Beiträge von rgerdes

    Liebe Imkerkollegen/innen,

    ein Volksbegehren unterliegt gewissen Beschränkungen:


    1. es muss sich "im Rahmen der Zuständigkeit des Landesgesetzgebers halten", d.h. es darf sich nur auf bayerische Gesetze beziehen (also können zum Beispiel keine Pestizide verboten werden, da diese der EU-Gesetzgebung unterliegen). Es kann aber der Ökolandbau gefördert werden (so wie in Österreich, die schon jetzt 27% Ökolandwirtschaft haben).


    2. "alle Vorlagen mit nicht nur unwesentlicher Haushaltsrelevanz sind ausgeschlossen", d.h. die vorgeschlagenen Maßnahmen dürfen nicht direkt mit Geldforderungen verbunden werden. Deshalb war es nicht möglich vorzugeben, dass die Bauern z.B. für die 10% Blühwiesen eine Kompensation erhalten. Das liegt im Rahmen der Umsetzung des neuen Naturschutzgesetzes im Handlungsbereich der Staatsregierung. Natürlich wird die Regierung dann Prämien für die Bauern bereitstellen, die ihre Wiesen für entsprechende Maßnahmen bereitstellen.


    3. Es gibt ein Kopplungsverbot, d.h. es muss um die Änderung eines "einfachen Landesgesetzes" gehen. Man kann die Änderung des Naturschutzgesetzes, die jetzt geplant ist, nicht mit Änderungen eines anderen Gesetzes koppeln.


    Aktuell sterben pro Jahr 2% der Landwirtsschaftsbetriebe. Es wird Zeit, dass dieses System des "Wachse oder Weiche" zugunsten eines Systems geändert wird, in dem die Bauern für Umweltmaßnahmen belohnt werden und nicht (hauptsächlich) für die Anzahl der Hektar, die sie bewirtschaften. Bitte erklärt den Bauern, dass das Volksbegehren nicht gegen sie gerichtet ist, sondern gerade den mittleren und kleinen Betrieben wieder eine Zukunft geben soll.

    Viele Grüße

    Rolf


    Hier noch ein paar Ideen, um für das Volksbegehren zu werben (aus unserem Aktionsbündnis):


    die digitale Signatur seiner Emails mit einem Hinweis auf das Volksbegehren aufpeppen! Zum Beispiel mit einem Logo, das man gut an alle Emails anhängen kann und ein Motivationstext.


    Kino: "Das grosse Insektensterben"


    Vorträge durch Fachkundige (z.B. bei Senioren: die wissen noch, wie es früher war)


    Auch andere nicht so augenscheinlich nahestehende ansprechen: z.B. Golfclub (Bio-)bauern, Tierärzte/Tierkliniken

    VHS, Büchereien, Gartenbauvereine, ADFC, VCD, Kirchenvertreter


    Fahrdienste organisieren


    Stempel /Frankierwelle/Aufkleber für Postsendungen (Gemeinden anfragen)



    Mein Mann (BN) hat der lokalen Zeitung angeboten, in diesem Zusammenhang eine Miniserie über bedrohte Tierarten zu schreiben - damit das Artensterben für die Bevölkerung grade jetzt besonders präsent ist und man damit hoffentlich Stimmen von Leuten bekommt, die sonst einfach nicht dran denken würden.

    Würdet ihr Eure Zeitungsartikel vielleicht auch anderen Lokalzeitungen zur Verfügung stellen? Ich mag nicht gerne das Rad neu erfinden und kenne mich auch bezüglich der Gefährdungssituation anderer Insekten nicht gut aus. Wenn möglich Antwort an tschoeber@gmx.de.

    Das Volksbegehren ist eine Riesenchance, die wir Imker uns auf keinen Fall entgehen lassen dürfen:

    - 10% aller Wiesen dürfen dann erst nach dem 15. Juni gemäht werden (d.h. wir bekommen wirklich "blühende Landschaften")

    - 13% des Offenlandes (Acker, Wiesen, ungenutzte Flächen) sollen zu Biotopen werden mit vielfältigen einheimischen Pflanzen


    Für die Angler und Fischer ist auch etwas dabei: endlich Gewässerrandstreifen auf 5m frei von Bewirtschaftung (war schon lange in anderen Bundesländern der Fall aber in Bayern nur "freiwillige Maßnahme" des Landwirts). Ebenso für Jäger eine Riesenchance, nachhaltige und ökologische Bewirtschaftung des Staatswalds.


    Wir packen es! Bitte macht Druck auf Verbände, informiert Bekannte und Freunde, Kollegen, etc. Schreibt dem Radio und Fernsehen, bisher ignorieren sie das Volksbegehren, warum wohl? Es geht um viel.