Beiträge von ManfredT

    Wer kann, passe den Brutraum der Legeleitung der Königin an. Es nutzt zwar nicht den Bienen, aber dem Imker. Der Honig kommt dahin, wo er hin soll, das Brutnest bleibt kompakt und wird von den Bienen gut versorgt und die Schwarmstimmung wird weniger vorangetrieben. Die Königin ist dann immer rechtzeitig zur Stelle und legt ihr Ei, bevor die Zelle mit Honig zugepackt werden kann. Ab Ende Februar wird sichtbar, wie groß das Brutnest sein wird und wo geschiedet werden muss (vorbereitete, polierte Zellen). Flugwetter nach dem ersten Reinigungsflug ist für diese Aktion günstig.

    Ja, wie viel müssen die Völker samt Kisten denn wiegen? Die sind doch verschieden stark. Auch wird in jeder Region anders gefressen und gebrütet und jede "Rasse" ist anders im Verbrauch, und an welchem Stichtag wird denn gewogen? Mann, mann, was ist Imkern doch kompliziert! Da füttere ich doch lieber so lange und so viel in kleinen Portionen bis der Arzt kommt, d. h. bis sie nichts mehr aufnehmen. Überschüssige Futterwaben sind mir im nächsten Jahr sehr willkommen, um auszugleichen und für den Jungvölkeraufbau. Wenn ich Lust habe, gucke ich mal rein, ob für Futter noch genug Platz vorhanden ist, und im Vorfrühling beim Schieden sehe ich, ob welche noch Futterwaben von anderen gebrauchen können. - Fertig -

    Berggeist:

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    Du schreibst etwas von Verstellen. Wann findet das statt?

    Wann trennst du bei der ersten Version die beiden Einheiten endgültig? Also wieviele Wochen nach der Brutdistanzierung?

    Wenn der Brutling über dem Flugling weiselrichtig geworden ist und nun ein eigenes Brutnest hat, kommt dieses neue Volk auf den Ablegerstand, nachdem es durch Irgendwohinstellen seine Flugbienen an das Muttervolk verloren hat (z. B. morgens runterstellen und abends wegbringen). Zeitlich passt das bei mir und das Muttervolk ist bereit für die nächste Tracht (hier Linde).

    Einige Kritiker übersehen, dass sich bei der Trennung des Volkes (wie in meinem Fall) die Königin mit den Flugbienen unter dem Doppelgitter (ala Muller/Schmidt) befindet, wodurch das Honigsammeln ungestört weiterläuft, da der Brutling (hier weisellos), der sich über dem Doppelgitter befindet, alle seine Flugbienen nach untern verliert. Meine Frage ist halt nur, ob die Honigräume über dem Flugling die Anziehungskraft der jungen Brut auf die Milben im Brutling mindert, wegen des großen Abstands, oder haben die Milben ausreichend gute Nasen? Anyway, auf jeden Fall wird der Brutzyklus der Milben unterbrochen: oben befindet sich keine junge Bienenbrut, wenn nach 3 Wochen alle Brut ausgelaufen ist und alle Milben die Zellen verlassen müssen, um hineinzuschlüpfen, unten gibt es keine, weil dort das Volk wie ein Schwarm neu startet. Heute habe ich erstmalig gesehen, das sich massenhaft lebende Milben zwischen den beiden Gittern befanden, die offenbar verzweifelt versuchten, zur jungen Bienenbrut nach unten zu gelangen. Das Mullerbrettprinzip scheint also zu funktionieren, nachdem man alle Brut im Brutling hat auslaufen lassen.

    Da ich nun nach meiner 2. Maßnahme alle Volkseinheiten rückvereinigt habe, sitzen jetzt etliche auf 3 Zargen. Die im Mai durch die Bruttrennung entstandenen Einheiten sind nun Vollvölker geworden, bis auf zwei, die zu klein gestartet sind; diese beiden werden einzargig übereinander getrennt durch Gitter und Folie überwintert. Zwei Begattungsnieten wurden mit einem "Ableger" vereinigt und werden wohl als ein Volk auf 3 Zargen überwintert. Ich bin gespannt auf die Ausfallquote im nächsten Jahr. Im Gegensatz zum letzten Jahr habe ich heuer auf jede Art Chemie gegen die Varroa verzichtet, auch wird es keine Winterbehandlung geben. Im letzten Jahr hatte ich alle Völker zur Schwarmzeit abgefegt, mit Milchsäure eingesprüht und die Fluglinge nachziehen lassen. Am Ende hatte ich 10 Völker und 4 Ableger auf Mini+ mit 20% Ausfall (also 8 Völker und 2 Ableger ausgewintert). Ein Imker mit einigen Hundert Völkern in unserem Verein hatte mit der üblichen Säurebehandlung 30% Ausfall.

