Beiträge von ManfredT

    Ich plane, kurz vor Ende der Frühtracht, alle Völker - jedes für sich - abzufegen und jedes Volk (jetzt Kunstschwarm) in eine neue Beute zu schütten, wobei die Flugbienen zu den abgefegten Waben samt Honigwaben zurückfliegen sollen. Somit habe ich auf der einen Seite weiselrichtige Kunstschwärme, die ich z. b. mit Milchsäure gegen Varroatose behandeln könnte. Auf der anderen Seite habe ich weisellose Fluglinge, die sich Weiselzellen nachziehen, die ich für die Ableger verwenden will. Spätestens nach 9 Tagen, bevor die neuen Königinnen schlüpfen, kann ich die Fluglinge in beliebig viele Ableger aufteilen, oder verdoppele einfach nur den Bestand (pro Volk 1 Ableger). Die neuen Ableger können dann 3 Wochen nach Erstellung ebenfalls mit Milchsäure behandelt werden. Wie ich die Lindentracht noch optimal nutzen könnte, muss ich mir dann überlegen, wenn es so weit ist (Anfang/Mitte Juni).

    Wieso glauben einige, dass man jetzt schon Unterschiede zwischen geschiedeten und nicht geschiedeten Völkern sehen könne?

    1. sieht man die Folgen erst ab der Schwarmzeit, wenn die Schwärme in den Bäumen hängen, und

    2. gibt es noch Unterschiede zwischen richtig und falsch schieden mit den gegensätzlichen Folgen.


    Ohne vergleichen zu können, sieht es bei meinen paar Völkern so aus, dass der geschiedete Bereich jeweils rappevoll mit Bienen ist, während jenseits des Schieds Nektar und Futter eingelagert, bzw. umgetragen wird.

    Vielleicht ein Gedankenfehler meinerseits, aber ich meinte, dass sich mehr Gift anreichert, je häufiger die Waben in den Kreislauf geraten, weniger, je länger sie in den Beuten hängen (als Brutwaben). Als Honigwaben hätte das Wachs mehr Kontakt mit den Giften und schließlich landet es als Mittelwand im Brutraum, wo die Brut vergiftet wird.

    Meine Gedanken beziehe ich auf den Vortrag von Markus Bärmann:

    https://www.youtube.com/watch?v=oTc_lJbCiIU

    bienenfred schrieb:

    Zitat

    offener Wachskreislauf- nur neues Wachs(Entdeckelung, Baurahmen und Wildbau) geht in die nächste Runde zu Mittelwänden, altes Wachs geht in die Kerzenproduktion oder über den Frühjahrsverkauf ist genug Schwund an MW-Waben. ( mit jedem Brutraum verlassen ca 1,5 kg Wachs die Imkerei)

    So das ich momentan lieber auch einen gewissen Altteil aus eigener Produktion zur Eigenwachsumarbeitung hinnehme, als Mittelwände oder Wachs zu zu kaufen.

    Ich will sagen, dass sich durch den häufigen, beschleunigten Wachskreislauf, auch wenn es nur eigenes Wachs ist, die Giftanreicherung im Wachs auch beschleunigt; denn auch die eigenen Bienen tragen die Umweltgifte mit Nektar und Pollen ein, die dann ins Wachs und auch in den Honig übergehen, was Chemiker nachweisen können. Und wenn man sich die Mittelwände gießen lässt, so kommen eventuell noch andere Schadstoffe ins Wachs, nämlich die verwendet werden, um die Mittelwände von der Walze oder der Presse besser ablösen zu können. Lässt man die Waben länger in Gebrauch, entschleunigt man wenigstens die Anreicherung des letzteren Gifts. Auf die Dauer wird die Bienenbrut immer häufiger zugrunde gehen, auch unbemerkt, weil man es gern der Varroa in die Schuhe schiebt.

    rase

    Zitat


    Warum kann man das im Februar am besten? Weil?

    Ich schätze mal, dass zu dieser Zeit die Bienen am ehesten die Wahrheit sagen, später übertreiben sie vielleicht oder geben sich zu schüchtern, aber ich bin da nicht sicher, deswegen vertraue ich da erstmal den Erfahrungen der Imker, die das so machen.

    Chr!s

    Zitat

    Zu 1. Erleuchte uns unwissende doch mal bitte woran du das in dieser Zeit festmachst.

