Beiträge von 14301

    So, und damit wir nun alle schlauer werden und nicht komisches Zeug kaufen: Welcher Schmelzer ist nun empfehlenswert?


    Grüße

    Holger

    Für eine Empfehlung müsste man wissen wie viel und was Du einschmelzen möchtest.

    -Willst Du von 5 Völkern Altwaben einschmelzen und hast dazu relativ viel Zeit oder machst du bei 200 Völkern Brutentnahme und willst die Waben mit der Brut komplett und sofort einschmelzen.

    -Kannst Du mit Gasbrenner arbeiten oder willst Du unterflur (Im Keller) arbeiten, dann kann ein Gasbrenner problematisch sein.

    -usw.

    Ohne die Rahmenbedingungen zu kennen ist ein sinnvoller Rat unmöglich.

    Ok, danke Bernd für die Info!

    Es heißt immer, man soll alle 3 Tage bedampfen. Daran hab ich mich bisher gehalten. Möglichst engmaschig.

    Werden dabei nicht auch die Milben erwischt, die in der offenen Wabe sind?

    Ich bin der Meinung, dass das auch mit den Oxalsäure-Kristallen zusammen hängt, die sich max. 2-3 Tage in der Beute halten.

    Oder hat das was mit den Milben zutun, die (wie du ja auch schreibst) 2 Tage vor der Verdeckelung in die Zelle steigen? Dann erwische ich die Milben in der Zelle auch nicht, wenn ich alle 4 Tage behandel, oder?

    Grundsätzliches zur Blockbehandlung

    Da sich bei brütenden Bienenvölkern der Großteil der Varroamilben in der Bienenbrut befindet und der Oxalsäuredampf nicht in den Brutzellen der Bienen wirkt, braucht es ein Behandlungsverfahren, das trotzdem die Milben erfolgreich reduziert. Dabei ist auch die Wirkungsdauer des Oxalsäuredampfes zu beachten, die nach meinen Rückschlüssen aus Behandlungsergebnissen nicht über einen Tag hinausgeht.


    Mit diesem Vefahren, einer Blockbehandlung wird erreicht, dass über einen Zeitraum von 14 bis 18 Tagen so viel Oxalsäuredampf in der Beute vorhanden ist, dass es möglichst wenigen Milben gelingt, sich diesem Dampf nach dem Schlüpfen zu entziehen und eine Brutzelle neu zu parasitieren. Am Ende der Blockbehandlung sind alle Bienen, die vor Beginn der Bedampfung parasitiert wurden geschlüpft, die mit den Bienen schlüpfenden Milben wurden weitgehend vom Oxalsäuredampf abgetötet. Eine erneute Parasitierung wurde weitgehend unterbunden. Damit sollte abhängig von den Bedampfungsabständen die Anzahl der Milben im Volk deutlich reduziert sein.

    Konkret ist eine Blockbehandlung die mehrfache Anwendung von Oxalsäuredampf in einem regelmäßigen Abstand über die Zeit von einem Reproduktionszyklus der Milbe. Die Zykluszeit entspricht dem Verdeckelungszeitraum einer Bienen-Brutzelle (13 Tage bei Arbeiterinnenbrut / 15 Tage bei Drohnenbrut) plus 2 Tage, da die Milbe ja schon 1-2 Tage vor der Verdeckelung der Bienen-Brutzelle zu der Bienenlarve in die Brutzelle schlüpft und dort vom Oxalsäuredampf geschützt ist. So kommt die Rechnung mit 14 - 18 Tagen zustande.


