Beiträge von 14301

    Das Problem lässt sich einfach lösen, indem man Honig auf das Refraktometer aufbringt, zuklappt und dann 10 Minuten wartet. Dann ist die Verdunstung durch die "Refraktometerklappe" aufgehoben und die Temperaturen gleichen sich an.

    Hallo,


    ich gehe davon aus, dass es sich um Temperaturunterschiede zwischen Refraktometer und Honig handelt.

    Bei allen Refraktometern, die ich kenne, wird nach einigen Minuten die Trennung der Farbbereiche, die den Wert anzeigt schärfer / schmaler. Ich warte deshalb immer einige Minuten.


    Wenn sich dein Honig und das Refraktometer im gleichen Raum befinden, bedeutet das nicht, dass beide auch dieselbe Temperatur haben. Der Honig enthält Wasser, das Wasser verdunstet und entzieht dem Honig Wärme. Landläufig als Verdunstungskälte bezeichnet. Den meisten bekannt von der kalten Badehose.

    Die Temperatur im Teelichtverdampfer ist ungesteuert, vielfach zu hoch und führt zur Zersetzung der OXS.

    Das halte ich nicht für das Problem. Auch beim Varrox ist die Temperatur ungesteuert. Gibt man die OS auf den Verdampfer, bevor man erhitzt, ist das aber kein Problem, weil eine kritische Temperatur erst erreicht wird, wenn die OS ohnehin verdampft ist.

    Die Frage ist eher, ob der Teelichtverdampfer heiß genug wird und die OS in angemessener Zeit verdampft (genauer: sublimiert).


    Wolfgang

    Der Teelichtverdampfer ist so konstruiert, dass die Verdampferpfanne so wenig Masse hat, dass die von dem Teelicht eingebrachte Energie ausreicht, ca. 2 g Oxalsäuredihydrat zu sublimieren. Das dauert etwa 10 Minuten, bis die Sublimation beginnt und ist dann nach etwa einer halben Stunde abgeschlossen. Von den 2 g kommen vermutlich weniger als die Hälfte bei den Bienen an. Der Rest bildet einen Niederschlag in der Leerzarge. Die Menge, die bei den Bienen ankommt reicht aber völlig aus.


    Deine Frage, ob der Teelichtverdampfer heiß genug wird und überhaupt funktioniert, ist durch inzwischen tausende Anwendungen die funktioniert haben, beantwortet. Inzwischen wird das Verfahren auch von Profis, die die Teelichtverdampfer in 3stelligen Stückzahlen einsetzen angewandt. Das Prinzip stammt von einem bekannten Bienenwissenschaftler. Ich habe nur das Stövchen so optimiert, dass die Energie des Teelichtes zu Sublimation ausreicht.


    Der verzögerte Start der Sublimation hat den Vorteil, dass ich den Kasten schon lange geschlossen habe bevor Oxalsäuredampf entsteht. Wenn ich gegen den Wind arbeite, komme ich nie mit Sublimat in Kontakt. Dadurch ist das Verfahren sehr anwenderfreundlich und ich brauche keine Schutzausrüstung wie bei einem Gasangriff im Krieg. Mir reichen Einmalhandschuhe. Eine Brille trage ich sowieso ständig.

    Die Temperatur im Teelichtverdampfer ist ungesteuert, vielfach zu hoch und führt zur Zersetzung der OXS. Dabei entsteht Ameisensäure, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid. Manch' einer hält die genannten Substanzen auch für die am Ende tatsächlich wirksamen Agenzien.;)


    Wie auch immer, die Dosierung muss stimmen. Und wieviel am Ende als kondensiert OXS-Staub, als AS, CO oder CO2 in der Milbe ankommt, ist aus meiner Sicht damit schon recht unübersichtlich.

    Wenn Du Wasser erhitzt um es zu verdampfen, kannst Du z. B. mit einem Gasbrenner einige hundert Grad an deinen Topfboden bringen. Das Wasser wird sich bei normalem Luftdruck kaum über 100° erwärmen lassen. Die Energie, die eingebracht wird, wenn das Wasser schon 100° hat, führt dazu, dass das Wasser verdampft. Auch der Dampf hat bei Normaldruck nicht über 100°.


