Beiträge von rall0r

    Eventuell zwei Liebig dispenser gleichzeitig mit je 50 ml.

    Solche Tipps kann man noch toppen, indem man eine Grabkerze mit hinzu stellt. Dann stimmt wenigstens die Temperatur.


    Winterbienen, die jetzt durch die Varroa geschädigt sind, heilt man mit keiner AS Behandlung mehr, aber Winterbienen, die fit sind, stresst man damit anständig.


    Für eine Winterbehandlung mit OXS ist's noch zu früh (mutmaßlich).


    Man kann jetzt nicht viel mehr machen, als sich auf die Finger setzen und abwarten, um dann zum richtigen Zeitpunkt eine vernünftige, angezeigte Behandlung vorzunehmen: Bei Brutfreiheit einmal mit OXS beträufeln.

    Wenn du in Österreich oder der Schweiz wohnst, dann leihst du dir einen Bedampfer und verdampfst die OXS - das ist deutlich bienenschonender, als das Beträufeln, was sich positiv auf die Langlebigkeit der Winterbienen auswirken kann.


    Grundsätzlich muss man sagen: Wer die Varroa bis jetzt nicht im Griff hat, ist zu spät dran.

    Aber eventuell ist alles gut bei dir, und es fallen nur die toten Varroen aus den Zellen, weil der Brutumfang reduziert wird und deine letzte AS Behandlung nachwirkt.


    Aber jetzt einfach nix mehr machen und die Bienen in Ruhe lassen.

    Wenn du TBE machen möchtest, stecke doch in die Brutsammler nach 9Tagen eine Zelle/Prinzessin.

    Im September sind diese Königinnen dann allesamt vollreif.

    Jetzt entweiselst du die Zielvölker - bspw jene, die du als schwächste identifiziert hast - und steckst dort jeweils einen Brutsammler mit seiner jungen F1 vom Züchter rein.


    Ergebnis:

    Die vermeintlich untauglichen Kös sind umgeweiselt, die Schwächlinge verstärkt, die Anzahl der Völker wächst nicht exorbitant.

    Es ist etwas wie TuB, nur vertikal :)


    Im Frühjahr erstellte Ableger, bspw. zur Schwarmverhinderung, kann man ja ggf. auch vereinen.

    Der vielleicht wichtigste Aspekt zu mehr Gelassenheit in der Imkerei: So viele Völker zu viel haben, dass man ohne Reue zusammenlegt, allein um die Völkerzahl zu reduzieren :)

    Eine Möglichkeit: Du trittst in Buckfast MV ein und machst kommendes Jahr mit :)

    Hattest du es dabei auch schon mal, dass sie wegen akuter Unzufriedenheit durch das Einsperren und nicht mehr legen, Zellen gezogen haben in den 9 Tagen?

    Gute Frage! Habe ich nie kontrolliert. Bei der Nachkontrolle habe ich nur eine Wabe aus der Mitte des Brutnestes gezogen und nach Stiften geschaut. Wenn die da waren, war die Kiste wieder zu.

    Allerdings habe ich auch in der Regel nach 7 Tagen die Käfige getauscht, nicht erst nach 9. Aber der Hinweis, auf so etwas zu achten, ist sicherlich richtig!

    Ich habe dieses Jahr zwei Methoden zum Umweiseln genutzt, die beide gleichermaßen gut funktioniert haben:


    Variante 1:

    Bienenflucht ohne Flucht aufgesetzt, Mini Plus ohne Boden auf das jetzt offene Spundloch der Bienenflucht gesetzt.

    7-10 Tage später nachgesehen, ob unten Stifte sind.
    Das war bisher bei mir noch nie (!) der Fall, woraufhin ich die Mini Zarge entweder durchgesehen und die Kö händisch einfach runter gesetzt habe, oder einfach Rähmchen für Rähmchen auf die Oberträger abgeschüttelt habe.


