Beiträge von ManfredT

    Hallo Schulle,

    Dadantbeute ist schon mal richtig. Vielleicht würde es dir am meisten helfen, zunächst nur mit Honigzargen zu arbeiten. Mir war im letzten Jahr ein Schwarm in einen Zweierstapel Flachzargen eingezogen. Der hatte auch gleich angefangen in der oberen Zarge an die Leerrähmchen kleine Herzchen zu bauen. Wenn man keine Ansprüche und Spaß an den kurvenreichen Waben hat, ist das o.k.. Ich konnte dann sogar noch einige Pfund Waben mit Lindenhonig ausschneiden und auspressen. Durch die kleineren, flachen Rähmchen bleiben mehr Rähmchen ohne Brut, und man kann, wenn man will, auch den Honig von angebrüteten Waben abschneiden.

    Ableger habe ich auch in Flachzargen gemacht und dann über Gitterböden auf Folie mit eigenem Flugloch übereinander überwintert.

    Aber... selbst das stärkste Volk wirkte am Ende des Winters in dem großen Raum von 2 Zargen (ein bischen größer als 1 Brutraum) ziemlich verloren, so dass ich das Schieden doch für notwendig hielt, und das ist mit 2 Zargen nicht so einfach. In der Natur ist ja auch keine Baumhöhle so breit wie eine Dadant-Beute. Also besser an das Volk anpassen und mit einer Dadant-Beute hast du Platz für eine Superkönigin, falls man eine solche jemals bekommt, aber auch für Schwächlinge, dann aber geschiedet.

    Auch Flachrähmchen im Brutraum geht gut. Wenn die Bienen Platz brauchen, bauen sie unter den Rähmchen weiter, und man bräuchte dann nur ein Rähmchenmaß. Den Wabenbau unter den Rähmchen kann man abschneiden und in ein leeres (gedrahtetes, damit die Wabenstücke nicht herausfallen) Rähmchen reindrücken, usw., usw.

    Ich träume dieser Tage von einer 4-Königinnen-Betriebsweise mit diesen M+-Beuten, um von schwachen Völkern noch Honig zu ernten (schwach hieße für mich 2-4 bebrütete Dadant-Brutwaben; das wären umgerechnet 8-16 Mini+-Waben, also 2-3 Zargen Brut). Stärkere Völker werden dann mit jeweils 2 zusammengesteckten Kunststoff-Rähmchen in Dadant-Blatt-Flachzargen umgesiedelt, falls sie über 3 Zargen den anderen 3 Völkchen hinausschießen. Oder man spart sich die Fummelei und packt den Brutüberschuss in die schwächeren Völkchen.

    Adapter für die 12er-Dadant-Zargen, die mittig auf die 4er-Mini+Pakete aufgesetzt werden, habe ich in meinem Kopf schon ausgearbeitet.

    Jedes Völkchen hat sein eigenes Absperrgitter.


    Sinn des Ganzen:

    1. Kleine handliche Beuten zum Umsiedeln, Wandern für gebrechlichere Menschen mit kleineren Autos.

    2. Honigernte von kleineren, schwachen Völkchen, die man nicht sofort auflösen müsste.

    3. Schöne kleine, handliche Rähmchen, die man ungedrahtet einfacher ausschneiden, vielleicht sogar schon vor Ort, um sich die Schlepperei zu ersparen, ausgeschnittene Rähmchen können gleich wieder in die Kästen, und dann in kleineren Transportkisten zum Auspressen nach Hause bringen kann. Wie schon gesagt, bilden zwei Kunststoff-Mini+-Rähmchen (gibt's auch in Holz) zusammengesteckt ein Dadant-Blatt-Honigraum-Rähmchen.

    4. Und wenn es wahr ist, dass 2 schwache Völker in einer Kiste so viel Honig bringen wie das beste Volk am Stand, dann könnten doch 4 2-3zargige Mini+-Einheiten gemeinsam doppelt so viel bringen;), Einheiten, die man sonst aufgelöst oder mit anderen vereinigt hätte.


    Ich kann es kaum abwarten, den Versuch zu starten, und zwar mit Kunstschwärmen (MS-behandelt) im Monat Mai nach der Frühtracht, die bei der ersten TBE des Jahres anfallen. Auf diese Weise wandern erstmal die Altköniginnen in die Minis.

