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    bezüglich "Verdacht liegt beim Alkohol"


    Im Thread ""Versuch buckelbrütiges Volk zu vereinen" ist bei #40 und #45 auf eine Dissertation von J. Bauer / Prof. Hüsing

    mit dem Titel: "Versuche zur Frage der Heilbarkeit von buckelbrütigen Bienenvölkern" verwiesen.


    In dieser Dissertation werden Versuche beschrieben eine neue Königin mit Hilfe von Alkohol in ein buckelbrütiges Volk einzuweiseln.


    Dort wird beschrieben .......... bei allen Versuchen war nach Zugabe der Versuchslösung (Alkohol in verschiedenen Konzentrationen) bei den Bienen eine mehr oder weniger große Fluchtreaktion festzustellen. Deshalb wurde die Verwendung eines Absperrgitters vor dem Flugloch notwendig. Ansonsten ist immer die Gefahr vorhanden, daß die neu zugesetzte Königin die Beute durch das Flugloch wieder verlässt. .................


    Bei Dir geht's zwar nicht ums Einweiseln einer Königin, aber die Reaktion der Bienen auf das Einbringen von Alkohol in die Beute könnte zu vergleichbaren Fluchtreaktionen geführt haben.

    Es gibt ein Referat (1968) von Prof. Hüsing vom zoologischen Institut der Universität Halle. Publiziert 1968 von der Lehr- und Forschungsanstalt für Bienenzucht Tälermühle. VVB Tierzucht.

    J. Bauer


    Titel: Versuche zur Frage der Heilbarkeit von buckelbrütigen Bienenvölkern.


    Unter 1. "Die Heilung von buckelbrütigen Bienenvölkern durch Zusetzen einer neuen Königin" werden Versuche geschildert, bei denen die neue Königin gleichzeitig mit Alkohol/Primasprit und Pflanzenextrakten einem buckelbrütigen Volk zugesetzt wird. Es wurde 15 bis 20 ml Primasprit verwendet. Die Methode hat sich offensichtlich nicht durchgesetzt, ich habe mit Ausnahme dieser Publikation nie etwas davon gehört.


    Interessant sind aber die in diesem Zusammenhang ermittelten Vorgänge in einem drohnenbrütigen Volk.


    Die sogenannte Inkubationszeit, d. h. die Zeit in der nach einem Verlust der Königin eierlegende Arbeitsbienen auftreten, schwankt zwischen 7 und 45 Tagen im Durchschnitt beträgt sie ca. 23 Tage.

    die kurze Inkubationszeit von 7 Tagen trat bei Völkern auf, die keine Brut hatten und bei denen die Königin beim Begattungsflug verloren ging.

    Die langen Inkubationszeiten traten bei Völkern auf, die viel und vor allem auch junge Brut hatten und bei denen die legende und intakte Königin entfernt wurde.

    Es wurden bei ca. 15% der Arbeiterinnen Ovarien mit legereifen Eiern gefunden.


    Die Rückbildung der Ovarien bei Drohnenmüttern nach Zusetzen einer neuen Königin geht relativ schnell. Nach ca. 6 Tagen wurden nur noch einzelne Drohnenmütter gefunden, nach 10 Tagen keine mehr.


    Die Flugfähigkeit der Drohnenmütter ist nicht eingeschränkt und die Drohnenmütter kommen problemlos durch ein Absperrgitter. Bei Versuchen wurden bei 10% der zurückgeflogenen Bienen aus abgekehrten Völkern Ovarien mit legereifen Eiern gefunden.


    Die Weiselunruhe, die nachdem Verlust der Königin auftritt hört auf, wenn sich legende Drohnenmütter gebildet haben. Die Völker sind dann ruhig.


    Ich habe auf drohnenbrütige Völker schon über ein bienendichtes Sperrgitter Ableger oder Begattungskästchen mit eigenem Flugloch aufgesetzt, das Sperrgitter nach ca. 10 Tagen entfernt und die Völker vereinigt. Die Königinnen haben fast immer überlebt. Im Frühjahr bringt die Sache etwas, das drohnenbrütige Volk unterstützt den Ableger beim Brutgeschäft. Im Spätherbst bringt's nicht viel, da die Bienen aus dem drohnenbrütigen Volk doch meistens alte Tanten sind, die dann den Winter nicht überstehen.

    Das ist überhaupt nicht geil, aber leider intensiv in Gebrauch.


    Du hast schon recht mit Deiner Aufstellung. Die Meinungsvielfalt ist aber in vielen Bereichen ein Problem. Du kannst nur daran arbeiten, so gut wie möglich zu eigenen Erkenntnissen zu kommen.


    Spruch von August von Berlepsch:

    "Vor allem lernt Theorie, sonst bleibt ihr Stümper ein Leben lang."


