Beiträge von Landimkerei

    So Freunde der Bienen, jetzt bin ich so weit durch die Fragen hier zu beantworten. Ich hoffe ich konnte etwas Licht ins Dunkel bringen. Wer noch mehr zur Dunklen Bienen wissen möchte sei für morgen Abend (Montag der 27.11. 20:30 Uhr) herzlich eingeladen unser Gespräch mit Jürgen Binder zu besuchen. Hier gibts den Link dazu: https://us02web.zoom.us/meetin…iHdKfJXs9vZuYKW2XyaCxht5X
    Der Schwerpunkt dieses Gesprächs wird etwas anders liegen, sodass ihr nicht den selben Vortrag noch einmal hört. Natürlich gibt es hier auch wieder die Möglichkeit Fragen zu stellen.

    Ich freue mich auf weitere Gespräche!

    Ich bekomme regelmäßig Anrufe und Zuschriften von älteren Imkern, die sehr froh darüber sind, dass sie bei uns ihre Dunkle Biene wieder bekommen können.

    und schreiben auch die Nachbarn von den alten Imkern auch Lobesreden ? Oder nur die Kunden, die sich extra die dunkle bestellt bestellt haben ? Nur Fragezeichen, nicht dass es heißt Falschaussage.

    Warum wollen alle so gern, dass die Vorurteile zur Dunklen stimmen. Ich selbst habe nie ein solches Volk erlebt, nie. Ich habe Gespräche mit alten Imkern geführt, die mir begeistert erzählen, dass ihr Großvater oder Vater ohne jeden Schutz geimkert hat. Mehr kann ich Dir dazu nicht sagen. Die Nachbarn von Imkern rufen mich in der Regel nicht an, aber ich habe auch Nachbarn, die haben 4 Kinder, ich selbst zwei und die anderen Nachbarn 3. Alle leben glücklich und zufrieden neben meinem Grundstück mit zum Teil über 30 Dunklen Völkern. Wie kann das sein?

    Diese Zahlen kann Dir niemand nennen, da niemand in die Zukunft schauen kann. Wir haben im Video einen recht genauen Abriss des Jetzt-Zustandes gegeben. Zurzeit fehlen uns erfahrene Züchter, die sich der Dunklen Biene annehmen wollen und natürlich auch Imker, die diese Königinnen dann erwerben und einsetzen. Es braucht eine gewissen Menge, um in Deutschland eine stabile Population von mehreren Zuchtvölkern zu haben. Davon sind wir noch weit entfernt. Da spielt auch die Zusammenarbeit der verschiedenen Gruppen eine entscheidende Rolle. Die bisherige Entwicklung unseres Verbandes war sehr rasch und wir können natürlich nicht vorhersagen, wie sie weiter geht. Aber wir werden alles dafür tun, die Imkerschaft näher mit der einheimischen Dunklen Biene vertraut zu machen.
    Es bedarf keiner weiteren Generation, denn wir sind schon die zweite ;) Wir sind auch keine Scharfmacher, ganz im Gegenteil, mit uns hat der Dialog mit den anderen Verbänden eine neue, noch nie dagewesenen Qualität erreicht. Er ist von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt. Das wäre nun auch bei den Imkern untereinander wünschenswert.

    Hallo, keiner der Zeitzeugen, die damals mit der dunklen geimkert haben, wollen die zurück. Es will auch kein Bauer mehr im Stall das Urrind stehen haben. Hühner sollen auch im Winter Eier legen uvm.

    Sicher ist es schön die Urform der Biene zu erhalten, aber dann bitte mit Besamungsspritze und nicht mit Belegstelle.

    Bis bald

    Marcus

    Das ist eine klare Falschaussage Marcus.
    Ich bekomme regelmäßig Anrufe und Zuschriften von älteren Imkern, die sehr froh darüber sind, dass sie bei uns ihre Dunkle Biene wieder bekommen können. Das steht nur nicht in der Imkerzeitung ;)

    Natürlich gibt es mehrere Gruppen. Das ist leider nicht zum Nutzen der Dunklen Biene, weil eben genau, dass die Folge ist, wie Du hier schreibst. Der Bundesverband hatte das Ziel, diese verschiedenen Gruppen unter einem großen Schirm zu vereinen, aber das scheiterte bisher an persönlichen Befindlichkeiten, was ich sehr bedaure. Nun gibt es also verschiedene Akteure und verschiedenen Initiativen und kaum einer hat den Überblick und kaum einer kann wirklich etwas bewegen. Wir sind mit einigen Gruppen im Gespräch und versuchen eine gute Zusammenarbeit zu ermöglichen.
    Es ist aus meiner Sicht nicht rational, vor der Dunklen Biene Angst und Panik zu haben. Es ist absolut undenkbar, dass die Buckfast oder andere Bienen in Deutschland nicht mehr erlaubt seien sollen, zumal wir eng mit den Verbänden der anderen Bienen zusammenarbeiten.

