einen weiteren Hobbock oder so abtropfen lassen. Den abgetropften Brei könnte ich dann später noch auspressen. Den auspressten Wachsklumpen aus der Presse dürften die Bienen dann noch in einer Futterzarge zerbröseln und auslecken. So meine Fantasie.

    Schadwachs vermeide ich dadurch, dass ich kein Wachs für die Völker wiederverwende, weder fremdes noch eigenes. Es geht ja nicht nur um gepanschtes Wachs, sondern auch um Gifte aus der Landwirtschaft, die sich auch im eigenen Wachs via Honig anreichern und der Bienenbrut schaden. Beim Recyclen des Wachses wird der Schadstoffanteil immer höher. So verkaufe ich lieber mein Wachs und überlasse es der Industrie, was sie damit machen will. Aber wenn sich die Imkerschaft das Wachs immer wieder in die Bienenvölker holt, wird nach der Varroa bald die nächste Katastrophe über die Imker kommen. Vielleicht ist es besser, die Bienen bauen zu lassen und weniger Honig zu haben (falls dies nicht doch ein Mythos ist), als nachher gar keine Völker. Die Korbimker waren mit ihrer Ausbeute auch zufrieden.

    @Kruppi

    >"Eine zweizargige Brutscheune fasst die Waben von vier bis fünf Völkern. "Hä? Das ist dann aber keine vollständige Brutentnahme. <


    Die Königin befindet sich ja im Honigraum und hat im Brutraum seit 9 Tagen nicht mehr gestiftet, so dass nur noch Waben mit verdeckelter Brut zu entnehmen sind, in denen sich ja die meisten Milben befinden. Das neu angelegte Brutnest im Honigraum wird wohl relativ klein sein, das ja auch in den Brutsammler kommt, und die übrigen Waben, aus denen die meisten Bienen geschlüpft sind verbleiben bei dem Volk. Ich weiß nicht, was für Beuten der Autor hat, aber bei Dadant passt sicher die komplette Brut von zwei Völkern in eine Zarge - die Praxis wird es zeigen.


    > denn erst im August mehrmals alle Brutwaben wegnehmen und dann angeblich trotzdem super starke Völker einzuwintern wird sicher nicht überall funktionieren.<


    Das wäre in meinem Fall ohnehin egal, da ich klein geratene Völker sowieso zu zweit in einer Beute unterbringen will.

    Die anderen TBEs die mir bisher vor die Linse gekommen sind, schienen fehlerhaft und nicht richtig durchdacht gewesen zu sein, so dass immer eine zusätzliche Säurebehandlung empfohlen wird oder gar nötig ist.

    Ich werde diesen Traum nächstes Jahr mal ausleben und gucken wie ich und die Bienen damit klarkommen.

    @Bee-geistert

    Verstehe ich auch so. Die Praxis wird es zeigen.

    Die Königin bestiftet im Honigraum ein paar Waben (in meinem Fall Dadant-Blatt 15,9 cm), die dann als Fangwaben dienen. Ich denke nun, dass der Honig bei der Entnahme der verdeckelten Fangwaben entnommen werden kann. Mit einem Obstmesser kann man, wenn man den Honig für sich retten möchte, wunderbar die Honigkränze wegschneiden, bevor man den Rest einschmilzt.

    Übrigens sind für mich flache Wabenrähmchen im Brutraum kein Problem. Die Bienen haben mir gezeigt, dass sie gern unter den Rähmchen weiterbauen, so dass ich eventuell sogar ganz auf Brutraumrähmchen verzichten könnte. Ich habe durch den Kauf von 2 Völkern zum einen DNM-Rähmchen mit Draht an Dadant-Oberträger befestigen müssen und zum anderen waren einige Zanderrähmchen dazwischenzuhängen. Die Zwischenräume wurden dann einfach ausgebaut. Der Schwarm hatte sich sein Nest direkt in Leerrähmchen mit Anfangsstreifen eingebaut. Nur der Kunstschwarm in der TBH hat mir was gehustet und strahlenförmig in Richtung Flugloch quer über die Oberträger gebaut.

    Ach ja, bevor das gefragt wird, ich habe alle Rähmchen gedrahtet, und man kann den Honig schön an den Drähten entlang ausschneiden.

    @Bee-geistert

    Betr.: 3x9-Methode

    Ob sie im Einzelnen so funktioniert, muss ich erst in der Praxis gesehen haben. Ich habe mir den Artikel immer wieder durchgelesen, um die Abläufe zu verstehen:

    Also, die Königin wird Ende Juli/Anfang August in den Honigraum gesperrt und legt dort ein kleines Brutnest an, während im Brutraum gleichzeitig sämtliche Brut verdeckelt wird.

    Nach 9 Tagen werden die Waben mit der verdeckelten Brut (in denen sich jetzt die meisten Varroen befinden) in eine leere Beute gepackt (Brutscheune, da aus mehreren bis zu 4-5 Völkern gesammelt) und die Waben mit Stiften und offener Brut aus den Honigräumen werden als Fangwaben hinzugegeben. Jetzt kommt die Königin wieder in den Brutraum mit Leerwaben und Mittelwänden (in meinem Fall mit Leerrähmchen) zurück und das Volk wird nach (!) dem Abschleudern für den Winter aufgefüttert.

    Nach weiteren 9 Tagen werden die Fangwaben aus der Brutscheune entfernt und eine neue Fangwabe wird hinzugegeben. Sämtliche Fangwaben, in denen sich jetzt die allermeisten Milben befinden werden, werden vernichtet.

    Nach weiteren 9 Tagen wird die Brutscheune aufgelöst, die Bienen werden den schwächeren Völkern zur Verstärkung vorgefegt und die Fangwabe mit den Restmilben wird vernichtet (d. h. eingeschmolzen). Ich würde mir noch überlegen, ob ich anfallende Weiselzellen noch nach neuseeländischer Methode für späte Begattung in die Doppelvölker zur Umweiselung reinquetsche, wie es den Bienen beliebt.

    Und wenn man das alles bei 30.000 Völkern durchgeführt hat, hat man ein erfülltes Leben gehabt und kann in Ruhe sterben.