Beiträge von rall0r

    Anscheinend bin ich der Marketingmachinerie auf den Leim gegangen und meine Bienen mussten dafür bezahlen.

    Willkommen im Club.

    aber wie gesagt ich habe versucht so gut es ging mich an die Empfehlung zu halten.

    Die Anwendungsempfehlung ist ja nicht sonderlich kompliziert. Eigentlich kann man da nichts falsch machen.

    Das Produkt wirkt einfach nicht gut genug. Das ist die einfachste wie plausibelste Erklärung.


    BeeVital hat sich ja ein kleines Schlupfloch eingebaut: In der Anleitung steht ja, dass es für schwach bis mittel-belastete Völker angewendet werden kann.

    Wenn du dich jetzt beim Hersteller beklagen würdest, werden die das abschmettern mit "dann waren deine Völker eben zu stark belastet, und dafür ist VarroMed ja auch nicht gedacht" - und eventuell hätten sie sogar recht.


    Trotzdem bleibt das Geschmäckle, einer unseriösen Marketingkampagne aufgesessen zu sein.

    Ich habe der Redaktion von bienen&natur meine Erkenntnisse mal per Mail mitgeteilt. Ich bekam eine freundliche Antwort, dass man sich bedankt und mal darüber in der Redaktion sprechen wird.

    Ich glaube nicht, dass da jetzt irgendwer in eine seriöse Recherche einsteigen wird, aber ich warte es mal ab.

    Der angepasste Brutraum ist echt keine Raktentechnik, beim Anpassen selbst gibts 2-5 unterschiedliche Geschmacksrichtungen, und ob die Völker früh trachtreif sind, wird wohl in erster Linie vom vorjährigen Varroakonzept und der Genetik abhängen, und sekundär von der Geigelei mit dem Schied.


    Ich habe dieses Jahr die Idee mit dem frühen Schieden ausführlich ausprobiert (Mitte Februar).

    In meiner Region mit meiner Genetik hat das eigentlich nichts gebracht, vier Wochen später hätte gereicht.


    Die Idee/Theorie dahinter, wie sie auch vertreten wird, ist dass die Königin die Tendenz hat, möglichst alle Waben zu bestiften, und sie deswegen in einem weiten Legegang ein "zu großes" Brutnest anlegt. Dieses kann von den Ammenbienen nicht anständig gepflegt werden, mit diversen Konsequenzen.

    Bei einem angepassten BR, so die Idee, verengt man das Legegebiet für die Weisel entsprechend ihrer Leistung so, dass die Ammenbienen die zu pflegende Brut dicht beieinander haben und so effizienter versorgen können. Durch besserer Larvenfütterung, besseren Wärmehaushalt etc. entstehen der Theorie nach langlebigere Bienen, das Volk wächst schneller.


    Bei dieser Theorie geht es tatsächlich darum, die Weisel in ihrer Bewegungsfreiheit einzuschränken und das BN zu komprimieren, eben weil sie ansonsten zu weitschweifig über die Waben stiftet.


    Obs stimmt, mag ich nicht mehr beurteilen. Ich fand es aber schlüssig.

    Du kannst das drehen und wenden wie du willst, es ist die einzige halbwegs vernüftige Möglichkeit, im Rahmen der Gesetze, den Milbendruck im Frühjahr nachhaltig zu senken. Je weniger um so besser, Völker mit minimalem Milbenbefall stehen immerhin Regelmäßig im Ertrag besser da.....

    dafür gibt es aber seit Jahr und Tag die Restentmilbung im Dezember.

    Diese lehnt Bernhard aber ab, weil er behauptet, dass diese die Wintertraube auflöst.

    (konnte ich übrigens, wie auch andere seiner Thesen, nicht bestätigen, auch nicht mit Temperaturfühler im BN).


    Er rät explizit von einem bewährten Verfahren ab, und propagiert bewusst mit VarroMed im Februar ein Verfahren, dass weder flächendeckend erprobt noch unbedenklich hinsichtlich der HonigV ist.


    Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.

    Ich weiß ja, jede Kritik am Bernhard ist Gotteslästerung hier, aber ich habe halt Fragen...

    Lieber Wasi,

    das war gerade so ein Augenöffner, vielen Dank!


    Ich habe ein halbes, dreiviertel Jahr an Bernhards Lippen gehangen und alles gelesen und Vorträge geschaut, auch gerne mehr als einmal. Ich habe alles aufgesaugt, alles verinnerlicht. Alles war so plausibel, was er erzählte.


    Deswegen habe ich dann auch das VarroMed Experiment gestartet, obwohl noch im September 2018 bei einer Schulung Frau Dr. Rademacher nachdrücklich von VarroMed abriet. Bernhards Empfehlung als Praktiker habe ich einfach höher bewertet, als das Urteil einer Uni-Professorin, ist er doch der Berufsimker, der seine Völker nicht verlieren darf, und sie lediglich die Labortante, hahaha.