    Ich habe nicht gesagt, dass ich es kann, sondern ich habe nur den Grund für das frühe Schieden angegeben (bitte Punkt 1 noch mal durchlesen!). So gut ich konnte trotz meiner schlecht gewordenen Nahsichtfähigkeit habe ich es versucht. Sollte ich mich verschätzt haben, kann ich immer noch korrigieren. Zu eng wäre nicht tragisch, nur zu viel Platz ließe sich schlechter wieder gut machen. Wahrscheinlich rede ich für dich in Rätseln, deshalb empfehle ich, den Vortrag von Berhard Heuvel noch einmal genau zu studieren, dann könnte man sich über das Thema etwas besser verständigen.

    Also, ich habe bei meinen paar Völkchen versucht, das künftige Brutnest an Hand der geputzten Zellen zu erkennen; ich denke, das sind die leeren Futterzellen, die innen schön glänzen. Und das soll in dieser frühen Zeit den Ausschlag dafür geben, wie viele Waben die Königin braucht, bzw. bestiften kann, und zwar für den Rest des Jahres; einmalige Festlegung ohne ständiges Hin- und Hergeordne, eine Notkorrektur sei aber gestattet, besonders für Anfänger auf dem Gebiet, wie mich.

    Zitat

    ManfredT Die Thermoplast-Beuten von Holtermann, sind aus Polypropylen (PP).

    Nach deinem Link, ist dann bei 100°C Schluss.

    Aber, Versuch macht klug. 8o

    Eben, man kann sich dann ja auch neue kaufen.


    "PP ist dem Niederdruck-Polyethen sehr ähnlich. Es ist ein Thermoplast mit hoher Stabilität und Chemikalienbeständigkeit. Allerdings ist es härter und wärmebeständiger. Es kann kurzfristig auf 140° C erhitzt werden. Kaffeemaschinen und Wasserkocher sind in der Regel aus PP."

    Zitat

    Night Shadow schrieb:

    Wenn das Schied früh gesetzt von Vorteil wäre, weil die Bienen besser die Wärme halten können etc., müssten dann nicht jetzt die geschiedeten Völker viel mehr Brut aufweisen, als die ungeschiedeten Völker?

    Es geht hier nicht um die Religion "Schiedsetzen", sondern darum, dass das Schiedsetzen von vielen falsch verstanden wird. Erst wenn man es richtig verstanden hat, kann man sagen, ob es was taugt oder nicht.

    1. Das frühzeitige Schieden im Februar resultiert aus dem Gedanken, dass man zu diesem Zeitpunkt am besten die Leistungsfähigkeit der Königin einschätzen könne. Wer es sich nicht zutraut, kann es ja auch lassen, oder man macht sich mal schlau und versucht es. Und wer nicht schiedet, kommt deswegen nicht in die Hölle.

    2. Die Idee hinter dem Schiedsetzen ist nicht Warmhaltung, sondern die Formung des Brutnestes zur Kompaktheit.

    3. Wer nicht mit Dadantbeuten oder ähnlichen Großwabenkisten imkert, braucht sich mit dem Thema gar nicht zu befassen, sondern muss durch seine Kisten gezwungen andere Betriebsweisen anwenden.

    Chr!s schrieb:

    Zitat

    Demnach müsste jedes 2-räumig geführte Zandervolk in Schwarmstimmung geraten, die Legekurve der Königin natürlich auch vorhersehbar sein (ach wär das schön) und bei mehr als 8 Waben im Brutraum geht die Kiste gleich in Flammen auf...

    Vielleicht ist das ja auch so, oder unternimmt man mit 2-räumigen Zandermagazinen keine schwarmverhindernde Maßnahmen?

    Ich habe nach Wiedereinstieg seit mehr als 30 Jahren noch keine Erfahrungen mit der Schiederei. Letztes Jahr habe ich es mit Flachzargen versucht - das geht wohl auch. Ich habe drei Einwabenableger (auf Dadant-Flachwaben) gemacht und übereinandergestapelt, über Gitterboden und Folie getrennt überwintert; hat gegen alle Befürchtungen wunderbar geklappt.

