Beiträge von 14301

    Da ich kein facebook-Fan bin, schreib doch mal, wie das auf die Var. wirken soll oder "man" fragt, den, der es in Südamerika nutzt und damit zufrieden ist - wie kommt das "Zeug" zur Milbe interessiert mich - sollen die alle über das getränkte Tuch laufen oder verteilt sich Oxalsäure auch ohne erhitzt zu werden und ohne vernebelt zu werden...

    Ich kenne Experimente von Simon Hummel. Er hat Oxalsäure Dihydrat in erwärmtem Glyzerin aufgelöst. Dann hat er ein Tuch auf die Oberträger gelegt und dieses mit der Glyzerin/OS Mischung getränkt. Mitten auf das Tuch kam ein Kleks Futterteig. Die aufgelegte Folie wurde mit Hölzchen soweit distanziert, dass die Bienen über das Tuch laufen und den Futterteig holen konnten. Dabei haben sie an den Beinen Oxalsäureanhaftungen aufgenommen und diese durch Belaufen in einem gewissen Umfang im Stock verteilt. Die Reduzierung der Milben mit dieser Maßnahme allein war nicht ausreichend. Man konnte damit aber im Herbst, wenn es für die AS zu kalt war, die Milbenpopulation eindämmen. Vorhergehende Versuche mit ins Volk gehängten Streifen ohne Lockfutter waren weniger erfolgreich. Das Glyzerin war dazu da die Oxalsäure so weich zu halten, damit eine Anhaftung an den Bienenbeinen erfolgen konnte. Versuche mit in Wasser gelöster Oxalsäure waren nicht erfolgreich, da die Oxalsäure austrocknete und keine Anhaftung mehr zustande kam. Da Simon Hummel leider verstorben ist, wurden die Versuche nicht weitergeführt.

    Ich führe interessierten Mitimkern die Funktion der Stövchen auf dem Fensterbrett bei geschlossenem Fenster vor (geht nur bei wenig Wind und einem Blechwinkel als Windschutz). Dabei dauert es ca. 3 Minuten, bis das Wasser verdampft und dann nochmal ca. 3 Minuten, bis der Kristallstaub sichtbar abdampft. Wenn dabei die die Oxalsäure in AS und CO/CO2 zerlegt würde, hätte ich keinen Oxalsäureniederschlag an dem Blechwinkel, den ich als Windschutz verwende. Ebenfalls hätte ich keine Oxalsäureniederschläge in der Leerzarge, in der ich bei der Behandlung der Bienenvölker das Stövchen stehen habe und die Oxalsäure sublimiere. Der von Dir geschilderte Zerfall der Oxalsäure mag vorkommen, wenn das Oxalsäuredihydrat nicht langsam erwärmt wird, sondern auf eine sehr heiße Oberfläche geschüttet wird. Ich kenne aus meiner praktischen Erfahrung keine derartige Situation. Allerdings kann ich mir das bei der einen oder anderen in diesem Forum beschriebenen Verdampfungseinrichtung durchaus vorstellen.

    14301 Bernd: wie genau machst/empfiehlst Du die Anwendung der Teelichter? Stellst Du sie direkt auf die Oberträger und dann Leerzarge drauf und fertig? ASG dazwischen? Weitere Vorrichtung, damit auch die Arbeiterinnen nicht nach oben an das Teelicht gehen, z.B. Gase (Material?) ?


    Gruß, Jörg

    Hallo Jörg,


    Die Sublimation der OS mit Teelichtverdampfern erfolgt (nach meiner Empfehlung) in einer auf die oberste Zarge aufgesetzten Leerzarge. Zwischen die oberste Brutzarge und die Leerzarge kommt ein Absperrgitter. Dieses muss bienendicht sein. Ein Königinnenabsperrgitter reicht nicht. Die Bienen dürfen nicht zu dem Verdampferstövchen gelangen, sonst bilden sie eine Traube über dem Stövchen und löschen die Teelichtflamme durch Sauerstoffentzug. Als Absperrgitter eignet sich z. B. Armierungsgewebe (für Außenanwendung), wie es von den Gipsern verwendet wird. Man bekommt dieses im Baumarkt (10 m lang/ 1 m breit) pro Rolle für etwa € 20.- und kann es mit einer normalen Haushaltsschere zuschneiden. Auf dieses Absperrgitter wird als Hitze- und Auslaufschutz ein Blumentopf-Untersetzer aus Keramik oder ein Kaffetassen-Unterteller gestellt. Darauf stellt man das Teelicht, zündet dieses an und stellt und über das Teelicht dann das mit 1,5 - 2 g OS bestückte Stövchen. Nun dauert es einige Minuten, bis die Sublimation beginnt. In dieser Zeit schließt man die Beute und bearbeitet das nächst Volk. Wenn man gegen den Wind arbeitet, wird der nach ca. 10-15 Minuten aus den Beuten austretende Oxalsäure-Kristallnebel von einem abgetrieben und man kommt überhaupt nicht mit lungengängiger Oxalsäure in Kontakt. Die bedampften Beuten werden frühestens am Folgetag wieder geöffnet.


