Beiträge von derdirk

    Hallo Zusammen...


    wollte nur kurz mal fragen, ob Ihr ähnliche Erfahrungen macht wie ich in diesem Jahr:


    üblicherweise ist um diese Zeit des Jahres schon einiges an Wespen bei mir an den Völkern unterwegs. Natürlich noch lange nicht der Höhepunkt des Jahres, aber doch schon einige. Dieses Jahr habe ich nun noch keine einzige der gelb-weißen Jägerinnen gesehen. Sollte das an dem kalten Frühjahr liegen? Hat das die Population möglicherweise massiv eingeschränkt? Oder hab ich dieses Jahr nur Glück und es gibt keine Nester in der Nähe?


    Wie ist das bei euch? Schon Wespen da?


    Grüße, Dirk

    Mir geht das wie ELK. Ich kaufe nicht zu, aber ich imkere in der Großstadt als recht 'junger' Imker (im dritten Jahr). Auch bei uns gibt es die Klagen über zu viele Völker/Imker. Und ich verkaufe trotzdem für 6 Euro das Glas und könnte alleine in meinem Freundes- und Bekanntenkreis locker 2-3 Mal meine Menge an Honig verkaufen, ohne groß Werbung dafür zu machen. Da scheint es in den (reicheren) Städten zumindest noch kein Problem zu geben.

    Auch mir scheint die Gefahr größer, dass mehr ImkerInnen auch mehr Gefahr von Reinvasion, Suchen, Varroa, etc. erhöhen. Aber dies pauschal auf die Neuen zu schieben, scheint mir auch ein Fehlschluss. Ich kenne hier keine Neuimker, die nicht sehr informiert darüber und interessiert daran an den Start gegangen sind. Im Gegenteil, hier scheint mir der Informationshunger und der Wille zur Weiterentwicklung sogar oft höher. Und dass die das dann auch häufig noch machen, um 'die Welt zu retten' (und nicht primär für Gewinne), ist in meinen Augen nun auch nicht das schlimmste.

    Die Bevölkerung hat da echt die Tendenz die Realität aus den Augen zu verlieren (zu viele Theoretiker - man könnte auch sagen Studenten und Studierte).


    Am Ende vom Tag ist Imkerei ein Gewerbe/Handwerk und kein Weltverbesserungshobby.


    Ja imkern ist rein von der Sache biologisch sinnvoll. Aber kaum einer von uns würde sich rein daran erfreuen Insektenhotels zu bauen, um die Artenvielfahrt der Bienen zu erhalten. Und das sollte man den Leuten auch so erklären, zumindest tu ich das.

    Aufklärung anstatt gegenseitiges Schuld zuweisen.

    Ich hoffe aber, dass zu deiner Aufklärung nicht gehört, dass die Studenten/Studierten alle weltfremd sind. Ist doch auch nicht angebracht, diese Wissenschaftsfeindlichkeit (und kenne ich bisher auch eher von Verschwörungstheoretikern, Reichsbürgern und der neuen alternativen 'Partei'). Man mag es kaum glauben, ich bin auch studiert und imkere trotzdem erfolgreich. Und ohne die Bienenforschung hättest auch du alle Bienen längst an die Varroa verloren.

    Und wenn ein Verein von Vornherein so verschlossen gegenüber Neuem ist, verliert er dann eben auch mich. Es sind ja nicht nur die Bienenkisten... das nächste sind dann die Stadtimker, ganz allgemein, oder - wie bei uns geschehen - Imker, die aus einem bestimmten alternativen Künstlerviertel kommen, ohne dass deren Betriebsweise überhaupt angeschaut wird. Wenn ein Verein so sein will, gerne, aber dann bin ich schnell raus.

    Ein kleiner methodologischer Einwand:

    nur weil diesem Besucher 1 von 1 Volk, also 100% Prozent seiner Völker gestorben sind, reicht das nicht aus, dies zu verallgemeinern. Weder für den einen Imker noch für Bienenkisten-Imker überhaupt lässt sich hier etwas aussagen. Das ist eine statistische Anomalie, die hier den kleinen Fallzahlen geschuldet ist. Bei nur einem Volk kann eben nicht 15% der Völker sterben oder so. Ihm dies auf diese Art vorzuwerfen ist also ein sehr schwaches Argument.


    Ich will mich damit nicht über Vor- oder Nachteile der Bienenkiste äußern, dafür kenne ich mich zu wenig aus.


    Allerdings: auch ich erlebe die Imkervereine hier nicht sonderlich einstiegsfreundlich. Wenn Vorsitzende der Vereine jeden Vortrag dazu nutzen, um gegen alternative Modelle zu wettern (habe ich schon mehrfach so erlebt), dann würde ich mich als Neuimker nicht willkommen fühlen. Das widerspricht meinem Empfinden von Imkervereinsarbeit als inklusiv. Ich fände es schön, wenn wir niemanden ganz allgemein ausschließen und wegen seiner Anschauungen verdammen, sondern gemeinsam im Diskurs unser Wissen erweitern. Und dabei ist nichts sakrosant, und 'das haben wir immer so gemacht' kein guter Punkt.

