Beiträge von Ralf Adams

    Hallo Andreas,


    also ich habe mittlerweile die Migration meiner Daten auf diese App eingestellt. Sie ist - wie Du ebenfalls bemerkt hast - an vielen Stellen einfach noch eine Baustelle. Besonders ärgerlich ist, dass die vorhandenen Eingabemöglichkeiten nicht DIB-konform sind (Beispiele: "Raumbedarf" und "Wabenstetigkeit"). Ich persöhnlich bin von Hause aus Informatiker und deshalb erwacht der Spieltrieb in mir, wenn ich eine solche App angeboten bekomme. Mein erster Eindruck war tatsächlich recht positiv und besonders die Ergonomie hat mir gefallen (ein gewiss sehr subjektives Kriterium). Meiner Erfahrung nach fehlt aber dem Modul "Meine Bienen" mindestens ein Personenjahr Entwicklungsaufwand.


    Zu den Daten: Grundsätzlich dürfen Daten von einem Dienstleister immer nur zu dem Zweck verwendet werden, der mit der Anwendung verbunden ist. Ein Auslesen, Weiterverarbeiten und Weiterreichen der Daten (auch kummulierte und anonymisierte) ist nicht gestattet, selbst wenn dies in irgendwelchen Tiefen der Nutzungsbedingungen steht. Jede nicht an den Anwendungszweck gebundene Datennutzung muss explizit vom Anwender erlaubt werden. Anders wäre es, wenn die App gerade zum Abgreifen von Felddaten entwickelt wurde. Diese rigide Datennutzung ist ein Kerninhalt der neuen DSGVO und eine Verletzung dieser - auch eine gutwillige - kann eine Strafe mit empfindlichen Geldbeträgen nach sich ziehen. Ich gehe stark davon aus, dass dies dem DIB bekannt ist.


    Trotzdem freue ich mich darauf, dieser App beim Wachsen zuzuschauen. Ich werde im kommenden Jahr ein oder zwei meiner Völker parallel weiter mit dieser App dokumentieren.


    Was die Module "Bienenjahr" und "Bienengesundheit" angeht, ich finde diesen Ansatz recht spannend. Schön wäre beispielsweise, wenn man sich aus den vielen Möglichkeiten ein Bienenjahr zu gestalten, ein Template zusammenstellen könnte und dies mit einem oder allen Völkern verknüpfen könnte. So ließe sich eine schöne TODO-Liste erzeugen. Mal schaun.


    Liebe Grüße

    Ralf

    Hallo Soapp,


    vielen Dank für die informative Übersicht. Was die Kritik an den Nachkommastellen angeht: einfach ignorieren. Was hättest Du denn sonst tun sollen? Eigenmächtig die Zahlen abändern?


    Wenn Du Quellen nennen könntest, wäre das super, damit man die Übersicht in den Diskussionen besser einbringen kann, da man den Kontext und vor allem die Autoren der Studien kennt.


    Ein gutes 2019

    Ralf

    Mal eine kurze Anfänger Frage. Der Frühtracht Honig kristallisiert ja schnell dann könnte man sich ja das Rühren sparen oder etwa doch nicht?

    Lieber Leo,


    das Rühren ist nicht entscheidend dafür, ob Honig kristallisiert, sondern die eingetragenen Nektare oder Honigtaue. Durch das Rühren kannst Du aber steuern, wie der Honig kristallisiert - meist ist eine feinsteife Konsistenz das Ziel.

    Ohne Rühren wird gerade der Frühjahrshonig zu einem festen Klotz im Glas, was oft mit unschöner Blütenbildung verbunden ist.


    Liebe Grüße

    Ralf

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,


    ich habe gerade in die neue App vom DIB reingeschnuppert. Mein erster Eindruck ist gemischt:

    • Es sind noch einige Fehler und Kinderkrankheiten enthalten.
    • Es fehlen mir Berichtsmöglichkeiten.
    • Vorgabedaten und Auswahlmöglichkeiten noch stark eingeschränkt.
    • Ich kann kein Bestandsbuch erstellen.
    • Farben anstelle von Zahlen zur Bewertung von Königinnen sind ergonomisch gut, sollten aber selbsterklärender sein. Man könnte doch die Zahl auf den farbigen Kreis schreiben.
    • Insgesamt finde ich die App-Ergonomie sehr gut und durchdacht.
    • Das Lexikon, der Jahreslauf und Diagnosehelfer für Bienenkrankheiten sind echte Highlights. Fachlich konnte ich das in der Tiefe noch nicht bewerten, aber der Ansatz und die Usability sind gelungen.


    Was meint ihr?

    Ralf

    Lieber Har,


    ob der beschriebene Weg - melifera Population sich selbst überlassen, resistente Stämme sich selbst entwickeln lassen - wirklich zum Erfolg führt, lasse ich mal dahingestellt; ich bin kein Biologe.


    Ich bin Imker. Als Imker übernehme ich Verantwortung für die mir anvertrauten Völker. Ich hege und pflege diese nach meinem Wissenstand und nach Anregungen von Außen. Ich versuche, den Bienen mit ihren Bedürfnissen gerecht zu werden und gleichzeitig eine sinnvolle (Hobby-)Imkerei zu betreiben. Müsste ich Jahr für Jahr über einen unabsehbaren Zeitraum meinen Völkern beim Verrecken zuschauen, wäre ich kein Imker mehr. So einfach ist das. Und ja, auch wenn es vielleicht unidealistisch ist, dies zu erwähnen, es wäre auch für mich nicht finanzierbar (wobei ich mal den volkswirtschaftlichen Schaden völlig unberücksichtigt lasse).


    Wir als Imker haben in den letzten 150 Jahren durch Zucht eine Biene entwickelt, die es uns ermöglicht, in dicht besiedelten Räumen zu imkern, die einen guten Honigertrag liefert und auch sonst robust und gesund ist.


    Wenn man an andere Bereiche der Landwirtschaft denkt, so mache man sich bitte klar, dass ohne die landwirtschaftliche Revolution eine industrielle Revolution nicht möglich gewesen wäre. Nur durch gezielte Zucht haben wir widerstandsfähige Rinder, ertragreiche Weizen oder Gemüse, welches bestimmte Krankenheiten aushält, erhalten.


    Wer glaubt früher waren die Tiere robuster, das Getreide gesünder und das Gemüse vitamanreicher - da ursprünglicher -, der sollte sich mal mit seiner Groß- oder Urgroßelterngeneration unterhalten. Das war oft eine Hunger- und Kummerlandwirtschaft.


    Wir haben die Biene zu dem gemacht, was sie heute ist und das ist ein Segen für die Bienenhaltung. Neue Probleme müssen daher auch mit innovativen oder bewährten Strategien gelöst werden.


    Wer käme allen Ernstes auf die Idee, Schweinpest so auszusitzen, Maul- und Klauenseuche so auszusitzen, Kartoffelfäule so auszusitzen.


    Ich bin der festen Überzeugung, dass wir Menschen erfindungsreich und klug genug sind, dass Problem intelligent durch Haltung, Zucht oder Behandlung zu lösen.


    Mit adventlichen Grüßen

    Ralf


    Ähm, ich glaube, dass war ein wenig weitschweifig, oder?

    Ich würde auch noch die Schulungsmappe "Grundwissen für Imker" empfehlen: Sehr schön strukturiert, lässt sich wunderbar als Kopiervorlage verwenden und ist recht aktuell. Besonders für Schulprojekte gut geeignet, da es recht kleinteilig und didaktisch rüber kommt.