Beiträge von 14301

    Vorausgesetzt der Docht kollapiert nicht...


    Weshalb sollte 85% AS mehr Schaden anrichten, wenn sie korrekt benutzt wird? Liegt das Temperaturfenster, wie augenblicklich bei uns, zwischen 7 Grad Nachttemperatur und 12-13 Grad Tageshhoechsttemperatur, produziert man mit der 60%igen Saeur nur einen See in der Verdunsterwanne. Freilich muss man die Menge mit der hoeherkonzentrierten Saeure reduzieren. Was aber nur gelingt, wenn der Docht durchhaelt...

    Die empfohlene Menge Ameisensäure die in einem gewissen Zeitraum verdampft ist ja nur ein "Hilfswert", der eine gewisse Beurteilung der Stockluftkonzentration zulässt. Wirken tut die Ameisensäure ja dadurch, dass die Konzentration des Ameisensäuredampfes in der Stockluft genau so hoch ist, dass die Milben daran sterben und die Bienen überleben. Gut tut die Sache ganz sicher auch den Bienen nicht.


    Die ganzen Angaben und Empfehlungen basieren mit Sicherheit auf Versuchen, die bei höheren Temperaturen als den von Dir genannten durchgeführt wurden. Hier reichen die allgemeinen Empfehlungen und Bedienungsanleitungen nicht mehr. Ich sehe bei solchen Temperaturen keine sinnvolle Ameisensäureanwendung mehr, da der Dampfdruck der Ameisensäure stark temperaturabhängig ist und bei so niedrigen Temperaturen so erheblich von dem Dampfdruck abweicht, der bei gängigen Verdampfungstemperaturen auftritt. Nicht umsonst gab es jede Menge Versuche mit allen möglichen Hilfsmitteln die Verdampfung noch zu ermöglichen. Es dürfte Experten geben, die das können. Diese haben aber mit Sicherheit auch mit einigen Fehlschlägen ein System ausgetüftelt, das nicht mit einer allgemeinen Anleitung vermittelt werden kann. Es gibt Youtube Filmchen in denen die tollsten Verfahren erläutert werden. Da es Alternativen zur Ameisensäurebehandlung gibt, die auch bei niedrigen Temperaturen funktionieren, würde ich dies vorziehen.

    Hallo Sepp


    meines Erachtens gibt's für die Verdunstung der Ameisensäure ein Temperaturfenster in der diese mit gängigen Dispensern nach Betriebsanweisung angewendet die erwartete Wirkung hat.


    Dann gibt's Kenntnisse Erfahrungen und Tricks, wie man dieses Fenster in Richtung niedriger Temperaturen etwas erweitern kann. (Dochtmodifikation, höhere Konzentration/85%, Grabkerzen, usw.). Dabei muss man aber wissen was man tut und wie sich das auswirkt. Der Grat, mit der Ameisensäure einerseits eine so hohe Stockluftkonzentration zu erzeugen, dass die Milben sterben und andererseits die Stockluftkonzentration so zu begrenzen, dass nicht die Bienen sterben wird mit dem jahreszeitlichen Rückgang der Temperaturen immer schmaler.


    Bei einer Außentemperatur von tagsüber 10 bis 15 Grad und nachts unter 10 Grad ist die Zeit der Ameisensäureanwendung für Otto-Normalimker m. E. vorbei. Selbstverständlich gibt's in allen Lebensbereichen Experten, die auch mit Extremsituationen umgehen können. Wer bei diesen Temperaturen noch Varroabehandlungen durchführen will oder muss, ist m. E. besser beraten mit Oxalsäure (bedampfen oder sprühen) zu arbeiten.


    Viele Grüße

    14301

    Hallo,


    der Liebig Dispenser hat das Problem, dass er ein Tellerverdunster ist. Bei nicht ausreichender Temperatur sammelt sich das Ameisensäure/Wasser Gemisch der 60% Ameisensäure in dem kleinen Teller unter der Flasche. Die Ameisensäure hat einen höheren Dampfdruck als das Wasser und verdunstet auch bei unzureichender Temperatur noch eine gewisse Zeit. Das Wasser bleibt in dem Teller stehen und blockiert das Nachströmen der 60% Ameisensäure. Der Dispenser ist durch das Wasser blockiert und lässt kein Ameisensäure/Wasser Gemisch mehr durch. Die Ameisensäurekonzentration in der Stockluft wird immer weniger und die Wirkung auf die Milben hört auf. Die Varroamilben und die Bienen atmen auf. Das System ist zum Erliegen gekommen.

