Beiträge von Bienenfluesterer

    Die "perfekte" Beute gibt es nicht. Es geht doch darum, Anfängern einen Tipp zu geben. Mein Hinweis dazu: Ein Komplettsystem anschaffen und die wenigen Nachteile in Kauf nehmen. Selber etwas zusammenbasteln was nachher mit nichts anderem mehr kompatibel ist, ist belastend. Ich habe drei unterschiedliche Böden. Bedeutet: drei unterschiedlich große Schieber. Welcher Boden ist doch gerade an welchem Stand? Standard ist Trumpf.


    Es gibt so schöne Komplettsysteme die weit verbreitet sind z.B. das Segeberger Styropor oder das 10er System der Magazinimker. Wo ist denn der Unterschied in der Betriebsweise zwischen 1,5 DNM, ZaDant oder Dadant? Gibt es nicht, ist alles gleich.


    Eher bedenken würde ich Beuten-Grundfläche und Beutenhöhe. In mein Fahrzeug bekomme ich (mit etwas Mühe) 4 Dandant 10er rein. Aber keinen Zander zweizargig: zu hoch. Maximal Zander oder Langstroth Flachzarge zweizargig. Und Dandant 12er nur zwei, mit viel Gequetsche vielleicht 3. DAS sind die Beschränkungen, denen ich unterliege. Auch mal an einen Völkertransport oder eine Wanderung denken.


    Ich werde zukünftig nur noch kompatible 10er Beuten bauen (oder kaufen). Mit den unkaputtbaren Böden und Futterzargen eines französischen Herstellers. Wenn ich dann kein Dadant 10er mehr mag, sondern Langstroth ganz oder flach oder Zander Flachzargen: kein Problem. Ritze ratze. Passt alles übereinander.


    Daher meine Empfehlung: es gibt so schöne Beutensysteme, für alle gibt es Großraumzargen als Brutraum. Ob Holz oder Polystyrol. Mit Flachzargen als Honigraum hat man maximale Flexibilität von Anfang an. Alles passt.


    Fahr mit den Anfängern in das Imkerfachgeschäft des Vertrauens, guckt an, was die haben. Lass es Euch erklären. Meldet Euch aber vorher an. Baut mal alles übereinander, Mit Falz und ohne Falz, fingert mal an EPS Beuten rum. Schaut Euch mal an, was es alles an kompatiblem Zubehör zu den Systemen gibt, wie z.B. Futterzargen, Pollenfallen, .... und wie flexibel die Systeme sind. Überlegt Euch mal, welche Ziele die Anfänger verfolgen: Bio-Imkerei = Großraum aus Holz. Feuchter Standort = EPS.


    Und sei mit der Großraumbeute nicht so dogmatisch.


    Viele Grüße


    Carsten

    Ich mache die TBE jedes Jahr. Ameisensäure hat mich nicht überzeugt: Königinnenverluste, Brutverluste, es sah zum Teil aus wie auf einem Schlachtfeld. In einer kühlen Nacht sind die Schalen der Nassenheider vollgelaufen und dann bei schnellen Warmwerden morgens ist viel AS verdampft. Das muss nicht sein.


    Viele Grüße


    Carsten

    Zur Bauerneuerung kann ich die totale Brutentnahme nur empfehlen. Unmittelbar vor Trachtende oder direkt nach dem Abschleudern der Sommertracht durchgeführt bleicht ausrechend Zeit für die Völker, viele und gesunde Winterbienen aufzuziehen, wenn mach gleich im brutfreien Zustand mit Oxalsäure behandelt. Die Brutscheunen ziehen sich eine Königin nach, wenn die begattet ist, ist der Rest Brut geschlüpft, und man kann auch die Waben in den Brutscheunen erneuern. Oder die Brutscheunen zur späten Vermehrung von Königinnen nutzen und ein paar Mini-Plus damit besiedeln. Oder die Völker rückvereinen. Oder Verkaufen.


    Ist aber ein großer Aufwand und eine große Materialschlacht.


    Viele Grüße


    Carsten

    Als Betreuer eine Schulimkerei nutze ich doch mal die Gelegenheit, um ein paar Anmerkungen loszuwerden.


    Zusammen mit einem Kollegen betreue ich sechs Völker an einem Berufskolleg in NRW, die Schüler sind zwischen 15 und 20 Jahre alt. Wir halten die Völker auf 10er Dadant mit Zander Honigräumen. Warum so kompliziert? Nun, wir wollten einzargige und zweizargige Brutraumführung vergleichen. Haben wir auch getan und sind bei der einzargigen Betriebsweise hängengeblieben. Ist für die Schüler viel einfacher. Die Honigräume müssen nicht so hoch gehoben werden (trotz des Alters der Schüler ist das manchmal ein Problem), die Durchsicht von maximal 8 Waben geht schneller als die von 20 Waben, genügend Platz zum Arbeiten, kein Bienengequetsche, usw.