    👍👍👍👍👍👍 Gefällt mir sehr,@VSOP, hihi. Bin nur etwas im Zweifel bei der letzten Quelle. Da geht es um “wild lebende Arten“, was die Frage aufwirft ob eine beimkerte Biene, die gerade in der Notaufnahme durch Elektroschocks wiederbelebt wurde, in einer Beute dieses Kriterium erfüllt. Vielleicht wäre ja dem Torben sein Seemannsbaum, zuhauf aufgestellt in Dunkelsachsen ein Ansatz.

    Viele liebe Grüße und bleibt stabil

    Wolfgang, der gerade wieder einen Clown gefrühstückt hat

    Die Dunkle Biene ist auf keinen Fall wiederbelebt wurden! Sie lebte nur in Deutschland nicht mehr. Aus diesem Grund wird sie ja nun wieder vermehrt.

    Natürlich ist eine Biene heute in der Lage aus eigener Kraft und ohne Imker in der freien Wildbahn zu überleben, zumindest einige Völker schaffen das. Aus diesem Grund halte ich die Unterscheidung für unnötig. Meine gute Freundin Sigrun Mittl sieht das etwas anders als ich. Aber dafür gibt es ja auch noch wildlebende Völker der Mellifera in anderen Ländern.

    Im Beitrag haben wir dazu ausführlich hingewiesen. Es ist in der VSH Zucht schon aufgefallen, dass die geringere Zuchtauslese bei der Mellifera einen höheren Anteil von Hygieneverhalten und VSH Genetik zurückgelassen hat. Diesen gilt es nun zu selektieren.

    Die eigentliche Stärke der Dunklen liegt weder in ihrer besonderen Widerstandfähigkeit gegenüber harten, rauen Wintern (daran ist eher die Carnica besonders gut) noch in extremer Ertragsstärke (die ja wiederum auch entsprechende Nahrungsgrundlagen, also ergiebige Massentrachten, voraussetzt), sondern vielmehr in ihrer Anpassungsfähigkeit!

    Das ist auch nicht ganz richtig. Die Carnica wurde mehrfach versucht in den nördlichen Gegenden von Russland zu etablieren, es gelang wegen der fehlenden Winterhärte nicht. Die Völker sterben regelmäßig. Da hat die Dunkle wirklich die Nase vorn. Dennoch hast Du Recht, was die Anpassungsfähigkeit angeht. Das ist auch sehr gut zu begründen, da sie sich eine überaus große ökologische Niesche erschlossen hat, konnte sie sich innerhalb dieser (nördliches Europa) sehr stark ausbreiten und an verschiedene Bedingungen anpassen. Bekanntestes Beispiel hierfür sind wohl die Darwinfinken

    Noch eine Anmerkung: ich glaube zu verstehen, warum die Diskussion hier am Anfang so gekippt ist. Das hat nur teilweise etwas mit der dunklen Biene zu tun. Hier im Forum spürt man immer wieder recht deutlich, dass viele Imker sich durch politisch populistisches Agieren mancher Naturschutzverbände und medienwirksam auftretenden Einzelpersonen in ihrer Existenz bedroht sehen. Das Nutztier Honigbiene und die Imkerschaft werden von bestimmten Akteuren im öffentlichen Raum als Feindbilder präsentiert. Und da manch einer hier sich seinen Lebensunterhalt durch die Imkerei nicht eben sorgenfrei erwirtschaftet, liegen die Nerven an bestimmten Stellen ziemlich blank. Ich glaube nicht, dass es die Absicht eures Verbandes ist, so präsentiert ihr euch nicht. Aber die „einheimische Biene“ die „gleichzeitig Kultur- und Wildtier“ ist, hat durchaus Potential dieser üblen politischen Entwicklung nochmals einen zusätzlichen Drive gegen die Imker zu geben, die davon leben müssen. Und wo Existenzängste im Spiel sind, setzt die Gelassenheit aus.