    Ich erzähle das deswegen, auch wenn es langweiliger Standard ist, weil ich diese Methode auch dann anwende, wenn ich unten in der Kiste eine (noch) unbegattete Weisel vermute.


    Ich hatte es dieses Jahr ein paar mal, dass es Hinweise auf Nachschaffung und/oder stille Umweiselung gab, ich die Prinzessin aber nicht gefunden habe (jedoch die geschlüpften Zellen).

    Das Aufsetzen der Mini Plus Zarge hat regelmäßig dazu geführt, dass die Prinzessin scheinbar entsorgt wurde und die Regentin der Mini Plus Zarge das Zepter übernommen hat.


    Dazu muss gesagt werden, dass alle Mini Plus Königinnen 6-8 Wochen in Eilage waren und zwei bis drei Mini Plus Zargen zum Austoben hatten.


    Variante 2:

    Alte Königin fangen, in verschlossenen Zusetzkäfig setzen und zwischen die Wabengassen hängen.

    7-9 Tage später alte Königin in ihrem Käfig entnehmen und die neue unter Zuckerteigverschluss an die gleiche Stelle hängen, erst nach 7-10 Tagen nachsehen, was draus geworden ist.


    Ich habe dieses Jahr fast alles so umgeweiselt, mit jeweils vollreifen Königinnen, die kurz vorm Zusetzen aus ihren Minis geklaubt worden waren (alles so Mitte/Ende Juli).


    Variante 3 - die Last-Ressort Notlösung.

    Ich hatte dieses eine Volk, welches hoffnungslos weisellos war, welches einfach keine Königin annehmen wollte.

    Mein Standardtest, ob ein Volk eine Königin will, ist das Legen des Zusetzkäfigs auf die Oberträger:

    Wird der Käfig ignoriert, ist eine Zelle oder eine Königin vorhanden.

    Wird der Käfig schnell belaufen, und stecken die Arbeiterinnen ihr Hinterteil in den Käfig und krallen sich am Käfig fest, wollen sie die Weisel abmurksen.

    Freundliches belaufen mit Fütterungsversuchen, aufgestellten Hinterleibern und wildes Flügelgeschlage führen bei mir dazu, dass ich die Kö einfach einlaufen lasse.


    Dieses eine besagte Volk wollte immer töten, und es hat auch getötet - was auch immer mit denen war, es hat mich genervt.

    Also habe ich das Volk aufgelöst und ein paar Meter entfernt in die Wiese abgeschlagen.


    Das bezeichne ich deshalb noch als Notlösung, weil es meine Nerven und meine Zeit schont, und die übrigen Völker noch etwas Verstärkung bekommen. Aber ich bin mittlerweile weg davon, jedes Volk zu seinem Glück zwingen zu wollen. Allerdings, das muss ich betonen, handelte es sich lediglich um ein Volk, welches sich so störrisch zeigte.

    Bei allen anderen lief es mit o.g. Methoden ohne Probleme.

    Ich lese gerade im aktuellen DBJ, Seite 4, dass man in den Niederlanden an der Universität Wageningen zu den gleichen Ergebnissen bezüglich VarroMed gekommen ist, wie ich seinerzeit 2019: VarroMed wirkt unzureichend…


    Spread the Word, damit da keiner mehr Geld in den PR Gag steckt.

    In dem Ursprungspost zum Faden erkenne ich meinen eigenen Enthusiasmus von vor zwei, drei Jahren wieder. Da hätte ich auch all die kritischen Einwürfe verworfen oder weg gelächelt, weil der Optimismus so groß gewesen ist.


    Der Sprung von 10 auf 50 ist zu krass. Da ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Stresslevel den Spaß an der Imkerei versaut.

    Jeder (!) Imker, der diese Art von Wachstum ins Auge fasst, überschätzt sich.


    Wenn der Erwerb der Imkerei aus dem Ersparten möglich ist, also am Ende kein wirklicher ökonomischer Druck entsteht, und der Preis für die Imkerei fair ist, würde ich es aber trotzdem machen.