    Wenn ich nochmal Bruträume beschaffen müsste, ich würde Zadant nehmen. Warum? Längere Ohren. Die sind für die Schüler viel einfacher, sicherer und angstfreier anzufassen als die kurzen Dadant-Ohren. Heißt auch: weniger Bienen verlieren ihr Leben. Auch lassen sich die Beuten aufgrund der oberen Leiste viel einfacher heben. Die Betriebsweise ist ja die gleiche, egal ob Dadant oder Zadant. Zander 1,5 ist schon wieder zu groß. Die Rähmchen sind sehr schwer und unhandlich. Da werden noch mehr Bienen gequetscht. Auch bei der Ablegerbildung sind die großen Rähmchen ein Problem: Wird ein Rähmchen entnommen, werden auch ca. 20 % des Volkes entnommen. Bei Zadant sind es nur 15 % oder noch etwas weniger.


    Und: Zadant oder Dadant ist wirklich kein Unterschied, ein befreundeter Berufsimker hält 400 Völker auf Zandant im Angepassten Brutraum, und das genau so wie ich die Schulvölker halte.


    Bitte bei der Rähmchenbeschaffung auf dicke Oberträger (modifiziert) achten, dann sind die Rähmchen auch ausreichend stabil.


    Viele Grüße und guten Rutsch


    Carsten

    Hallo zusammen,


    am besten entweder am frühen Morgen oder besser: am späten Abend (außerhalb der Flugzeiten) den gesamten Ableger aufteilen und alle neuen Völkchen außerhalb des Flugradius aufstellen. Das kann ruhig der ursprüngliche Platz sein. Bis zum nächsten Morgen verschlossen halten, sonst kann es sein, dass die Mädels zu einem attraktiver riechenden Kasten fliegen.


    Oder: tagsüber bis auf eine Wabe alle anderen ennehmen und aufteilen und die Völkchen außerhalb des Flugradius aufstellen. Zwei Mittelwände ergänzen. Dann haben die Flugbienen das bekannte Zuhause und bilden einen starken Ableger. Bei allen anderen Kästen so verfahren wie oben.


    Habe ich beides probiert. Klappt beides.


    Frage: Wenn schon Sammelbrutableger, warum dann nicht gleich Königinnen Nachzucht mit Zuchtstoff einem guten Volk? Lohnt sich. Zumindest einen Versuch ist es wert. Wenn es nicht klappt, gibt es im Mai auch kurzfristig Königinnen.


    Viele Grüße


    Carsten

    Auch bei 10er Dadant hatte ich bislang immer einen Wabenplatz frei. Ist dann nicht ganz so viel Platz wie beim 12er vorhanden, aber wenn ich die Wahl habe zwischen weniger Platz in der Beute und neuem Auto ist für mich die Wahl ganz klar: Kleinere Beute. Die Entscheidung kann bei anderen natürlich anders ausfallen.


    Viele Grüße


    Carsten

    Zunächst muss ich meinen Vorrednern Recht geben: "Die" Beute gibt es nicht. Aber ein paar Anhaltspunkte, anhand der die ideale Beute für eine Imkerei ausgesucht werden kann. Ein paar Anregungen:

    1. Zunächst einmal die Verbreitung des Maßes in der Umgebung (Völkerkauf und - kauf, Imkerpate, Austausch im Verein, ...)
    2. Imkergesundheit: Das Gewicht der vollen Honigräume ist nicht zu unterschätzen. Es gibt zwar auch für Zander geteilte Zargen, aber ist das praktisch?
    3. Möglichkeiten, Völker zu transportieren: Für mich der einschränkende Faktor und extrem entscheidend. Vier Völker Dadant 10er (ohne Honigräume) bekomme ich in meinen Fiesta ohne Quetschen rein. Bei Völkern, die auf zwei Bruträumen geführt werden habe ich da keine Chance. Da passt keines rein. vom 12er Dadant passen zwei rein. Mit Verrenkungen vielleicht 3. Ist für viele vielleicht nicht ausschlaggebend, für mich schon.
    4. Arbeitsaufwand / Materialaufwand: Halte ich persönlich bei einzargigem Brutraum für geringer als bei zweizargigem, auch wenn die Schwarmkontrolle etwas aufwändiger ist.


    Die Liste lässt sich bestimmt fortsetzen und soll nur ein paar Anregungen geben.


