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    Der Ablauf der Honigtrocknung von der Ankunft der Sammlerin im Stock bis zur letztendlichen Einlagerung des Honigs in den Honigraumwaben wird detailliert beschrieben in dem Buch von Dr. Dr. Horn (Imkermeister) und Cord Lüllmann " Der Honig" auf den Seiten 80 bis 86. Die Beschreibung kann ich hier nicht in wenigen Sätzen zusammenfassen.

    Kurz: Es wird der Nektar durch die mit der Honigbereitung befassten Bienen aus der Honigblase ausgewürgt und in flachen Tropfen der 30 - 35 ° warmen Stockluft ausgesetzt und dadurch getrocknet, dabei in kurzen Abständen immer wieder aufgesaugt und wiederum ausgewürgt. Diesen sich in kurzen Abständen wiederholenden Vorgang bezeichnet man als "Lüften des Honigblaseninhaltes". Mit zunehmendem Trockensubstanzgehalt der Ausgangsstoffe wird das Lüften immer schwieriger und bei einem Wassergehalt von ca. 30 % völlig eingestellt. Danach wir der unreife Honig in kleinen Tröpfchen an den Zellwänden oder in dünner Schicht am Zellenboden, mit Vorliebe im Brutnestbereich abgelagert, da hier immer die optimalen Temperaturen von ca. 35° vorherrschen. (Vorausgesetztes gibt dort Platz/Pressing). Nach weitergehender Trocknung wird der Honig dann in den Lagerbereich umgelagert. Bei sog. Läppertrachten funktioniert die Sache insoweit, als der Honig im endgültigen Lagerbereich einen Wassergehalt unter 17 % hat. Bei Massentrachten funktioniert die Sache nicht mehr da die Kapazität der mit der Honigtrocknung befassten Bienen nicht mehr ausreicht. Der Honig wird dann auch mal mit 20% Wassergehalt verdeckelt.


    Was ziehen wir daraus für Erkenntnisse:

    Der Honig wird von den Bienen in einem offenen System getrocknet. Allerdings mit Temperaturen nicht über 35°.

    Wenn nun unser geschleuderter Honig einen Wassergehalt über 17% hat und wir ihn mit einem Honig-Scheibentrockner in einem offenen System mit Temperaturen unter 35% trocknen. Wo ist der große Unterschied. Wo soll der Aromaverlust herkommen, wenn wir ein Verfahren wählen, das dem der Bienen entspricht.

    Die Feuchtigkeit im Keller kann man in den Griff bekommen.


    Bei offenem Honig z. B. mit einem Luftentfeuchter, bei Honig in Lagergebinden z. B. indem man dichte Gebinde verwendet (Edelstahl mit Silikondichtring) oder indem man z. B. Kunststoff- Honigeimer, die nie ganz dicht sind, in Plastiksäcke packt und diese dicht verschließt, damit der Luftraum mit dem Austausch stattfindet eingeschränkt wird und dadurch auch die Menge der Luftfeuchtigkeit mit der der Honig in Kontakt kommt durch den Plastiksack begrenzt wird..


    Viel problematischer bezüglich der längerfristigen Lagerung von Honig, sind Temperaturschwankungen der Lagergebinde. In jedem Gebinde ist zwischen Honigoberfläche und Deckel ein Luftraum. Wenn Temperaturschwankungen auftreten dehnt sich bei Erwärmung die Luft in diesem Luftraum aus und baut Druck auf. Dieser Druck entweicht durch die undichte Deckel/Eimer-Abdichtung. Wenn's dann wieder kälter wird, entsteht Unterdruck und es wird Außenluft in den Eimer gezogen. Man sagt, "Das System atmet". Wenn nun Außenluft in das Lagergebinde gezogen wird, wird diese durch den Honig, der ja hygroskopisch ist, entfeuchtet und die eingezogene Luftfeuchtigkeit sammelt sich im Honig. Besonders interessant sind dann die Vorgänge in eventuell vorhandenen Blasen an der Honigoberfläche. Die Blasen bestehen aus einer sehr dünnen Honigschicht mit einer großen Oberfläche. Wenn diese dünne Honigschicht der Blase Wasser aus der Luft aufnimmt, steigt der Wassergehalt des Honigs in der Blase infolge der vorhandenen großen Oberfläche und der kleinen Honigmenge der Blase sehr schnell an, die Hefen erwachen zum Leben und greifen auf den anderen Honig über.