    Ich sehe uns ganz deutlich auf genau der gegenüberliegenden Seite. Die Spaltung der Umweltverbände und der Imker kann besonders gut am Beispiel der Dunklen Biene überwunden werden. Da sie eben beides in sich vereint. Sie ist gleichermaßen Nutztier der Imker und Wildtier der Natur. Es gibt kein gegeneinander. Das ist die Botschaft, die ich dazu senden möchte.

    Menschen halten doch schon seit Jahrtausenden Bienen. Man denke nur an die ägyptischen Wanderimker mit Tonbeuten auf Nilschiffen.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass man erst Mitte der 1900er Jahre darauf kam, auf Sanftmut auszulesen. Auch die Sache mit den 10 kg Ertrag damals kommt mir glaubhaft aber seltsam vor, hatte doch Adam mit der englischen Biene allein in der Heide um die 50 kg.

    Kann es sein, dass die Mitte der 1900er in Deutschland irgendwie besonders war und wir da aus irgendwelchen Gründen besonders schlechte Bienen hier hatten?

    Ich kann mir das nur so erklären, dass das Wissen um die Bienenzucht damals noch absolut dünn war. Es gab noch jede Menge wildlebende Völker, die ihre Drohnen mit ins Rennen schickten und somit war eine kontrollierte Zucht eigentlich unmöglich. Zudem muss man bedenken, dass auch die Zuchtziele ständigen Veränderungen unterlagen. So war es damals durchaus gewünscht, dass die Völker schwärmten, da man sie so vermehrte. So schrieb Ludwig Huber 1919 in seinem Buch "Die neue, nützliche Bienenzucht"auf Seite 58 über die Carnica: "Die Krainer Biene wurde durch Baron von Rothschütz in Weißelburg zuerst 1857 in der Bienenzeitung als eine sehr fleißige, sanftmütige, schwarmlustige Rasse empfohlen." Das war positiv gemeint.

    Ich habe von Bienenzucht keine Ahnung. Laienhaft frage ich mich schon die ganze Zeit: wenn man die Dunkle Biene züchterisch so beeinflusst, dass man gut und ertragreich mit ihr imkern kann - ist sie dann noch eine dunkle Biene oder sieht sie nur so aus? Verwandelt man sie durch die Zucht nicht vielmehr in eine neue, andere Bienenrasse? Schon, indem man z.B. verhindert, dass sich aggressive Stämme fortpflanzen können, verändert man doch was.

    Hunde sind doch auch etwas anderes als Wölfe.

    Der Unterschied zwischen Haushunden und Wölfen ist deutlich größer als der von wildlebenden Bienen und von Menschen gehaltenen Bienen. Aber natürlich beeinflusst der Mensch die Selektion der Honigbienen, durch die Zucht. Ich stelle mir die Frage, was Du mit Deiner Frage bezweckst? Soll das heißen, "scheiß doch drauf, dass eine weitere Tierart weg vom Fenster ist, Hauptsache wir haben noch Honig". Es ist ein verzweifelter Versuch einen durch uns Imker verursachten Schaden, zu begrenzen, bevor es dafür endgültig zu spät ist. Die seit Jahrhunderten von Menschen genutzten Honigbienen können heute noch selbstständig in freier Wildbahn überleben, erfüllen dort notwendige Bestäubungsarbeit und gehören zum natürlichen Ökosystem Wald. Warum sollten wir sie nicht erhalten?

    Nicht schneller anpassen, besser anpassen, habe ich geschrieben.

    Ja, die Mellifera wurde durch die deutschen Imker ausgerottet - sie ist nicht ausgestorben, weil sie sich nicht anpassen konnte. Sie ist bestens an die hier vorherrschenden Bedingungen angepasst. Die Imker haben sie zuerst heftigst verkreuzt und dann einfach durch die Carnica ersetzt. Das hatte nichts mit ihrer Anpassung zu tun.
    Ja, die heute in Deutschland lebenden Völker stammen aus den Restvorkommen der Mellifera in anderen Ländern ihres ehemaligen natürlichen Verbreitungsgebietes. Das ist vollkommen normal und wird im Naturschutz oft so praktiziert. Was meinst Du, wie der Luchs, der Bartgeier oder das Wiesent usw. wieder nach Deutschland gekommen sind?

    Hallo vosp,

    ich sag Dir ganz ehrlich, der Ton Deiner Posts gefällt mir nicht, aber ich werd versuchen auf Deine Fragen zu antworten.

