Beiträge von Llecter

    kann ich auch sagen:

    Ist (aus meiner sicht) ja auch was positives. Hätte ich auch gern.

    Auch gut gemeinter Rassismus ist und bleibt Rassismus. Auch hier gilt: Gut gemeint ist nicht gut gemacht. Einen angeborenen Geschäftssinn unterstellt zu bekommen mag auf den ersten Blick vielleicht gut klingen, hat aber bspw. den Juden im Laufe der Jahrhunderte kein Glück gebracht - vorsichtig formuliert. Sippe finde ich tatsächlich auch einen sehr negativ behafteten Begriff, der eine gewisse Abwertung impliziert.


    Auch wenn hier sicher keiner entsprechenden Meinungen zum Ausdruck bringen wollte ist dies doch eine unglückliche Ausdrucksweise. Das wurde nun angesprochen, zur Kenntnis genommen und damit ist das Thema im Rahmen eines Imkerforums meiner Meinung nach abschließend besprochen. Also zurück zum Drehspieß-Kartell ;)

    Ohne das in irgendeiner Form böse zu meinen, aber ich hab bei deinen Ambitionen hier und in diversen Parallelthreads den Eindruck, dass du ein wenig mit Kanonen auf Spatzen schießen möchtest :) Für 10 Wirtschaftsvölker brauchst du eigentlich noch gar keine Technik, die dann doch das ganze Jahr nur rumsteht, meiner Meinung nach auch keine Motorschleuder. Da ist ein Freund/Nachbar/Kind/Eherpartner viiiieel besser geeignet ;) 400 Waben wirst du dabei auch nur selten Schleudern. Das alle Völker vier HR volltragen ist bei einer Standimkerei vielleicht nicht ausgeschlossen, aber doch nicht als Regelfall zu erwarten.


    Das geht alles noch entspannt von Hand, dauert dafür vielleicht eine Stunde länger. Falls du schon weißt, dass du mal deutlich mehr Bienen haben möchtest kann es schon Sinn machen frühzeitig zu investieren, aber wenn es dabei (erstmal) bleibt, dann wüsste ich nicht so recht wofür.


    Die Zargen von zehn Völkern kannst du problemlos von Hand die Treppen runter tragen. Ich trage bis zu 50 Zander-Ganzzargen je Schleuderdurchgang in meine Küche - leider voll die Treppe hoch, nicht runter. Die Letzten werden dann auch schwer, zugegeben. Aber diese Treppenkarre wären mir fürchterlich auf den Keks gegangen weil es damit eben dreimal so lange dauert. Da ich maximal 3x im Jahre schleudere geht das auch noch. Wenns zu schwer wird, eben fünf Waben in eine zweite Kiste umhängen - die steht dann auch nicht 360 Tage im Jahr ungenutzt in der Ecke wie es eine Karre wohl würde.

    Um ein zu niedrig im Sinne von nicht kostendeckend bzw. nicht ausreichend um daraus ein (Zusatz-)Einkommen zu generieren zu ermitteln braucht es sicher eine genaue Kalkulation und die Erzeugungskosten, keine Frage.


    Um ein zu niedrig im Sinne von nicht das, was möglich ist braucht es diese Kalkulation hingegen nicht. Und das ist es worum es mir in dieser Diskussion geht und worauf auch der Vortragende hinaus will (meiner Meinung nach).


    Vielleicht haben wir einfach aneinander vorbei geredet. Einigen wir uns vielleicht statt auf die Honigpreise sind zu niedrig vielleicht darauf, dass sie nicht so hoch sind, wie sie sein könnten (und sollten, meiner Meinung nach) ;)

    Aber wenn es keinen interessiert, was etwas kostet, kann man hier auch aufhören. Bisserl mehr könnte es immer sein, so losgelöst von den Gestehungskosten ist das einfach Folklore. Mehr ist ja schließlich immer besser, oder!? ;)

    Mich irritiert dein Spott ernsthaft. Denkst du wirklich, es gäbe keine Produkte die ihre Preise losgelöst von Gestehungskosten erhalten (und erzielen!)?


    Ich kann fast nicht glauben, dass du das nicht glauben kannst ;)


    Es geht im Vortrag darum, wie teuer der Imker den Honig verkaufen sollte, könnte und müsste - egal an wen!

    Würde dein Kollege die 10€ + selbst einnehmen, wäre das 100% im Sinne des Vortrags. Da er aber über den lokalen Einzelhandel vermarkten/verkaufen lässt, verzichtet er gezwungenermaßen und subventioniert ebenfalls im Sinne des Vortrags. Somit ist es sehr wohl relevant.

