Beiträge von rall0r

    beemax hat ja fast alle Vorteile, bzw. guten Argumente aufgeschrieben. Deswegen nur ein paar Ergänzungen:


    Ich mache derzeit etliche 3/4 TBEs, und zwar immer dann, wenn der Schwarmtrieb auch nach dem 2. Mal Zellen-brechen nicht erloschen ist. 3/4 TBE bedeutet, ich lasse ein bis drei BW (Dadant) zurück, je nachdem, wieviele BW der angepasste Brutraum so hatte.


    Die pauschale Aussage, dass man dann keinen Honig mehr erntet, ist auch irgendwie einfach nur eine sehr dramatische Zuspitzung - es kommt eben auf die Umstände an. Wenn bei mir die Frühtracht durch ist (also so ungefähr jetzt), dann kommt da jetzt auch 4-6 Wochen nix mehr, bis die Linde dran ist. Da reduzieren die Bienen auch ohne mein Zutun die Volksstärke. Ich habe jetzt zwei Möglichkeiten: Ich breche Zellen, bis die selber auf Sparflamme umschalten (also in den nächsten zwei Wochen) und mit dem Schwarmdusel aufhören, oder ich nehme ihnen gezielt das, was sie eh los werden wollen, und nutze das als Resource.


    Die Königinnen, die können und wollen, sind in vier Wochen wieder da. Die, die nicht können und wollen, die sind dann Selektion.


    Natürlich hätte ich ja viel lieber vollständig schwarmträge Bienen, die nie auf dumme Gedanken kommen. Aber habe ich halt nicht, und wenn die auf Teufel komm raus los wollen, dann finde ich so eine 3/4 TBE eine schnell erledigte, zuverlässige Methode, denen die Hormone auszutreiben.


    Ich finde eine TBE zu diesem Zeitpunkt viel "wesensgemäßer" als im Juli, da das Volk ohnehin im Schwarmmodus ist und in aufstrebender Entwicklung.

    Das ist auch ein wesentlicher Punkt: Wenn die volle Lotte im Schwarmmodus sind, dann wollen die auch was reißen. Wenn ich denen dann 4 Dadant MW gebe, dann sind die nach einer Woche ausgebaut und die Hälfte ist bereits bebrütet.


    Nebenbei bemerkt: Hier wird von manchem Mit-Diskutanten in diesem Faden an anderer Stelle empfohlen, eine TBE 2 Wochen vor Trachtende zu machen, weil die dann sammeln wie verrückt. Und was soll ich sagen: Das funktioniert auch im Frühjahr.


    Unter bestimmten äußeren Gegebenheiten gibt es viele gute Gründe für eine TBE im Mai.

    Ist hier jemand aus MOL anwesend? Habe einen Wanderplatz ergattert, höre aber, dass dort die Trockenheit extrem sein soll, seit Monaten kein Regen, alles verdorrt. Kann da jemand eine Einschätzung abgeben?

    Stichwort "Holländisches Modell": https://deutscherimkerbund.de/…ahresbericht_2020_Neu.pdf - Seite 45


    Zumal die Brut bei CBPV nicht betroffen sind.

    Deswegen werden beim "Holländischen Modell" die Brutwaben auch wieder in die Beute zurück gegeben.


    Schau doch erst mal, ob du die anderen CBPV Symptome entdecken kannst.

    Die Symptome, die der Threadersteller eingangs beschreibt, sind eigentlich alle wesentlichen, die man wissen muss. Mehr Gewissheit schafft nur noch eine Laboranalyse.


    Kann auch einfach sein, daß das die letzten Winterbienen sind. Alte Tanten. Keine Panik,

    In diesem Fall würde ich aber nicht unbedingt den verkürzten Hinterleib oder das auffällige Verhalten erwarten. Auch sollte eine alte Biene ausgefranstere Flügel haben als jene auch dem Bild.


    Insgesamt muss man zu CBPV sagen, dass da wenig fundierte Behandlungsmaßnahmen zu finden sind (mit fundiert ist gemeint: Durch wissenschaftliche Methoden validierte reproduzierbar funktionierende Behandlungsoptionen)


    Nimm auf gar keinen Fall Honig/ Futterwaben aus dem Volk für andere Völker.