    Die Jungmilben legen zwischen dem Schlüpfen und dem ersten Brutzyklus eine Pause von 7 Tagen ein. Diese Zeit wird als phoretische Phase bezeichnet und dient der Eireifung. Die Jungmilben sind in dieser Zeit ca. 5 Tage auf einer Biene und schlüpfen ca. 1-2 Tage vor Verdeckelung in die Brutzelle einer Biene. Die Muttermilben haben eine kürzere phoretische Phase, da bei Ihnen die Eireifung bereits fortschreitend im Gang ist. Nur in dieser Zeit, die die Milben außerhalb einer Bienen-Brutzelle verbringen, können sie von der Oxalsäure kontaminiert und abgetötet werden. So ergibt sich für die Jungmilben für die Bedampfung eine maximale Taktzeit von 5 Tagen. Da die Muttermilben eine kürzere und nicht so konkret bestimmbare phoretische Phase haben als die Jungmilben können diese nicht alle von einer Blockbehandlung erfasst werden. Deshalb ist eine vollständige Abtötung der Varroamilben auch durch eine Blockbehandlung nicht möglich. Der Behandlungserfolg ist aber im Vergleich zu anderen Behandlungsverfahren trotzdem sehr gut, da die Mutter- oder Altmilben auch ohne Behandlung nur zu einem geringen Teil mehr als eine Brutphase erleben.


    Es sind folgende Varianten einer Blockbehandlung gängig.

    4 x bedampfen im Abstand von 5 Tagen

    5 x bedampfen im Abstand von 4 Tagen
    6 x bedampfen im Abstand von 3 Tagen

    Je kleiner der zeitliche Abstand der Bedampfungen ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit neue Parasitierung zu vermeiden und die Zahl der Milben im Volk zu verringern.

    Wie schon geschrieben, mache ich im Sommer eine Blockbehandlung 5 mal alle 4 Tage und dann im Herbst alle 3 bis 4 Wochen eine Bedampfung. Dadurch erreiche ich, dass die Parasitierungsrate bei der jahreszeitlich bedingten Reduzierung der Bienenbrut nicht ansteigt.

    Daher 5x bedampfen alle 3 Tage -> 13 Tage von der ersten Behandlung bis zur letzten.

    Damit sollte man dann auch alle erwischt haben, die bei der ersten Behandlung schon in offenen Zellen waren.


    Kann es sein, dass die Hitze den Milben zusetzt, bzw. ihre Entwicklung hemmt?

    Ich befürchte, wir bekommen die große Klatsche sowieso erst wieder im September/Oktober.

    Hallo,


    5 x bedampfen alle 3 Tage bedeutet


    Tag 0 / 3 / 6 / 9 / 12

    Die Milbe steigt 1-2 Tage vor der Verdeckelung zu der Larve in die Zelle, und ist dann 12-13 Tage verdeckelt. Also vom Einstieg bis zum Schlupf 13 bis 15 Tage.

    Bei Deinen 5 x alle 3 Tage kommen die Milben, die kurz vor der ersten Bedampfung zu der Larve in die Zelle gestiegen sind davon.

    Ich bedampfe 5 x alle 4 Tage, also Tag 0 / 4 / 8 / 12 / 16. Damit erwische ich die phoretischen Milben sehr weitgehend.

    Hallo,


    ich habe vor Jahren nicht ganz billige Mittelwände, garantiert rückstandsfrei, das Wachs aus Afrika gekauft. Bei einem sehr seriösen Händler, der was von Wachs versteht.


    Ich gehe davon aus, dass das Wachs des Theadstarters nach dem Ausschmelzen etwa so riecht, wie meine damaligen Mittelwände.


    Die Bienen hat's nicht gestört.

    Hallo Bienerich,


    Die gängigen Schadschwellenzahlen sind auf Wirtschaftsvölker ausgerichtet. Meines Erachtens kann man einen Umrechnungsfaktor ermitteln indem man die Brutwaben ins Verhältnis setzt.

    Ich würde mich aber nicht auf eine einzelne dreitägige Auswertung verlassen. Wenn Du nach mehrmaliger Gemülldiagnose eine Überschreitung der Schadschwelle ermittelst, würde ich Ableger im Juli und August nur mit bienen- und brutunschädlichen Mitteln behandeln. Blockbehandlung mit Oxalsäure, dampfen oder sprühen.