    Nein. Es geht darum, mit lokalem Honig hohe Preise zu erzielen. Das Beispiel zeigt, dass es geht und mehr ging und geht es mir dabei nicht. Die ganze weitere Diskussion dazu sehe ich ehrlich gesagt als bisschen unnötig an und möchte nicht weiter drauf eingehen, nix für ungut.

    Woher weißt du, dass der Honig dort tatsächlich stetig zu dem Preis verkauft wird und nicht einfach nur nach einem halben Jahr lediglich regelmäßig entstaubt immer noch dort steht?
    [...]
    Oder einfach den "Regionalhype" praktisch umsetzen, ob effektiv was dabei rumkommt, interessiert niemanden.

    Warum sollte eine Einzelhandelskette über viele Monate hinweg ein Produkt ins Regal stellen, dass entstaubt werden muss, sprich nicht verkauft wird? Natürlich kenne ich keine Zahlen, aber das erscheint mir abwegig. Ich denke schon, dass man sich dort für die Zahlen interessiert und Produkte auch wieder aus dem Regal nimmt, wenn sie nicht laufen. Da wird der "Regionalhype" keine Rolle spielen.

    Zitat

    Dann wäre die nächste Frage, wieviel er als Erzeuger/Lieferant davon erhält oder daran anhand der allgemeinen Kalkulation verdient. >10€ bezahlt man ggf. bei Rewe an der Kasse, nicht an deinen Kollegen! Dieses Beispiel besagt gar nichts im Zusammenhang mit der durch den Vortrag anders aufgerollten Preisermittlungsdiskussion.

    Da verstehe ich dich nicht. Es geht im Vortrag darum, dass unser Honig zu einem hohen Preis verkauft werden sollte, nicht um konkrete Zahlen. Das Honig in der Praxis zumindest unter bestimmten Bedingungen auch zu einem hohen Preis verkauft werden kann, soll dieses Beispiel darlegen. Das Rewe eine Marge bekommt und der Umsatz nicht zu 100% an den Imker fließt ist sonnenklar, aber in diesem Kontext irrelevant.


    Mir gehts langsam wie hornet , ich wundere mich warum viele hier scheinbar was gegen höhere Preise haben. Schon die Möglichkeit, höhere Preise aufzurufen wird angegriffen und auseinander genommen. Selbst wenn ich in meinem Umfeld keine höheren Preise erzielen kann (oder will) sollte ich als Imker doch froh über jeden Kollegen sein, der genau das versucht und vielleicht auch schafft. Das zieht doch langfristig das Preisniveau nach oben und wir profitieren alle davon.


    Mich gruselts, wenn ich Imkerzeitschriften von vor 12, 13 Jahren in die Hände bekomme und die damaligen Honigpreise sehe. Da hat sich schon viel in die richtige Richtung entwickelt. Sorgen wir dafür, dass diese Richtung beibehalten wird. Wir sollten unsere Energie darauf verwenden herauszufinden wie wir gute Preise erzielen können. Und nicht darauf Diejenigen, die genau das tun, klein zu halten.

    Ich hab als Hobbyimker also keine Ahnung, was mich selbst mein Honig kostet, weil ich die Ahnung habe, daß mich die Antwort erschüttern würde. Der Vortrag ist genau deswegen gut, weil er das ausblendet, und ich mich mit Apple vergleichen soll, die über Emotionen verkaufen? Ich schmeiß mich weg 😂👍

    Einfache Antwort: Ja! Den Verbraucher interessiert doch deine Kalkulation kein Stück. Ob du 2 € Gewinn oder Verlust beim Glas machst, juckt mich als Käufer doch kein Stück.


    Nettes Beispiel dazu: In Heidelberg verkauft ein Kollege seinen Honig in den lokalen Rewe-Märkten für über 10 € / 500 g. Frühjahrblüte & Co, wohlgemerkt. Deutlich teurer als der Honig hier sonst beim Imker kostet, auch bei mir. Da der Honig nach einem halben Jahr immer noch in den Regalen steht, wird er wohl auch tatsächlich für diesen Preis verkauft. Denkst du, dieser Preis kommt zustande, weil der Kollege doppelt so lang für seine Arbeiten braucht, sprich der wurde aufgrund der Gesteheungskosten so kalkuliert? Oder weil er so viel besser ist das übrige badische Honig? Oder vielleicht doch eher, weil er ein edles Etikett mit ansprechendem Namen hat, welches direkt auf die Regionalität verweist? Und der Kunde allein schon durch den hohen Preis signalisiert bekommt, dass hier etwas Besonderes im Regal steht, er einfach gutes Marketing macht. Sprich, weil es geht?


