Beiträge von Llecter

    Nach Anschaffung des Sublimox kann ich das mittlerweile voll unterschreiben. Mit Abstand das beste Gerät, dass ich bislang in den Fingern hatte.

    Der Pestizideinsatz bzw. die intensive Landwirtschaft ist vielleicht nicht der einzige Faktor für das Insektensterben, aber sicherlich ein sehr großer und keineswegs nur untergeordnet. Die viel zitierte Krefelder Studie wurde mittlerweile von einer Studie der TU München bestätigt.

    Ich habe deren Ergebnisse nicht angezweifelt. Nur darauf hingewiesen, dass sie nicht in Gebieten intensiver Landwirtschaft durchgeführt wurde. Pestizide sind dort eher nicht als maßgeblicher Faktor zu vermuten.

    Oder hast Du vom ganzen Insekten- und Artensterben noch nichts mitbekommen?! Ist wohl alles nicht so schlimm...

    Du hast auch so Manches nicht mitbekommen :) Böse Pestizide und sonst schöne Welt? Nada. Pestizide sind nur ein untergeordneter Treiber vom Insektenrückgang. Die vielzitierte Krefeld-Studie wurde etwa in NSG durchgeführt und nicht in der Agrarlandschaft.


    Der Pestizid-Einsatz ist auf dem niedrigesten Stand seit (mindestens) 20 Jahren und viele Wirkstoffe sind in den letzten Jahren verboten worden. Die viel gescholtenen Neonics Clothianidin, Imidacloprid und Thiametoxam zB schon 2013 in allen blühenden Kulturen und 2018 generell im Freiland. Dazu gibts viele weitere Beispiele von Wirkstoffen, die ihre Zulassung verloren haben: Mancozeb, Thiram, Dimethoat und bis zu 40 weitere - allein 2019 und 2020. Mit jedem Wirkstoff (Aktivsubstanz, z.B. Alkohol) verschwinden mehrere, teils dutzende Produkte (Verkaufsform die die Substanz enthät, z.B. Bitburger, Krombacher usw).


    Wären Pestizide der Haupttreiber des Artenschwundes und Insektenrückgangs, hätten die Zahlen schon seit Jahren wieder steigen müssen und würden in den kommenden Jahren durch die Decke gehen. Ich würds mir ja wünschen, nur...


    ... vielleicht hat man das auch beim Nabu erkannt und stellt sich nun etwas breiter auf, die Feindbilder betreffend ;) Wobei ich tatsächlich nichts gegen den Nabu habe und ihn und vergleichbare Organisationen für grundsätzlich gut und wichtig halte. Insbesondere mit dem 3 km Radius schießen sie nur leider übers Ziel hinaus. Warum das für uns alle ein echtes Problem werden kann (meine beiden Hauptstände mit zusammen 30+ Völkern wären futsch...) wurde drölf mal angesprochen und drölf+1 mal negiert, daher spar ich diesbezügliche weitere Kommentare.

    Aber warum schreibst du mich da an?

    Ich würde vermuten, weil du die hier mehrfach herausgearbeiteten, möglichen negativen Effekte für Honigbienen und Imker durch NABU-getragene Vorhaben schlicht negierst. Ist ja okay, nicht dieser Meinung zu sein, aber das einfach nicht sehen zu wollen ist dann weniger prickelnd.

    Einfache Neutralgläser sind doch praktisch überall im Umlauf. Selbst wann man sie nicht nutzt, kennt man doch so gut wie immer jemanden der sie brauchen kann. In meinem Umkreis werden jedenfalls deutlich mehr Neutralgläser als DIB Gläser verwendet. Letztere gebe ich sogar über mehrere Ecken weiter, da sie in meinem Bekanntenkreis nicht genutzt werden.

    Ich verwende die TO-Deckel, weil sie mir gefallen und die Plaste-Deckel für mich ganz subjektiv nach "Koscht nix, isch nix", also Billigramsch ausschauen - da ist mir mein Honig zu schade für*. Aber das mag jeder für sich beurteilen, die Geschmäcker gehen auseiander.


    EInfacher Rat: machs nicht so kompliziert ;) Das funktioniert alles. Nimm einfach, was dir gefällt. (Fast) kein Kunde weiß, dass du Deckel entsorgst oder auch nicht entsorgst. Weichmacher und Undichtigkeit halte ich in diesem Zusammenhang offen gestanden auch eher für theoretische Probleme ohne praktische Relevanz. Der Gedanke an die Nachhaltigkeit ist sicher nicht von der Hand zuweisen, aber da gibts vermutlich Stellschrauben in deinem Leben, mit denen du deutlich mehr bewirken kannst. In Meinem gibts die jedenfalls, leider.


