Beiträge von 14301

    Lederhosen trage ich seit Jahren bei der Jagd und beim Imkern. Dazu Wanderstiefel. Die Zecken mögen das Leder nicht. Hilft zwar nicht hundertprozentig, aber statt 200 im Jahr habe ich nur noch 2 bis 4.


    Außerdem sind die Lederhosen ziemlich stichfest, was für einen Bienengiftallergiker wichtig ist.

    Das weisellose Volk über einen Zwischenboden mit Riechgitter auf das Weiselrichtige aufsetzen. Nach ca. 10 Tagen haben sich die Drohnenmütterchen unter dem Pheromoneinfluss der Königin zu normalen Arbeiterinnen zurückgebildet, man kann den Zwischenboden wegnehmen und die Völker ohne weitere Maßnahmen vereinigen.

    Von "verdeckelt" habe ich nicht geschrieben. Bei "verdeckelt" ist die Sache sehr ernst. Aber vor "verdeckelt kommen noch mehrere Brutstadien. Willst Du jeden Zusammenhang der Brutsituation mit dem Status des Schwarmgeschehens verneinen?


    Ich habe versucht eine Verifizierung des Ernstes der Lage zu kommunizieren und es gibt einfach nicht nur Krieg und Frieden. Ich hatte schon in sehr vielen Völkern Schwarmzellen und konnte diese Völker mit angepassten Mitteln am schwärmen hindern.


    Es ist nicht nur eine Frage, ob man Alkohol trinkt, sondern es ist wesentlich, wieviel davon.

    Hallo Uwe,


    ich habe die letzten Jahre mit meiner geschilderten Klassifizierung "einigermaßen" gute Erfahrungen gemacht.


    Ich wollte eigentlich nur darstellen, dass es mit der Beurteilung der Schwarmneigung eines Volkes nicht nur 1 und 0 gibt, sondern dass auch hier eine breitere Fächerung existiert. Die Folge ist, dass es im Management der Schwarmproblematik auch nicht nur 1 und 0 gibt, sondern in einem gewissen Umfang eine differenzierte Reaktion sinnvoll ist.


    Ich gestehe aber zu, dass mein Erfahrungshorizont gegenüber dem Deinen, sicher auf geringeren Völkerzahlen und zwar langjährigen, eventuell aber nicht topaktuellen Erkenntnissen basiert.


    Das sinnvolle Maß bezüglich der eingesetzten Handlungsoptionen muss sich leider auch weiterhin jeder selbst erarbeiten. Daran führt kein Rat aus dem Forum vorbei.

    Weiselzelle(n) allein in einem Volk zu haben stellen noch keine verifizierbare Aussage dar. Der Schwarm ist einfach die natürliche Vermehrung des Bien.


    Wichtig ist dabei wie es mit der Brut aussieht.


    Phase 1: Außer der Weiselzelle noch stehende Stifte?

    (Die Immen denken über die Vermehrung nach.)


    Phase 2: Außer der Weiselzelle nur noch liegende Stifte?

    (Die Vermehrerfraktion gewinnt die Oberhand.)


    Phase 3: Außer der Weiselzelle nur noch junge Maden?

    (Die Vermehrungsplanung läuft, die Königin wird abgespeckt.)


    Phase 4: Außer der Weiselzelle keine unverdeckelte Brut oder nur Brut, kurz vor der Verdeckelung?

    (Der Schwarm ist bereits organisiert und bereitet sich auf den Abflug vor.)


    Abhängig vom Brutbild kann die Situation beurteilt werden. Während der ersten beiden Phasen ist auch noch eine Verhaltensänderung des Bien in Abhängigkeit vom Wetter, der Trachtsituation oder milder imkerlicher Eingriffe, wie Brutreduzierung etc. möglich.


    Bei Phase 3 + 4 haben sich die Bienen zum schwärmen entschlossen, da bedarf es dann schon massiverer Aktionen, wie Zwischenbodenableger etc. wenn man den Schwarm verhindern will. Der Erfolg der schwarmverhindernden Maßnahmen ist dann bereits fraglich.

    Als erste Maßnahme, die nicht immer aber oft ausreicht, setze ich einen gut mit Bienen besetzten Honigraum des schwarmtriebigen Volkes über eine Bienenflucht auf den oder die Honigräume eines schwachen Volkes oben auf. Das ganze eine Nacht oder wenn es die Temperaturen zulassen auch einen Tag. Damit habe ich auf einfache Weise einen Teil der Jungbienen, die in dem Spendervolk für die Schwarmlust zuständig sind, aus dem Volk entfernt und den Schwächling verstärkt. Dann setze ich den nahezu bienenleeren Honigraum wieder zurück.


    Wenn ich keine Buchführung über den Honigertrag der einzelnen Völker betreibe geht die Sache auch ohne Bienenflucht und der Honigraum bleibt auf dem Schwächling.

    .........................- Du hast wohl 2 Weiselzellen übersehen gehabt, ein Fehler den Du hoffentlich nicht noch einmal machst ;-) ...

    Wenn Du diesen Fehler ernsthaft nicht mehr machen willst, musst Du aufhören zu imkern.

    wenn ich von einem Volk vermehre, das (genetisch betrachtet) vermehrungswürdig ist.