    Es verlangt ja niemand, dass du nicht mehr kalkulieren sollst und weder ich noch sonst jemand hier hat behauptet, dass eine solide Kalkulation sinnlos ist. Aber diese sollte eben nur ein Teil der Preisfindung sein und den unteren Rahmen des Preisesbereichs definieren. Hier reden wir darüber, wie man den oberen Bereich ausreizen kann. Und da ist es wichtig, seine Zielgruppe zu kennen, über Emotionen verkaufen zu können - auch wenn du dich dabei weg schmeißt ;)

    Ich glaube so ganz weit sind wir nicht voneinander entfernt bzw. kommen einfach von unterschiedlichen Standpunkten. Das in deiner Welt (als Berufsimker) die Herstellungskosten maßgeblich sind ist für mich gut nachvollziehbar und absolut plausibel.


    Für den Hobbyimker mit seinen 200 kg ist das allerdings ein oft ziemlich irrelevanter Faktor. Diese Zeiten (auf die Menge bezogen) sind bei mir auch noch nicht so lange her, ich weiß noch gut, dass ich meine Preise anfangs rein gefühlsmäßig festgelegt habe. Bei den wenigen aufgewendeten Stunden und dem vergleichsweise geringen Materialeinsatz bei 4 -5 Völkern spielte eine Kalkulation für mich keine Rolle. Es war (und ist) ein Hobby und ich wollte mich beim Honig-Verkauf gut fühlen. Und hohe Preise waren mir unangenehm! Der Honig war ja "eh da", fiel halt nebenbei an. Warum soll ich dafür jetzt viel Geld von meinem Nachbarn verlangen, der doch auch ein netter Kerl ist? Ob das kostendeckend war spielte keine Rolle, war ja ein Hobby. Beim Angeln verdiene ich auch nix.


    Genau das ist der Punkt, an dem wir (wer auch immer 'wir' in diesem Zusammenhang ist ;)) ansetzen müssen. Ich hab auch erst lernen müssen, höhere Preise zu nehmen. Auch wenn der Honig schon zu Weihnachten weg war. Das ist (beim Hobbyimker) eben auch und vor allem ein emotionales Thema und da ist dieser Vortrag gut und auch und gerade der Vergleich mit Apple in meinen Augen sehr passend.

    Wie denn jetzt?

    Touché :D Das war in der Tat blöd formuliert :)


    Was ich mit meiner Replik auf Berggeists Beitrag ausdrücken möchte ist, dass ich denke viele Hobbyimker verkaufen ihren Honig (zu) billig, weil


    a) das schon immer so war oder

    b) ist doch nur ein Hobby, dass darf kosten oder

    c) sie Angst haben auf dem Honig sitzen zu bleiben

    [to be continued...]


    Da fehlt es einfach daran, sich Gedanken um den Preis zu machen. Zu überlegen, was müsste ich erzielen wäre da ein erster Schritt (der oft schon fehlt, daher meine Antwort oben). Aber viel wichtiger für das Gros der Hobbyimker ist meines Erachtens eben das "was könnte ich erzielen", denn der Hobbyimker hat kein "muss".

    Wenn kalkulierter Preis und Wunschpreis beide über dem (bisher) zu erzielenden Marktpreis liegen, schließt sich das keineswegs aus. Das ist fast immer der Fall.

    Wenn mein kalkulierter Preis knapp über dem Marktpreis liegt, mein Wunschpreis aber deutlich darüber, dann hast du recht. Aber es ist trotzdem nicht zielführend im Sinne des Referenten und im Sinne einer Preismaximierung. Genau deswegen ist dieser Vortrag in meinen Augen so sinnvoll, da er das Problem von einer anderen Seite betrachtet und nicht die x-te Excel-Kalkulation auf den Tisch klatscht.

    Ich kenne nur wenige, die das nicht machen würden.

    Gefühlt 90 % aller Hobbyimker und vor allem aller Bienenhalter. Das ist doch das Problem.

    ;)

    Das ist genau der Teil, den ich dem Referenten ankreide. Meine 'Konkurrenz' ist eben zu 80% nicht der Hobbyimker (der nämlich ähnliche oder höhere Kosten hat wie ich, vielleicht ohne sich dessen bewusst zu sein), sondern die 80% zollfrei importierten Honige aus dem Ausland zu 2€/Kilo (im Einkauf).

