Beiträge von ManfredT

    Bei der regional angepassten Biene geht es sicher nicht nur um die Sammelleistung, sondern auch um Trachtangebot und Robustheit gegenüber Krankheiten, Plagegeistern und Wetterverhälnissen, nicht wahr? Also bei Königinnenzukauf würde ich gern darauf achten, dass sie möglichst aus meiner Nähe herkommen und sich in hiesigen Verhältnissen in alle Richtungen bewährt haben, besonders in Hinblick auf die Varroa.

    Mich stört, dass hier nicht erwähnt wird, dass die Königinnen vor Ort von den Imkern selber gezüchtet werden müssten, um eine Angepasstheit an die örtlichen Verhältnisse zu erreichen, auch finde ich es falsch, dass man eine fremdländische "Rasse" mit eingeschränktem Genpool in den Vordergrund stellt und ausgerechnet Carnica, die lt. John Kefuss bei seiner Radikal-Umstellung nur Totalverluste lieferte, während bei anderen Herkünften - möglicherweise Mischmasch - Völker überlebten.

    Ob senkrecht oder waagrecht wird wohl von der Bienenherkunft abhängen und wie dort über Jahrtausende selektiert wurde. Meint doch Bernhard Heuvel in seinem Vortrag, dass die Carnica gern im Brutraum weiterbauen und Honig einlagern möchte, wenn sie dort Platz hat, hingegen die Buckfast (die ja nördliche Bienenanteile hat) lieber über Kopf.

    Aber die Bienen im spanischen Museum haben wahrscheinlich das ganze Jahr über Sommer, oder wird da im Winter nicht geheizt?

    Zitat

    Gerade das Problem der Brutfreiheit ist hier am Niederrhein schon seit längerem bekannt. So wird Ameisensäure, aber auch die andere Methoden der Herstellung von Brutfreiheit, an Bedeutung gewinnen. Die Biene hat mit der Umstellung ein kleineres Problem.

    Und was ist mit der Schwarm-Brutpause (Schwarm fangen oder Vorwegnahme [Teilung in Flugling und Brutling]) nach oder während der Frühtracht? Eine zweite Brutfreiheit kann später nach der Sommertracht durch eine TBE erreicht werden. So können neue oder rückvereinigte (um Trachten zu nutzen) Völker entstehen mit reduzierter Milbenlast und einem Entwicklungsvorsprung gegenüber der Milbe. Somit müsste man auch nicht auf eine Winterbrutpause lauern.

    Habe gerade gesehen, dass ein Thread geschlossen wurde, bei dem ich gern noch eine Frage an die Experten gerichtet hätte:

    Kann es nicht auch sein, dass nicht immer der Bienenhalter die Schuld am Tod eines Volkes hat? Vielleicht trägt auch die große Masse der honiggeilen Imker die Schuld, dass die Königinnen über viele Jahrzehnte falsch ausgelesen wurden und die Bienen dem Anfänger beim ersten Husten gleich kaputt gehen. Man kann es auch so herum sehen, dass man auf diese Weise eine Imkerauslese betreibt und so am Ende nur die Gift- und Säuremittel-Experten hinter den Beuten übrig bleiben - hoffentlich nicht!

    Wild bauende Bienen fangen doch unter der Decke an und wachsen je nach Tracht und Schwarmlust nach unten weiter. Das Brutnest selber wandert dabei nach unten, während der Honig über Kopf im alten Brutnest eingelagert wird. Das aktuelle Brutnest selber wird bei der europäischen Honigbiene wohl nicht über die Größe der Dadant-Brutwabe hinauswachsen. In engeren Räumen zieht sich das Brutnest entsprechend nach unten in die Länge. Logischerweise, wenn man sich nach der Natur richten möchte, müsste man auch dem Volk immer nach unten Platz geben, d. h. z. B. Zargen untersetzen und den Honig aus ehemals bebrüteten Waben ernten. Erst bei plötzlichen Massentrachten wird der Bien gezwungen schneller zu bauen, weil die Brutzellen nicht schnell genug frei werden. In trachloser Zeit wird der Honig gefressen und das Brutnest wandert wieder nach oben.

    In wärmerem Regionen kann das natürlich anders aussehen, wie in dem Video:

    https://youtu.be/kdl7AmCHXzs?t=2180

    Ich würde immer noch Langstroth/Dadant dem Neuimker empfehlen, damit er nicht irgendwann, weil er anders imkern möchte, alles wegschmeißen muss. Zander ginge wahrscheinlich auch, aber DNM ist Mist im Hinblick auf die Zukunft. Ich hatte vor ca. 35 Jahren alle meine Styropor-DNM-Magazine billig verscheuert, weil ich Bruder Adam gelesen hatte, und es ihm gleich machen wollte. Jetzt im hohen Alter mag ich nicht mehr mit herausgequollenen Augen volle Dadant-Kisten vom Fleck rühren müssen, weil z. B. ein Nachbarimker Räuberei ausgelöst hat. Aber Flachzargen (17cm Höhe) sowohl als Brut- als auch als Honigräume gehen gut, und zwar für jede Art von Betriebsweise, Kippmethode, Ablegerbildung oder was auch immer.