    Klingt erstmal natürlich vernünftig. Aber tracke mal alle Honigräume, wann welcher auf welchem Volk war. Gar nicht so einfach.

    Wenn das Virus wirklich über das Futter übertragen werden kann (also: Futter aus Wabe aufnehmen, weitergeben an andere Biene, andere Biene anstecken), und das Virus in eingelagertem Futter längere Zeit überleben kann, dann wären das schlechte Nachrichten.

    Aber meiner Erinnerung nach ist das nicht so, das Virus ist wohl recht instabil. Allerdings finde ich den Artikel nicht mehr.


    Behandlungsoptionen, mit denen ich Erfahrung habe:

    Im Konkreten Fall müsste man die betroffene Beute erst mal auf einen Quarantänestand verbringen, und dann die Bienen sich dort einfliegen lassen. Aber Bienen erst Abends wegbringen, nach Ende Flugbetrieb.


    Wenn das passiert ist, Volk am Quarantänestand morgens 50 bis 100 Meter verstellen, sodass die Flugbienen abgetrieben werden. Gut ist, wenn man an der alten Position einen Lumpensammler stehen hat, aber dazu braucht es mehr als ein krankes Volk.


    Abends das verstellte Volk an einen 2. Quarantänestand bringen.

    Ich habe an dieser Stelle dann auch Völker mit AS-Schwammtuch gestresst, allerdings zeigte das keinen Unterschied zur Kontrollgruppe.

    Anschließend umweiseln.


    Es macht auf mich den Eindruck, dass es eine genetische Prädisposition zu geben scheint, die darüber bestimmt, ob und wie stark CBPV in einem Volk ausbricht.

    von den Fachberatern wird wohl tatsächlich das Abfegen favorisiert, um die Kranken von den gesunden Bienen zu trennen. Nennt sich Holländisches Modell. Allerdings auf einem Quarantäne Stand.

    Mir gehen die HR aus.

    Schlechte Vorbereitung meinerseits, aber letztes Jahr hatte ich ja fast 1/3 der vorhandenen HR gar nicht anrühren müssen. Daher wähnte ich mich ausreichend ausgestattet, selbst wenn es besser laufen sollte.

    Jetzt habe ich eine Spontanbestellung in diesem Internetz aufgegeben und hoffe das beste.

    Ja, 2 waren bereits verbaut und hatten schon ne längere Zunge untendran.

    Mein Gamechanger bezüglich Verbau waren die Bienoplast Weiselnäpfe, die man noch enger zusammenstecken kann, als die braunen Nicot Stecker. Da gab es praktisch null Verbau.

    Ralf Kolbe empfiehlt, einen maximalen Abstand von 3cm zwischen Weiselnäpfchen und darunter verlaufender Leiste.

    Weil dann aber kein Lockenwickler mehr rauf passt (Höhe und so), müssen die Zellen nach der Verdeckelung in einen Brutschrank oder man muss die darunter verlaufende Leiste entfernen können. Aber so hatte ich es nicht.
    Bei mir reichte es, die Plastik-Weiselnäpfe "auf Stoß" zusammenzustecken.

    Wenn das Volk geschwärmt wäre, hätte man kein

    sehr starkes Volk,

    Wenn es Schwarmzellen wären, müsste man trotzdem irgendwo noch Stifte und jüngste Brut finden, weil auch eine Carnica Königin nicht vorher vollständig das Legen einstellt.

    Wenn eine Prinzessin im Volk wäre, müsste man noch (Reste) eine(r) geschlüpfte Zelle finden und die Nachschaffungszellen sollten eigentlich ausgebissen sein.


    Insgesamt würde ich also auch auf Nachschaffung tippen.

    Ich hoffe nun natürlich, dass es mir nicht abfliegt sobald die Prinzessin schlüpft.

    Ich wüsste nicht, warum ein Volk, welches nachschafft, schwärmen sollte.


    Mein Vorgehen war nun wie folgt:

    Ein Rähmchen mit einer handvoll Nachschaffungszellen habe ich entnommen und es in einen Ein-Rähmchen Ableger übersetzt und ein paar Bienen nebst Mittelwand und Futterwabe zugehangen.

