Beiträge von ren

    Es gibt in er Tat Standorte und einzelne (Ausnahme-) Völker mit Zunahmen bis 100 kg ohne wandern wie z.B. das blaue Volk in der Grafik:



    Aber das ist sicherlich nicht die Regel und von Jahr zu Jahr unterschiedlich.

    Heute konnten wir erstmalig einen Schwarmabgang zusammen mit Bruttemperatur- und Gewichtsmessung aufzeichnen. Gut zu sehen wie die Temperatur während dem Schwarmakt um bis zu 2°C zunimmt und sich nach ca. 3 Stunden wieder normalisiert hat (Daten sind normiert, Temperaturwerte in °C).

    Wenn man etwas weiter in die Daten reinzoomt sieht man auch, dass die Bruttemperatur erst wenige Minuten vor dem Schwarmabgang beginnt anzusteigen.

    Verfolgen wir Gewicht und Temperatur in den vorangegangenen drei Wochen, so ist in der Brutraumtemperatur keinerlei Auffälligkeit zu beobachten, was auf den anstehenden Schwarm hingedeutet hätte:

    Zumindest in diesem Beispiel scheint es, als ob die langfristige Beobachtung der Brutraumtemperatur keine Anhaltspunkte für einen bevorstehenden Schwarm liefert. Mal schauen wie es beim nächsten Schwarm aussieht.

    Heute scheint schwarmtechnisch die Post abzugehen. Wenn ich unsere Logfiles anschaue und hochskaliere, werden in der Schweiz bis heute Abend 2-3% aller Völker geschwärmt haben.


    Ein Besuch am eigenen Stand scheint angebracht :-)

    Ich kann bestätigen, dass in den letzten Tagen punktuell Bienenstände mit Einträgen gibt und das von der Nordsee bis zu uns in die Schweiz. Zuerst war ich auch unsicher, ob es sich nicht um Räuberei handelt. Aber da am selben Stand alle Völker gleichzeitig an Gewicht zulegen, scheint es sich in der Tat um Tracht zu handeln. Beispielhaft ein Stand aus dem Schweizer Seeland mit rund 3 kg Eintrag über die letzten drei Tagen:


    Viel mehr als 1 kg / Tag habe ich aber bis jetzt nicht gesehen und insgesamt muss man sowieso relativieren: Ich schätze, dass es momentan an maximal 5-10% aller Stände relevante Einträge zu verzeichnen gibt. Viel häufiger hat man zur Zeit aufgrund der steigenden Brutfläche massive Gewichtsverluste von 4 bis 6 kg in den letzten 30 Tagen (Beispiel aus dem Rheintal):


    Man darf sich also nicht zurücklehnen weil der Nachbar Einträge hat. Gut möglich, dass den eigenen Bienen in der Zwischenzeit das Futter ausgeht...

    Bezüglich genauste Daten, Bereinigung von imkerlichen Interventionen, wiegen von mehreren Völker sowie Regionalen Durchschnitten: Diese Themen haben wir schon vor über einem Jahr aufgegriffen und auch in der Schweizerischen Bienenzeitung publiziert:


    Schwarmgeschehen

    Den Bienen auf das Gewicht geschaut


    Ich denke wir dürfen in Anspruch nehmen zu diesen Themen den Standard gesetzt zu haben.


    -Ren


    Hinweis: Ich arbeite bei HiveWatch und bin entsprechend befangen.

    Wie meinem Profil zu entnehmen ist, arbeite ich bei HiveWatch und kann euch unseren Standpunkt bezgl. Stabilität gerne darlegen:


    Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht überraschend scheint, so hat eine Wägezelle in der von uns verwendeten Grösse den kleineren Einfluss auf die Stabilität als die Metallkonstruktion selber, welche oft auch aus einem H-Profil besteht. Wir haben also versucht einen guten Kompromiss zwischen Materialdicke bzw. Preis und Bewegung der Magazine auf den Waagen zu finden und dabei die Zeidler Memo Waage als Vorbild genommen. Diese ist aus unserer Sicht auch heute noch bezgl. Stabilität eines der besten Systeme, was wir nach Umrüsterfahrung diverser bestehender Systeme bezeugen können.


    Wer nächstes Wochenende in Celle ist, kann die Stabilität unserer Waage gleich persönlich an unserem Stand austesten.

    Warum sollen Winterbienen nicht sammeln können? Im nächsten Frühling sollen und müssen sie das doch auch - ohne wochenlange Trainingseinheiten vorher, 1 - 2 Tage einfliegen und dann wird das Pflichtprogramm Frühling losgehen. Da sind dann ganz andere Leistungen als nur 0,2 ... 1 kg/Tag gefragt.

    Besteht nicht die Gefahr, das die Winterbienen bereits jetzt zuviel an Substanz einbüssen?


    Wir haben das Thema Räuberei im Spätherbst auch im letzten Jahr angeschaut mit zwiespältigen Ergebnissen. An einem unserer Referenzstände haben im Spätherbst fünf Völker geräubert wovon dann vier sehr schwach in den Frühling gestartet sind und erst bei der Sommertracht wieder richtig dabei waren. Aufgrund der geringen Fallzahlen kann es Zufall sein, aber ich würde einen Zusammenhang nicht ausschliessen.

    Um den ursprünglichen Faden wieder aufzunehmen: In den letzten Tagen gab es in unserem Netzwerk tatsächlich noch einen Räubereialarm mit Zunahmen im kg-Bereich:



    Es ist zwar unglaublich was die Winterbienen zu leisten vermögen aber gut wird es ihnen vermutlich nicht bekommen. Wir sind jedenfalls gespannt, wie und ob dieses Volk im Frühling rauskommt.

    Der Futterverbrauch ist natürlich abhängig von der Region. Um zu zeigen wie extrem die Unterschiede sind, habe ich untenstehenden Gewichtsverläufe von mehreren Standorten in der Schweiz seit Anfangs August aufgezeichnet. Die Variation beträgt von +15kg bis -18kg! Die violette Kurve entspricht dem Durchschnitt in der Schweiz, welcher -8kg beträgt.



    Wir haben mit Stockwaagen in der Schweiz von August'17 bis März'18 den Futterverbrauch rund 200 Völker untersucht und sind auf untenstehendes Resultat gekommen.




    Es gilt zu beachten, dass es sich hier um einen Durchschnitt handelt und einzelne Völker einiges mehr oder auch weniger an Verbrauch aufweisen können. Auch kommt es entscheidend darauf an, ob und wieviel Läppertracht es im Herbst noch gibt, wodurch pro Volk schnell ein Unterschied von 4-6 kg resultieren kann.


    Die starke Gewichtsabnahme in den Monaten August und September erklärt sich einerseits mit der noch relativ grossen Bienenmasse und andererseits durch die Fütterung selber: Der Wasseranteil des Futters wird dabei innerhalb weniger Tage verdunstet, was zu Gewichtsabnahmen von mehreren Kilogramm führt.


    PS: Die Ausschläge in den Wintermonaten rühren vom Schnee auf den Magazindächer her.

    Danke für den Hinweis, habe es noch ergänzt:


    Von den 172 Schwärmen sind 29 wieder zurückgekehrt, was einer Rate von 16.9% entspricht. Davon waren 18 Vor- und die restlichen 11 Nachschwärme, d.h. Vorschwärme tendieren vermutlich aufgrund älterer Königinnen die nicht mehr richtig flugfähig sind eher zum Abbruch.