    Wenn Du Oxalsäure sublimieren willst, wird Dir das nicht gelingen, wenn Du diese in einen Verdampfer mit 157° einbringst. Da verdampft lediglich der Wasseranteil des Oxalsäuredihydrats. Eine vernünftige Sublimation beginnt, wenn der Verdampfer etwa 190 Grad hat. Ich habe das getestet, indem ich Oxalsäuredihydrat in ein Gefäß einbrachte, das in Thermoöl eintauchte. Dann habe ich das Thermoöl langsam erhitzt.


    Ich gehe davon aus, dass die Oxalsäure analog zum Wasser, bei Normaldruck nicht über 157 Grad erhitzt werden kann, weil sie sich der weiteren Erwärmung durch Sublimation entzieht.

    Ich verdampfe mit Teelichtverdampfern. Dabei komme ich nur mit der kristallinen Oxalsäure in Kontakt, überhaupt nicht mit Oxalsäuredampf. Als Schutz reichten mit Handschuhe (Latex Einmalhandschuhe) und eine Brille. Die Brille dient nur dazu, zu vermeiden, dass ich versehentlich mit den Oxalsäure kontaminierten Handschuhen ins Auge fasse.

    Mit einer Oxalsäredampf Blockbehandlung (5x alle 4 Tage oder 6x alle 3 Tage) bekommst Du die Milben auch zu dieser Jahreszeit unter die Schadschwelle ohne die Bienen weiter zu schädigen. Inwieweit die Winterbienen durch Faktorenkrankheiten geschädigt sind, erschließt sich erst im Frühjahr. Ich wäre da aber nicht so pessimistisch.

    Für die Bienen ist die Königin eine Königin und der Zuckerteigverschluß eine Tracht. Ich gehe nicht davon aus, dass sie so klug sind und bewusst den Zuckerteigverschluß fressen, um die Königin freizubekommen. Wenn attraktivere Tracht vorhanden ist, lassen sie den Zuckerteig Zuckerteig sein und beschäftigen sich mit der besseren Tracht. Bei mir wurde schon Zuckerteig auf den Oberträgern alt und hart, ohne dass sich die Bienen wesentlich darum gekümmert hätten.


    Ich verwende zum Freifressen einen Futterteig aus Puderzucker und Honig, so gemischt, dass er gerade so fest ist, dass auch in der Stocktemperatur nichts läuft. Diese Mischung wird nicht so schnell hart, und außerdem da sehr attraktiv, immer schnell angenommen. Der Teig ist lange haltbar und in einem 250 Honigglas in meiner Imkerkiste immer vorrätig.


    Der Tipp stammt von Dr. Dr. Horn aus einem Vortrag beim Imkerverein.

    bezüglich "Verdacht liegt beim Alkohol"


    Im Thread ""Versuch buckelbrütiges Volk zu vereinen" ist bei #40 und #45 auf eine Dissertation von J. Bauer / Prof. Hüsing

    mit dem Titel: "Versuche zur Frage der Heilbarkeit von buckelbrütigen Bienenvölkern" verwiesen.


    In dieser Dissertation werden Versuche beschrieben eine neue Königin mit Hilfe von Alkohol in ein buckelbrütiges Volk einzuweiseln.


    Dort wird beschrieben .......... bei allen Versuchen war nach Zugabe der Versuchslösung (Alkohol in verschiedenen Konzentrationen) bei den Bienen eine mehr oder weniger große Fluchtreaktion festzustellen. Deshalb wurde die Verwendung eines Absperrgitters vor dem Flugloch notwendig. Ansonsten ist immer die Gefahr vorhanden, daß die neu zugesetzte Königin die Beute durch das Flugloch wieder verlässt. .................


    Bei Dir geht's zwar nicht ums Einweiseln einer Königin, aber die Reaktion der Bienen auf das Einbringen von Alkohol in die Beute könnte zu vergleichbaren Fluchtreaktionen geführt haben.

    Es gibt ein Referat (1968) von Prof. Hüsing vom zoologischen Institut der Universität Halle. Publiziert 1968 von der Lehr- und Forschungsanstalt für Bienenzucht Tälermühle. VVB Tierzucht.

    J. Bauer


    Titel: Versuche zur Frage der Heilbarkeit von buckelbrütigen Bienenvölkern.


