Beiträge von ManfredT

    2 Wochen vor Beginn der Tracht (bei Frühtracht[Obst, Raps) mit Aufgehen der ersten Löwenzahnblüten) den schwächeren Völkern die Brutwaben entnehmen und den stärkeren Völkern zugeben, was die Wahrscheinlichkeit in schlechten Jahren Honig zu ernten enorm steigert.

    Ich habe gestern und heute bei Flugwetter geschiedet; diesmal hat es gepasst, d. h. Brutnest, bzw. künftiges Brutnest war jetzt zu erkennen. Die nächste Aktion findet dann zu Beginn der Kirschblüte statt: Futterwaben raus, Absperrgitter und Honigräume drauf. Dann finden auch eventuelle Korrekturen, d. h. Einengen oder Erweiterung des Brutraums, statt. Ein Leerrähmchen oder eines mit Mittelwand oder Anfangsstreifen wird dann hinter das Schied in den Leerraum gehängt, um später an der Bautätigkeit ablesen zu können, ob Erweiterungsbedarf besteht; dann käme nämlich dieses mit Wabenbau begonnene Rähmchen vor das Schied.

    Zu Beginn der Löwenzahnblüte überlege ich, ob ich gute Völker mit verdeckelter Brut aus den schwächeren verstärke.

    Die Bienen machen sich gut, und wenn französische Großimker damit arbeiten, warum sollte ich als Hobbyimker Bedenken haben? Ich weiß aber, dass Spechte gern an Styroporbeuten herumhämmern, Mäuse Löcher hineinnagen und Wachsmotten haben auch ihren Spaß.

    Isolierplatte scheint mir überflüssig, sonst würde man solches empfehlen oder anbieten.

    Ja, ich. Finde ich ganz prima. Allerdings verwende ich jetzt nur noch Honigräume für eine Flachzargen-Betriebsweise, weil sich damit besser meine Schwarmverhinderungs-, chemiefreie Varroadezimierungs- und Völkerverjüngungs- bzw. -vermehrungsbetriebsweise verwirklichen lässt.

    Dieses Thermoplast-Beutensystem ist nahezu unverwüstlich, unverrottbar und gut durchdacht. Da hast du den Außendeckel, der ohne Gurt und Stein hält; der wird nur leicht aufgedrückt und hakt in der Zarge darunter ein. Die Futterzarge fungiert als Innendeckel und bleibt immer auf den Völkern. Die Zargen werden miteinander und mit dem Boden durch Clips unverrutschbar und wanderfertig verbunden.

    Ich hatte früher Styroporbeuten mit den Nachteilen von Mäusefraß, Wachsmottenraupenfraß, und dass sie leicht kaputt gehen, wenn man irgendwo aneckt. Gegen Spechte und anderes Getier ist dieses Hartstyropor auch nicht sicher.

    Man muss aber wissen, dass Dadant-Blatt nicht kompatibel mit anderen Maßen ist und in einem anderen Maß gibt es dieses System nicht. Dadant US oder nach Brd. Adam kriegt man in die Zargen nicht reingequetscht, wohl aber Zander, wenn man die Ohren kürzer kneift.

    Nehme alles wieder zurück!

    Alle Völker scheinen prächtig und stark zu sein, aber sie sind immer noch voller Futter und haben entweder kein oder nur ein kleines Brutnest. Somit schiede ich erst, wenn sichtbar wird, wohin die Reise geht.

    Ich schiede am Wochenende; später könnte es zu spät sein, weil die einmal eingeschlagene Art und Weise, das Brutnest anzulegen, der Legerhythmus nicht mehr umkehrbar ist. Die Königin verzettelt sich im zu großen Brutraum und ist dann nicht rechtzeitig zurück, um die vorbereiteten Zellen zu bestiften, die dann mit Pollen und Honig zugekleistert werden. Am Ende hat man dann vorzeitige Schwarmstimmung, weil die Pflegebienen vergeblich auf die Königin warten müssen und herumlungern. - So verstehe ich das. Das Schied wird hinter die äußerste Wabe mit Brut oder mit für die Brut geputzten Zellen gesteckt, auf der anderen Seite befindet sich bei mir die Beutenwand. Waben, die nur Futter und Pollen enthalten, kommen bis zu Beginn der Kirschblüte hinter das Schied, wann die Futterwaben entnommen und Honigräume aufgesetzt werden. Das Schieden macht aber nur Sinn, wenn ein Absperrgitter verwendet wird, sonst entgleitet das Brutnest nach oben.