    Das Armierungsgewebe wird nach einiger Zeit von den Bienen durchgebissen. Es hält aber normalerweise eine Saison. Es ist ja verhältnismäßig günstig. Ich spare mir die Reinigung und verwende jedes Jahr ein neues Gitter.

    Selbstverständlich ist die Absperrung auch mit Bodengitter aus Kunststoff oder Edelstahlgewebe möglich.

    Eine ausführliche Anleitung und ein Bedampfungskonzept findest Du auf meiner Webseite.

    Da es nicht so ganz ohne ist, möchte ich das so nicht einfach stehen lassen. Theoretisch ist Deine Aussage korrekt, da die zugeführt Wärme beim Phasenübergang komplett in Sublimationsenthalpie umgewandelt wird.

    Das Oxalsäuredihydrat kann auf Meereshöhe nicht wesentlich über 157°C erhitzt werden, weil es über 157 Grad als Sublimat entfleucht. Eine Erhitzung über 157 °C ist nur bei höherem Druck möglich.

    Die Umwandlung setzt jedoch voraus, dass die Wärme im Stoff/Stoffgemisch optimal verteilt werden kann. Das ist für den flüssigen Zustand "kochendes Wasser" nahezu gegeben. Bei einem Feststoff wie Oxalsäure (das Kristallwasser ist ja schon verdampft) ist die Wärmeverteilung mittels Konvektion sehr schlecht bis gar nicht gegeben. Insofern kommt es zu lokalen Überhitzungen mit Zersetzungserscheinungen. Das kann man testen, indem man einen kalten Spiegel über das Verdampferpfännchen hält. Bei optimaler Temperatur schlägt sich sublimierte OXS darauf nieder. Bei überhitzter Unterlage (> 250 Grad C) ist der Belag auf dem Spiegel nicht zu sehen, da Zersetzung in AS und CO/CO2 stattgefunden hat. Probier's aus!

    Und was folgt daraus? Für mich höchstens, etwas mehr Oxalsäure zu verwenden. Bei mir qualmt es mithin reichlich aus den Beuten.

    Da gibt's tolle Geräte aus USA - da kannst den ganzen Stand einnebeln - viel hilft viel.

    Hallo beemax,


    der von Dir geschilderten Situation, dass sich die Oxalsäure bei überhitzter Unterlage zersetzt, kann und will ich nicht widersprechen. Ich hab's noch nicht mit 250°C probiert. Ich habe aber schon Oxalsäuredihydrat in einen Edelstahlbecher gefüllt und diesen Becher in Thermoöl stehend langsam erhitzt. So kurz nach 100 °C kocht das Wasser aus. Bei ca. 160°C beginnt die Sublimation. Es bilden sich an der Oberfläche der Oxalsäurekristalle Sublimatanlagerungen, die aussehen wie Schimmel. Es ist aber kein Kristallnebel zu sehen. Erst bei ca. 180 °C wird der Kristallstaub sichtbar und bei ca. 190 bis 200°C dampfts dann so, wie man sich das vorstellt.

    Ich führe interessierten Mitimkern die Funktion der Stövchen auf dem Fensterbrett bei geschlossenem Fenster vor (geht nur bei wenig Wind und einem Blechwinkel als Windschutz). Dabei dauert es ca. 3 Minuten, bis das Wasser verdampft und dann nochmal ca. 3 Minuten, bis der Kristallstaub sichtbar abdampft. Wenn dabei die die Oxalsäure in AS und CO/CO2 zerlegt würde, hätte ich keinen Oxalsäureniederschlag an dem Blechwinkel, den ich als Windschutz verwende. Ebenfalls hätte ich keine Oxalsäureniederschläge in der Leerzarge, in der ich bei der Behandlung der Bienenvölker das Stövchen stehen habe und die Oxalsäure sublimiere. Der von Dir geschilderte Zerfall der Oxalsäure mag vorkommen, wenn das Oxalsäuredihydrat nicht langsam erwärmt wird, sondern auf eine sehr heiße Oberfläche geschüttet wird. Ich kenne aus meiner praktischen Erfahrung keine derartige Situation. Allerdings kann ich mir das bei der einen oder anderen in diesem Forum beschriebenen Verdampfungseinrichtung durchaus vorstellen.

    Hm, IF Alfranseder hat hier von der Verwendung von Kupfer abgeraten (#5), da unter dem Säureeinfluß schädliche Kupferverbindungen in die Beuten eingebracht würden:

    Verdampfung von Oxalsäure

    Wenn das stimmt, müssen wir uns wohl nicht mehr über die Reinheit von OX technisch und ad us.vet. streiten. Die Sublimationskammer des Lega-Sublimatore (für 60 - 80 g OX) besteht aus Messing, an die Materialien anderer Geräte kann ich mich nicht so genau erinnern. Das Pfännchen vom Varrox ist aus Edelstahl.