    *und doch verkaufe ich ihn auch in Gläsern mit Plastedeckeln, da ich viele solche im Rücklauf bekomme und sie mir zum Entsorgen dann auch zu schade sind.

    genau.

    Alle Imker die Scheuklappen an, Wagenburg gebaut und dass Visier runter : diese bösen Umweltschützer !

    Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht. Und das manche dieser Entwicklungen aus Sicht eines Berufsimkers unerfreulich sind, dürfte auch dir einleuchten, oder? Konkrete Beispiele mit dem Verlust von Ständen wurden schließlich bereits Mehrere genannt. Diese zu negieren ist dann auch nichts anderes als Scheuklappen runter und was nicht darf, dann kann auch nicht...


    Man kann grundsätzlich für das Volksbegehren sein, aber gleichzeitig auch einzelne Punkte daran schlecht finden und/oder den Standpunkt einiger Berufsimker verstehen, oder? Und vor allem deren Ärger darüber, dass ihre eigene Berufsvertretung hier eine für den Berufsimker in der aktuellen Form nicht zwingend vorteilhafte Entwicklung befördert. Ich kann das jedenfalls, und ich kann echt nicht viel ;)


    Für mich ist das hier ein bisschen so, als würde die Autolobby für Diesel-Verbote lobbyieren. Gesellschaftlich vermutlich schon von Vorteil. Auf lange Sicht womöglich sogar für die Autofirmen selbst, da sie dann ja schön viele E-Autos verkaufen können. Möglich halt, dass bis dahin aber ein paar Verbandsmitglieder auf der Strecke bleiben..


    Zitat

    Das scheint hier aber niemanden zu stören ?

    https://www.agrarheute.com/pfl…uer-neonicotinoide-576350

    Mich störts tatsächlich nicht, aber da bist du hier auf der falschen Baustelle... Versuchs doch mal hier.

    Der Beitrag hat genau so viel mit dem Beschwerdebrief zu tun, wir der Beschwerdebrief mit der Petition.

    Offensichtlich wollen 8 Mitglieder aus ideologischen Gründen keine Beteiligung des Verbandes.

    Ein Zitat trifft den Nagel unabsichtlich auf den Kopf:

    "DAS ist deswegen ein Problem, weil man nicht gleichzeitig gegen etwas kämpfen kann, wenn man mit dem Verursacher des Problems im Bett liegt."

    Wieso unabsichtlich? Wieso ideologisch? Ich denke das war durchaus genau so gemeint wie geschrieben. Ideologie sehe ich da auch nicht, schließlich haben hier einige Kollegen doch ganz konkret beschrieben welch direkten Nachteile sie bereits jetzt durch verstärkte Umweltschutzbemühungen einiger Aktuere hatten und welche sie weiterhin fürchten. Die auch ganz konkret mit der Petition in Zusammenhang stehen.


    Es ist ja voll okay, wenn du für dich entscheidest, die Petition zu unterstützen. Aber auch als Nichterwerbsimker kann ich die Sorgen der Kollegen, die davon leben müssen, durchaus nachvollziehen. Und auch, dass man nicht glücklich darüber ist, dass der eigene Berufsverband sich so klar und stark auf eine Art und Weise positioniert, die für doch nicht wenige seiner Mitglieder berufsschädigend sein kann.

    I Wenn ich Gläser aus dem Rücklauf entsorge, dann weil ich dieses Label nicht mit vertretbarem Aufwand ablösen kann, wenn die Gläaser beim Kunden in der Spülmaschine waren .

    Hat mich anfangs auch genervt. Aber einfach über Nacht in Wasser einweichen und/oder mit einem Metalltopfreiniger und einem Tropfen Spüli bearbeiten. Geht dann problemlos runter, kein Grund die Gläser zu entsorgen.

    Und ich bin immer wieder beeindruckt, wie erfolgreich einfach imkern ist; ich fand ja gut imkern schon immer besser.

    Nicht immer, aber doch ziemlich oft bedeutet einfach imkern auch gut imkern. Mit steigender Völkerzahl wird das imkern automatisch wieder einfacher. Da macht man dann irgendwann nur noch die Dinge, die müssen. Und der Schmuck am Nachthemd fällt wieder weg.