    Dort wo es ohne praktischen Rat nicht geht, würde ich mich an einen erfahrenen Imker meines Vertrauens wenden und dessen Rat dann aber konsequent umsetzen. In der nächsten Saison hast Du dann mehr Erfahrung und kannst die Methode bei Bedarf verändern.


    Idiotensichere Imkerei gibt's nicht und idiotensichere Varroabehandlung gibt's schon zweimal nicht.

    So, und damit wir nun alle schlauer werden und nicht komisches Zeug kaufen: Welcher Schmelzer ist nun empfehlenswert?


    Grüße

    Holger

    Für eine Empfehlung müsste man wissen wie viel und was Du einschmelzen möchtest.

    -Willst Du von 5 Völkern Altwaben einschmelzen und hast dazu relativ viel Zeit oder machst du bei 200 Völkern Brutentnahme und willst die Waben mit der Brut komplett und sofort einschmelzen.

    -Kannst Du mit Gasbrenner arbeiten oder willst Du unterflur (Im Keller) arbeiten, dann kann ein Gasbrenner problematisch sein.

    -usw.

    Ohne die Rahmenbedingungen zu kennen ist ein sinnvoller Rat unmöglich.

    Ok, danke Bernd für die Info!

    Es heißt immer, man soll alle 3 Tage bedampfen. Daran hab ich mich bisher gehalten. Möglichst engmaschig.

    Werden dabei nicht auch die Milben erwischt, die in der offenen Wabe sind?

    Ich bin der Meinung, dass das auch mit den Oxalsäure-Kristallen zusammen hängt, die sich max. 2-3 Tage in der Beute halten.

    Oder hat das was mit den Milben zutun, die (wie du ja auch schreibst) 2 Tage vor der Verdeckelung in die Zelle steigen? Dann erwische ich die Milben in der Zelle auch nicht, wenn ich alle 4 Tage behandel, oder?

    Grundsätzliches zur Blockbehandlung

    Da sich bei brütenden Bienenvölkern der Großteil der Varroamilben in der Bienenbrut befindet und der Oxalsäuredampf nicht in den Brutzellen der Bienen wirkt, braucht es ein Behandlungsverfahren, das trotzdem die Milben erfolgreich reduziert. Dabei ist auch die Wirkungsdauer des Oxalsäuredampfes zu beachten, die nach meinen Rückschlüssen aus Behandlungsergebnissen nicht über einen Tag hinausgeht.


    Mit diesem Vefahren, einer Blockbehandlung wird erreicht, dass über einen Zeitraum von 14 bis 18 Tagen so viel Oxalsäuredampf in der Beute vorhanden ist, dass es möglichst wenigen Milben gelingt, sich diesem Dampf nach dem Schlüpfen zu entziehen und eine Brutzelle neu zu parasitieren. Am Ende der Blockbehandlung sind alle Bienen, die vor Beginn der Bedampfung parasitiert wurden geschlüpft, die mit den Bienen schlüpfenden Milben wurden weitgehend vom Oxalsäuredampf abgetötet. Eine erneute Parasitierung wurde weitgehend unterbunden. Damit sollte abhängig von den Bedampfungsabständen die Anzahl der Milben im Volk deutlich reduziert sein.

    Konkret ist eine Blockbehandlung die mehrfache Anwendung von Oxalsäuredampf in einem regelmäßigen Abstand über die Zeit von einem Reproduktionszyklus der Milbe. Die Zykluszeit entspricht dem Verdeckelungszeitraum einer Bienen-Brutzelle (13 Tage bei Arbeiterinnenbrut / 15 Tage bei Drohnenbrut) plus 2 Tage, da die Milbe ja schon 1-2 Tage vor der Verdeckelung der Bienen-Brutzelle zu der Bienenlarve in die Brutzelle schlüpft und dort vom Oxalsäuredampf geschützt ist. So kommt die Rechnung mit 14 - 18 Tagen zustande.


    Die Jungmilben legen zwischen dem Schlüpfen und dem ersten Brutzyklus eine Pause von 7 Tagen ein. Diese Zeit wird als phoretische Phase bezeichnet und dient der Eireifung. Die Jungmilben sind in dieser Zeit ca. 5 Tage auf einer Biene und schlüpfen ca. 1-2 Tage vor Verdeckelung in die Brutzelle einer Biene. Die Muttermilben haben eine kürzere phoretische Phase, da bei Ihnen die Eireifung bereits fortschreitend im Gang ist. Nur in dieser Zeit, die die Milben außerhalb einer Bienen-Brutzelle verbringen, können sie von der Oxalsäure kontaminiert und abgetötet werden. So ergibt sich für die Jungmilben für die Bedampfung eine maximale Taktzeit von 5 Tagen. Da die Muttermilben eine kürzere und nicht so konkret bestimmbare phoretische Phase haben als die Jungmilben können diese nicht alle von einer Blockbehandlung erfasst werden. Deshalb ist eine vollständige Abtötung der Varroamilben auch durch eine Blockbehandlung nicht möglich. Der Behandlungserfolg ist aber im Vergleich zu anderen Behandlungsverfahren trotzdem sehr gut, da die Mutter- oder Altmilben auch ohne Behandlung nur zu einem geringen Teil mehr als eine Brutphase erleben.


