Beiträge von ManfredT

    Ich weiß immer noch nicht, warum der Schimmel in Beuten und auf Waben schlecht sein soll. Allmählich glaube ich, dass die meisten hier Schimmelneurotiker sind, und das Internet ist voller Aussagen gegen den Schimmel, aber immer fehlt eine Begründung.

    Zanderrähmchen passen in Langstrothkästen - kein Problem. Das Bisschen Wildbau am Unterträger spielt doch keine Rolle. Ich hatte vor ein paar Jahren ein Volk auf Zanderrähmchen (Zadant) gekauft und in Dadant gepackt. Umgestiegen auf Flachzargen verwende ich die Rähmchen auf 159mm in der Höhe gekürzt ohne Probleme weiter.

    Ich würde jedem Anfänger empfehlen, mit Langstroth 2/3 anzufangen (159 cm). So hat man Brut- und Honigräume in einem Maß und kann damit (fast) jede Betriebsweise ausprobieren. Und wenn man dann meint, Dadant Großwaben wären besser, kann man entweder die Dadant Großwaben in 2 Langstroth 2/3-Zargen übereinander einhängen oder gleich Dadant(10er) als Bruträume und die Langstroth 2/3 als Honigräume verwenden.

    Ich mache jetzt nach vielen Umwegen mit Dadant-Blatt-Flachzargen (weil es die Thermoplastbeuten nur in diesem Maß gibt) und bin mit diesem System glücklich. Dieses Nicot-System ist zwar ein wenig teurer (zumindest im deutschen Handel), aber es ist perfekt durchdacht: Futterzarge ist immer als Innendeckel oben drauf, der Außendeckel hält ohne Gurte und Steine, die falzlosen Zargen werden mit Clips unverrutschbar und wanderfertig zusammengehalten, zur Belüftung wird einfach der Varroaschieber gezogen und ... alles ist unverrottbar und leicht zu säubern.

    Es wurde gesagt, dass man mit Dadant-Blatt in der Dadant/Langstroth-Familie angekommen sei.

    In Unwissenheit kaufte ich mir vor einigen Jährchen Nicot-Thermoplast-Beuten und wollte meine Völker aus den maroden Styrodur-Dadant-Beuten in diese Dadant-Blatt-Beuten umhängen. Nanu, warum passten die Rähmchen nicht rein? Hatte ich mich bei den Eigenbaurähmchen vermessen? Bis ich noch einmal genau bei Wikipedia nachschaute und erkennen musste, dass Dadant-Blatt-Rähmchen 1 cm kürzer sind und dadurch der Innenraum entsprechend kleiner ist.

    Nichtsdestoweniger, da dieses Kunststoffbeuten-System von Nicot mich vollkommen überzeugte (bis auf den heutigen Tag) zog ich es vor, alle meine Rähmchen auf Dadant-Blatt umzubasteln (d. h. Oberträger kürzen, Seitenteile versetzen und Drähte nachspannen), und es macht Spaß mit diesem Beutensystem zu imkern, einzig die Farbe ist nicht so mein Geschmack - könnte man aber ändern, wenn man wollte.

    Zitat

    :) Du machst das Ganze mit Flachzargen, gell? Ich habe die riesigen Dadantkisten, aber man könnte da schon irgendwas machen. Anstelle eines Gitters würde ich allerdings eher zu einem einfachen geschlossenen Holz-Zwischenboden tendieren. Müsste auch funktionieren, oder?

