Beiträge von ManfredT

    @ ManfredT

    Wie lange imkerst Du schon, um hier solche Weisheiten raus zu posaunen?

    Als ich anfing, waren noch Blätterstöcke üblich und die Segeberger entwickelte sich zum "non plus ultra". Erst packte ich alle Völker mit den kaufbaren Rähmchenohren in meine neuen Rendsburger Magazine um. Dann las ich Bruder Adam und baute mir aus Styrodur seine Beuten nach und besorgte mir aus Amerika Buckfast-Kunstschwärme. Dann kam die Varroa und der Bau unseres Eigenheims und ich hatte für Bienen und Varroagetüddel keine Zeit mehr. Jetzt auf Rente, wollte ich erst mit dem Dadantvollmaß weitermachen. Bald merkte ich, dass zweierlei Wabenmaß Murks ist und elegante Maßnahmen gegen Varroa und Schwarmlust ausgebremst wurden. Jetzt bin ich glücklich mit meiner Flachzargen-Betriebsweise und kann alles mit einem Wabenmaß machen. Den Beuten-Zirkus kann man sich sparen, wenn man als Anfänger gleich eine Betriebsweise und Beute wählt, womit man nach allen Seiten hin flexibel ist.

    Die 6 Gläser habe ich jetzt leergegessen. Das Überlaufen fand binnen weniger Tage im Kühlschrank nach Einrühren von jeweils einem Teelöffel/Glas statt. Geschmack super, keine Gärung. Lediglich die Flucht des flüssigen Anteils aus dem feinen, schaumigen Kristallgerüst am Glas herunter in den Kühlschrank hat mich verwundert. Das eine schön zähflüssig und typisch bernsteinfarben, das andere im Glas fein und fluffig. Irgendwie habe ich den Verdacht, dass es mit dem Eiweißgehalt von Heidehonig zu tun hat.

    Bei einer Großimkerei mit 3 Völkern würde ich mir ein paar Gummihandschuhe anschaffen, um die Honigwaben auszuquetschen. Das Wachs kann man im Wasserbad einschmelzen und sammeln und die ausgeschnittenen, honigfeuchten Waben abends in die Völker zurückhängen. Dann brauchst du ein langes Küchenmesser, um später miteinander verbaute Waben zu trennen, falls du ohne Mittelwände arbeiten möchtest. Bei 3 Völkern hast du viel Zeit und musst nicht wirtschaftlich arbeiten. Wichtig ist aber eine gute Imkerjacke und Lederhandschuhe, nur Angeber oder Masochisten arbeiten ohne Schutz. Stockmeißel und Smoker hast du wahrscheinlich schon.

    Strebst du aber eine größere Völkerzahl an, solltest du gleich von Anfang an die richtigen Kästen verwenden. Meine Empfehlung: Dadant-Flachzargen (16,9 cm Höhe) sowohl für Brut- als auch für Honigräume; dann bist du flexibel und kannst immer noch auf viele andere Betriebsweisen umschwenken - und Zargen sollten falzlos sein, um leichter im Eigenbau (auch Zubehör) ergänzen zu können.

    Ich habe etwas Heidehonig geerntet und wollte auch ihn feincremig machen. Dazu habe ich pro Glas einen Teelöffel voll feincremigen Lindenhonig eingerührt und dann in den Kühlschrank gestellt. Nach einigen Tagen war der Honig bei geschlossenen Deckeln übergelaufen. In den Gläsern befand sich prall gefüllt schaumig kristallisierter Honig, geschmacklich völlig in Ordnung, nur dass die Konsistenz fluffig ist.

    Wer kennt das Phänomen und wie kommt es dazu?

    Bei mir befindet sich unter dem Deckel erstmal das eingelagerte Futter, und bis die Bienen oben angekommen sind und verhungern, brauchen sie keinen Durchgang zu den Nachbarwaben unter dem Deckel. Eher sollten sie zum Überwechseln Löcher und/oder Schlitze in den Waben haben, die sie von Natur aus ja auch machen würden.

    Das passiert wohl, wenn der Außendeckel gewölbt ist oder nicht richtig aufliegt. Dann können die auf der einen Seite durch die zu hohen Tore geschlüpften Bienen über den Mittelsteg hinüberklettern und verkleben und ersaufen.