    Nun, so ein Volk hat keine Schwarmzellen, oder sind meine Ansprüche zu hoch? ;-)

    Das Volk würde normalerweise keine Schwarmzellen ziehen, weil es ja schwarmträge ist.


    Dadurch, dass ich dem Volk aus dem ich vermehren möchte von anderen Völkern Brutwaben (möglichst mit schlupfreifer Brut) zuhänge (ich schröpfe zur Dämpfung des Schwarmtriebes in den Spendervölkern), steigere ich in dem Empfängervolk die Anzahl der Ammenbienen auf ein Maß, bei diese nicht mehr alle mit der Brutpflege beschäftigt sein können. Die überproportionale Anzahl der Ammenbienen im Empfängervolk führt dann dazu, dass auch schwarmträge Völker zum Ansatz von Schwarmzellen getrieben werden, wobei die Genetik der Königin aus diesen Schwarmzellen aus der Genetik der schwarmträgen (vermehrungswürdigen) Königin stammt. Die Sache habe ich aus dem Buch von Karl Pfefferle. Sie wurde und wird von mir und einigen, denen ich sie schon empfohlen habe, mit Erfolg betrieben. Die "Basisimker" arbeiten auch mit der Methode.


    Ob ich als "Kleinimker" überhaupt vermehrungswürdige Völker habe, beziehungsweise ob ich die Qualität meiner Völker überhaupt objektiv einschätzen kann, ist eine andere Baustelle. Bei Reihenaufstellung sind vorzugsweise die Völker am Rand die stärksten. Das kommt aber nicht unbedingt von einer guten Königin, sondern es daher, dass diese Völker die meisten Bienen, die sich verfliegen einsammeln.


    Ob ich als Kleinimker nicht besser Krabbelzellen oder Königinnen von einem Züchter meines Vertrauens kaufe, ist nochmal eine andere Baustelle.

    Die Vermehrung über Schwarmzellen geht (nach Pfefferle) relativ sicher und führt zu guten Ergebnissen, wenn ich von einem Volk vermehre, das (genetisch betrachtet) vermehrungswürdig ist.


    Da das vermehrungswürdige Volk schwarmträge ist und freiwillig keine Schwarmzellen ansetzt, hänge ich dort solange bienenfreie Brutwaben zu, bis sich die Ammenbienen auf die Füße treten und trotz eigentlicher Schwarmträgheit Weiselzellen ansetzen. Mit diesen bilde ich dann Ableger.


    Für kleinere Imkereien ein einfaches und relativ sicheres Verfahren. Voraussetzung ist natürlich, dass ein vermehrungswürdiges Volk am Stand ist.

    Alljährlich stelle ich auch fest, dass Völker welche im Hochsommer keinen nennenswerten Varroadruck hatten, plötzlich im Spätsommer (September) vereinzelt eine starke Zunahme der Varroa aufweisen.

    Vom Frühjahr bis zum Hochsommer nimmt der Brutumfang zu und die Varroen nehmen zu. Die zunehmenden Varroen verteilen sich auf die zunehmende Brut und die Parasitierungsrate bleibt im Rahmen. Der Varroabefall wird wenig auffällig, auch wenn er relativ hoch ist.


    Im Hochsommer hat ein Volk (um einfach zu rechnen) 30 000 Bienen. Diese leben im Hochsommer etwa drei Wochen. Es fliegen also pro Woche etwa 10 000 Bienen zum Sterben aus der Beute. Wenn nur jede hundertste eine Varroa mitnimmt, werden im Monat 400 Varroen aus dem Volk mit den sterbenden Bienen hinausgetragen.


    Nach der Sommersonnwende und dem Trachtende (Mitte / Ende Juli) vermehren sich die Varroen weiter, die Bienen werden aber langlebiger, es werden weniger Varroen ausgetragen und die Brut wird weniger, die Parasitierungsrate steigt an. Der Varroabefall wird ganz plötzlich viel besser sichtbar und wirkt sich viel mehr aus.


    Deshalb ist es sinnvoll und notwendig, unmittelbar nach dem Trachtende die Anzahl der Varroen im Volk unverzüglich und deutlich zu reduzieren. Wer hier auf Mittel oder Verfahren setzt, die nicht effektiv und zuverlässig wirken, kann im Herbst abräumen. Ich meine damit nicht brachial wirkende Chemie. Man hat in den letzten Jahren viel dazugelernt und mit Brutentnahme etc. auch effektive biologische Verfahren erarbeitet. Manchmal hilft es auch auch, wenn man nur die Urlaubsplanung etwas am Bienenwohl orientiert.


    Die Imker, die definitiv Spättrachten nutzen, brauchen dafür eine speziell zugeschnittene Betriebsweise mit dafür ausgeklügelten Verfahren.


    Deshalb zählt Ende Juli und Anfang August jede Woche mit effektiven Maßnahmen um den Großteil der Varroen loszuwerden. Die moderat wirkenden Mittel oder Verfahren kann man ja einsetzen um die die Hauptbehandlung überlebenden Varroen im Herbst einzudämmen.


    Mit dem Einsperren von Königinnen in kleinen Käfigen habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Völker dann oft umweiseln. Vermutlich, weil sie die Königin als minderwertig betrachten, wenn sie wenig legt, was ja in dem kleinen Käfig zwangsläufig der Fall ist. Wenn man sowieso umweiseln will, ist egal. Wenn man die Königin behalten will, geht's mit Wabentaschen besser.