    Es gibt noch eine weitere Möglichkeit: Du verzichtest auf das Entdeckelungswachs und schon wird alles drei Stufen einfacher und leichter.


    Ich entdeckele mit Heißluftfön, daher kommen kaum Wachspartikel in die Siebe. Da verstopft kaum was, alle 100 kg mal reinigen reicht meist aus. Der Honig wird anschließend direkt durchs Feinsieb geschickt und ist dann abfüllfertig im Eimer, zumindest bei Sorten die nicht mehr gerührt werden müssen. Der zu rührende Honig wird im Eimer geimpft und kühl gestellt. Entweder mit eigenem Honig in gewünschter Konsistenz und ansonsten mit zugekauftem Honig entsprechener Konsistenz. Das tut nicht weh, da der Honig ja nicht weg ist sondern auch wieder verkauft wird - Nullsummenspiel. Muss ja kein 1,79-Aldi-Honig sein, darf gerne der gute Honig vom Kollegen oder aus dem lokalen Regal des Supermarkts sein. Damit bekommt man auch ohne Rührwerk usw. feinsteifen, streichfähigen Honig in Nutella-Konsistenz hin.


    Hat natürlich auch Nachteile: Das Rühren in Eimern aus Plastik ist nicht optimal, hier muss man aufpassen keinen Plastikabrieb zu erzeugen. Solange man beim Rühren aber nicht einschläft ist das auch kein Problem. Durchs Impfen muss allerdings auch nicht allzu oft gerührt werden. Und du hast kein Deckelwachs. Strebst du einen eigenen Wachskreislauf an, kann das je nach Betriebsweise knapp werden und du musst Mittelwände/Wachs zukaufen.


    Ich kann mit den Nachteilen gut leben. Den Verzicht aufs Deckelwachs sehe ich für mich selbst sogar als Vorteil - einfach, weil mir damit nochmal einen Haufen Arbeit & Sauerei weg fällt. Funktioniert auf diese Art und Weise für mich sehr gut. Der Gedanke an Klärfässer etc ist mir ein Graus, die in meiner beengten Stadwohnung teuren Lagerraum einnehmen würden - damit will ich ihren Nutzen aber keineswegs anzweifeln (und auch nicht den von Rührwerken usw.).


    Diese Methode ist zudem vergleichsweise sauber, schnell und vor allem effizient. Zur Größenordnung: Habe auf diese Art dieses Jahr bis zu 400 kg/Ta, 1.5 to gesamt geschleudert und direkt feingesiebt in Eimer abgefüllt (zu 2t). Ist sicher kein Setup für jemanden der in den Nebenerwerb oder gar in den Vollerwerb gehen möchte, für die genannte Größenordnung 15 WV aber in meinen Augen die einfachste, schnellste, sauberste Lösung. Wenn du mit den Nachteilen leben kannst.

    Dateien

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    Preise hört man alles von 30-100€. 40-60 hört man dabei Recht häufig.

    Frage an die Bestäubungsimker: Lohnt sich das denn unterm Strich für euch?


    40-60€ entspricht zumindest in meiner Region dem Gegenwert von 3-4 kg Honig, in anderen Regionen mögen es ein paar mehr KG sein. Sobald die Völker auch nur etwas weniger eintragen als an den ursprünglichen Standorten ist der vermeintliche Gewinn ja gleich aufgezehrt, erst recht in Fällen wie von rase beshrieben. Der erhöhte Aufwand mit zusätzlichem Standort und Planung scheint sich nach meiner Milchmädchen-Rechnung bestenalls dann lohnen, wenn man ohnehin um die Ecke ist. Da gibts doch sicher Dinge die ich nicht auf dem Schirm habe und das lukrativer machen :)

    Ganz ohne Pestizide.

    Ich bin zwar inhaltlich voll bei dir und das hier ist ziemlicher Klugscheißermodus und auch Off-Topic, aber:


    Branntkalk ist (unter anderem) ein Pestizid. Genau wie auch OXS und AS (auch) Pestizide sind. Nur eben keine Synthetischen. Wobei auch natürliche Säuren (zB Pelargonsäure) als Vollherbizid (wie auch Glyphosat eines ist) eingesetzt werden.


    Das sollten wir bei allem Schimpfen über Landwirte & Co auch im Hinterkopf halten - auch wir setzen Pestizide ein und das gar nicht mal selten oder wenig.