    Mein Rat wäre dann nur, wie andere das auch schon geraten haben, von den 70 Völkern 40-45 zu verkaufen, die Kisten gut aufzubewahren, um dann eben Stück für Stück in die Aufgabe hinein zu wachsen.


    Wovon ich dringend abraten würde, wäre dafür Geld aufzunehmen, was dann wiederum ökonomische Zwänge nach sich zieht. Daran geht man kaputt.

    Wenn ich bspw. ein Grundstück in oder an einem NSG besitze und dort Bienen aufstelle, mir aber eine Behörde die Haltung untersagen will, bedarf es einer Rechtsgrundlage und eines Bescheides.

    Schwieriger ist es vermutlich, wenn man seine Bienen auf Flurstücken aufstellt, die der öffentlichen Hand gehören, aber eigentlich dürfte das nur in Ausnahmefällen der Fall sein.

    So etwas muss es ja im Zweifel geben, wenn jetzt konkrete Fälle bekannt werden.


    Da wäre doch ein Verband gut beraten, hier Betroffene bei ihren Widerspruchsverfahren Rechtsbeistand zur Verfügung zu stellen, um das im Zweifel bis in die OVGs durchzuklagen.

    Ich habe auch mit AS gearbeitet, allerdings hatte das zumindest keine offensichtliche Effekte:

    AS mittels Schwammtuch, im Abstand von 48 Stunden ein zweites Mal wiederholt.

    Die Konzentration an AS war zumindest so hoch, dass alle Völker aus der Eilage gegangen sind und teilweise jüngste Brut ausgeräumt haben, zwei Königinnen waren auch fort.


    Allerdings stellte sich kein wirklich erhöhter Totenfall ein, weder in noch vor der Beute.


    Ein Grund dafür könnte aber sein, dass ich die alten Flugbienen unmittelbar davor schon via Verstellen der Kisten abgetrieben hatte. Meine Aussagen zur Wirksamkeit der AS beim Ausschwemmen geschwächter Bienen ist also mit Vorsicht zu genießen.


    Ansonsten ein paar Ausführungen zu meinem bisherigen Vorgehen:


    Stichwort Behandlungsstrategie:

    Betroffene Stände habe ich wie folgt vorbereitet:

    In einem ersten Schritt habe ich morgens bei bestem Flugwetter 2/3 der Völker um 100 Meter verstellt, 1/3 als Lumpensammler an Ort und Stelle belassen.

    Am Nachmittag wurden die verstellten 2/3 der Völker weggebracht.


    Am nächsten Tag wurden diese 2/3 mit Schwammtuch behandelt, siehe oben.


    Das verbliebene 1/3 wurde drei, vier Tage später ebenfalls morgens um 100 Meter verstellt, und dann mittags an einen separaten Stand verbracht.


    Alle Völker wurden an den neuen Ständen sehr locker, in Zweiergruppen, mit entgegengesetzten Fluglöchern aufgestellt, um Verflug zwischen den Völkern zu minimieren.


    Die Lumpensammlergruppe wurde als Kontrollgruppe nicht mit AS behandelt.


    Status aktuell: Die Lumpensammlerkisten sind stärker, vermutlich weil sie im ersten Schritt einen ordentlichen Boost an Flugbienen erhielten. Ich hatte eigentlich die Vermutung, dass dies zu einer Verstärkung der Symptome führen würde, allerdings ist das im Moment (noch) nicht so.


    Allerdings: Die Intensität der Symptome schwankt mittlerweile sehr. Es gibt Völker, da muss man schon länger suchen, um betroffene Bienen zu finden, es gibt Völker, da sieht man es sofort.

    Stichwort Varroa:

    Die Brut ist der Teil des Bienenvolkes, welches noch gesunde Bienen nachliefert. Sie ist sozusagen das einzig verbliebene Kapital. Daher fallen sowohl TBE als auch AS als Behandlungsmethoden aus. Die Gründe sind offensichtlich: Die eine Methode hat komplette Brutfreiheit zur Folge, die andere Methode schädigt die Brut, wenn sie wirken soll.