    Der Keller hat meistens den Vorteil der konstanteren Temperatur, dafür den Nachteil der höheren Luftfeuchtigkeit. Gegen die Probleme der hohen Luftfeuchtigkeit kann man etwas tun, (dichte Gebinde/Plastiksack) gegen die Probleme der Temperaturschwankungen ist' schwieriger.


    Eine gewisse Verbesserung kann man auch erzielen, indem man die Honigoberfläche im Eimer mit Frischhaltefolie abdeckt und so den Luftraum in einem gewissen Umfang vom Honig trennt.


    Letztendlich führt kein Weg daran vorbei, Honig nur mit einem Wassergehalt unter 17 % einzulagern und dann wie oben beschrieben Maßnahmen zu ergreifen, dass dieser Wassergehalt durch geeignete Lagerbedingungen nicht ansteigt.


    Honig mit einem Wassergehalt unter 17 % zu ernten gelingt meistens, aber nicht immer. Den Honig dann schonend zu trocknen kann ich mit meiner Vorstellung von Qualität eher vereinbaren, als einen Honig mit 18% Wassergehalt nach DIB oder gar 20 % Wassergehalt nach der Honigverordnung zu verkaufen. Insbesondere ist dabei zu beachten, dass ich mit dem Verkauf von einem Glas Honig jegliche Kontrolle über Lagerbedingungen und Lagerdauer verloren habe. Wer schon mal gärenden Honig vom Kunden zurückbekommen hat und argumentieren musste, dass das nichts mit der Reinlichkeit bei der Honigernte zu tun hat, sieht manche Dinge ideologiefreier.

    Ich würde mal einen der Altvorderen im Imkerverein fragen, ob nicht jemand im Verein einen Honigtrockner hat. Oft helfen Besitzer derartiger Geräte auch mal aus. Es ist nur niemand scharf darauf dieses an die große Glocke zu hängen.

    Honig durchs Melitherm lassen, in einem trockenen warmen Raum (Kondensationstrockner) Zwischen Melitherm und Abfüllkübel einen Abstand lassen, dass der Wasserdampf von dem erwärmten Honig in die trockene Raumluft abdampfen kann. Es gibt auch Zwischenringe aus Lochblech zu diesem Zweck.

    Soll pro Melitherm- Durchgang etwa ein halbes Prozent Wassergehalt im Honig reduzieren. Wurde mir schon so gesagt, hab's noch nicht selber probiert. Ich selber kenne bessere Verfahren.

    Geht nur bei gedrahteten Drohnenwaben


    Drohnenwabe kalt werden lassen, damit das Wachs fester wird, dann entdeckeln mit der Gabel oder dem Messer, wie beim Honigschleudern. Drohnenbrut über einem Gefäß ausklopfen. Ausgeklopfte Wabe zurückhängen ins Volk. Wird dort gereinigt und neu bestiftet.

    Ich lagere die Waben in einem Zargenturm, unten geschlossen. Bei der obersten Zarge lege ich einen Honigeimerdeckel (25kg) auf die Oberräger. Auf den Deckel lege ich mehrere Lagen Küchenpapier. Wenn das Papier übersteht schneide ich die Ecken ab. Das Papier tränke ich mit AS 60%, AS 85% oder Essigsäure. Dann stelle ich eine Leerzarge mit Deckel darüber, oder nur einen Deckel verkehrt herum, wenn dieser eine Aussparung hat, in die mein Honigeimerdeckel passt.


    Wenn der Küchentuchstapel immer (temperaturabhängig alle 2-8 Wochen) mit Säure feucht gehalten wird, funktioniert die Sache.