    Lass Dich nicht verunsichern, den Bienen ist es egal. Egal welches Maß: Es bedarf etwas Übung, um damit erfolgreich zu imkern. Ein Vorschlag, falls Du unsicher bist, ob der zweizargige Brutraum überhaupt für was Dich ist: Kompatibles 10er System. Auch Zander-Zargen passen als Honigraum auf den Dadant-Brutraum. Mache ich auch so. Ist zwar nicht optimal, aber so können alle angeschafften Zargen verwendet werden. Und wenn es nur in der Funktion als Leerzargen zum Füttern oder zur Ameinsensäurebehandlung ist.


    Auch wenn ich jetzt Prügel beziehe: 12 er Dadant braucht keine Biene. Auch bei der stärksten Königin sind nicht mehr 8 oder 9 Waben mit Brut besetzt, und selbst dann könnte man noch enger führen. Und mit 12er Dadant hat man sich auf ein Maß endgültig festgelegt.


    Viele Grüße


    Carsten

    Sprühen mit Oxalsäure bei verdeckelter Brut funktioniert nur, wenn regelmäßig über einen Brutzyklus (ca. 20 Tage) behandelt wird. Ähnlich wie beim Verdampfen. Meine Empfehlung: Alle 4 Tage sprühen, 5 (oder 6) mal. Dabei, wie oben erwähnt, schräg sprühen, um die Brut zu schonen. So habe ich im Sommer eine Brutscheune nach der Totalen Brutentnahme behandelt. Nicht zu viel sprühen (2 Sprühstöße pro Wabenseite reichen) und möglichst keine gezuckerte Lösung verwenden.


    Viele Grüße


    Carsten

    Am besten, trotz Schwächung der Völker: Einen Sammelbrutabler bilden und dann vom bravsten Volk umlarven. Das geht auch mit vier oder fünf Brutwaben Dadant und gibt dann bis zu 15 Königinnen. Danach den Sammelbrutableger suf 6 Völkchen aufteilen. Wenn das keine Option ist: Teilen und behandeln nach der Sommertracht und entweder Königinnen in den Brutscheunen nachziehen lassen oder unbegattete vorbestellen, 9 Tage nach Bildung der Brutscheunen alle Zellen brechen und 14 Tage nach Bildung der Brutscheunen die unbegatteten Damen zusetzen. Bis zur Begattung ist die Arbeiterinnenbrut geschlüpft neue Mittelwände rein, Ox-Behandlung, fertig.


    Viele Grüsse


    Carsten

    Wenn wir über nicht zugelassene Mittel diskutieren, dann bietet sich ein intensives Herumtreiben auf dieser Seite an:


    http://scientificbeekeeping.com/


    Fundierte (zumindest in meinen Augen) Analyse einer Langzeitbehandlung mit Oxalsäure. Hat Herr Liebig auch in älteren Auflagen des "Einfach Imkern" erwähnt, allerdings noch mit Wasser anstelle von Glycerin.


    Viele Grüße


    Carsten

    Bislang habe ich nur ohne Zucker gearbeitet. Hat gut gewirkt, war offensichtlich gut verträglich. Ohne Zucker in der Lösung hält die sehr lange, habe dieses Jahr zur Ablegerbehandlung die Lösung aus letztem Winter verwendet.


    Viele Grüße


    Carsten

    Zur Brutpause wegen AS-Behandlung kann ich nichts sagen. Außer: Ich mache konsequent totale Brutentnahme mit Oxalsäure-Behandung im Anschluss, da ich schlechte Erfahrungen mit AS-Behandlung gemacht haben.


    Zu den anderen beiden Punkten:


    Wenn die Königin nicht mehr o.K. ist, dann merken die Mädels das und es gibt eine neue. Wenn umgeweiselt wurde, die Königin aber nicht begattet ist, gibt es nur Drohneneier. Das erkemmt man am Brutbild und, nach 24 Tagen, am Ergebnis.


    Rat: Königinnen konsequent zeichnen. Muss ja nicht mit Opalith sein, Farbtupfer reicht auch.


    Dann lässt sich die Königin schnell auffinden. Wenn ungezeichnete Königin auf einmal vorhanden ist: dann wurde umgeweiselt.


    Viele Grüße


    Carsten

    Erstmal keine Panik, sofern die Königin noch da ist und ausreichend Bienen vorhanden sind. Drei meiner Völker haben ebenfalls keine Brut mehr, und ein Mitglied meines Vereins war in Panik, da bei ihm alle Völker (immerhin über 25) keine Brut mehr haben. Hatte ich auch vor zwei Jahren schon einmal. Wurde in einem anderen Thread hier im Forum vor kurzem auch schon thematisiert: Insbesondere Carnica-Königinnen scheinen zeitweise aus der Brut zu gehen, wenn sie der Meinung sind, dass die Volksstärke ausreicht.


    Am besten die Zeit für eine Varroa-Behandlung mit einem Oxalsäure-Präparat nutzen, am besten sprühen.


    Viele Grüße


    Carsten