Beiträge von rall0r

    Aber ich glaube, der Mensch begiebt sich da auf sehr dünnes Eis.

    Wird es wieder eine Einbahnstraße ...?

    Um das noch mal klar zustellen: SDI ist ein Werkzeug, eine Testmethode.

    Von SDI Königinnen, die entsprechend gute Werte zeigen, wird unmittelbar nach der Auswertung umgelarvt, und diese Töchter dann regulär begattet (ich tippe mal, auf den passenden Belegstellen).


    Es geht nicht darum, den Phänotyp einseitig auf VSH einzuschnüren, bzw. wenn, dann nur sehr kurzfristig, um eine "Anreicherung" der gewünschten Merkmale zu erzielen.


    Bei den Zuchtbemühungen sind auch immer die Herkünfte genau bekannt, um dann bei weiterführender Zucht die passenden Anpaarungen zu bestimmen.

    Ich denke, das Bewusstsein bei den Züchtern hinsichtlich der Gefahr einer genetischen Verarmung ist entsprechend groß.

    Bei Standbegattung sowieso, die VHS kannst Du nur über Besamung oder Inselbelegstelle mit einiger Wahrscheinlichkeit vererben.

    Die Schwierigkeit dabei ist, dass es sich hier um additive Polygenie handelt - die das Merkmal auslösenden Gene verhalten sich additiv zueinander - je mehr der dafür zuständigen Gene "aktiv" sind, desto ausgeprägter ist das Merkmal.

    Es ist also nicht einfach nur Mendel - Merkmal dominant = Merkmal da, Merkmal zwei mal rezessiv = Merkmal auch da, sondern es ist komplizierter. Wenn ich es richtig erinnere, kennt man hinsichtlich VSH bisher drei QTL (Quantitative Trait Loci), aber vielleicht sind es ja auch mehr, die daran beteiligt sind.

    So ist man sich derzeit nicht mal 100%ig sicher, dass VSH tatsächlich additiv vererbt wird, wobei es die bisher plausibelste Erklärung zu sein scheint.


    Die einzige Möglichkeit, das Merkmal (sprich: den Phänotyp) "herauszuarbeiten", ist eine Anreicherung der "richtigen" Gene (die sich ja ergänzend an der Ausprägung des Merkmals beteiligen) im Genpool.

    Derzeit funktioniert das u.a. mithilfe der Eindrohnbesamung (SDI), wo der Genpool künstlich auf ein Individuum (bzw. 2 Individuen) verengt wird, und dann die Ausprägung des Phänotyps gemessen werden kann.


    Jetzt möchte man meinen: "Wie geil! Einfach SDI mit dem richtigen Drohn, und dann gibts VSH!"

    Aber so einfach ist es dann leider nicht.

    Wenn man in der richtigen Verpaarung einen guten VSH Wert hinbekommen hat, und dann von dieser Zuchtmutter nachzieht, haben die Töchter zwar top Voraussetzungen, aber bei einer Verpaarung kommen wieder viele Drohnen zum Zuge, welche das Additive wieder verwässern können, bzw. werden.


    Noch schlimmer ist es unter Standbegattungs-Bedingungen mit einfacher Basiszucht: Selbst wenn man von der besten Königin am Stand nachzieht, so erstellt man N Geschwister-Weiseln, die zwar die Gene der Mutter, aber unterschiedliche Väter haben. Ob und wie die dann VSH ausprägen, ist mehr oder weniger Lotterie, ganz zu schweigen, dass die sich mit Drohnen aus der Umgebung verpaaren, die i.d.R. hinsichtlich VSH überhaupt nicht selektiert worden sind.


    Will sagen: Der Phänotyp VSH ist wie ein scheues Reh - damit er sich zeigt, muss einiges zusammen kommen. Und bisher ist das Merkmal im frei fliegenden Genpool so weit unterrepräsentiert, dass unter alltäglichen Begattungsbedingungen das Merkmal ratzfatz verwässert wird, selbst wenn es in einer Generation stark ausgeprägt ist.


    Das ist jetzt nur eine sehr, sehr oberflächliche Betrachtung.

    Es klingt sehr pessimistisch, aber für Pessimismus gibt es eigentlich keinen Grund. Es gibt schließlich genug Beispiele von varroaresistenten Populationen - da geht noch was.

    Aber der Weg ist noch etwas weit, und vermutlich auch steinig.

    Je mehr Leute sich allerdings an der Arbeit für eine varroaresistente Biene beteiligen, umso schneller wird es wohl auch voran gehen.

    Zusätzlich benutze ich sogar ein Schied, da idR 8-9 (inkl DR) Brutwaben ausreichend sind.

    Habe ich auch so gemacht. Das geht ganz gut. Aber:


    Hinzufügen möchte ich noch: die Durchsicht ist schneller,

    Das habe ich anders empfunden. Kleiner Brutraum, alles quillt über mit Bienen, daher sehr vorsichtiges Handling, was Zeit kostet, teilweise dann auch noch...

    Bei mir legen die Völker den Wildbau unter den Rähmchen oft wirr an

    ..was das Entnehmen von Waben zur Durchsicht auch anstrengend werden lässt.