    Weil es keine gut gepflegte Schwarmzelle ist (sondern eine Nachschaffung), sollte man der reinen Lehre dieses Forums nach hier auch nur einen "1-Waben-Aumeier Krüppel" erhalten. Kann man aber trotzdem auch was draus lernen und ich würde das weiter fortführen, das Experiment.


    In 7 Tagen würde ich meinem starken Volk eine Weiselprobe zuhängen und dann sehen, ob die nochmal Nachschaffungszellen ansetzen

    Würde ich mir sparen. Sie haben doch schon Zellen gezogen, im Grunde weisst du doch bereits ziemlich sicher, was Sache ist.


    Ich würde in 14 Tagen mal nachsehen, ob da was legt oder es geputzte Zellen (aka "vorbereitetes Brutnest") gibt.


    Und da du gleich einen Ableger gebildet hast, hast du deine Chancen auf zumindest eine begattete Königin um 100% erhöht.

    Ich finds ja lustig, wie hier die meisten den Liebig und insbesondere die Aumeier doof finden, jeden Pups ihrer Betriebsweise in langen Fäden zerschreddern, aber gleichzeitig Simon Hummel (RIP) toll finden, und es einfach nicht merken, wie absurd das ist :)

    Bei allen Überlegungen zur Zucht bitte die Drohnen nicht vergessen: Meine Völker in meiner Region haben bisher so gut wie keine Drohnenbrut angelegt, vielleicht in 10 % der Völker habe ich jetzt mal ein paar wenige frische Drohnen rumlaufen sehen oder vereinzelte Drohnenzellen auf den Waben. Wenn man jetzt den Drohnenrahmen gegeben hat oder gibt, dann dauert es bis Ende Mai (ungefähr), bis da geschlechtsreife Drohnen fliegen. Und es ist ja schön, wenn man Drohnen satt in der Luft hat :)


    Der Rcom ist Mist,

    Der erzeugt bei mir reproduzierbar gute Ergebnisse.

    Was stark ist, hat jetzt einen Honigraum bekommen, was schwach/schwächer ist, noch nicht.

    In den letzten Tagen haben die starken Völker etwas Nektar eingetragen, eine Wabe hinterm Schied liegt jetzt etwas schwerer in der Hand, aber wirklich viel ist es bisher nicht. Laut Stockwaage verlieren die Völker aktuell immer noch an Gewicht.

    Trotzdem riecht es in den Kisten schon sehr sehr lecker nach Frühling :)

    Noch ein paar Anmerkungen zum Thema Beute: Ich habe eine Imkerei von einem alten Ehepaar übernommen, die 40 Jahre lang erfolgreich eine Erwerbsimkerei hatten, die mit Kuntzsch Hinterbehandlungsbeuten in Bienenwagen durch die Gegend gefahren sind.

    Die hatten zwei Wagen, mit jeweils 40 Völkern, und sind damit über Jahrzehnte sehr glücklich gewesen.

    Natürlich hatten die nach der Wende auch den ganzen neumod'schen Kram mit den Magazinen ausprobiert aber irgendwie kamen sie damit nicht zurecht, denn "der Honig ist ja nie ansatzweise so trocken gewesen, wie in unserem Wagen! Und dann die Buckelei mit den Honigräumen! Wer arbeitet denn so?"

    Die Betriebsweise war ausgesprochen eigen und alles andere als intuitiv erlernbar (fand ich), aber ich war ganz schön erstaunt, wie viel Volk in so eine Hinterbehandlungsbeute passt, und wie viel Honig sich da ernten ließ.

    Trotzdem habe ich bei der ersten Gelegenheit die restlichen Völker, die noch in den Hinterbehandlungsbeuten steckten, auf Magazine TBE't, weil mich das Hantieren mit der Wabenzange echt fertig gemacht hat.


    Worauf ich hinaus will: Die Beute ist am Ende nichts anderes als ein Werkzeug, und das muss einem eben gut in der Hand liegen. Da hat aber jeder leicht andere Prämissen, sodass man vielleicht am Ende auch einfach gut damit fährt, unterschiedliche Dinge mal auszuprobieren.

    Ich habe viel ausprobiert und bin bei 10er DD gelandet, aber das ist eben meine Präferenz, das funktioniert für mich gut.

    Der Biene ist am Ende die Kiste scheinbar egal.