Beiträge von Hans-Ulrich

    Also meine Bienen rechnen wie folgt: 7 Löcher mal pi mal r quadrat= 7*3,14*1cm*1cm =22 cm², das reicht uns. Ich denke die Damen sind recht tolerant, ich beobachte gelegentlich das Gedränge oder die Einsamkeit am Flugloch und es scheint mir gut zu sein. Im Winter schließe ich mit Flaschenkorken nach Bedarf. Leider habe ich feststellen müssen, dass die Korken sich dehnen und im Frühjahr schwer rausgehen. Aber als Weintrinker findet man schnell Lösungen für dieses Problem!

    Ich habe 7 Löcher mit 20mm Durchmesser gewählt, weil bei meiner Top-bar-hive nebenan sich genau dieses bewährt hat. 20mm mussten es sein, da genau dann die Bordeaux-Flaschenkorken hineinpassen, damit ich im Winter einige Löcher verschließen kann. Kompliment an den Bienenfreund aus Berlin, der den Durchmesser richtig geschätzt hat!:thumbup:

    moin moin aus Holstein,

    ich habe mich jetzt auch einmal in der Horizontalen versucht ( rein imkerlich). Zandermaß, mit Dreiecksleisten. Die eher in der Breite orientierten Rähmchen gefallen mir besser als hohen Rahmen, wie bei der Bienenbox oder der Mllifera Einraumbeute..

    Ich bin gespannt, was die Damen sagen werden.. HU

    e.

    Lithiumchlorid, Ameisensäure, Oxalsäure, Thymol, Ultraschall, Wärme, Globuli,..


    Beim Militär hat man sich irgendwann geeinigt und es sogar in einer Landkriegsordnung festgelegt, dass die Kombattanten Uniformen tragen müssen.

    Das ist recht praktisch, denn zum einen kann man durch kluge Uniformgestaltung versuchen, einen militärischen Vorsprung zu gewinnen und zum anderen- und das ist hier ganz wichtig- kann man die Guten von den Bösen unterscheiden, denn die Guten, das sind wir!

    Kämpft man asymmetrisch- und das wird leider immer moderner- wird es weniger einfach. Wenn man sich etwa durch Größe und Art vom Feind deutlich unterscheidet, dann kann man auf Uniformen verzichten, z.B. Floh auf Mensch.

    Der Floh ist meist kleiner und auch von anderer Art als unsereins, daher fällt es relativ leicht ihn zu identifizieren und zu bekämpfen. Der Floh ist ein Insekt, wir sind ein Säugetier, da gibt es biologische Unterschiede, die man zur selektiven Bekämpfung mit chemischen Mitteln nutzen kann. Gut so! (sagt der Mensch). Selektiv bedeutet hier, dass die Dosis des Gifts nicht ganz so kritisch ist.

    Komplizierter wird es, wenn beide Kombattanten der gleichen Art entstammen, also zum Beispiel Insekt gegen Insekt (das Beispiel Mensch gegen Mensch möchte ich hier nicht weiter strapazieren, weil zumindest im Nachhinein nicht immer klar ist, wer nun die Guten waren, meist sind es die Gewinner).

    Es geht also darum ein Mittel zu finden, dass die Bienen nicht schädigt und die Milben tötet. Der Grad zwischen „Biene noch nicht tot“ und „Milbe schon tot“ ist also schmal. Anwender von Ameisensäure wissen das.

    Das sieht man auch sehr schön bei den physikalischen Methoden: Bei der Behandlung durch Wärme sind es nur einige Grad, die den Unterschied machen sollen. Analog dazu, und das wusste schon Paracelsus, ist die Dosis ganz wichtig.

    Also: VORSICHT

    Lithiumchlorid gibt es in großen Mengen in Chile, für Menschen, die in den dortigen Produktionsanlagen arbeiten ist es offenbar nicht sofort tödlich, das ist schon mal gut.

    Bienen und Milben gibt es in der Gegend keine, das liegt aber daran, dass die ausgetrockneten Salzseen, die man in Chile ausbeutet, eben lebensfeindlich sind und es dort kaum Vegetation gibt.

    Wenn nun die Verfasser des Nature-Artikels Versuchsergebnisse veröffentlichen, ist das löblich und Ihnen gebührt große Anerkennung. Sinn der Untersuchung war es eine zufällig aufgefundene Möglichkeit aufzuzeigen und erste Versuche zu machen. Sinn der Untersuchung war es nicht, ein fertiges Heilmittel vorzustellen.

    Wenn nun die Imker 2018 an vielen Stellen mehr oder weniger heimlich eine Messerspitze Lithiumchlorid ins Zuckerwasser rühren (das wird niemand mehr verhindern können) und dann den Honig beim Frühstück verspeisen (evtl. vorweg ein Ei mit Natriumchlorid bestreuen) dann ist meine Bitte: Schreibt genau Dosis auf sowie alle Randbedingungen des Versuchs: Zeitpunkt, Größe des Volks, andere Behandlungen, die parallel laufen und und und.