    Beim Auffüttern lass ich den entstehenden Wildbau im Boden prinzipiell stehen als zusätzlichen Raum für´s Winterfutter.

    Um starke Völker mit genug Winterfutter auszustatten, macht man da so etwas oder setzt eine Flachzarge drauf, oder etwas ähnliches.


    In Summe haben mich die kleinen Nicklichkeiten so sehr genervt, dass ich schnell auf einen großen Brutraum gegangen bin (DNM 1.5).


    Noch weniger Rähmchen zum durchschauen, kein Wildbau unten, genug Platz für Winterfutter, TBE geht noch schneller (weil weniger Rähmchen), viel Platz, um mit Rähmchen in der Beute zu rangieren.


    Dann habe ich mal testweise, und weil mein Geldspeicher voll war, ein paar Dadant-Kisten (10er) gekauft.

    Und da habe ich sehr schnell gemerkt, dass mir die DD-Waben besser in der Hand liegen, als die DNM 1,5 Waben (DD ist halt länger und flacher, DNM schmaler, aber höher).


    Jetzt stelle ich den ganzen Krempel auf 10er DD um - glaube ich.


    Zusammenfassung: Aus Erfahrung kann ich sagen, dass 1 BR DNM (analog zu 1 BR Zander) gut geht, und mir subjektiv immer noch besser gefallen hat, als 2 BR DNM mit Kippkontrolle.

    Aber der Teufel steckt eben im Detail.

    Wenn man testweise 1 BR Zander gemacht hat, und das mag, empfehle ich den Umstieg auf etwas größeres, Zadant oder ähnliches. Dann läuft vieles im Handling mit dem BR noch einfacher.


    Allerdings erkauft man sich das auch mit mehr Komplexität, weil man nun unterschiedliche Maße im BR und HR hat.

    Am Ende zahlt man immer irgendwo Lehrgeld :-)

    Kennt ihr den Mandl?

    Der nimmt sägerau, längt das ab und nagelt das zusammen und macht Bienen rein . ...

    Irgendwo hatten wir das schon mal:)

    Sehe ich genau so.

    Wir schrauben alles aus rohen Schalbrettern , und die Bienen entwickeln sich darin genau so wie in einer Bergwinkel in Möbelqualität. Und halten tun die Dinger besser wie jede gekaufte. Und wenn mal was kaputt geht, was solls,... brennt gut.

    wo bekomme ich Schalbretter mit 22mm so günstig, dass es sich für mich lohnt, DD Zargen selber zu bauen?

    Ich suche mir n Wolf.

    Was man aber immer machen kann: Sich bei einer der VSH Gruppen als Auszählhelfer anzubieten. Dort werden immer Leute gesucht, die bereit sind anzupacken, wenn es im August an die Auswertung der infizierten Einheiten geht.


    Und da knüpft man dann auch Kontakte und lernt sich kennen. Und dann ist der Weg auch nicht so weit, selber aktiv in die Zucht einzusteigen.


    Aber eine Hospitation im Rahmen des Auszählens zeigt schon ganz gut, ob man etwas mit dem Thema anfangen kann.

    da ist mir eine Zuchtgruppe mit breiterer Genbasis, die nicht einmal geschlossen ist, lieber - das ist vielversprechender!

    Ich meinte mit "Selektion der Teilnehmer" nicht die Bienenherkünfte, sondern die humanoiden Teilnehmer am Zuchtprogramm :-)

    (nur zur Sicherheit, falls ich mich da missverständlich ausgedrückt haben sollte)


    Ansonsten habe ich eine Frage an anwesende Carnica-Züchter:

    Wenn ich als Carnica Züchter eine 100% tipptopp VSH/SMR Königin habe, mit bekannter Herkunft, aber dann stimmt der Cubitalindex nicht - fällt die durch die Körung?

    also das muss man BeeVital lassen: Beim Marketing ziehen die echt alle Register.

    Mir geht es auch gar nicht um DIE Lösung.

    Mir geht es in erster Linie um die Diskussion an sich.

    Wir hier tauschen uns ja intensiv aus. Insofern führen wir diese Diskussion ja schon.


    Aber ich finde sonst relativ wenig Bewegung in der Szene, außerhalb des IF.

    Es ist aber gut möglich, dass ich es einfach nicht wahrnehme, weil das in einer anderen Bubble stattfindet.

    Warum fragst du wenn du die Antwort kennst

    Frag dich was du für deine Bienen tun kannst, nich was Andere für dich tun sollen....

    Ich frage ja nicht für mich :-) (deswegen schrob ich ja, dass wir hier im IF entsprechend sensibilisiert sind - wir schreiben da ja relativ oft drüber).


    Ich frage mich vielmehr, was als Standardempfehlungen in die Publikationen und Schulungen einfließen müsste.

    Oder schlimmer noch: Wo müssen Vorschriften verändert werden, um Varroakonzepte überhaupt umstellen zu können?

    Muss da nicht jetzt eine Diskussion (außerhalb des IF) starten? Oder läuft die schon?


    Konsequenz, TBE nicht später als Ende Juni.

    OT: Bei mir ist's genau umgekehrt: Ich will die TBE auf Ende Juli verschieben, weil Ende Juni zu viel Zeit für ein wiedererstarken der Milbenpopulation lässt.