    Ja, mit Flachzargen, weil sich damit bei meiner Betriebsweise alles leichter bewerkstelligen lässt. Die Vorteile des doppelten Gitterbodens ala Muller/Schmidt sind das leichtere Wiedervereinigen (gemeinsamer Stockgeruch) im Falle einer Nichtbegattung und dass, wie ich hoffe, durch den Geruch der offenen Brut der Altkönigin unten, die Milben den Drang nach unten verspüren und sich zwischen den Gittern verfangen. Auf jeden Fall erreicht man mit einer solchen Trennung des Volkes die Auslöschung des Schwarmtriebs, eine Unterbrechung des Milbenbrutzyklus bei beiden Einheiten und gleichzeitig die Schaffung neuer Jungvölker, während der Sammeltrieb ungebremst weiterläuft. Das erste Mal in diesem Jahr so verfahren bin ich begeistert. Zwar brauchte ich pro Volk auch wegen fehlender Routine 1/2 Stunde, aber danach keine Schwarmkontrollen mehr. Das Kö-Suchen habe ich mir erspart, indem ich alle Brutwaben in den unteren Raum abgeschüttelt und -gefegt hatte. Zu den nackten Brutwaben habe ich oben Honigraumbienen hinzugefegt, nach einigen Tagen unerwünschte Zellen gebrochen und ggf. Zuchtstoff von den besten Völkern dazugegeben. Vor der Lindenblüte wurden die begatteten Brutlinge abgenommen und irgendwo abgestellt, damit die Altvölker (WV) ihre Flugbienen zugeflogen bekamen, und abends auf den Ablegerstand verfrachtet, wo sie bis in den Herbst hinein wöchentlich 1 bis 2 L Sirup bekamen. Nach der Lindenblüte habe ich bei den WV noch einmal auf gleiche Weise die Brut entnommen, jedoch keine Königinnen nachziehen lassen, sondern nach Schlüpfen der letzten Brut im Brutling die Einheiten wieder vereint, um dadurch eine zweite Brutzyklusunterbrechung zu bewirken. Somit bin ich mit 2 TBEs pro Volk durchs Jahr gegangen, ohne jede Chemie und eine Winterbehandlung wird es bei mir auch nicht geben. Mal sehen was daraus wird.

    swissmix

    Jeweils 2 Völker nebeneinander aufstellen. Im Frühjahr bei Aufgehen der ersten Löwenzahnblüten, das jeweils bessere Volk mit Brutwaben aus dem schwächeren optimieren und das schwächere verstellen, so dass dem besseren die Flugbienen zufliegen.

    Dann bei ersten Anzeichen von Schwarmstimmung komplette Entnahme der Brut und, wobei keine oder eine offene Brutwabe beim Wirtschaftsvolk (der jetzt einem Vorschwarm entspricht) bleibt. Die Honigräume bleiben bis zur Ernte beim WV. Die entnommenen Brutwaben werden in einer Zarge über einem Zwischenboden oder Gitter mit kleinem Flugloch (in meinem Fall ein "Mullerbrett") dem Muttervolk aufgesetzt, so dass das Wirtschaftsvolk die Flugbienen erhält. Dieser Brutling mit ca. 2 Futterwaben kann sich aus Schwarm-, Nachschaffungszellen oder einer "Edel"-Zelle eine neue Königin machen.

    Zu Beginn der Lindentracht ist das alte Volk wieder voll in Brut und erhält nochmals Flugbienenverstärkung durch Verstellen des begatteten Brutlingvolkes. Ferner stehen noch die anfänglichen Spendervölker zum Verwursten und Verstärken zur Verfügung.

    So ungefähr gestaltet sich jetzt meine Betriebsweise bei Standimkerei und ähnlichen Trachtverhältnissen, wie von dir beschrieben. Bei Bienenüberschuss könnte ich noch die Heidetracht integrieren, mit ähnlich verstärkten Einheiten. Diesen Schritt plane ich im nächsten Jahr anzugehen, falls ich einen guten Dauerstand nahe der Heide finde. Wandern möchte ich nicht, viel zu viel Strapaze; aber bei heruntergeklappter Sitzbank könnte ich von Stand zu Stand bis zu sieben Einheiten 10er Dadant-Blatt transportieren.