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    mich stören nur die 2 Zargen. Ich versuche nächstes Jahr die Wirtschaftsvölker auf einer Zarge zu führen. Sonst muss ich dann 5 Waben Dadant priorisieren. 20 Rähmchen sind mir was die wöchentlichen Durchsichten angeht, nicht effizient genug.

    Wie schon geschrieben, schiede ich und ich habe deswegen nur die benötigten Waben in den Bruträumen. Es wird wohl kaum vorkommen, dass ein Volk sämtliche Brutraumwaben von Holz zu Holz bebrütet. Ich muss mir auch nicht alle Waben angucken und dem Schwarmtrieb komme ich in meiner Betriebsweise eh zuvor.

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    Aber wie stellt sich den bei Dir die Durchsicht mit der dreifachen Rähmchenzahl dar?

    Da ich die Brutzargen im Vorfrühling auch schiede (oben und unten jeweils ein Schied genau übereinander), habe ich bei einem guten Volk z. B. 5 Brutwaben oben und 5 Brutwaben unten. Ich fange bei den oberen an und höre mit der Durchsicht auf, sobald ich das Gefühl habe, dass alles gut ist. Eine solche Schwarmkontrolle wird aber erst nötig, wenn die Leute hier im Forum anfangen nervös zu werden. Wenn's in Bayern losgeht, habe ich hier noch genug Zeit.

    Habe ich Eier gesehen, muss ich nicht weiter gucken. Spätestens, wenn ich sehe, dass bei einem Volk Weiselnäpfchen bestiftet werden, teile ich sämtliche Völker (auch während einer Tracht und sowieso um Mitte Mai). Alle Brutwaben kommen in eine Zarge über ein Doppelgitter mit Flugloch (ala Muller/Schmidt), während die Königin mit den Flugbienen auf Mittelwand-Anfangsstreifen in einer Zarge und den Honigräumen darunter bleibt. Schwarmtrieb ist dann bei allen Völkern erloschen und die Varroa erleidet eine Brutzyklusunterbrechung. Der obere Volksteil zieht sich selber eine Königin und wird bis Ende des Jahres ein gutes Vollvolk, oder auch zwei. Durch Verstellen bekommt das untere Volk die Flugbienen von oben und ist dann fit für die Linde. Nach der Linde habe ich die gleiche Prozedur ein zweites Mal gemacht, um der Varroa einen Streich zu spielen, nur dass diesmal beide Volksteile nach Brechen der Weiselzellen und nach Schlupf der letzten Biene im oberen Volksteil rückvereinigt werden.

    Das Auseinanderbauen der Völker in 2 Einheiten hört sich wie viel Arbeit an (1/2 Std. pro Volk), aber ich habe damit mehrere Fliegen auf einmal geschlagen: Schwarmtrieblöschung, Vermehrung (starke Ablegervölker) und Varroareduzierung auf ein erträgliches Maß. Nach dieser Maßnahme ist nicht mehr viel zu tun, nur Honigernten und die Völker mit Futter versorgen. Gut, beim 2. Mal (nach der Linde) muss ich noch Weiselzellen im Brutling brechen und nach der 3. Woche die Einheiten wieder vereinigen (einfach die Zwischengitter wieder entfernen).

    Ich bin jetzt ganz auf Flachzargen (Dadant-Blatt 15,9 cm-Rähmchen) und finde es toll. Geht mit Zander genauso. Nur ein Rähmchenmaß, keine Extrakisten für Ableger etc.. Ableger auf einer Zarge gebildet kann man dann mit Aufsetzen einer Zarge zu Wirtschaftsvölkern erweitern und wenn nötig mit 3 Zargen als Supervölker einwintern. Alle Betriebsweisen sind hiermit möglich und man hat weniger zu wuchten. Mach Flachzargenimkerei - ist gut!