    Hat doch Bernhard Heuvel so gut erklärt, warum und wie man schieden sollte, wird jedoch alles trotzdem falsch verstanden, oder Verstandenes vergessen oder nur halb verstanden...

    Also nochmal zum Mitdenken kurz gefasst: Mit dem Schieden ala Bernhard H. soll der Brutraum an die Legeleistung der Königin angepasst werden und zwar so, dass der Brutraum möglichst nur bebrütet und nicht mit Honig und Pollen zugekleistert wird, was eben solche Nachteile bringen soll, wie Schwarmstimmung. Die Königin soll, sobald leere Zellen geputzt sind, mit dem Eierlegen zur Stelle sein. Kommt sie zu spät, weil sie in einem zu großen Brutraum herumtrödelt, also einen zu weiten Weg nimmt, werden freie Zellen mit Futter und Pollen zugepackt. Ferner setzt ein kompaktes Brutnest mehr Flugbienen frei; denn logischer Weise benötigt ein lückenhaftes, verhonigtes und verpolltes, in die breite gezogenes Brutnest mehr Bienen für die Betreuung und Warmhaltung der Brut. Die "Kunst" besteht nun darin, im zeitigen Frühjahr (in den ersten warmen Tagen nach dem großen Reinigungsflug), an Hand der geputzten, glänzenden Zellen zu erkennen, wie viele Brutwaben die Königin im Laufe des Jahres bebrüten können wird, um dahinter das Schied zu setzen; spätere Korrekturen sind erlaubt.

    Diese Maßnahmen gelten nur für diejenigen, die den Honig - und möglichst viel davon - im Honigraum haben wollen, nicht wahr? Für bienengerechte Imker ist das nichts, aber den Bienen gefällt's.

    Gerade auf Großwaben, wenn man den Bienen im Brutraum freien Lauf lässt, da kann man sich ärgern, wenn sie voll mit Honig, aber auch mit einem Flecken Brut in der Mitte sind.

    Mit einem System beginnen, mit dem man jede Betriebsweise verwirklichen und auf eine andere wechseln kann, ohne Beuten oder Teile wegschmeißen zu müssen. Meine Empfehlung daher: Flachzargen (16,9 cm hoch) mit jeweils 10 Waben im Langstroth- oder Dadant-Blatt-Maß. Bei letzterem hat man die Möglichkeit die genialen Böden und Futterzargen von Nicot nahtlos zu nutzen. Möchte man Großwaben ausprobieren, kann man die auch in 2 Flachzargen übereinander einhängen und nach Herzenslust schieden.

    Hat man Bienen schon im zeitigen Frühjahr, muss man sich die Frage beantworten, wie man dem Schwarmtrieb begegnet - Schwärmenlassen, Schwarmvorwegnahme, Totale Brutentnahme, wöchentliches Nachgucken und Weiselzellenbrechen, Schröpfen, Ableger bilden etc.. Trachtreife und Erntezeitpunkt werden von den örtlichen Verhältnissen bestimmt, muss jeder selber austüfteln. Man könnte etwa, wenn die Völker nicht von sich aus die nötige Stärke erreichen, 14 Tage vor dem vermuteten Einsetzen der Tracht, den schwächeren Völkern Brutwaben entziehen und sie den besseren zuhängen und durch Verstellen die Flugbienen den stärkeren zufliegen lassen.