    Ich bin auf Bernhard Heuvels Vortrag gestoßen, mindestens 4x angesehen und in Teilen immer wieder, und ich glaube, dass ich ihn verstanden habe. Somit habe ich meine alten Dadant-Flachzargen teilweise wieder zu Bruträumen zusammengeleimt und fähig gemacht, Trennschiede (für den Zweiköniginnen-Betrieb) und Einengschiede aufzunehmen, ebenso Böden dafür vorbereitet. Ich habe nun meine Völker und Ableger auf Honigrähmchen in diese Bruträume gepackt und geschiedet. Ein schwaches Volk und einen Ableger habe ich zusammen in eine Beute gepackt, getrennt durch das bienendichte Schied. Das stärkste Volk (geschiedet natürlich) hat angefangen, das Brutnest unter den Rähmchen weiter auszubauen. Alle Völker und Völkchen saßen bei der letzten Nachschau bei 9°C mit vielen Bienchen jenseits des Schieds auf den Futterwaben, was zeigt, dass das Schied kein Hindernis bildet, sich das Futter nach Bedarf ins bzw. ans Brutnest heranzuholen.

    Ich habe vor 40 Jahren mit Blätterstöcken angefangen, dem Trend entsprechend im nächsten Jahr in Styroporbeuten umgepflanzt, dann Bruder Adam gelesen, mir Dadantbeuten gebaut und Buckfast-Kunstschwärme aus USA gekauft. Dann nach Schundau zu Löwenzahns Blütenbeginn, die Brutwaben zweier Völker in eine Beute gesetzt, nach Fehmarn gewandert und in diesem schlechten Rapshonigjahr als einziger unter den Wanderkollegen Honig geerntet. Dann kam die Varroa flächendeckend, der Eigenheimbau und die Bienen standen dann irgendwo am alten Wohnort. Der Großteil war mitten im Sommer verhungert und der Rest wurde Jahr für Jahr von der Varroa erledigt. Dann kamen andere Hobbies, andere Prioritäten, und jetzt als Rentner habe ich letztes Jahr wieder angefangen und ich sehe, wohin der Trend geht. Damals Blätterstöcke, Umhängen (oder besser Umstellen) von Brutwaben in den Honigraum, Entnahme der Honigwaben, wieder Brutwaben in den Honigraum, dann Magazine, aber wieder nach demselben Prinzip: Umhängen und umhängen. Dann Dadant und Buckfast mit viel Kritik und Naserümpfen von anderen. Heute ist es fast schon schick, Dandant und Buckfast zu haben. Jetzt, wo ich fast bei Null anfange, kann ich es mir leisten, neue Wege zu gehen und umzuschwenken, falls nötig. Mittelfristig lande ich bei Dadant-Blatt mit Thermoplast-Beuten, von denen ich schon 3 besitze. Thermoplast ist unverwüstlich und leicht zu reinigen (gut bei AFB), und das Beutensystem ist gut durchdacht. Ferner will ich ohne Mittelwände arbeiten (wg. der Giftanreicherung) und ohne Schleuder. Es gibt noch Etliches, was ich ausprobieren möchte, wie z. B. rigoroses Kunstschwarmbilden mit totaler Brutentnahme.

    Hier wird wieder deutlich, dass die meisten gar nicht verstanden haben, warum überhaupt geschiedet werden soll. Für diejenigen ist es besser, das Schieden lieber sein zu lassen, als nachher dem Schieden schuld zu geben und dagegen zu wettern, weil sie bei sich mit ihrem Verständnis vom Schieden das Gegenteil bewirkt haben.

    Also, mit dem Schieden soll erreicht werden, den Legegang der Königin so einzuschränken, dass sie rechtzeitig vom Ende her wieder dort stiftet, wo die ersten Bienen geschlüpft sind, anstatt sich weiter zu vertrödeln, weil es noch viel mehr schöne Waben zu bestiften gibt; denn kommt die Königin nicht rechtzeitig dorthin zurück, wo die Putz- und Pflegebienen darauf warten, dass ihre Zellen wieder bestiftet werden, werden diese Zellen mit Honig und Pollen zugekleistert, was am Ende Schwarmstimmung fördert. Und weil das Brutnest zwar groß aber nicht kompakt ist, lässt auch die Warmhaltung nach und viel mehr Bienen werden anstatt zu sammeln an die Wamhaltung der Brut gebunden. Auch in kühlen Zeiten, z. B. nachts, gehen evtl. die Außenbereiche der Brut verloren, weil das Brutnest zu sehr auseinander gezogen ist.