    Die Bienen, die Königin und die Varroen leben weiter.


    Der Nassenheider Dispenser wird nicht blockiert. Bei ordnungsgemäßer Aufstellung tropft er die 60% Ameisensäure gnadenlos immer weiter auf das Tuch und in die Wanne, ob sie dort verdunstet oder nicht, spielt keine Rolle.


    Wenn das 60% Ameisensäure/Wasser Gemisch nun mangels Temperatur nicht verdunstet, bildet es den beschriebenen See. Nun gibt es mehrere mögliche Szenarien.


    Bei fortschreitender Kälte wird der See immer größer und füllt die Bodenschale immer weiter, bis diese überläuft. Dann tropft die Ameisensäure über die Waben unten aus der Beute. Das ist aber eher selten, da die Wanne schon einiges fasst.


    Bei moderat ansteigender Temperatur fängt die Ameisensäure an zu verdunsten und es ist möglich, dass sie ihren vorgesehenen Einsatz erbringt, die Milben killt und die Königin und die Bienen leben lässt. Das wäre der planmäßige Ablauf.


    Bei stark ansteigender Temperatur steht ja der ganze See, der sich angesammelt hat zur Verdunstung zur Verfügung und dieser verdunstet dann auch. Die Ameisensäurekonzentration steigt in erhebliche Höhen, die Milben haben ganz schlechte Karten, die Königin und die Bienen wenig bessere.


    Bei den ersten Nassenheidern war als Basis ja nur eine Folie. Da konnte sich nicht so viel sammeln. Das Abtropfen in die Beute war aber auch nicht beliebt, deshalb wurde die Kunststoffwanne eingeführt.


    Man hat hier die Wahl zwischen Pest und Cholera.


    Eine gewisse Abhilfe könnte man schaffen, indem man das Wasser aus der Ameisensäure herauslassen würde. Das stört den Prozess nämlich elementar. Die 99% Ameisensäure würde verdunsten und wäre nicht durch das Wasser behindert. Die Wirkung auf die Milben ist unabhängig von der Konzentration des eingebrachten Ameisensäure/Wasser Gemisches. Die Milben sterben an der Ameisensäurekonzentration in der Stockluft. Diese könnte durch die Größe der Verdunstungsfläche in einem brauchbaren Rahmen eingestellt werden, so dass die Milben sterben und die Bienen überleben.


    Hier handelt es sich nicht um Bienenwissenschaft sondern um Physik. Mit der vormals üblichen 85% Ameisensäure ging die Sache besser als mit der 60%. Deshalb können sich viele Imker so schwer davon trennen.


    Also die Nassenheider Flaschen laufen nicht aus, sondern funktionieren, wie sie das eben können. Es gibt auch Leute die die gute Wirkung, die dem Nassenheider nachgesagt wird, auf eine partielle Überdosierung der Ameisensäurekonzentration schieben, die ja auch an "temperaturgünstigen" Tagen infolge der Tag/Nacht Temperaturschwankungen stattfindet.


    Viele Grüße

    14301

    Hallo Franz


    1. Deine Meinung bezüglich der Entwicklung der Diskussion zu Herrys Problem teile ich. Wobei die Oxalsäureverdampfung auch von Ihm selber thematisiert wurde.


    2. Ich betreibe mit Absicht keine Schleichwerbung sondern verzichte auf Anonymität. Deshalb meinetwegen Werbung, aber keine Schleichwerbung.


    3. Es hat keiner gesagt, weshalb er meine Idee nicht gutfindet, es gab keine sachlichen Argumente, sondern allenfalls Verunglimpfung. Sich dagegen zu wenden finde ich legitim und notwendig. Das "Geschmäckle" kann ich nicht erkennen. Es gibt noch mehr Hersteller von Imkereiprodukten die im Forum schreiben. Wenn klar ist, wer schreibt, kann man die Argumentation ja einordnen. Das heißt aber nicht, dass dadurch keine sachlich richtige Argumentation stattfindet.