    Also behandle ich alle betroffenen Völker mit Apivar (Amitraz), und hoffe, dass Resistenzen nicht vorhanden sind.

    Stichwort Genetik:

    Ich habe keine validen Daten, weil die Anzahl meiner Völker zu klein ist. Trotzdem habe ich die Vermutung, dass es eine genetische Komponente darüber gibt, wie empfindlich ein Volk auf eine CBPV Infektion reagiert.


    Als erste und am stärksten betroffen waren allesamt Königinnen einer Herkunft mit einer speziellen Anpaarung.

    Trotzdem zeigten später auch Völker Symptome, die eine ganz andere Herkunft hatten. Theoretisch kann das aber auch auf Verflug zurückgeführt werden (Völker standen in Reihenaufstellung).

    Nach der oben beschriebenen Behandlungstrategie sind es fast wieder nur Völker dieser einen speziellen Herkunft, welche noch Anzeichen zeigen.


    Derzeit sind alle betroffenen Völker umgeweiselt, mit Töchter von nicht betroffenen Herkünften, die standbegattet wurden. Allerdings ist da der Massenwechsel noch lange nicht durch.

    Stichwort Gesamtsituation:

    Mein Honigertrag ist deutlich eingebrochen, der Grund dafür lag jede Woche vor den Fluglöchern.

    Meine Ableger kommen nicht richtig aus dem Quark, warum auch immer, und weil eine TBE nicht möglich war, fehlt auch die Vermehrung zum Ende der Saison.

    Zucht ist gänzlich ausgefallen - diese eine Linie, die ich jetzt angefangen hatte, war jene Herkunft, die mit CBPV gar nicht klar kommt. Also muss das alles weg.

    Außerdem habe ich Belegstellentermine canceln müssen, weil es nicht zu verantworten gewesen wäre, mit Begattungseinheiten, die CPBV an Board haben, durch die Gegend zu fahren. Anderthalb Jahre für die Katz.


    Insgesamt ein ausgesprochen frustrierendes Jahr voller Rückschläge.

    Ich kann ja jetzt ausgesprochen gut Demut lernen, aber ich hatte diese Saison oft einfach keinen Bock mehr.

    Das Dumme ist ja, dass es keineswegs vorbei ist. Gut möglich, dass die Völker so angeschossen sind, dass sie reihenweise im Winter eingehen.

    Also kann ich gleich auch noch Gelassenheit üben.

    Mein Vorschlag an Dich : mind reset . Weg von der Krankheitsfokussierung, hin zu Maß-

    nahmen die die Gesundheit der Bienen fördern, stärken, erhalten.

    Das sind mir zu sehr Allgemeinplätze, bzw. Selbstverständlichkeiten.

    Es ist doch Grundlage jedweder imkerlichen Handlung, die Gesundheit der Bienen zu stärken, bzw. zumindest nicht zu beeinträchtigen.


    Wenn die Erkrankung dann trotzdem da ist, hilft der Rat "die Gesundheit zu fördern" auch nicht weiter, weil ja die Frage nach dem "wie" nicht beantwortet wird.


    Wir haben hier ja einige Tipps zusammengetragen, wie man mit CBPV umgehen kann. Mal sehen, was sich daraus machen lässt, bzw. ob ich das erfolgreich auf meinen Bestand anwenden kann.


    Das Imkern an sich ist jedenfalls aktuell für mich eher Leid als Freud. Der Anblick der kranken Bienen geht mir schon nahe. Da liegt mein Fokus die ganze Zeit darauf, die Völker von der Varroa und damit von Virenlasten frei zu halten, stecke Zeit und Herzblut in hoffentlich gesunde und vitale Völker und den Aufbau meiner kleinen Imkerei und dann fährt man zum Wanderstand und fegt einen Eimer voll tote Bienen vor den Fluglöchern zusammen.

    Das macht einfach keinen Spaß mehr.