    So richtig ruhig war das Volk nie... ;-) Aber nun auch nicht vollkommen durchgedreht, wenn ich rein schau. Und: sie tragen massiv Pollen ein. Ich vermute also, sie werden tatsächlich eine neue Weisel gezogen haben.

    Ich mach dann Mal die Probe und dann sehen wir weiter.

    Am meisten beunruhigt war ich, ob so spät im Jahr noch genug Drohnen unterwegs sind, hab aber nun gelesen, dass auch das kein Problem sein sollte, spät begattete Königinnen sind wohl sogar recht gut und das Wetter ist ja noch sehr gut. Ich bin also zuversichtlich.

    Hallo liebe Profis,


    leider hab ich erst jetzt gemerkt, dass eines meiner Völker gerade komplett brutfrei (in jedem Stadium) ist. Das Volk war so gut unterwegs, dass ich keine Waben gezogen habe im letzten Monat. Ansonsten ist das Volk aber noch ziemlich stark. Gesehen hab ich es vorgestern. Und dabei auch einige jetzt schon aufgefressene Nachschaffungszellen entdeckt. Vermutlich ist also schon eine junge neue Königin unterwegs. Aber offensichtlich noch nicht legend. Meine Frage ist nun die nach den mir zur Verfügung stehenden Alternativen. Soll ich:


    - einfach auf die Nachschaffung vertrauen? Findet die gerade noch genug Drohnen für die Begattung? Und kriegt dann genug Brut für den Winter gelegt? Und dann vielleicht nächstes Jahr austauschen?

    - eine neue, begattete Königin besorgen? Dafür müsste ich mich dann ja aber auf die Suche nach der nachgeschafften machen und die entsorgen. Da habe ich ein wenig Angst, diese nicht zu finden (ist ja nicht markiert und das Volk schon recht groß, die Waben alle sehr dicht).


    Oder gibt es noch andere Alternativen?


    Danke für eure Hilfe, Dirk

    Sorry Leute ... Aber das letzte Mal, als ich geschaut habe, war das Töten von Bienen noch verboten, wenn keine Prüfung stattgefunden und ein begründeter Ausnahmefall genehmigt wurde. Hier wird nun groß mit Begriffen wie Nervengift und Erwischen von Königinnen um sich geworfen. Und mir scheint, der Fragesteller sucht auch nur eine Erlaubnis, mit massiven Mitteln vorzugehen. Finde ich nicht gut. Als Imker sollte man, so meine ich, durchaus dem Schutz aller Insekten verpflichtet sein. Und wenn es in dem Fall wirklich unzumutbar ist, dann können wir das nicht aus der Ferne feststellen. Dafür gibt es Sachverständige, die auch erst Mal eine Artenerkennung durchführen müssen. Und dann den Grad der Beeinträchtigung feststellen. Löcher in die Wohnung zu ist alles okay, Töten erst Mal nicht.

    Nachdem ich nun vor fast einem Jahr meine Ableger bekommen habe und seitdem drei Völker in meiner Wohnung (s.o.) halte, geb ich heute wegen des regen Interesses daran mal ein kurzes Update:


    - Alle drei Völker sind ohne weiteres durch den Winter gekommen. Eines schwächelt allerdings durch das ganze Frühjahr, ist recht bienenarm und trägt im Honigraum kaum Honig ein. Da tausche ich kommende Woche die Königin aus.


    - Bisher gab es noch keine einzige Beschwerde von den Nachbarn. Auch bei uns sind bisher auch in Sommernächten mit Licht und offenem Fenster wenn überhaupt mal nur einzelne Bienen in die Restwohnung gekommen. Insgesamt nicht mehr als fünf. Die Nachbarn dürfen sich bei einem Tag der offenen Tür am kommenden Wochenende ein Bild von unserer Haltung und einen Geschmack von unserem Honig machen.


    - Apropos Honig: Hier haben wir überhaupt keinen Grund zur Klage. Vor genau vier Wochen haben wir zum ersten Mal geschleudert. Trotz des Schwächlings immerhin 40 Kilo wunderbare, aber doch leicht würzige Frühtracht. Besonderheit dabei: der Honig beginnt erst jetzt langsam zu kristallisieren und trübe zu werden. Heute waren die Honigräume dann wieder voll und die zweite Schleuderung stand an. Diesmal 44 Kilo mit sehr deutlicher Menthol-, also Linden-Note. Dabei beginnt die Winterlinde hinter dem Haus gerade erst mit dem Blühen. Wir denken, dass wir Ende Juli dann ein drittes Mal schleudern können und sind schon sehr gespannt, was uns dann für eine Note erwartet.


    Kurz und knapp also also mein bisheriges Fazit: Das Wohnungsbienen-Projekt läuft genau so wie es soll. Sicher kann ich in den Abläufen noch das ein oder andere optimieren; ich genieße es aber sehr, für alle Arbeiten am Volk nur über den Balkon in den Wintergarten zu stiefeln. Und auf dem Balkon das wunderbar beruhigende Summen der Bienen zu hören.


    Ich hoffe, ihr habt alle ähnlich gute Erfahrungen in diesem Jahr...

    Seh ich auch so... bei zwei vollen Zanderzargen mit Arbeiterinnen-Brut haben sie dann trotzdem noch halb Arbeiterinnenzellen auf den Baurahmen geklatscht. Haben wohl echt ein Problem mit Männern.