    Der wesensgemäße Mensch ist faul und klettert nicht mehr auf Bäume, um Honig zu stiebitzen, auch geht er nicht mehr Schweine jagen und Wurzeln ausgraben. Brauchen wir mehr wesensgemäße Menschen? Nee, geht nicht, es gibt nicht genug Platz für wesensgemäß im Wald herumlaufende Schweine. Genauso ist es mit Bienen; es gibt einen gewissen Honigbedarf, der gedeckt werden will, und wir können nicht so viele Imker auf die Bäume jagen, und den Bienen macht es doch Spaß, in so schönen Beuten zu wohnen und Honig zu sammeln. Dass sie uns stechen ist nur ein Missverständnis, weil sie uns mit Bären verwechseln. Booaah, heute habe ich ein Volk zwecks Varroareduzierung geteilt, überquellend auf 3 Zargen. Viele wurden gequetscht, aber sie haben mir verzeihend in die Augen geschaut, bevor sie starben.

    Für kleinere Bienen braucht man kleinere Zellen; denn große Bienen bauen große Zellen. Deswegen haben wir im Naturbau auch immer noch große Zellen, weil die Bienen immer noch groß sind. Darum müsste man wohl erst die Königinnen zwingen in kleinere Zellen zu stiften. Solche Mittelwände kann man kaufen. Dann müssten eigentlich die dann geschlüpften Bienen kleiner sein und wiederum kleinere Zellen bauen.

    Es gibt schriftlichen Beleg aus einer Uraltimkerzeitung (bitte selber googeln), dass lange vor unserer Zeit propagiert wurde, größere Bienen zu züchten, da sie angeblich mehr Nektar eintragen könnten. Somit entstand das heutige Zellmaß der Mittelwände. Im TV gab es vor nicht allzu langer Zeit einen Bericht über eine in Ägypten noch vorhandene Bienenrasse, die in Tonröhren bewirtschaftet wird, die kleinere Bienen hat, aber ohne Varroabehandlung überlebt, aber wegen des Imports unserer Bienen auszusterben droht, weil die Gier nach Rekordernten auch die ägyptische Seele auffrisst.

    Das ist doch ganz einfach. Einfüttern mit allen Waben im Brutraum. Schiedsetzen Februar/März bis ans virtuelle Brutnest, bei Beginn der Kirschblüte alle Waben hinter dem Schied raus und Honigraum drauf (eventuell eine Futterwabe bis zur Volltracht hinterm Schied belassen). Oder nicht?

    Dann müsste ich ja jede Menge Leerzargen rumstehen haben, oder die darin eingelagerten Rähmchen in die Ecke schmeißen. Für mich keine Lösung. Aber vielleicht kann man die als Innendeckel sowieso vorhandenen Nicot-Fütterer einfach als Bienenflucht umgekehrt aufsetzen (die Plastikeinlagen natürlich raus). Dann hätte ich zwar nur 6 cm Höhe darunter, aber vielleicht reicht das. Dennoch scheue ich noch das zusätzliche Rausfahren an die Außenstände und das zusätzliche Abheben und Draufwuchten der Honigräume.

    Ach... Ist der Geschädigte denn ein Großimker, der alles gerade und glatt haben muss, damit er wirtschaftlich arbeiten kann! oder ist er ein Kleinstimker, der alle Zeit der Welt hat. Man tut ja so als wäre Wildbau eine schlimme Krankheit.

    Was tun bei Wildbau?

    Nichts, außer allmählich auffüttern und erst im nächsten Frühjahr (wenn überhaupt) mit dem langen Küchenmesser auseinandersäbeln, oder besser noch: Ohne Absperrgitter nach oben erweitern, bis die verbaute Zarge unten brutfrei geworden ist, was wahrscheinlich erst im Laufe des nächsten Jahres passiert - oder nach und nach vom Rand eine Wabe wegoperieren.

    Meine Völker bauen auch oft so (da ch höchstens Anfangsstreifen verwende), manche quer oder im Zickzack. Das wird erst lästig, wenn ich sie u. a. zur Schwarmvorbeuge und Varroareduzierung teilen will. Bis dahin lasse ich das Brutnest so zusammen, wie sie es selber haben wollten. Aber warum will die Sprecherin im Video unbedingt die Königin finden? Wenn Brut und sogar Stifte da sind, nichts mehr machen als die Kiste schnell wieder zu schließen.

    Aus meiner Sicht rechtfertigt sich ein Eingriff erst im nächsten Mai, wenn Schwarmstimmung aufkommt, d. h. bei Flugwetter im Februar/März noch schnell das Schied setzen, ohne das Brutnest anzutasten. Bis dahin alles so lassen, Flugloch klein und Boden unten dicht, und nur Auffüttern. Das Volk, das ihr da habt, kann sich noch bombig entwickeln, muss aber nicht erstrebenswert sein, da sich proportional die Milben auch bombig entwickeln. Junges Volk, junge Königin, alles gut.