    Das sehe ich anders, ich denke deine hauptsächliche Konkurrenz kommt gerade aus dem 20% Segment. hornet hat das in #8 recht plakativ dargestellt. Klar, höhere Preise für die übrigen 80% würden sicher auch nicht schaden, keine Frage. Aber da ist schwer anzsuetzen und das ist auch meines Erachtens nicht das Hauptproblem.


    Mit meinem Honig konkurriere ich nicht mit dem Honig, der bei Penny für 1,99 € im Regal steht (und offensichtlich nicht flotte Biene heißt ;)) und noch weniger mit dem Honig, der industriell weiterverarbeitet wird und in irgendwelchen Lebensmitteln landet. Mit meinem Honig, den ich zwischen 15 - 18 €/kg verkaufe, wende ich mich an den Kunden, der guten, regionalen Honig möchte und dafür bereit ist, auch ein Mehrfaches dessen zu bezahlen, was der Mischhponig vom Discounter kostet. Und genau da konkurriere ich eben mit dem (anderen) Hobby-Imker, der auch guten, regionalen Honig verkauft. Und das leider häufig völlig unter Wert.


    Zitat

    Apple hab ich gehört, leistet sich in der Produktion auch ein Controlling, gerüchtet es ;)


    Edit: wenn ich einen Vortrag zu diesem Thema machen würden, fände ich es skurril, diesen ganzen Bereich auszuklammern.

    Sicher hat Apple das, das bestreitet hier auch niemand. Aber selbst du schreibst ja "in der Produktion" ;) Der Preis, den Apple erzielt, ergibt sich vor allem aus dem "was geht", nur deswegen hat Apple ja diese märchenhafte Gewinne von teils über 20 Millarden Doller je Quartal. Sicher kann man auch das kalkulieren, wenn man Marketing usw. mit einbezieht, aber das ist dann eine ganz andere Art von Kalkulation als wir sie hier mit mit Materialeinsatz und Stundenlohn für unser Honigglas hätten.


    Daher finde ich es auch gut und konsequent, in diesem Vortrag auf eine solche Kalkulation zu verzichten. Ich kann nicht erst drauf hinweisen, was für ein tolles Produkt wir haben, dass wir damit viel höhere Preise erzielen könn(t)en um dann im Nachgang die übliche Rechnung aufzumachen um zu zeigen, dass das Glas ja "nur" 5,23 € kosten muss um einen Stundenlohn von 10 € zu generieren. Damit würde ich direkt alles wieder einreißen, was ich vorher über Wertschätzung, Marketing und Preisgestaltung erzählt habe - hängen blieben ja doch nur die 5,23 €.

    Jaja, alles richtig. Aber wir agieren halt nicht im luftleeren Raum. Jeder der tatsächlich Honig verkaufen muß wird das ziemlich schnell selber merken ;)

    Und genau darum sind doch solche Vorträge so wichtig. Ich denke nicht, dass sich der Vortrag an die Handvoll Berufsimker richtet. Deine Konkurrenz die den luftleeren Raum füllt wird zumindest zum Teil auch aus Hobbyimkern bestehen. Vermutlich sogar zu einem recht großen Teil, da du guten, regionalen Honig verkaufst und nicht die flotte Biene für 1,99€. Wenn diese Hobbyimker ihren Honig irgendwann für 7 € statt für 3,50€ verkauft, dann bleibt auch dir mehr Luft zum atmen und du kannst deine Liebste öfter zum Essen einladen. Gerade der Hobbyimker hat doch da mehr Spielraum, weil er eben nicht diesen Zwängen unterliegt.

    Ich finde den Vortrag gelungen. Dir Präsentation könnte besser sein, aber geschenkt - der Mann ist Imker, nicht Moderator. Dieser "etwas andere" Ansatz ist genau das, was wir brauchen. Bewusstsein schaffen, dass wir was Tolles produzieren, das auch kosten darf.


    Wir diskutieren intensiv über Preise. Damit hat der Referent sein Ziel voll erreicht. Niemand wird nun seine Preise senken, aber der ein oder andere vielleicht drüber nachdenken ob er wirklich billiger als Breitsamer sein muss.


    Edit: Bei den hiesigen Berufsimkern kommt der Vortrag offensichtlich nicht gut an, was ich auch auch verstehen kann. Lebt man davon, muss man kalkulieren, klar. Aber wenn irgendwann mal jeder Hobby Imker kapiert hat, dass sein Honig mehr als 3,50€ wert ist, ändert sich vielleicht auch irgendwann die Kalkulation des Profis.