    Hier zeigt sich ein Nachteil von Großwaben, weshalb ich alles auf Flachzargen umgebaut und entsprechend zugekauft habe. Mir hat es sehr gefallen, während der Schwarmstimmungszeit im Mai, alle Brutwaben bis auf eine offene zu entnehmen und sie dem weiselrichtigen Muttervolk über selbst gebasteltem "Mullerbrett" aufzusetzen. Da genügt in meinem Fall eine Flachzarge, um die Brutwaben aufzunehmen. Bei Großwaben müsste man sowohl im unteren Raum als auch oben entsprechend einengen. Um mir die zeitraubende Kö-Suche zu sparen, fege ich alle Bienen in die untere Kiste und gebe den entnommenen Brutwaben oben Bienen aus den Honigräumen dazu. Die Honigräume verbleiben wie gehabt beim Ursprungsvolk unten, wo die Flugbienen sind und weiter Honig sammeln. Oben braucht's noch ein, zwei Futterwaben, und dann geht's los mit der Kö-Nachzucht und einer Menge gesunder Pflegebienen. Jetzt könnte man einfach Waben mit Eiern aus den besten Völkern verteilen und markieren und nach 1 Woche die "schlechten" Nachschaffungszellen zerstören. Bei mir fällt das Ganze genau in die Lücke von Frühtracht und Lindentracht, so dass das untere, das WV bis zur Linde stark ist und durch Abnehmen und Verstellen des Ablegers (des Brutling, der mittlerweile eine begattete Königin haben sollte) nochmals Flugbienen dazu bekommt. Die Nicht- oder Schlechtbegatteten werden mit den WV zurück vereinigt oder auf schwächere verteilt. Diese guten, starken Ableger füttere ich von da an allmählich bis in den Herbst auf (alle paar Tage 1 Liter, je nach Trachtangebot) und siehe da, am Ende sind sie genauso stark wie die WV, welche nach der Linde noch einmal diese Maßnahme bekommen, aber dieses Mal ohne Königinnen zu ziehen, sondern nach Auslaufen der letzten Brut, wird die aufgesetzte Einheit mit der unteren vereinigt. Dieser Weg hat für mich viele Vorteile: Kein Ärger mit der Schwarmstimmung, keine Trachteinbußen, gute, starke Ableger, keine Chemie und keine Winterbehandlung. Ob durch das Mullerbrett ausreichend Milben abgefangen werden, weiß ich nicht, aber die 2-malige Unterbrechung der Milbenbrut durch diese TBE-Variante wird, so hoffe ich, eh ausreichen.

    Wieso wird Schimmelbildung immer als Problem hingestellt, was macht der Schimmel denn, womit die Bienen nicht fertig werden?

    Ich habe meine Bienen inzwischen komplett in Nicot-Plastikbeuten untergebracht. Die finde ich exzellent und gut durchdacht, angenehmes Arbeiten. Das Schwitzwasser landet in den darüber immer als Innendeckel vorhandenen Futtertrögen, wo sich die Bienen bei Bedarf während des Winters das Trinkwasser holen können. Nach unten kann das Kondenswasser, wenn es will, immer in den Varroaschieber ablaufen, der auch immer drin bleibt, mitsamt dem Gemüll und der Mikrofauna. Die doppelwandigen Zargen sind dicht und isolieren prima. Das Plastik verrottet nicht, braucht keinen Anstrich, ist umweltfreundlich und wesensgemäß, so lang man es nicht verbrennt.

    Wespenkrieg findet bei mir nur an einem Stand statt. Unser Vereinsvorstand teilte mir am Telefon mit, dass ihm die Wespen sämtliche Ableger platt gemacht haben.

    Mickerlinge kann man übereinander (über Folie und Fliegengitter und eigenem Flugloch) und eingeengt überwintern. Mir persönlich ist es das wert. Entweder werden sie im Frühjahr vereinigt oder, wenn sie den Winter überleben, starten sie mit einer stillen Umweiselung und sind dann bis zum Ende des Jahres ein gutes Volk. Auch habe ich heute bei Sonnenschein dem schwächeren Wespenopfer eine dicke Futterwabe und einen Schwung Jungbienen aus einem überstarken Volk gegeben. Mal gucken, was wird. Völker werden meist zu früh aufgegeben, weil unwirtschaftlich; aber so manch ein Kümmerling rettet sich in letzter Sekunde, schafft sich eine neue Königin und explodiert.

    2 betroffene Völker habe ich auch, total ausgeräubert. Meine Beobachtung: Die Wespen sind so hartnäckig am Flugloch aktiv, bis die Bienen sie geruchsmäßig nicht mehr von ihren eigenen Genossen unterscheiden können. Abends, wenn es kühl geworden ist, zieht sich das Volk in die Traube zusammen und die Wespen spazieren in großer Zahl unerkannt aus und ein, selbst, wenn es schon dunkel ist. Wespen sind weniger kälteempfindlich.

    Ich habe die beiden Völker, jetzt Völkchen, erstmal auf einen Stand gebracht, wo ich sie bei passendem Wetter mit Futterwaben bestücke und eingeengt über Fliegengitter und eigenem Flugloch aufeinandersetze. Nach und nach werde ich sie mit mit Bienen von anderen Völkern verstärken und durch den Winter bringen.