Beiträge von ManfredT

    Ich sehe hier nur eine Königin, die unter Legedruck steht, aber nicht genug Zellen vorfindet, die auch gepflegt werden können. Das machen oft Schwarmköniginnen, die nicht so lange warten können, bis genug Waben gebaut werden, oder, falls genug Waben schon vorhanden sind, liegt es an der geringen Bienenmasse, die nicht in der Lage ist, ein großes Brutnest zu versorgen. Ich würde das Völkchen verstärken oder wenigstens mit Schied ganz eng halten und nach und nach erweitern.

    Manchmal fliegen mehrere Schwärme gleichzeitig raus und vereinigen sich am selben Ast. Dann kann man auch 2 oder mehrere begattete Königinnen darin haben. Dein Schwarm scheint sich wohl zu fühlen (sprich er hat eine Königin, begattet oder unbegattet ist völlig Wurst).

    Im Moment sind meine Stecher ganz lieb und mit mir zufrieden. Meine Schwärme hängen auch nicht in den Bäumen, sondern ich habe sie Mitte Mai schon vorweggenommen. Alles scheint ganz easy zu laufen.

    Wie langweilig - Königinnen kaufen! Das ist nur was für Imker, die mit Honigrekorden protzen oder davon leben wollen, und man schmückt sich dann mit fremden Federn. Viel spannender ist es doch als Hobbyimker, sich die Königinnen von eigenen Bienen selber ziehen zu lassen und Erfolg und Reinfall zu erleben. Dann kann man auch mit gutem Gewissen "Landrassehonig vom echten deutschen Imker" auf seine Gläser schreiben mit einer Haltbarkeit von "ewig und 3 Tage".

    Bei uns wechselt das von Jahr zu Jahr. Es sieht so aus, als legen die Linden alle 2 Jahre eine Ruhepause ein; sie wechseln sich aber ab. Bei uns (nördliches Emsland) ist noch nichts aufgeblüht. Die Gräben sind bis zum Rand mit Wasser gefüllt, so dass sie eigentlich gut honigen müssten - ab nächste Woche.

    Ich habe vorgestern einen Riesenschwarm (1m-langer Tannenzapfen) in eine Doppel-Mini-Beute mit 5 Zargen einlogiert (jeweils 6 Dadant-Blatträhmchen pro Zarge) und - heute gesehen - sie sind nicht bis unter den Deckel gegangen, sondern besetzen nur die unteren drei Zargen, während die oberen Zargen bienenleer sind (kein Absperrgitter dazwischen, sie haben sich einfach selber dafür entschieden, unten zu bleiben).

    Nachschaffungszellen werden auch angelegt, während die Königin noch da ist, und oft wird die alte noch geduldet, während die neue geschlüpft ist, und manchmal legen beide eine Weile nebeneinander her. Stille Umweiselung ist prima! Viel zu oft werden solche Völker zu früh aufgelöst.

    Zitat

    Hallo Manfred,

    wie sieht dein Eigenbau denn aus?

    Habe vergessen, zu schreiben, dass ich jetzt nur noch mit den Honigzargen (17cm hoch) als Bruträume arbeite, also nur noch ein Wabenmaß, wobei ich trotzdem schiede, mit 2 flacheren Schieden im Rähmchenmaß für jede Zarge halt. Das Beutensystem ist falzlos, wodurch alles einfacher wird. Ich habe mir, um die Einheiten in Brutling und Flugling zu trennen, 2 Rahmen aus Leisten zusammengeschraubt, die ich einfach übereinander auf die Honigräume lege. Die Rahmen sind mit Gitter bespannt. Der untere Rahmen hat ein engmaschiges Gitter (0,2 mm), der obere ein normales bienendichtes Gitter (2 mm). Im oberen, auf den die Zarge mit den Brutwaben gesetzt wird, habe ich ein Flugloch ausgespart.

    Was ich gemacht habe, ist eher Flugling/Brutling, nur dass bei mir jetzt die Fluglinge die Königinnen haben und die Brutlinge nachziehen, teils von Schwarmzellen, teils von Nachschaffungszellen. Ich finde es als Schwarmverhinderungs-Methode praktisch. Kontrollen nur bis zum ersten bestifteten Näpfchen an meinen Ständen, dann radikal Teilung aller Völker in umgekehrte Brutlinge/Fluglinge mittels meiner selbstgebastelten Muller/Schmid-Doppelgitter, und der Honigeintrag kann ungestört weiterlaufen. Nach ein paar Tagen gucke ich nur nochmal oben nach, ob die Königinnen wirklich unten sind; ansonsten wird nochmal nachgebessert. Da kam mir schon der Gedanke, ob ich nicht einfach unbesehen, ohne Gefummel und Kö-Suche, die Völker einfach teilen und ein paar Tage später nachgucken kann, wo die Stifte sind. Muss ich im Laufe des nächsten Jahres in Gedanken durchspielen. Ach ja, und vor der Linde kommen die so gebildeten weiselrichtig gewordenen Ableger erstmal zum Flugbienen-Abfliegen runter und abends auf einen anderen Stand. Die verunglückten werden wieder vereinigt.

    Schade, dass ich dieses Jahr 70 werde; würde gern noch ein paar Jahrzehnte weiterspielen.

    Viele Sorgen und viel Zeit kann man sich sparen, wenn man bei beginnender Schwarmstimmung (sobald sie bei einem Volk sichtbar wird) alle verdeckelten Brutwaben bei allen Völkern in eine neue Zarge packt und Honigraumbienen dazufegt, dann, wie ich es gemacht habe, über 2 Gitterböden mit eigenem Flugloch (frei nach Muller und Schmid) demselbigen Volk aufsetzt. Königin bleibt unten mit der offenen Brut, Flugbienen fliegen alle nach unten zurück - kein Honig- und kein Bienenverlust, aber eine Brutzyklusunterbrechung der Milbe, sowohl oben, wie auch unten, und wenn es stimmt, was behauptet wird, landen die Milben sogar im Doppelgitter. Das Ganze könnte ich nach der Linde noch einmal machen (praktisch als modifizierte, vereinfachte TBE, also 2. Brutzyklusunterbrechung der Milbe). Somit habe den Schwarm vorweggenommen und habe genügend Material zur Verstärkung der guten Völker im nächsten Frühjahr, und ich kann weiter auf jede Chemiebehandlung verzichten, et cetera, et cetera...