    4. Ich finde die Verdampfergeschichte auf jeden Fall diskussionswürdig und für viele Imker interessant. Dass ich der Entwickler und Anbieter der Stövchen bin, ist ja öffentlich und kann berücksichtigt werden.


    Viele Grüße

    14301

    schnelle und einfache Applikation für OS-Dampf ..........

    Verdampferstövchen für Teelicht-Verdampfung

    Danke für den Witz.


    Ralf schwebt da wohl eher was in Richtung 30 Sek. pro Volk und ohne das Volk zu öffnen vor ;)

    Hallo,


    ich erkenne hier keinen Witz, eher Arroganz.


    Dass "rase" Ralf heißt, was ihm vorschwebt und wieviele Völker er hat, war für mich nicht zu erkennen. Die hier gepflegte Diskussionskultur halte ich gelinde gesagt für sehr bescheiden.


    Mit der Teelicht-Verdampfung braucht man zwar eine Leerzarge und ein Absperrgitter auf der obersten Zarge, wenn die Leerzarge aber vorhanden ist, was ja da und dort nach der Einfütterung sein kann, ist der Vorbereitungsaufwand gering und man kommt man auf eine Bearbeitungszeit von 1 bis 2 Minuten pro Volk. Es ist nur eine marginale Schutzausrüstung nötig. Ich kenne Imker, die mit einem Völkerbestand von über 100 Völkern mit Verdampferstövchen arbeiten/gearbeitet und dieses als optimal bezeichnet haben.


    Die Varomov Methode, die von Kuden-Imker mit der halben Minute vermutlich gemeint ist, braucht Vorbereitungszeit, die OS-Kontamination des Imkers ist erheblich, dadurch sind umfangreiche Schutzmaßnahmen nötig. Das braucht alles auch Zeit.


    Außerdem lesen hier vielleicht auch Imker, die viel weniger Völker und damit ganz andere Ansprüche haben.


    Viele Grüße

    14301

    Hallo rase,


    die schnelle und einfache Applikation für OS-Dampf kann ich dir anbieten.

    Verdampferstövchen für Teelicht-Verdampfung. Inzwischen vielfach (auch bei namhaften Imkern) in Gebrauch.

    Oder einfach meine Anzeige hier im Imkerforum anklicken. Weitere Auskünfte gerne per Mail.

    Viele Grüße

    14301


    Hallo,


    Ich habe auch einen Honigtrockner gebaut. War dieses Jahr schon kräftig im Einsatz

    10 bis 50 kg pro Füllung

    Pro 6 Stunden ca. 1% Wasser

    funktioniert auch in Zusammenarbeit mit einem Kondensationstrockner

    alles Edelstahl

    Muss noch eine Schutzabdeckung ums Zahnrad bauen, dann kann man ihn kaufen.

    Viele Grüße

    14301

    hallo Edelstahl(14301),

    sehr interessant! Hast du einen Trockner? Welche Erfahrungen hast du damit gemacht( Zeit für 100kg,3% zu senken)?

    MFG tischu

    Hallo Tischu,


    in meinen Trockner passen 40 Liter / ca. 50 kg. Für 1 % Wasser brauche ich etwa 6 Stunden.

    Erfahrungen durchweg positiv.

    Eigene Entwicklung und Produktion.

    Demnächst kann man ihn auch kaufen.

    Mit einem Trockner hast du viele Imkerfreunde.;)


    Viele Grüße

    14301

    Hallo Cabra,


    frag doch mal beim Imkerverein ob jemand einen Plattentrockner hat. Damit wäre die Sache kein Problem. Wenn du den Honig bringst und wieder holst könnte ich dir auch helfen.

    Hallo,


    ich gehe davon aus, dass es sich um Schaum handelt.