    Die Rähmchen der guten Völker in den Brutscheunen werden gekennzeichnet, um deren Weiselzellen für Ableger nutzen zu können, die aus den Brutscheunen gebildet werden.

    Und noch eine Korrektur:

    Ich habe mir gestern eines der gelben Felder näher angeschaut. Es sind Felder, die im letzten Jahr auf Grund der Dürre gegrubbert worden sind. Aus mir unerfindlichen Gründen blüht dieser Raps, wenn auch an Blättern mager ausgebildet und sehr vereinzelt, viel früher, und zwar in voller Blüte.

    Zitat

    Ich bezweifle nach wie vor, das das

    Bergahorn sein soll. Der blüht erst nach dem Blattaustrieb, Spitzahorn blüht dagegen eben jetzt vor dem Blattaustrieb.

    Du hast recht, es ist doch Spitzahorn; hab' mich jahrelang getäuscht. Die Blütenstände zeigen es deutlich.

    Ich hänge leere Rähmchen (mit oder ohne Anfangsstreifen) erst einmal zwischen ausgebaute Waben mittig übers Brutnest, damit die Baurichtung vorgegeben ist. Die anderen Leerrähmchen müssen links und rechts warten, bis die in der Mitte so weit ausgebaut ist, dass die Richtung stimmt. Dann kommen wieder welche vom Rand her dazwischen. So scheint es zu gehen.

    Zitat

    Moin, moin,


    sicher Berg-? Nicht Spitzahorn?

    Definitiv Bergahorn (Acer pseudoplatanus), häufige Pflanze bei uns, große, breite Blätter. Wenn du Pflanzen haben willst, kannst du einige Hunderte bei uns aus der Dachrinne ernten.

    Der Raps steht bei einigen Feldern doch schon in voller Blüte, sogar in Höhenlagen des Hümmlings (60 m über NN). Normalerweise, also vor dem Klimawandel, kam der Frühling immer 2 Wochen später als im Ruhrgebiet, und eben auch der Raps, Genauso kam der Raps auf Fehmarn 2 Wochen später als hier, weshalb sich das Wandern dorthin wegen der Flugbienenentwickung gelohnt hatte. Sogar der Ostfriesland-Raps blühte eine Woche später als hier. Es hat sich durch die Züchterei des Rapses wohl alles geändert.

    Hier im nördlichen Emsland sind die Rapsfelder ähnlich wie oben gelblich angehaucht, die Imker haben ihre Kisten schon an die Felder gebracht, die Süßkirsche ist seit heute voll aufgeblüht, der Bergahorn wirft schon seine Blüten ab und überall blüht der erste Löwenzahn. Die ersten Honigräume sind bis oben hin voll... mit Luft.

    Zitat

    Willst du auch Honig ernten oder warum machst du sowas?? Und was machst du mit der Brut? Ich verstehe den Plan, der dahinter steckt, nicht wirklich... In der Saison schröpft man doch nicht absichtlich die Wirtschaftsvölker... Wenn du Pech hast, reichen die Flugbienen nicht, um die Brutwaben zu wärmen... vom Honig ganz zu schweigen...

    Die Saison ist bei uns nach der Raps- und Apfelblüte vorbei. Mit oder ohne Schwarmstimmung möchte ich diese Trachtlücke, falls sie ausreicht, nutzen, um Schwärme zu bilden und Jungköniginnen heranzuzüchten. Wenn Mitte Juni die Linde blüht, beabsichtige ich 2 Wochen vorher, einige Völker als Schlachtschiffe mit Brut zu verstärken. Man muss nicht mit allen Völkern Höchsternten erzielen. Am Ende könnte ich noch die Heide nutzen, während die guten und jungen Völker so weit aufgefüttert werden, dass am Ende noch Futterwaben für die Rückkehrer aus der Heide übrigbleiben. Am Ende der Lindentracht wird irgendwie noch eine TBE eingebaut, und schließlich werden alle schwachen Völker zu zweit in einer Beute untergebracht, und vielleicht werden noch überschüssige Weiselzellen dazwischen gestopft. Mal schauen was wird, nichts ist in Stein gemeißelt. Das schöne an meinen Fantasien ist, dass ich keine guten Königinnen brauche, die Völker müssen nicht unbedingt schwarmträge sein, aber wenn sie lieb sind, wär's mir angenehm.