    Mitte Februar nach dem 1. Reinigungsflug ist der richtige Zeitpunkt, die Größe des zukünftigen Brutnestes durch das Schied festzulegen; die Bienen zeigen es durch die vorbereiteten Zellen an, die dann geputzt sind, auch wenn es nur wenige auf der Wabe sind. Zu späteren Zeitpunkten läuft man Gefahr, dass das Brutnest schon zu sehr auseinandergerissen ist und von der Königin nicht ideal bewältigt werden kann.

    Mach dir keinen Stress! Die Rähmchen kann man trotzdem benutzen. Später kannst du die Oberträger mit einer Leiste darunter verstärken. Nur für Pedanten muss immer alles gerade sein, die kriegen auch einen Herzinfarkt, wenn ein Bild schief an der Wand hängt.

    Das virtuelle Brutnest hat nichts zu sagen; die Bienen putzen nur die Zellen über dem Brutnest, weil sie denken, die Königin könne dorthin, um sie zu bestiften. Natürlich kannst du den Honig ernten, so lange du ihnen genug Futter lässt oder gibst.

    Futterwaben kannst du hinterm Schied lassen, wenn du den Honig nicht verkaufen willst; Zuckersirup kann man ja essen. Den Raum hinterm Schied sollte man frei lassen, keine Mittelwände rein, sonst wird der Honig unten eingelagert,

    Habe mir letztes Jahr ein Volk auf Deutsch-Normalmaß gekauft. Dafür hatte ich eine Dadantkiste mit 4cm-starken Styrodurplatten innen seitlich so eingeengt, dass die Fremdrähmchen mit ihren Ohren aufliegen konnten. Das wäre auch eine Möglichkeit für Andrè, dann hätte er wenigstens schon mal die Leihbeuten leer. Später kann er sich in Ruhe mit den Fremdwaben beschäftigen. TBH-Imker haben übrigens eure Sorgen mit dem Wildbau nicht, die arbeiten mit dem langen Messer, schieben und formen die Waben zurecht. Scheint ihnen offenbar Spaß zu machen. Ich habe mir auch eine TBH gebaut. Dummerweise hat mir der kleine Kunstschwarm die Waben strahlenförmig zum Flugloch hin diagonal über die Oberträger gebaut. Somit freue ich mich schon auf diese spannende Aufgabe - lange Messer habe ich schon genug.

    TBE finde ich gut, wenn man sie richtig macht, dann hätte man tatsächlich alle unerwünschten Waben raus. Meine kurven noch nützlich in irgendwelchen Beuten herum, mit Anbauten unter und neben den Rähmchen.

    Noch mal zu den schwarzen Waben - die sollte man eigentlich nur als Brutwaben haben, vom Honig werden die nicht schwarz, sondern von den übereinander liegenden Kokonhäutchen, den Larvenausscheidungen und dem antibiotischen Propolis. Wegen der Häutchen, so heißt es, seien dunkle Waben warmhaltiger und feuchtigkeitsregulierender. Ferner sollte man bedenken, ob das häufige Recyclen des Wachses nicht das Anreichern der Pesti-und Fungiziden (und andere Gifte, die durch die Mittelwandherstellung ins Wachs gelangen) beschleunigt. Einige betroffene Großimker sehen nämlich hierin die Ursache für den Massenuntergang ihrer Völker, weshalb ich auf die Rückführung des Wachses in die Bienenvölker mittels Mittelwänden verzichten will.


    Legende:

    TBE = Totale Brutentnahme

    TBH = Topbar Hive

    TBC = Tuberculose

    Lautenbachimker schrieb:

    Zitat


    (natürlich bei der Durchsicht schwarze Waben aussondern)

    Und das ist eine weitere Hysterie unter der Imkerschaft: Wabenhygiene.

    Mittlerweile ringt sich die Erkenntnis durch, dass dunkle Waben für die Brut gesünder sind als frisch ausgebaute. Also mach dir keine Sorgen um schwarze Waben. Binde dir einfach mit Kabelbindern Leisten in der Länge des Zandermaßes an die Oberträger, und wenn der Platz in den Zanderbeuten nach unten nicht reicht, erhöhe die Zargen mit einem Rahmen aus Leisten oder Dachlatten. Und wenn du Sorge hast, dass die Bienen seitlich die Rähmchen an die Beutenwand festbauen, nimm dir ein langes Küchenmesser und schneide die Waben los. Und nach und nach kannst du die DNM-Rähmchen ausrangieren, und wenn es Jahre dauert, was machts?!