Beiträge von 2019

    Das ist genau das Problem unserer konventionellen Landwirtschaft: Statt hochwertige Premiumprodukte zu erzeugen.

    Darf ich an der Stelle mal ein Veto einlegen? Die Vielzahl deutscher Höfe als kleine und mittlere Betriebe erzeugen, unabhängig von der Betriebsform, hochwertige Premiumprodukte unter Einhaltung strikter gesetzlicher Vorgaben. Leider landen die wenigsten Produkte auf dem deutschen Markt sondern gehen in den Export, wo höhere Preise zu erzielen sind. Bei landwirtschaftlichen Produkten zahlt sich "Made in Germany" nämlich noch aus... nicht für den Erzeuger aber für den Vermarkter!

    Das was Du eingangs schriebst trifft sicher auf die dritte Form, neben Bio und konventionell,

    , die industrielle Landwirtschaft zu. Leider wird sich niemand finden der industrielle Landwirtschaft definiert, weil es einfacher und bequemer ist auf alle Konvis einzudreschen. Die Gräben bleiben und das ist für die Ernährungsindustrie sehr praktisch.

    Zur Definition der industriellen Landwirtschaft gibt es schon einen guten Wikipedia-Artikel.

    Beim internationalen Handel mit landwirtschaftlichen Gütern zählt in erster Linie der Preis. Der amerikanische Honig wird nicht importiert, weil er ein Premiumprodukt ist. Umgekehrt importieren die Asiaten das deutsche Schweinefleisch sicherlich nicht aufgrund der "strengen" deutschen Gesetze.

    Man sollte die Situation auch nicht zu schwarz sehen. In vielen Bereichen gibt es einen postiven Trend - gerade in den Segmenten regional und ökologisch. Der Biomarkt ist bspw. 2019 um 9,7 % gewachsen und die regionale Vermarktung nimmt, zumindest in meiner Region, ebenfalls zu.


    Wenn jeder Konsument ausschließlich den Preis im Blick hätte, könnte keiner von uns Honig verkaufen :)

    Die niedrigen Lebensmittelpreise in Deutschland sind Teil der öffentlichen Debatte und (zu Recht) auch Gegenstand der Bauernproteste. Die Lebensmittelausgaben im Verhältnis zum Einkommen

    (der Wirtschaftsleistung) sind noch nie geringer gewesen.

    Erstmal, ein schöner Traum, aber, ich fürchte, der ist nicht realistisch. Und ja, außer Partygetränkeproduzenten für Jugendliche gibt sich kaum ein Lebensmittelproduzent Hipp und modern, weil das eben nicht gefällt, was gerade Sache ist im Umgang mit Tieren und Äckern. Geht mir auch so, meine zukünftige Imkerei heißt Imkerbruderschaft, einfach nur um auszudrücken, daß ich mich bemühe eine bienenfreundliche Betriebsweise zu praktizieren. Wesensgemäß oder natürlich wäre zu hoch gegriffen aber ich möchte manche Praktiken nicht machen, weil ich sie für unnatürlich oder besser schofel halte.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang


    Sinnvolles Recycling von EPS (Styropor) ist ein schöner Traum, aber selbst diese Gesetzeslage wird Stück für Stück angepasst.

    Im Vergleich zu den 70ern hat sich doch bspw. auf dem PSM-Sektor schon ein bisschen was geändert.:D

    beemax : Das nennt man vermutlich Fortschritt und das ist gut so. Aber nicht jede Neuerung ist gut, deshalb sind wieder Korrekturen erforderlich.

    Gerade die konventionelle Landwirtschaft versucht oft den Eindruck zu erwecken, dass sie traditionell arbeitet - warum wohl? :/. Das Gegenteil ist der Fall. Wie man in den letzten 10.000 Jahren Landwirtschaft gewirtschaftet hat, hat wenig mit (aktueller) konventioneller Landwirtschaft zu tun. Was heute ökologisch ist, könnte bspw. in 30 Jahren konventionell sein:S.


    Bienenköniggibmirhonig : Die Entwicklung benötigt immer Zeit. Die gesellschaftlichen Ansichten müssen erst in Regeln (Gesetze und Verordnungen) fixiert werden. In der Landwirtschaft ist alles erlaubt was nicht verboten ist - wie überall.

    Guter Beitrag, den Begriff "konventionell" hast du m.E. nicht richtig erklärt.