    Als ich dann im Herbst auf die ernüchternden Zahlen meiner VarroMed Behandlung blickte, schob der Bernhard, beinahe verschämt, in einer weiteren Monatsbetrachtung das mit dem Amitraz hinterher.

    Da war beim Lesen mein erster Gedanke: "VarroMed kann der nur machen, weil der das mit Amitraz koppelt! Der wusste ganz genau, dass das alleine nicht funktioniert!"


    Ich war einfach sauer. Nicht auf Bernhard, sondern auf mich und meine grenzenlos bekloppte Leichtgläubigkeit.


    Und jetzt lese ich deine nüchterne Herangehensweise des Praktikers, und verstehe das mit den Arbeitsspitzen etc. Aber sauer bin ich immer noch: Hätte Bernhard gleich zu Beginn darauf hingewiesen, dass man VarroMed mit etwas die Amitraz koppeln muss, dann hätte ich das entweder auch getan oder von dem Experiment die Finger gelassen.

    Stattdessen lernen meine Bienen es gerade auf die harte Tour, dass ihr Imker nur allzu gerne irgendwelchen Propheten hinterher läuft.


    Aber wie sagst du immer so schön: Mund abwischen und weitermachen.

    Grüße

    Ralf

    beegoodies Hast du für Fr. Dr. Rademachers Brandbrief eine Quelle?

    Ich würde gerne meinen Artikel darum ergänzen, weil sich das mit meinen Erfahrungen deckt.


    Ansonsten: Kann es sein, dass der Bernhard gerade in der Fachpresse unumwunden zugegeben hat, möglicherweise nicht verkehrsfähigen Honig zu produzieren?

    Ich glaube, ich verstehe da etwas falsch.

    Und dann steh in einem Artikel in eine Fachzeitschrift: Ich verzichte auf die Winterbehandlung und setze dafür im Februar VarroMed ein.

    Ich habe die gleiche Zeitschrift und weiß auch, wer das schreibt.

    Zweifelsohne ist dessen Fachkunde unstrittig und der Leumund tadellos.


    Um so weniger will mir diese Empfehlung mit VarroMed in den Kopf, genauso wenig die Empfehlung von Amitraz von der selben Person, in der selben Zeitung.

    Das hat mich alles etwas nachdenklich gestimmt.

    wie geht‘s Deinen Varromed-Völkern aktuell? Wie hat sich der Befall entwickelt? Hast Du noch zusätzlich behandelt?

    Auf einen ersten Blick nicht so prall. Es fallen zu viele Milben, die Wintertrauben empfinde ich als klein.

    Ich warte derzeit noch auf Brutfreiheit, um dann mit OXS zu behandeln.


    Aktuell würde ich von der Verwendung von VarroMed dringend abraten und lieber zu erprobten Vorgehensweisen raten - inklusive AS, auch wenn das hier verpönt ist.

    Aber lieber Anfängern zu einer wirksamen AS Behandlung mit dem Nassenheider oder dem Liebig-Dispenser raten, als zu einer vermeintlich sanften und bienenschonenden Methode wie VarroMed, was dann aber leider auch sanft und milbenschonend zu den Varroen ist.

    Zusätzlich fällt lediglich das Deckelöffnen/-schließen für jedes Rä. an.

    Ich mache das im Grunde auch so, wie ribes das beschreibt, aber ich schiebe immer nur den Deckel: Deckel an einem Ende etwas zurück schieben und ein ausgeschmolzenes Rähmchen entnehmen, Deckel zurückschieben. Rähmchen reinigen (*kratzkratz*, *schabschab*), Deckel von der anderen Seite etwas vorschieben, mit dem Stockmeissel den Wabenblock etwas vorschieben und ein auszuschmelzendes Rähmchen nachstecken.

    Dann wieder von vorne weitermachen.


    Dadurch entsteht so eine kleine Schmelzstrasse.

    Ich bin auch sicher, dass ein richtiger Schmelzer auch leichter zu reinigen ist und die Filterleistung besser funktioniert. Aber vom Preis-Leistungsverhältnis und der Effizienz stimmt es mit dem Aufsatz.

    Ich habe vom Geller so seinen Metalltrichter, der die Abmaße meiner Zargen hat und als grober Filter fungieren kann.

    Man nimmt eine Leerzarge, stellt dort einen Eimer rein, den Trichter drauf und auf den Trichter erst ein ASG und dann eine Zarge mit auszuschmelzenden Rähmchen. Dann eine alte Folie und ein Deckel drauf.

    Ein Tapetenlöser dient als Wasserdampfquelle.


    Der Vorteil: ist preislich überschaubar, nimmt nicht viel Platz weg und funktioniert fast genau so komfortabel wie die teuren Edelstahl-Schmelzer.


    Ein breiter Spachtel als Hilfsmittel, um den Schlonz zwischendurch zu entfernen, empfiehlt sich.