    Es geht aber auch ohne Säuren und anderer Chemie. Suchet, so werdet ihr finden. Schwarmtrieblenkung, Ablegerbildung, Völkerverjüngung und Varroadezimierung in einem Abwasch. Man muss halt noch für jedes Volk für wenig Geld ein Mullerbrett-artiges Doppelgitter basteln. Es ist noch nicht einmal wichtig, ob das sog. Mullerbrett im eigentlichen Sinne funktioniert. Es reicht wohl schon, dass dem Volk die Brut genommen wird und die Milben sich für eine Weile nicht mehr vermehren können, wie bei einem geschwärmten Volk: Sowohl der Schwarm wie auch das zurückgebliebene Volk sind für mehr oder weniger lange Zeit ohne Brut.

    Ich baue bei Beginn der Schwarmstimmung, sobald ein Ei im Näpfchen sichtbar wird oder weil im Forum die Aufregung über Schwarmstimmung beginnt, den Zargenturm ab und fege das gesamte Volk (weil ich keine Lust habe, die Königin zu suchen), das sich im Brutraum befindet, in eine leere Zarge, die ich auf den Beutenboden gestellt habe, wobei diese Zarge in der Mitte einige leere, braune Waben und (in meinem Fall) Rähmchen mit Anfangsstreifen enthält. Die freigefegten Brutwaben kommen in eine leere Zarge. Auf die Zarge mit dem abgefegten Volk kommt das Absperrgitter, darauf kommen die Honigräume, deren Waben vorerst in einen Hobbock oder so abgefegt werden. Auf die Honigräume kommt jetzt das "Mullerbrett", d. h. ein Rahmen mit milbendichtem Gitter und darauf ein Rahmen mit bienendichtem Gitter und mit Flugöffnung. Auf diese beiden Gitter kommt die Zarge mit den Brutwaben, Waben mit genügend Futter und die Honigraumbienen werden nun dazugeschüttet - Deckel drauf, fertig. Diese Prozedur erfolgt bei jedem Volk. Sieht wie viel Arbeit aus, aber früh genug begonnen, kann man sich Zeit lassen, bis die Völker wirklich in Schwarmstimmung gekommen sind. Nach dieser Arbeit geht es das ganze Jahr über locker weiter, es gibt keine 5-12tägige Schwarmkontrolle mehr. Der weisellose Brutling schafft sich selber eine Königin, oder man lässt schon vorhandene Schwarmzellen schlüpfen, oder bricht alle Zellen aus und setzt Zuchtstoff oder gekaufte Weisel hinzu. Sobald diese neu gebildeten Ableger Stifte haben, werden sie auf selbigem Stand vom Muttervolk heruntergesetzt, damit die Flugbienen vor der nächsten Tracht (hier Linde) dem Muttervolk zufliegen, und am Abend auf einen Ablegerstand gebracht. Nicht gelungene Brutlinge werden mit dem Muttervolk vereinigt.

    So ungefähr sieht meine Betriebsweise aus und ich bin zufrieden damit, die Bienen auch. Zugegeben, für Wanderimker wird es schwierig sein, solche Zargentürme mit 2 Volkseinheiten z. B. im Raps bis zur Begattung der Königin stehen zu lassen.

    1 Teelöffel cremiger Honig pro 500g flüssigen Honig gut einrühren (500g cremiger Honig auf 25 kg) und ab in den Kühlschrank. Nach ein paar Tagen ist er cremig auskristallisiert. Desgleichen im Hobbock gut einrühren, in Gläser füllen und im Kühlschrank auskristallisieren lassen. Bei normaler Zimmertemperatur ist er dann schön streichfähig.

    Nicot-Beuten, Nicot-Futterzarge als Innendeckel immer drauf und Nicot-Deckel drüber - alles passt und ist super, leicht zu säubern und unverwüstlich. Kondenswasser im Fütterer? Gute Wasserquelle, wenn nicht ausgeflogen werden kann, oder nicht? Mit Futterteig notfüttern geht problemlos, ohne Bienen der Witterung auszusetzen.

    Das ganze Volk in einen größeren Behälter schütteln und fegen, Waben direkt in die Beute geben, Absperrgitter und Leerzarge darauf, das Volk hineinschütten; evtl. mit Rauch nachhelfen, damit sie schneller nach unten kriechen. Vielleicht krabbelt die Königin dann auf dem Absperrgitter herum, wenn sie nicht aufgeflogen ist und durchs Flugloch zurückgefunden hat.

    Ab und zu gibt es Gemeinschaftsausflüge der Jungbienen. Dann ist große Aufregung und starker Flugverkehr. Da kann man sich schon erschrecken und an Räuberei denken. Auch gibt es starke Kontrollaktivitäten am Flugloch, was wie Krieg aussehen könnte. Gut hingucken und beobachten, bevor man schädliche oder unnötige Maßnahmen ergreift!