    Ich verstehe auch nicht, warum die Experten hier es den Anfängern so schwer machen wollen. Die Pia Aumeier-Methode ist doch wunderbar; ich habe selbst einige Pia-Aumeier-Ableger gemacht und 3-stöckig über Gitterböden und Folie, seitlich mit schieden eingepfercht, so dass sie übereinander sitzen konnten, überwintert.

    Man muss auch bedenken, dass Anfänger nicht so viele Völker haben und das Risiko eingehen wollen, dass ausgerechnet der eine schöne, dicke Ableger, keine begattete Königin bekommen hat. Da ist es doch besser, stattdessen in Abständen mehrere kleine Ableger zu bilden, um die Begattungswahrscheinlichkeit zu erhöhen. Vereinigen kann man immer noch, wenn man will.

    Zitat

    und Pflegevölker mit zunächst nur Flugbienen, also alten Tanten und keinen Ammenbienen mehr ist auch nicht das, was mir für die Königinnenaufzucht optimal erscheint...


    Gruß Clas

    Ich wollte damit 3 Fliegen mit einer Klappe schlagen: TBE, Kunstschwärme und neue Königinnen. Ich bin halt beeindruckt von dem Schwarm, der mir letztes Jahr zugeflogen war, der so gut wir Varroa-frei war (hab bei dem jedenfalls keine gesehen) und der noch Lindenhonig brachte und jetzt wie eine 1 dasteht. Da habe ich mir gedacht: Warum machst du nicht einfach selber die Schwärme?

    Es sind ja nicht nur alte Tanten bei den Brutwaben, jede Sekunde schlüpfen neue Bienen. Schaumermal.

    Ich plane, kurz vor Ende der Frühtracht, alle Völker - jedes für sich - abzufegen und jedes Volk (jetzt Kunstschwarm) in eine neue Beute zu schütten, wobei die Flugbienen zu den abgefegten Waben samt Honigwaben zurückfliegen sollen. Somit habe ich auf der einen Seite weiselrichtige Kunstschwärme, die ich z. b. mit Milchsäure gegen Varroatose behandeln könnte. Auf der anderen Seite habe ich weisellose Fluglinge, die sich Weiselzellen nachziehen, die ich für die Ableger verwenden will. Spätestens nach 9 Tagen, bevor die neuen Königinnen schlüpfen, kann ich die Fluglinge in beliebig viele Ableger aufteilen, oder verdoppele einfach nur den Bestand (pro Volk 1 Ableger). Die neuen Ableger können dann 3 Wochen nach Erstellung ebenfalls mit Milchsäure behandelt werden. Wie ich die Lindentracht noch optimal nutzen könnte, muss ich mir dann überlegen, wenn es so weit ist (Anfang/Mitte Juni).

    Wieso glauben einige, dass man jetzt schon Unterschiede zwischen geschiedeten und nicht geschiedeten Völkern sehen könne?

    1. sieht man die Folgen erst ab der Schwarmzeit, wenn die Schwärme in den Bäumen hängen, und

    2. gibt es noch Unterschiede zwischen richtig und falsch schieden mit den gegensätzlichen Folgen.


    Ohne vergleichen zu können, sieht es bei meinen paar Völkern so aus, dass der geschiedete Bereich jeweils rappevoll mit Bienen ist, während jenseits des Schieds Nektar und Futter eingelagert, bzw. umgetragen wird.

    Vielleicht ein Gedankenfehler meinerseits, aber ich meinte, dass sich mehr Gift anreichert, je häufiger die Waben in den Kreislauf geraten, weniger, je länger sie in den Beuten hängen (als Brutwaben). Als Honigwaben hätte das Wachs mehr Kontakt mit den Giften und schließlich landet es als Mittelwand im Brutraum, wo die Brut vergiftet wird.

    Meine Gedanken beziehe ich auf den Vortrag von Markus Bärmann:

    https://www.youtube.com/watch?v=oTc_lJbCiIU