    Er bedeutet: "den gesellschaftlichen Konventionen entsprechend" und deshalb alles andere als "machen wir schon immer so, weil es funktioniert".

    Wie du bemerkt hast, ändert sich die "Philosophie" die dahinter steht regelmäßig - auch früher schon. Die konventionelle Landwirtschaft wird nicht umsonst als "modern" bezeichnet. Immer wenn man bemerkt hat, dass es anders besser funktionieren könnte, haben sich die gesellschaftlichen Konventionen verschoben.


    Gruß

    2019

    Hier wird auch geflogen und eingetragen als ob der Raps noch blühen würde. Am Stand riecht es leicht unangenehm, so dass ich schon dachte die hätten ein Senffeld gefunden. Selbst habe ich aber keines entdecken können. Keine Ahnung was die eintragen, kann es Ahorn sein?

    Auf jeden Fall wird der Platz für die Linde nicht mehr reichen, muss wohl zwischenschleudern.=O

    Vermutlich Hartriegel.

    Bei uns stehen die Büsche seit 1-2 Wochen in Vollblüte.

    Sachlicher wären weniger Unterstellungen. Versuch doch einfach die Texte (auch meinen) auf ihre Inhalte zu reduzieren.


    Es freut mich, wenn kleine Verbände die Interessen ihrer Mitglieder besser vertreten können. Die Struktur der Organisationen ist hier nicht das Thema, sondern wie die landwirtschaflichen Flächen bewirtschaftet werden und es ist nicht meine Aufgabe den Bauern Gefallen zu tun, dafür haben sie gerade ihre Verbände.


    rase :

    Zum Lagerdenken (Landwirte / nicht Landwirte) gebe ich dir völlig recht. Je extremer auf die andere Seite geschimpft wird, desto weniger erfolgreich erscheinen Kompromisse. Stadtmenschen und Landmenschen durch Vorurteile zu unterscheiden ist genau so hilfreich. Ich kenne viele Stadtbewohner die hochwertig einkaufen und einige Landwirte denen es selbst im Discounter nicht billig genug sein kann.


    Fakt ist, dass die Mehrheit der Bevölkerung, auch "Landeier", eine weniger intensive Landwirtschaft fordern. Das wird Umsatzeinbußen bedeuten. Wenn diese ausgeglichen werden, dann verstehe ich die Aufregung nicht. Damit wird ja nicht der totale Verzicht auf PSM gefordert. Aber was ist denn so schlecht daran bspw. Beikräuter in den Zuckerrüben mechanisch zu bekämpfen, wenn es vergütet wird?

    Beim überfliegen der Homepage habe ich jetzt keine gravierenden Unterschiede zum Deutschen Bauernverband e.V. festgestellt. Für mich ist es eher eine Parallelorganisation.

    Die Landwirte müssen i.d.R. ertragsorientiert arbeiten - und die Imkerei gehört ebenfalls zur Landwirtschaft. Das ist normal und die eigenen Interessen vorrangig zu vertreten auch.

    Wenn die Steuerzahler wieder etwas mehr "Natur" in der Kulturlandschaft fordern und dafür ihre Steuergelder (= Subventionen) eingesetzt werden sollen, ist das auch legitim.


    Aber irgendwelche Rauchgranaten in die Diskussion zu werfen oder Befürworter von entsprechenden Forderungen als "grüne Vorstadtbürger mit Luxus-Bungalow und SUV" und "grünes Gutmenschentum" zu bezeichnen, ist nicht nur unsachlich ... sondern auch peinlich.

    Ich finde der Mann hat in den meisten Punkten Recht, die nichts mit Landwirtschaft zu tun haben.

    Vermutlich konnten sich die meisten (jetzt angeblich bedrohten) Insekten nur vermehren, weil der Wolf 150 Jahre lang ausgerottet war:/ und in Ländern mit vielen Wölfen gibt es dann bestimmt auch weniger Weidetiere und Insekten :D. Was mir bei dem Interview noch gefehlt hat, sind Ausführungen zu Kreuzfahrtschiffen.

    Man muss in lieb haben den Verband der Agarfakten. Das Interview war ein klassischer "Kansas City Shuffle" (Lucky Number Slevin).


    Funfact: Es gibt eine Korrelation zwischen der menschlichen Geburtenrate und der Zahl der Storchenpaare in verschiedenen europäischen Regionen (Scheinkorrelation).