    Hallo,

    der Milbenfall weicht nach einer Bedampfung für 14 bis 16 Tage deutlich vom natürlichen Milbenfall ab. Viele Milben sterben durch die Bedampfung nicht augenblicklich. Einige retten sich schon geschädigt in die Zelle einer Bienenlarve, werden mit dieser verdeckelt, sterben dann aber in der Zelle während dem Verdeckelungszeitraum. Diese Milben werden dann entweder ausgeräumt oder fallen beim Schlupf der Biene als Milbenleiche aus der Zelle und verfremden damit den natürlichen Milbenfall für den oben genannten Zeitraum deutlich. Herr Dr. Liebig schreibt in seinem Buch "Einfachimkern", dass vom Oxalsäuredampf getroffene Milben mit bis zu bis zu 4 Wochen Verzögerung fallen.

    Also 14 bis 16 Tage deutliche Erhöhung, bis zu 4 Wochen leichte Erhöhung gegenüber dem natürlichen Milbenfall.


    Ich verlasse mich nach einer Bedampfung 4 bis 5 Wochen nicht auf die Windeldiagnose sondern prüfe mit Puderzucker oder CO2.

    Hallo,


    der Liebig-Dispenser ist ein Tellerverdunster, d. h. die Flasche mit der Ameisensäure steht in einem kleinen Teller, der in dem Kunststoff-Unterteil des Dispensers ausgeformt ist.

    Die Verdunstung der 60% Ameisensäure ist abhängig von der Luftfeuchtigkeit im Stock, der Temperatur und der Verdunstungsfläche.

    Der Dampfdruck der Ameisensäure in dem Gemisch aus 60% Ameisensäure und 40 % Wasser ist höher als der Dampfdruck des Wassers.

    Wenn nun ein Zustand vorliegt, der dazu führt, dass die Ameisensäure noch einigermaßen gut verdampft, das Wasser aber eher schlecht, sinkt die Konzentration der Ameisensäure im Docht und im Teller immer weiter und irgendwann steht die Flasche mit der Öffnung im Wasser und dieses blockiert den weiteren Nachfluss der 60% Ameisensäure ganz oder nur für eine gewisse Zeit.

    Dieser Zustand muss nicht auftreten, ist aber nicht selten. Deshalb arbeiten viele Imker weiterhin mit der 85% Ameisensäure. Am besten wäre die Sache mit der reinen Ameisensäure ohne Wasser zu lösen. Das ist aber nicht zulässig.

    Der Wassergehalt der eingesetzten Ameisensäure ist für die Wirkung auf die Milben völlig unerheblich. Hier zählt einzig und allein die Konzentration der Ameisensäure in der Stockluft.

    Die 60 % Ameisensäure kann m. e. in Verbindung mit Liebig oder Nassenheider Dispensern funktionieren, ist aber in so großem Umfang von Störgrößen beeinflusst, dass die Wirksamkeit der Anwendung nicht als hinreichend sicher betrachtet werden kann.

    In der "Bienenpflege" (Zeitschrift des Landesverbandes der Württembergischen Imker) kam vor einigen Monaten ein Test der Nassenheider Verdunster. Eine Abweichung von 50% Abtropfmenge unter gleiche Bedingungen (Laborbedingungen) führte zu der Empfehlung, die Verdunster mit den entsprechenden Dochten vor dem Einsatz mit Wasser auf die Abtropfrate zu testen.

    Ich verwende die 60% Ameisensäure im Wabenlager gegen Wachsmotten.

    Hallo,


    Ich gebe meinen "Wachskuchen" aus dem ich Mittelwände gießen will in den Dampfwachsschmelzer und heize mit 13 kw ein. Mein Wachs wird verflüssigt und bei Bedarf auch nochmal gereinigt (Strumpfhose, Filterflies etc.) Das flüssige Wachs läuft in einen Wachseimer. Diesen stelle ich in einen temperaturgeregelten Einkochtopf und gieße Mittelwände.


    Viele Grüße

    14301

    Hallo,


    1. es könnte sein, dein Honig hat einen zu hohen Wassergehalt und beginnt zu gären. Das halte ich aber mit 16% Wassergehalt nach so kurzer Zeit eher für unwahrscheinlich.