    Also, ich würde mich als Anfänger durch falsche Beutenwahl nicht auf eine Betriebsweise festnageln lassen wollen, lieber flexibel bleiben und mit Flachzargen (wie oben beschrieben) beginnen, die dann immer als Honigräume weiter dienen können. Umgekehrt eine Großwabenkiste zu zersägen, um Flachzargen daraus zu machen, ist komplizierter. Auch würde ich immer falzlos für alle Beutenteile empfehlen, vor allem, weil man leichter selber auch Zubehör nachbauen kann (wie z. B. Zwischenböden, Mullerbretter).

    2 zusammengesteckte Miniplusrähmchen funktionieren bei mir prima in der Dadantblatt-Honigzarge (die ich auch als Brutzarge verwende), aber ich habe sie jetzt zusätzlich mit Draht fixiert, da sie sonst beim Herausnehmen leicht auseinanderfallen. Von Mini+ bin ich jetzt weg, brauche ich nicht. Kleine Völker kann ich auch angepasst/geschiedet in einer Flachzarge unterbringen, evtl. mit Folie und Gitterboden übereinandergestapelt, jedoch werden die zusammengesteckten Rähmchen weiterverwendet, bis sie kaputt sind.

    Perfekte Beute?

    Ich habe sie gefunden!

    Das Beutensystem von Nicot, da passt alles und man hat alles, was man braucht. Allerdings gibt es das nur in Dadant-Blatt, nicht kompatibel mit Langstroth und Dadant US. Es ist halt nichts für Leute, die das Impfen mit Kunststoffspritzen verweigern; aber Kunststoff ist wegen seiner Nachhaltigkeit für Beuten zu empfehlen. Da können sich die Archäologen in 2000 Jahren noch drüber freuen und darin imkern. Es gibt halt nur das 10er-System, aber auf das überflüssige 90°-Zargendrehen kann man verzichten, 180° ist gut genug.

    Beim Boden hast du Wandergitter, Varroaschieber und Fluglochschieber mit dabei, die Zargen kann man mit den käuflichen Clips mit dem Boden und miteinander wandersicher verbinden. Obenauf als Innendeckel hat man den genialen Futtertrog und der Außendeckel wird darüber gestülpt und klickt sich an der obersten Zargen ein, so dass Gurte und Steine überflüssig sind. Honigzargen gibt es mit integrierten Schienen oder Rechen (für 9 Waben).

    Ich selber habe mich für die Flachzargenimkerei (2 Honigzargen = 1 Brutraum) entschieden, womit ich flexibel bin und jede Betriebsweise umsetzen kann.

    Deswegen sollte man auch von einem Schwarm besetzte Rollladenkästen austauschen, damit nicht ein nächster Schwarm eine eventuelle AFB aufleben lässt. Auch sollte man Bäume mit Baumhöhlen, in denen ein Schwarm eingezogen war, absägen und verbrennen. Das gleiche gelte dann auch für Schornsteine, Hohlschichten usw.; Haus abreißen und den Schutt in Natronlauge kochen.

    12 von 14 leben noch trotz chemiefreier Behandlung (2malige Brutentnahme, erstere zur Schwarmzeit, die zweite nach der Linde; die Brut wurde über "Mullerbrett" auf dem weiselrichtigen, brutlosen Volk geparkt, bis eine neue Königin zu legen begann, Versager zurückvereinigt; bei der 2. TBE nach der Linde wurde nur nach Schlupf aller Bienen der Brutling mit dem Muttervolk wieder vereinigt). 14-15% sind schon eine gute Quote, wenn man bedenkt, dass man sich und den Bienen den ganzen Zirkus mit den Säuren etc., den Arbeitsaufwand und die Störung im Winter spart. Ferner schlage ich mit einer Klappe die Schwarmlust, Ablegerbildung, Honigernte und muss nicht ständig "Schwarmkontrolle" betreiben. Das Timing für die 2 oder demnächst 3 (Frühtracht, Linde und Heide) Trachten der Standimkerei passt hier. Somit wünsche ich mir alles Gute fürs neue Jahr.