    Im zeitigen Frühjahr, insbesondere beim Rapshonig sind vor allem im Zuge des Umtragens im Stock viele Jungbienen am Werk, bei denen die Futtersaftproduktion noch auf ziemlich hohem Niveau läuft. Entsprechend hoch ist der Eintrag an Eiweißstoffen in den Honig. Beim Schleudern, das eine mechanische Bearbeitung des Honigs darstellt, (grob vergleichbar mit Sahneschlagen oder Eiweiß schaumig rühren) entstehen schaumige Eiweißformen. Dieser Schaum setzt sich normalerweise an der Oberfläche ab und wird abgeschöpft. Beim Frühjahrshonig ist aber meistens der Glukoseanteil so hoch, dass die Kristallisation innerhalb weniger Tage einsetzt und der Honig sehr schnell eine Konsistenz bekommt, bei der dieser Schaum nicht mehr aufsteigen kann. Die Folge davon ist, dass der Schaum immer dann aufsteigt, wenn er eine Chance dazu bekommt, z. B. wenn der Honig zum Abfüllen erwärmt wird. Dann bilden sich diese Schaumspuren an der Oberfläche. Die Form der Schaumbildung, die sich später im Glas zeigt, ist natürlich auch beeinflusst durch die Art des Abfüllens.


    Nach meiner Erfahrung steigt der Schaum auf und kann abgeschöpft werden, wenn man den Frühjahrshonig ohne ihn zu überwärmen durch ein beheiztes Spitzsieb oder ein Melitherm lässt. Dann wird der Honig durch die Wärme, die sich auch noch im Eimer hält, sehr flüssig und der Schaum kann aufsteigen und abgeschöpft werden. Den Effekt kann man verstärken, indem man mit Hilfe einer Decke oder Ähnlichem die Abkühlzeit etwas verlängert. Die Erwärmung kann selbstverständlich auch in einem Wasserbad oder Wärmeschrank durchgeführt werden.


    Blütenbildung halte ich bei den beschriebenen Wassergehalten und Temperaturen für wenig wahrscheinlich.


    Viele Grüße

    14301

    Hallo Markus,


    ich war letzten Sonntag bei einem Vortrag von Dr. Liebig. Die Sache mit der Futtertasche stammt vom ihm. Simon hat ja die Tücher auf die Oberträger gelegt und einen Kleks Apifonda in die Mitte gegeben, als Anreiz für die Bienen, die Tücher zu belaufen. Die Futtertasche ist praktisch eine Fortentwicklung von Dr. Liebig. Die generelle Einschätzung zu der Sache ist unverändert und deckt sich mit Deiner Einschätzung. Man kann die Milben im Herbst mit den Tüchern unter der Schadschwelle halten, muss aber die Sache im Auge behalten und bei Bedarf im Spätherbst mit anderen Mitteln eine Restentmilbung durchziehen. Dr. Liebig meint, dass das Verfahren noch Potenzial für Verbesserungen bietet und arbeitet daran. Der aktuelle Stand ermöglicht eine Eindämmung der Milbenpopulation zwischen Sommer und Winterbehandlung und spart Arbeit.


    Bei allen Anwendungen, die ich bisher kenne entsteht die Wirkung über das Belaufen. Ich kenne keine Anwendung, bei der das Tägermaterial für die Oxalsäure zerschrotet wird. Wenn's dazu aber Informationen gibt, ich bin interessiert und lernfähig. Das Bessere ist der Feind des Guten.


    Viele Grüße

    14301

    Hallo,


    Funktioniert auch mit Tüchern.

    Futtertasche 2 Waben breit immer mit ein wenig Futter füllen. Die getränkten Tücher beidseitig so über den Rand hängen, dass die Bienen beim holen des Futters über die Tücher laufen müssen. Müssen aber stabilere Tücher sein, keine "zewa wisch und weg". Habe die Versuche nicht selber gemacht, aber bei einem Imkerfreund begleitet. Leider kann dieser die Auswertung nicht mehr liefern. Mc Fly dürfte ihn kennen. Ist aber alles noch im Versuchsstadium. Erfolgskontrolle ist dringend erforderlich.

    Viele Grüße

    14301

    Hallo Freunde der Oxalsäureverdampfung


    Ich arbeite mit Teelichtverdampfern aus Edelstahl, das ist einfach, schnell, Anwenderfreundlich, billig und funktionssicher. Inzwischen verkaufe ich die Verdampfer auch. (siehe Anzeige "blechtechnik-hommel" hier im Forum oder die Webseite in meinem Profil.)

    Wichtig dabei die dort beschriebene Geschichte mit den modifizierten Teelichten. (Bienenwachs-Dochte).


    Viele Grüße

    14301