    Ganz wichtig ist: Kein Versuch ohne Kontrollgruppe! (Das haben auch die Verfasser des Artikels beherzigt, nicht ohne Grund) Ohne den Vergleich mit einem unbehandelten oder konventionell behandelten Volk ist jede Aussage nicht wirklich werthaltig.

    In einem Jahr sehen wir weiter

    Ich glaube, dass nach 50 Mio Jahren Evolution die Bienen genau das Geschlechterverhältnis anstreben,

    das für sie am besten ist.


    Ich bin auf ein reines Jungengymnasium gegangen, das war doof!


    Frohe Weihnachten


    Hans-Ulrich

    Sanftmut

    Sanftmut ist ein schönes und wohlklingendes Wort. Der Duden definiert es als sanfte, geduldige Gemütsart, sanftes, zartes Wesen.

    Machen wir ein Experiment: Fahren Sie nach Brandenburg, suchen und finden Sie einen Wolf. Warten Sie ab, bis das Tier schläft und schleichen sich ganz leise von hinten an. Während Sie sich anschleichen, nutzen Sie doch bitte die Zeit und überlegen Sie, was der Mensch im Laufe der Domestikation in den letzten 10000 Jahren aus dem Wolf gemacht hat: Kurzatmige Mopse, hüftleidige Schäferhunde und pralinenenfressende Pinscher. Sie alle haben ihre ursprüngliche Wildheit verloren, weil der Mensch für die Zucht die Kriterien bestimmt hat. Selten hat es dem Zuchtobjekt bessere Überlebenschancen außerhalb menschlicher Obhut gebracht, das war auch nie Ziel, zumindest nicht bei der Domestikation des Wolfes…. Mittlerweile sind Sie beim schlafenden Wolf angekommen.

    Nun ziehen Sie dem Wolf kräftig am Schwanz!

    Für den weiteren Verlauf des Experiments gibt es nun zwei Möglichkeiten:

    1. Das Tier ist sanftmütig. Der Wolf wacht auf, lächelt Sie an, bittet Sie mit tiefer Stimme ihn doch bitte nicht im Schlaf zu stören, schließt die Augen und schläft weiter, ohne sich zu kratzen oder sich zu schütteln.

    2. Der Wolf ist nicht sanftmütig. In diesem Fall entfernen Sie sich bitte rasch; es ist übrigens vorteilhaft, schneller laufen zu können als ein Wolf. Verschwenden Sie keine Zeit damit zu beobachten, ob der Wolf sich erst kratzt und schüttelt, bevor er etwas anderes tut, obwohl es sicher wissenswert wäre.

    Ende des praktischen Teils des Experiments.

    Nun kommen wir zur Auswertung:

    1. Sie wissen jetzt, was der Duden mit „Sanftmut“ gemeint hat. Das ist immerhin ein Gewinn an Erkenntnis und somit ein Wert an sich. Freuen!

    2. Vergleichen Sie Ihre jüngsten Wolf-Erfahrungen mit dem Verhalten der Imker:

    Hier ist Sanftmut ein Zuchtkriterium, das ist aus der Sicht des Imkers auch verständlich, denn Bienenstiche können schmerzhaft sein. Im juristischem Sinne erfüllt die Wahl dieses Kriteriums übrigens den Tatbestand der Strafvereitelung, denn die Bienen stechen bevorzugt dann, wenn man sie beraubt. Mit der Dudendefinition „geduldige Gemütsart“ züchtet man sich also Wesen heran, die einiges auf sich nehmen, ohne so zu regieren wie unser Wolf im Fall zwei. Denn was macht der Wolf im Fall zwei, wenn ihm ein Floh in den grauen Pelz gesetzt wird?

    Richtig, er kratzt sich (deswegen wäre es sicher interessant gewesen im Fall 2 den Wolf genauer zu beobachten, aber Sie Feigling sind ja schnell weggelaufen). Dass sich Kratzen können und wollen ist allen Pelztieren gemeinsam, sogar beim Menschen findet sich dieses Verhalten noch, auch ganz ohne Pelz und Floh. Auch Bienen können „Fellpflege“ betreiben, ständig putzen die Arbeiterinnen ihre Königin, mich würde einmal interessieren, ob Varroamilben auch auf Königinnen sitzen, ich glaube es eher nicht.

    Ich kann es nicht beweisen, aber ist es nicht plausibel anzunehmen, dass mit wachsendem Sanftmut auch der Wille verloren geht sich aufsitzender Parasiten zu entledigen, obwohl man die Fähigkeit dazu eigentlich hätte? Auch die friedlichste Biene hat ja noch einen Stachel. Angeblich haben die aggressiven amerikanischen Killerbees keine Varroaprobleme. Warum wohl? Nomen est Omen.