    Ich habe zu meiner Temperaturmessung mal eine Frage:


    Das Bienen die BN-Temperatur bewusst regeln, ist mir bekannt. Wird aber auch die Temperatur im HR aktiv gesteuert, bspw. für eine optimale Trocknung?


    Ich frage deshalb, weil ich es frappierend finde, wie konstant die Temperatur im HR gehalten wird, obwohl die Außentemperatur so erheblichen Schwankungen unterliegt.

    Ich gehe davon aus, dass bei dem starken Volk die Heizleistung, die im Brutnest aufgebracht wird, ausreicht auch den Honigraum zu heizen. Warme Luft steigt nach oben und wenn dort keine Öffnung ist, durch die sie entweichen kann staut sie sich oben. Bei schwächeren Völkern reicht einfach die Heizleistung nicht aus um den Honigraum in die Größenordnung der Brutnesttemperatur zu heizen.


    Im zeitigen Frühjahr kann man die brütenden Völker ja auch an der warmen und mit Feuchtigkeit beschlagenen Folie erkennen.

    Ich würde dem Stecher noch ein wenig Zeit geben. So wie sich ein Volk aus nicht bekannten Gründen plötzlich zum Stecher entwickelt, kann die Bösartigkeit auch wieder aufhören. Wenns dann im Mai nicht besser ist, hast du dann eher eine Königin zum Umweiseln wie jetzt.

    Hallo,


    Du kannst auch ein schwarmträges gutes Volk aus dem du nachziehen willst, zum Schwärmen treiben indem Du (schlupfreife) Brutwaben zuhängst (bienenfrei). Wenn im Volk die Anzahl der Ammenbienen ein gewisses Level übersteigt, zieht das Volk Weiselzellen. Damit kannst Du einen Schwarm provozieren oder mit der Brutwabe auf der die Weiselzelle sitzt einen Ableger bilden.


    Das hat bereits Karl Pfefferle empfohlen als Methode zur Ablegerbildung. Die Sache hat den Vorteil, dass die gute genetische Veranlagung auch bezüglich der Schwarmträgheit auf die nachgezogene Königin übergeht.

    Fakt ist doch dass es vor 30 Jahren definitiv keine Zecken auf der schwäbischen Alb gab.

    Ich bin jetzt über 50 und hatte in meiner Jugend und Kindheit keine Zecken.

    Die Zecken gehen nicht an jeden. Ich sammle sie trotz Hosenbeinen in den Socken massenhaft ein, mein Sohn kann praktisch nackig auf unserer Wiese herumhüpfen und bleibt verschont.

    vermutlich riechst Du für die Zecken attraktiver als Dein Sohn.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Haller-Organ


    (wollte jetzt nicht so ins Detail gehen)

    Nicht die Wabenfläche ist entscheidend, sondern der Luftraum im Honigraum. Ich habe bisher mit 6 Waben im Honigraum (Zander) und außen jeweils 2 doppelwabenbreiten oben mit Holz verschlossenen Holz-Futtertaschen begonnen und dann mit zunehmender Wabenfüllung die Futtertaschen gegen Mittelwände oder Leerwaben ausgetauscht. Inzwischen beginne ich mit einem vertikal geteilten Honigraum mit 5 Waben. Den zweiten Honigraum gebe ich erst frei, wenn der erste zu 2/3 gefüllt ist. So müssen die Bienen weniger Luftvolumen ventilieren und können dadurch effektiver die feuchte Honigraumluft gegen die trockenere Außenluft austauschen.


    Die Idee ist nicht von mir. Sie wird von Dr. Dr. Horn in seinen Vorträgen empfohlen.

    Das kommt in erheblichem Umfang auf den Wind an. Ich hatte in der Nähe des Standes einen ziemlich tief eingeschnittenen Bach, der am Ufer auch noch mit Bäumen und Büschen bewachsen war. Bei windigem Wetter flogen viele Bienen in der windgeschützten Zone über dem Wasser. Übrigens nicht nur die Bienen, auch andere Insekten nützen derartige Vorteile. Die Forellen wissen das zu schätzen.