Beiträge von rall0r

    Windeldiagnose ist nach meinen Erfahrungen aussagekräftig und zuverlässig

    Kann ich nur unterstreichen. Natürlich kommt da nur eine grobe Diagnose im Sinne von geringer, mittlerer, oder hoher Befall, raus. Nichts für Nachkommastellenfanatiker. Es reicht ja aber, um Bescheid zu wissen. Und wenn man nach Behandlungen die gefallenen Varroen erfasst, bekommt über die Jahre ein ganz gutes Gefühl für Behandlungsmethoden und deren Erfolge.

    für eine schadschwellenorientierte Behandlung ist es aber zu unscharf.

    Ansonsten kann ich aber deine Aussage unterschreiben.

    Stichwort Alkohol ertränken: Die betroffenen Bienen sind binnen 1-2 Sekunden tot. Zumindest bei rund 70%igem Alkohol.

    Finde ich deutlich bienenschonender, als tausende Bienen dem Varroaroulette auszusetzen.

    Ich gehe dieses Jahr auch davon aus, dass meine Völker sehr hoch mit der Varroa belastet sind, alle immer noch richtig stark mit großen Brutflächen.

    Bei mir war das bei einem Volk so: Immer sehr stark, aber bei der letzten Durchsicht dachte ich plötzlich "sind ja doch nicht mehr so viele Bienen, hmmm".


    Ich habe das nicht zu Ende gedacht, weil die Kö aus der Brut war, verdeckelte Schwarmzelle (oder war es eine stille Umweiselung, hmmm?), und ich nur das Schwarmding im Kopf hatte. Brutflächen waren aber ok, hier und da lückig, aber trotzdem viel verdeckelte Brut, etwas offene, aber kaum Stifte...


    Im Hinterkopf steckte die Abnahme der Volksstärke drin, aber erst mit ein paar Tagen Versatz kam ich drauf, mal einen Test zu machen. Und der war ein Tritt in die Kronjuwelen, geschätzt 40-50% phoretischer Befall. Keine Ahnung, wie ich das bei der letzten Durchsicht habe übersehen können, aber offensichtlich hatte ich nicht richtig hingesehen.


    Morgen bekommen die eine vorgezogene TBE, und dann mal schauen, was zu retten ist.

    Heute mehr beprobt:

    Bisher rund 10% sind kritisch bis erschreckend, was die Milbenzahl im EasyCheck Behälter betrifft. Der Rest hat bisher einen phoretischen Befall von 0,5-3%, i.d.R. Um 1%.

    Das hat den Puls erst mal wieder runter gebracht.

    Getestet wurden nur WV, keine Ableger.


    Morgen wird mehr getestet und die kritischsten Kisten TBE‘t

    Ich habe gestern angefangen, Alkholwaschungen zu machen, das erste Mal dies Jahr.

    Bin noch lange nicht durch, aber gleich beim ersten Volk habe ich fast einen Herzkasper bekommen, so viele Milben waren da drin.

    Keine Ahnung, was aus dem Ding wird, aber ich gehe heute weiter rum und teste und dann ziehe ich die TBE bei den entsprechenden Kandidaten vor.

    Es brennt teilweise schon lichterloh.

    Wie genau weiselst du da ein? Klassisch "alle Zellen brechen" oder hast du da ein eleganteres Verfahren?

    Ich mache das da so, wie bei allen Ablegern:

    Nach 9 Tagen Zellen brechen, zwei, drei Stunden warten, Prinzesinnen mit Futterteigverschluss rein.

    Ich hake da jetzt auch mit einer Detailfrage rein:

    Ich wollte in einer Woche abschleudern und dann am Tag drauf TBE machen. Für die Sammelbrutableger sind Weiseln schon geordert, also habe ich mal wieder Terminvorgaben.


    Jetzt siehts im Moment aber nicht so aus, als wenn der Lindenhonig in den HR nächstes WE erntereif ist, gleichzeitig nimmt die Tracht aber ab.


    Daher folgende Frage:

    Wie verhält es sich mit dem Ausbau der Waben, wenn ich noch nicht füttern kann, aber die Tracht langsam ausläuft, und drei, vier volle Flachzargen mit noch unreifem Honig über den Bienen stehen.

    Bauen die dann trotzdem ausreichend aus, weil ja Futter in ausreichender Menge vorhanden ist?