    Um die sehr reine Form der Oxalsäure (Analysenqualität) herzustellen wird weniger reine Oxalsäure sublimiert. Daraus ist zu schließen, dass die Verunreinigungen zumindest sehr weitgehend zurückbleiben.


    Beim Schnaps brennen sind im Destillat außer Wasser und Alkohol auch noch Geschmacksstoffe, wobei es sich um ätherische Öle handeln dürfte. Dabei liegt allerdings die Siedetemperatur dieser Stoffe sehr nahe beieinander. Beim sublimieren von Oxalsäure mit metallischen oder mineralischen Verunreinigungen dürften die Siedetemperaturen der Verunreinigungen weit von der Sublimationstemperatur der Oxalsäure entfernt liegen. Deshalb kann ich mir nicht so recht vorstellen, dass beim Sublimieren viel Verunreinigungen mitgenommen werden.


    Sollte jemand konkrete Kenntnisse dazu haben, wäre ich für eine Information dankbar.

    Das Oxalsäuredihydrat kann auf Meereshöhe nicht wesentlich über 157°C erhitzt werden, weil es über 157 Grad als Sublimat entfleucht. Eine Erhitzung über 157 °C ist nur bei höherem Druck möglich.


    Bei Wasser ist die Sache bei ca. 100 °C auch so. Wenn ich Wasser über 100°C erhitzen will, brauche ich einen Druckbehälter. Im Schnellkochtopf geht's bis ca. 120°C.

    Also mich würde wirklich mal ein durchgehendes, ungeschnittenes Video interessieren, ..................................... mal so 10 MW in einem Stück in Echtzeit gefilmt.................... Damit man mal so richtig sehen kann, wie das mit mehr Tempo wirklich funktioniert.


    Merkwürdigerweise sieht man so Videos über eine größere Zahl von MW hinweg nirgends.


    Weil für mich ist das allergrößte Manko dieser Pressen, dass die oft genannten Stückzahlen pro Stunden hinten und vorne nicht hinhauen, wenn man unter praktischen Bedingungen arbeitet d.h. mal alle, wirklich alle Nebenarbeiten mit einbezieht. Wenn man dann z.B. nach einem halben oder ganzen Tag die Zahl der erstellten MW durch die Zahl der Stunden teilt, kommen nach meiner Erfahrung kaum mehr als 20, höchstens 25/h raus................

    Das nachstehende Video habe ich zwar schon mal verlinkt, außerdem hat es nichts mit Melitherm-Schaumbildung zu tun, aber hier könnte es trotzdem hilfreich sein.



    Die im Video gezeigte Notfall-Fütterung funktioniert (eigene Erfahrung). Eher mehr Puderzucker zugeben. Die Mischung laut Video wird an warmen Tagen sehr weich und läuft dann u. U. aus dem Beutel in die Kiste.

    Ein nicht zu unterschätzender Faktor beim Rückgang der Insekten sind auch die viel sauberer gewordenen Gewässer. Viele Insekten haben Entwicklungsstadien, die im Wasser stattfinden und wenn dieses sauber und damit nährstoffarm ist, sind die Entwicklungsbedingungen für die Insekten schlechter. Damit verschlechtert sich ein Glied der Nahrungskette mit Auswirkungen auf andere Insekten, Vögel und die Anzahl der Insekten auf der Windschutzscheibe.


    Ich habe keine Zahlen mit dem ich diesen Effekt einordnen kann, gehe aber davon aus, dass er nicht unerheblich ist.

    Hallo Kikibee,


    Den Rehe kann man nicht so ohne weiteres den Appetit verderben. Diese lieben Tiere haben aber ein Sehvermögen, das sehr sensibel auf Bewegungen reagiert. Es könnte wenigstens ein Stück weit helfen, wenn Du auf Deinem Grundstück "Windrädchen" aufstellst. Möglichst bunt und möglichst viele. Die Rehe werden durch die Bewegungen verunsichert und suchen sich, wenn's gut läuft, weniger stressige Futterplätze aus.

    Wieviele Milben fallen denn ohne Bedampfung pro Tag (natürlicher Milbenfall)


    Wenn unter 5 (Schadschwelle im Herbst) Milben fallen, reicht es aktuell eine Bedampfung alle drei bis vier Wochen bis Dezember durchzuführen. Wenn eine Bedampfung in eine Brutfreie Zeit fällt, kannst du dir vermutlich die Winterbehandlung sparen (trotzdem kontrollieren).


    Wenn mehr als 5 Milben pro Tag fallen, würde ich eine Blockbedampfung 4 x alle 5 Tage durchziehen.


    Kannst ja mal mein Bedampfungskonzept auf meiner Webseite durchlesen. Das Bedampfungskonzept ist ja unabhängig vom Bedampfungsverfahren.