    2. es könnte sein, dass der Anteil an Löwenzahnblüte relativ hoch ist. Löwenzahnhonig schmeckt gut, Der Geruch ist aber "gewöhnungsbedürftig". Ein unumstritten Honigsachverständiger aus dem schwäbischen sagt zu dem Geruch von Löwenzahnhonig, er "seichelet".

    Nachträgliches Trocknen ist sicher mit Aromaverlust verbunden, vor allem bei so einem offenen System, wie hier angepriesen wurde. Wenn es sein muß, dann sollte es schon möglichst schnell und effizient in einem geschlossenen System passieren.

    Und nicht perfekt ist der Trend, den ich merke, sondern Natur.

    Über 19% Wassergehalt sind aber auch nicht nur "nicht perfekt" sondern nicht verkaufsfähig. Das hat nichts mit Naturbelassen zu tun. Der Trend geht auch nicht dorthin solche Plörre zu verkaufen.


    Glücklich ist, wer auch viel Honig um die 16% Wassergehalt geerntet hat, und eine schöne Mischung mit max. 17,5% daraus machen kann, denn das verbessert sogar den Geschmack. Der trockene Honig bekommt dadurch mehr Aroma, finde ich jedenfalls.:P

    Hallo,


    kannst Du mir erklären, wodurch sich ein offenes und ein geschlossenes System bezüglich des Aromaverlustes, falls es diesen geben sollte, unterscheidet.


    Der Unterschied liegt bei einem offenen System an der Gefahr, Staub in den Honig einzutragen. Deshalb empfehle ich, wenn jemand trocknen will, das Ganze nur in picksauberen Räumen und mit picksauberen Gerätschaften durchzuführen, dann funktioniert es gut und es ist kein Staubeintrag feststellbar.


    Ich bin (aus Zeitgründen) Standimker und schleudere normalerweise Anfang Juni und Ende Juli. Da ist der Wassergehalt kein Thema. Es gibt aber Imker, die Sortenhonig haben wollen und da ist der Wassergehalt durchaus ein Thema.


    Das Wasser gehört in angemessenem Umfang in den Honig, ist aber kein qualitätsbestimmendes Merkmal. Wer Honig mit mehr als 17 % Wassergehalt verkaufen will, kann das doch tun. Ich gehe davon aus, dass getrockneter Honig mit 16,5 Prozent Wassergehalt den Ruf des Honigs und der Imkerei weniger schädigt, als Honig der mit 18% nach DIB Richtlinien oder 20% nach der Honigverordnung verkauft wird.


    Was passiert denn mit dem Aromaverlust und all den nachgesagten unguten Veränderungen mit dem Honig, der mit hohem Wassergehalt (über 20 %) von den Bienen in die Honigraumwaben eingetragen wird. Er wird dort mit einer großen Oberfläche gelagert und von den Bienen über Luftaustausch getrocknet. In der Stockluft. Die hat auch keine Reinraumqualität und was passiert dort mit dem Aromaverlust. Bei Massentracht wird teilweise sogar Honig mit über 20% Wassergehalt verdeckelt.

    Ich schrieb Aromaverlust, nicht Annahme von Fremdgerüchen.

    Ich wette, dass ich den Honig blind von dem ungetrockneten der gleichen Charge unterscheiden kann.


    Wolfgang

    Dass Honig mit 19 % Wasseranteil gegenüber Honig mit 16,5 % Wasseranteil einen Geschmacksunterschied aufweist ist klar. Ob das ein Aromaverlust oder eine Aromaveränderung ist, ist Ansichtssache.


    Der Honig erfährt durch den Trocknungsprozess mit dem Plattentrockner, bei dem in den allermeisten Fällen nur 1 - 2 % Wasser entzogen werden keine thermischen, mechanischen oder sonstige Beeinträchtigungen, die die Qualität oder den Geschmack mehr beeinflussen als die gängigen Prozesse wie Schleudern, Rühren, Auftauen etc.