    Ich sollte dazu noch erwähnen, dass ich in dem Zuge gleich das Rähmchenmaß wechsle.

    Daher fällt die Fangwabe aus...


    Und jetzt, wo ich es aufschreibe, merke ich gerade, dass ich dann ja keine OXS machen kann.

    Pfff...


    Hat wer Ideen, wie man das managed?

    Grundsätzlich würde ich halt auch erst dünn füttern (1:1), um den Bau anzuregen, und später halt dicker (2:3 bzw.3:2, wobei 3 halt immer Zuckeranteil ist, sorry, wenn das falsch herum war).

    Ich vermute: rase wird gleich Sirup einfüttern, weil er das Zeug ja tonnenweise geliefert bekommt, und ich nicht weiss, ob man sich als Erwerbsimker hinstellt, und dann das Zeug noch runter verdünnt.

    Ich werde es mit 2:3 gleich zu Beginn probieren, wobei ich dieses Jahr selber mit Zucker anrühre...

    Der CO2 Gehalt in der Luft ist stetig gestiegen. Durch steigenden CO2 Gehalt, sinkt der Proteingehalt im Pollen.

    Bei diesem ganzen Absatz habe ich gedacht, ich lese einen Bernhard H. Vortrag?!

    Gibt es für die These "Mehr CO2 Gehalt = weniger Protein im Pollen" denn eine wissenschaftliche Untersuchung, die das untermauert? Mich interessiert das wirklich und ich weiss es schlichtweg nicht.


    Ich bin skeptisch, was die vermeintlich negativen Auswirkungen einer TBE angeht.

    Bei einem Schwarm lässt dieser auch den ganzen Schimmel, den Pollen und einen erheblichen Teil der Ammenbienen zurück und fängt neu an - wie bei einer TBE, nur das diese eben umgekehrt verläuft: Die Bienen verlassen nicht die Brut, die Brut verlässt vielmehr die Bienen.


    Der Einwand, der kommen könnte, dass eine TBE aber nach der Schwarmzeit stattfindet, und die Bienen dann in einem ganz anderen Modus laufen, stimmt höchstens bedingt, denn jetzt Anfang, Mitte Juli, ist die Schwarmzeit noch nicht ganz vorbei. Und dann ist da ja auch noch die Unterstützung des Imkers, der die Bienen füttert. Und Pollen gibt es auch immer noch, und die den Fettkörper angreifenden Milben sind auch raus.

    Ralph Büchler hat ja zur TBE geforscht, und die Überwinterungsergebnisse und auch das Vorkommen von Viren in TBE-Völkern waren entsprechend gut, bzw. bezüglich der Viren entsprechend niedriger.


    Allergien, waren um 1900 eine Rarität, heute sind sie häufig.


    Oder man wusste um 1900 schlichtweg nichts über Allergien oder hat sie nicht erfasst oder behandelt - wo es seinerzeit eh keine gute medizinische Versorgung gab.

    Solche "früher war alles besser" Vergleiche sind immer etwas problematisch :-)

    Folgende Fragen, vor dem Hintergrund CBPV:

    • HR zum Ausschlecken nur den eigenen Völkern geben?
    • HR auch im kommenden Jahr wieder den gleichen Völkern geben?
    • Für jedes Volk ein eigener Stockmeißel?
    • Gleiches gilt für Futtergeschirr (wobei man das zwischendurch gut desinfiziert bekommt)?
    • Königinnen, die man nicht selber gezogen hat - vorher in Quarantäne?
    • usw. usf.

    Schon beim Schreiben denke ich mir, das ist alles logistisch gar nicht machbar, erst recht nicht bei hohen Völkerzahlen.

    Wie sind da eure Gedanken?

    Ja schade, das die Institute so beschäftigt sind mit ihrem Faulbrutzauber, sonst könnten die ja Mal....

    Vielleicht muss CBPV erst noch deutlicher auf dem Radar auftauchen.

    Ich sehe Mitte Juli meinen Imker vom Bienenmonitoring. Ich werde den man auf das Thema ansprechen.


    Vielleicht kannst du uns ja auf dem Laufenden halten, was du letztlich unternommen hast, und mit welchen Ergebnissen.

    Mich hat dieser Faden hier erst wieder für das Thema sensibilisiert. Seitdem fallen mir auch einzelne Zitterbienen in Völkern auf. Deswegen verfolge ich das mit großem Interesse, weiss nur nicht wie ich helfen könnte.