    Unter 1. "Die Heilung von buckelbrütigen Bienenvölkern durch Zusetzen einer neuen Königin" werden Versuche geschildert, bei denen die neue Königin gleichzeitig mit Alkohol/Primasprit und Pflanzenextrakten einem buckelbrütigen Volk zugesetzt wird. Es wurde 15 bis 20 ml Primasprit verwendet. Die Methode hat sich offensichtlich nicht durchgesetzt, ich habe mit Ausnahme dieser Publikation nie etwas davon gehört.


    Interessant sind aber die in diesem Zusammenhang ermittelten Vorgänge in einem drohnenbrütigen Volk.


    Die sogenannte Inkubationszeit, d. h. die Zeit in der nach einem Verlust der Königin eierlegende Arbeitsbienen auftreten, schwankt zwischen 7 und 45 Tagen im Durchschnitt beträgt sie ca. 23 Tage.

    die kurze Inkubationszeit von 7 Tagen trat bei Völkern auf, die keine Brut hatten und bei denen die Königin beim Begattungsflug verloren ging.

    Die langen Inkubationszeiten traten bei Völkern auf, die viel und vor allem auch junge Brut hatten und bei denen die legende und intakte Königin entfernt wurde.

    Es wurden bei ca. 15% der Arbeiterinnen Ovarien mit legereifen Eiern gefunden.


    Die Rückbildung der Ovarien bei Drohnenmüttern nach Zusetzen einer neuen Königin geht relativ schnell. Nach ca. 6 Tagen wurden nur noch einzelne Drohnenmütter gefunden, nach 10 Tagen keine mehr.


    Die Flugfähigkeit der Drohnenmütter ist nicht eingeschränkt und die Drohnenmütter kommen problemlos durch ein Absperrgitter. Bei Versuchen wurden bei 10% der zurückgeflogenen Bienen aus abgekehrten Völkern Ovarien mit legereifen Eiern gefunden.


    Die Weiselunruhe, die nachdem Verlust der Königin auftritt hört auf, wenn sich legende Drohnenmütter gebildet haben. Die Völker sind dann ruhig.


    Ich habe auf drohnenbrütige Völker schon über ein bienendichtes Sperrgitter Ableger oder Begattungskästchen mit eigenem Flugloch aufgesetzt, das Sperrgitter nach ca. 10 Tagen entfernt und die Völker vereinigt. Die Königinnen haben fast immer überlebt. Im Frühjahr bringt die Sache etwas, das drohnenbrütige Volk unterstützt den Ableger beim Brutgeschäft. Im Spätherbst bringt's nicht viel, da die Bienen aus dem drohnenbrütigen Volk doch meistens alte Tanten sind, die dann den Winter nicht überstehen.

    Das ist überhaupt nicht geil, aber leider intensiv in Gebrauch.


    Du hast schon recht mit Deiner Aufstellung. Die Meinungsvielfalt ist aber in vielen Bereichen ein Problem. Du kannst nur daran arbeiten, so gut wie möglich zu eigenen Erkenntnissen zu kommen.


    Spruch von August von Berlepsch:

    "Vor allem lernt Theorie, sonst bleibt ihr Stümper ein Leben lang."


    Dort wo es ohne praktischen Rat nicht geht, würde ich mich an einen erfahrenen Imker meines Vertrauens wenden und dessen Rat dann aber konsequent umsetzen. In der nächsten Saison hast Du dann mehr Erfahrung und kannst die Methode bei Bedarf verändern.


    Idiotensichere Imkerei gibt's nicht und idiotensichere Varroabehandlung gibt's schon zweimal nicht.

    So, und damit wir nun alle schlauer werden und nicht komisches Zeug kaufen: Welcher Schmelzer ist nun empfehlenswert?


    Grüße

    Holger

    Für eine Empfehlung müsste man wissen wie viel und was Du einschmelzen möchtest.

    -Willst Du von 5 Völkern Altwaben einschmelzen und hast dazu relativ viel Zeit oder machst du bei 200 Völkern Brutentnahme und willst die Waben mit der Brut komplett und sofort einschmelzen.

    -Kannst Du mit Gasbrenner arbeiten oder willst Du unterflur (Im Keller) arbeiten, dann kann ein Gasbrenner problematisch sein.

    -usw.

    Ohne die Rahmenbedingungen zu kennen ist ein sinnvoller Rat unmöglich.