    Großunternehmer als Landwirte, die haben wir jetzt schon. Kleinunternehmer, ob Imker oder Bauer, können auch jetzt schon nicht mehr mit den Preisen der Großen konkurieren. Der Abbau von Subventionen trifft in erster Linie den Export und somit die Großunternehmer.

    Der kleine Schweinefleischdirektvermarkter bei mir in der Gemeinde hat nichts davon, dass der Exportweltmeister für Schweinefleisch Deutschland (trotz so geringer Marge) heißt. Trotz deutlich höherer Preise hält er sich augenscheinlich ganz gut. Wie funktoniert das? Vermutlich weil sich gerade etwas ändert. Die Direktvermarktung wächst, die Bio-Branche wächst jedes Jahr usw.


    Eine Abschaffung der industriellen Landwirtschaft ist unrealistisch, aber ein Rückgang wäre doch auch schon ein Erfolg. Immerhin sind die meisten Landwirte auf der Welt noch kleinbäuerlich organisiert. Ob sie demnächst vom Exportweltmeister erdrückt werden, weil Wirtschaft halt so funktioniert, dass wird sich zeigen.


    Bei mir steht nicht Bio auf jedem Produkt. Auf Zucker zum Einfüttern, Mehl zum Backen, Käse und Fleisch allerdings schon. Die Freilandeier produzieren meine eigenen Hühner.


    Und auch ein Blühstreifen wird die Welt nicht retten ... ich habe trotzdem einen hinterm Haus :)

    ...also werden Lebensmittelhersteller ihre Rohstoffe günstiger aus dem Ausland beziehen.

    80% des in D verbrauchten Honigs stammen bereits seit vielen Jahren aus dem Ausland. Daran würden Preiserhöhungen für deutschen Honig nichts wesentliches mehr ändern.

    Es geht doch nicht um Honig. Was verändert sich denn bitte beim Imker, wenn der Landwirt auf Pestizide verzichtet? Nichts zum Nachteil für den Honig. Es geht um die Landwirte. Weizen, Gerste, Raps, Futtermais. Wenn die Erzeugung teurer wird, dann kommt das halt aus dem Ausland, dann machen die Landwirte dicht. Das hat Auswirkung auf die Wirtschaft, nicht die 20% deutscher Honig. Und wenn die Landwirte weg sind, dann siehst Du in D bald keinen Raps mehr und dann ist die Frage, woher viele Imker ihre einzige Tracht her bekommen. Somit muss ich meine Aussage von oben revidieren.

    Stimmt! Die landwirtschaftliche Produktion würde (unter den erschwerten Bedingungen) quantitativ sinken und Deutschland könnte wohl nicht mehr 1/3 seiner Produktion exportieren. Aber muss man weltweit drittgrößter Agrarexporteur sein (Quelle: BMEL), wenn man lediglich 0,3 % Flächenanteil besitzt?

    Unsere Wirtschaft würde dies vermutlich verschmerzen, da ohnehin ca. 40 % der landwirtschaftlichen Einkünfte in Deutschland aus Subventionen stammen und die Flächen würde durch eine weniger intensive Landwirtschaft auch keinen Schaden nehmen.

    Fazit: Ob Insekten mit weniger Landwirtschaft hungern? Ich glaube nicht.

    Leider können "die da oben" nicht auf alle "kleinen Männer" aufpassen!

    Ich würde es abenteuerlich finden, wenn Lieschen Müller oder so ein Reichsbürger heimlich Leute filmen dürfte und danach (ungeprüft) einen Fahndungsaufruf in der Öffentlichkeit startet.


    Außerdem kenne keinen Fall, in dem der Geschädigte eine Geldbuße wegen der Überwachung des öffentlichen Raumes (Ordnungswidrigkeit) zahlen musste, nachdem Beweisbilder in einem Strafverfahren (Diebstahl = Straftat) an die Ermittlungsbehörden übergeben wurden.

    Zudem führen unrechtmäßig gefertigte Aufnahmen nicht automatisch zu einem Beweisverwertungsverbot.


    P.S.: Die Geschichte mit dem Richter habe ich auch gesehen, die kam auf SAT1 / "Auf Streife", oder?

    Die Storry aus Beitrag #35 ist vermutlich von RTL II ("Krass Schule") :rolleyes:

    Die Moral von der Geschichte: Nicht ohne Aluhut fernsehen, sonst glaubt man den ganzen Mist.