    Es sind folgende Varianten einer Blockbehandlung gängig.

    4 x bedampfen im Abstand von 5 Tagen

    5 x bedampfen im Abstand von 4 Tagen
    6 x bedampfen im Abstand von 3 Tagen

    Je kleiner der zeitliche Abstand der Bedampfungen ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit neue Parasitierung zu vermeiden und die Zahl der Milben im Volk zu verringern.

    Wie schon geschrieben, mache ich im Sommer eine Blockbehandlung 5 mal alle 4 Tage und dann im Herbst alle 3 bis 4 Wochen eine Bedampfung. Dadurch erreiche ich, dass die Parasitierungsrate bei der jahreszeitlich bedingten Reduzierung der Bienenbrut nicht ansteigt.

    Daher 5x bedampfen alle 3 Tage -> 13 Tage von der ersten Behandlung bis zur letzten.

    Damit sollte man dann auch alle erwischt haben, die bei der ersten Behandlung schon in offenen Zellen waren.


    Kann es sein, dass die Hitze den Milben zusetzt, bzw. ihre Entwicklung hemmt?

    Ich befürchte, wir bekommen die große Klatsche sowieso erst wieder im September/Oktober.

    Hallo,


    5 x bedampfen alle 3 Tage bedeutet


    Tag 0 / 3 / 6 / 9 / 12

    Die Milbe steigt 1-2 Tage vor der Verdeckelung zu der Larve in die Zelle, und ist dann 12-13 Tage verdeckelt. Also vom Einstieg bis zum Schlupf 13 bis 15 Tage.

    Bei Deinen 5 x alle 3 Tage kommen die Milben, die kurz vor der ersten Bedampfung zu der Larve in die Zelle gestiegen sind davon.

    Ich bedampfe 5 x alle 4 Tage, also Tag 0 / 4 / 8 / 12 / 16. Damit erwische ich die phoretischen Milben sehr weitgehend.

    Hallo,


    ich habe vor Jahren nicht ganz billige Mittelwände, garantiert rückstandsfrei, das Wachs aus Afrika gekauft. Bei einem sehr seriösen Händler, der was von Wachs versteht.


    Ich gehe davon aus, dass das Wachs des Theadstarters nach dem Ausschmelzen etwa so riecht, wie meine damaligen Mittelwände.


    Die Bienen hat's nicht gestört.

    Hallo Bienerich,


    Die gängigen Schadschwellenzahlen sind auf Wirtschaftsvölker ausgerichtet. Meines Erachtens kann man einen Umrechnungsfaktor ermitteln indem man die Brutwaben ins Verhältnis setzt.

    Ich würde mich aber nicht auf eine einzelne dreitägige Auswertung verlassen. Wenn Du nach mehrmaliger Gemülldiagnose eine Überschreitung der Schadschwelle ermittelst, würde ich Ableger im Juli und August nur mit bienen- und brutunschädlichen Mitteln behandeln. Blockbehandlung mit Oxalsäure, dampfen oder sprühen.

    Hallo,

    der Milbenfall weicht nach einer Bedampfung für 14 bis 16 Tage deutlich vom natürlichen Milbenfall ab. Viele Milben sterben durch die Bedampfung nicht augenblicklich. Einige retten sich schon geschädigt in die Zelle einer Bienenlarve, werden mit dieser verdeckelt, sterben dann aber in der Zelle während dem Verdeckelungszeitraum. Diese Milben werden dann entweder ausgeräumt oder fallen beim Schlupf der Biene als Milbenleiche aus der Zelle und verfremden damit den natürlichen Milbenfall für den oben genannten Zeitraum deutlich. Herr Dr. Liebig schreibt in seinem Buch "Einfachimkern", dass vom Oxalsäuredampf getroffene Milben mit bis zu bis zu 4 Wochen Verzögerung fallen.

    Also 14 bis 16 Tage deutliche Erhöhung, bis zu 4 Wochen leichte Erhöhung gegenüber dem natürlichen Milbenfall.


    Ich verlasse mich nach einer Bedampfung 4 bis 5 Wochen nicht auf die Windeldiagnose sondern prüfe mit Puderzucker oder CO2.