    Die Doppelbedeutung der Dunklen Biene ist einmalig in der Imkerei und in der Tierwelt. Darauf weißt auch schon der Slogan unseres Verbandes hin - "Bedrohtes Wildtier und Kulturerbe zugleich". Mit "kompliziert" habe ich gemeint, dass es nach den heutigen Naturschutzgesetzen nicht erlaubt ist, ein unter Naturschutz stehendes Tier zu nutzen. Das ist aber nun mal ein Teil der Wahrheit, was die Dunkle Biene angeht. Diese Situation bedarf also einer genauen Betrachtung und eine Anpassung der Gesetze an diese besondere Situation. Diese wird durch einen langen Prozess erörtert und vorbereitet werden müssen, den nicht der Bundesverband allein und möglicherweise auch nicht hauptsächlich führen kann. Das ist ein Prozess, der sicher noch einige Jahrzehnte andauern wird. Als ich von "demokratischer Entscheidung" sprach, meinte ich genau das. Es ist deutlich zu beobachten, dass sich die Sichtweise zur Dunklen Biene und deren Schutz verändert und das wird sie auch weiterhin tun. Wenn sie sich in der Form verändert, wie ich es mir wünsche und vorstelle, dann wird das Verständnis für die Notwendigkeit ihres Schutzes steigen und dann wird es vielleicht irgendwann möglich sein, ihr auch ein Schutzgebiet zu geben. Vielleicht kommt es aber auch ganz anders, woher soll ich das heute wissen. Aber ich kann mich doch für ein Ziel einsetzen und meine Überzeugung leben. Zudem möchte ich hier noch einmal deutlich sagen, dass ich absolut nichts von der Errichtung eines Schutzgebietes geschrieben habe, ich habe lediglich eine Aufzählung mit in der Sendung nicht besprochenen Themen gemacht, in der der Begriff "Schutzgebiet" vorkam. Bisher gibt es dazu keinerlei Arbeit, deshalb ist die Aufregung darüber vollkommen fruchtlos und mindestens verfrüht, wenn nicht absolut unnötig.

    Wieso ist es in Deinen Augen ein "Umweg über die Imkerei"? Das verstehe ich nicht. Wie soll man denn eine Honigbiene vor dem Aussterben bewahren, ohne die Imker? Ich möchte die Dunkle Biene zuallererst zurück in die Köpfe der Imker bringen. Die allermeisten wissen doch gar nicht, dass die Carnica nicht unsere einheimische Honigbiene ist. Wenn sich einige der Imkerkollegen dann entscheiden, sich die Dunkle etwas näher anschauen zu wollen und sie sich an den Stand holen, freut mich das sehr, weil sie dann ein eigenes Bild von Ihr bekommen können und die Vorurteile als solche entlarven. Aus den Befürwortern werden dann im besten Fall Unterstützer für den Erhalt der Dunklen Biene. Das ist für mich untrennbar miteinander verbunden.
    Die Honigbiene und im besonderen die Dunkle Biene ist ein nicht vollständig domestiziertes Nutztier. Sie ist also ein genutztes Wildtier. Welches natürlich vom Menschen bearbeitet wurde, aber eben durchaus in der Lage ist eigenständig zu überleben. Nehmen wir mal die durch den Menschen eingeschleppte Varroamilbe aus dem Bild. Zu einer Domestikation gehört unter anderem ein von den Jahreszeiten entkoppelter Reproduktionszyklus, den wir ja bei der Honigbiene nicht sehen. Somit ist es ohne Probleme möglich, Völker auszuwildern (was ja durch nicht eingefangene Schwärme jedes Jahr zu tausenden passiert). In meinen Augen gibt es hier keine Probleme. Zudem gibt es zum Beispiel in Russland auch noch freilebende Bienenvölker der Mellifera. Auch Thomas D. Seeley hat doch an verwilderten Völkern geforscht, was ja beweist, dass es den Bienen möglich ist, allein für sich zu sorgen.

    Wie die Imkerei mit der reinen Dunklen aussehen kann, dass erleben wir doch schon heute. Genau wie für alle anderen Imker auch. Man benutzt zur Zucht sichere Verfahren und nicht die Standbegattung.

    Hallo Sulz,
    das ist ja Dein (und jedes anderen sein) gutes Recht. Nichts anderes haben wir doch gesagt. Jeder kann mit der Biene imkern, die er gern möchte.
    Was willst Du mir also mit diesem Post sagen? Dass Du Dich gegen die Dunkle an Deinem Stand entschieden hast, ok. Warum stellst Du es denn so hin, als ob wir etwas dagegen hätten?