    Ich habe alle meinen Bienen erlaubt, die Rähmchen ohne Mittelwand ausbauen zu lassen und sie bauen immer noch in der alten Größe weiter, was meiner Meinung nach daran liegt, dass die heutigen Bienen passend zu ihrer angezüchteten Größe bauen. Erst mit diesen künstlichen, kleinzelligen Mittelwänden bauen sie wohl kleiner aus, weil sie dazu gezwungen sind, und durch langwierige Selektion würden sie nach und nach auch auf "natürliche Weise" selbständig kleiner werden, oder nicht?

    Ich würde Dadant/Langstroth empfehlen, weil international. Allerdings haben sich die großen Bruträume für mich als ungeeignet erwiesen, wegen des Gewichts. Somit bin ich wieder zur Flachzargen-Betriebsweise zurückgekehrt, wegen Gewicht, wegen nur einer Sorte Rähmchen (nämlich 15,9 cm in der Höhe, Zarge 17 cm) und mehr Flexibilität. Damit kann ich jede Betriebsweise umsetzen, auch das Schieden, wenn ich will. Ich kann mit einem Brutraum, mit 2 oder 3 Bruträumen arbeiten und in einer Zarge beliebig große Ableger oder Minivölker unterbringen (auch mit Schied angepasst). Völkerteilung, Mullerbrett, Schwarmvorwegnahme, Wiedervereinigung und, und und, ist alles viel leichter und einfacher.

    Bruder Adam würde ich nicht unbedingt in allem als Vorbild nehmen; der hatte seine Knechte, die für ihn wuchteten, während er sich in einer Sänfte zu den Bienen tragen/fahren ließ.

    Flachzargenbetriebsweise

    Ich selbst bin bei Dadant-Blatt gelandet (leider nicht kompatibel mit Dadant US, aber immerhin gängig in Frankreich, Schweiz und Polen) aber kompatibel mit Mini-Plus-Rähmchen, wenn 2 zusammensteckt, und weil das Thermoplast-Beutensystem von Nicot mich mehr und mehr überzeugt (allerdings sind das 10er Zargen, was mir aber zupass kommt, nochmalige Gewichtsminderung und noch größere Flexibilität in Bezug auf Anpassung). Ist zwar Plastik, aber hier hat es m. E. eine Existenzberechtigung, genauso wie Einmalspritzen in der Medizin. Ansonsten kann ich jeder Zeit auf Holz umstellen und alles ist kompatibel.

    Zitat

    Aber Was unterscheidet denn ne MW erstmal von nem dünnen Brett, ausser das die darauf bauen können wenn sie wollen? (UND einer Futterwabe zwischen But und MW:))

    Auf dem Schied können sie nicht bauen, auf der Mittelwand wohl. Sie sollen ja bei einer Schiedbetriebsweise (Dadant u. ä. Beuten) nicht unten bauen, weil sie dann unten sofort Honig einlagern und das Brutnest verkleistern; bauen sollen sie im Frühjahr nur im Honigraum. Es geht auch weniger um Wärme, sondern um Optimierung des künftigen Brutnestes. Wer das alles nicht versteht, soll das eben lassen, weil sonst eh nur Murks dabei herauskommt, es sei denn, er führt sich intensiv noch einmal Bernhard Heuvels Vortrag zur 2-Königinnen-Betriebsweise zu Gemüte, wo u. a. auch diese Sache ausführlich erklärt wird.

    Kraft der 2 Herzen

    Sieht doch alles wie Varroa-Schaden aus, zumindest ist es, wie bei mir gesehen, typisch, dass sich starke Völker um Silvester herum verabschieden. Wie Dr. Wolfgang Ritter schon sagte, haben starke Völker unverhältnismäßig viel mehr Milben - mitunter das Zehnfache gegenüber kleineren.

    30 Jahre Varroamilbe

    Finde ich interessant, dass ein Wissenschaftler, der praktisch von Anfang an in Oberursel dabei war, sagt, dass die Behandlung mit Chemie (Säuren eingeschlossen) in eine Sackgasse führt.

    Bei den ersten Gotland-Versuchen gingen 5 von 6 Nichtbehandelten ein. Das Eine schrumpfte ebenfalls extrem zusammen, aber überlebte als Mini-Völkchen und bekrabbelte sich dann. Ich will damit sagen, dass es sich eventuell lohnen könnte, ein vermeintlich sterbendes Volk nicht voreilig einzuschläfern; denn das könnte ein solches sein, mit Talent zur Resistenz und würdig zur Nachzucht. Von solchen Völkchen hätte ich gerne Zuchtstoff, wenn es sie in meiner Nähe gäbe.