Beiträge von 14301

    Ich habe keine eigene Erfahrung mit dem Varroa-Controller, kenne aber Imker, die die Methode schon einige Jahre anwenden und damit zufrieden sind. Allesamt Österreicher. Die Sache funktioniert offensichtlich, ist aber mit einigem Aufwand an Zeit und Equipment verbunden.

    Bei meiner Honigernte habe ich meistens nur einen HR drauf. Mehr gibt die Tracht bei mir meist nicht her. Bei der Ernte habe ich darauf geachtet, dass ich einige zu weniger als die Hälfte verdeckelte Waben in den Völkern lasse. Bei der Entnahme der letzten Honigwaben beim Abernten habe ich sowieso immer direkt 2,5Kg Apifonda gefüttert, wenn auch erst am Tag des Aberntens und nicht schon einen Tag vorher.


    Bei dem von Bernhard empfohlenen Vorgehen hatte ich mir eben Gedanken gemacht, dass Apifonda im Honigraum eingelagert wird. Und er empfiehlt ja explizit, dass man nach der Frühtrachternte „zwischenfüttert“.


    Hat denn jemand Erfahrung mit diesem Vorgehen?

    Dr. Sachs, der ehemalige Leiter der Hohenheimer Bienenkunde hat in seinem Buch über die Hohenheimer Betriebsweise (schon Jahrzehnte vergriffen) bezüglich einer Trachtlückenfütterung, im Sommer (es muss Wasser verfügbar sein) mit aufgesetztem Honigraum die Fütterung mit trockenem Kristallzucker empfohlen. Davon holen sich die Bienen nur, was sie unbedingt brauchen und lagern nichts ein. Im Gegenteil, sie schaffen die Zuckerkristalle eher aus dem Stock. Es gab dazu wohl konkrete Untersuchungen.


    In der Praxis füllt man Kristallzucker in eine Futtertasche und feuchtet diesen an. Nur soviel Wasser dazu geben, dass die Kristalle verkleben und nachdem die Sache dann trocken ist, einen fest verbundenen Zuckerklumpen bilden. Damit hat man eine Notration im Volk, die infolge der Verklumpung nicht so einfach hinausgetragen werden kann.


    Ich kenne das Verfahren nur aus der Imkerei meines Vaters im vorigen Jahrhundert. Da gab es noch total verregnete Sommer, und Jahre ohne Honigernte. Ich ernte bei der Frühtracht nur soviel ab, dass ich nicht Zwischenfüttern muss. Nach dem Abschleudern muss allerdings ohne große Pause Futter ins Volk.

    Als Problemlösung hätte ich als Idee beizusteuern, beim Edelstahlverarbeiter Deines Vertrauens mit dem abgeschraubten Quetschhahn vorstellig zu werden und einen 90° Bogen mit einem beliebig langen Rohr verschweißen zu lassen. Am Bogen das passende Innengewinde und am Ende des Rohres das entsprechende Außengewinde. Da, dann den Quetschhahn aufschrauben und den Bogen in die Schleuder reindrehen. Dann wäre der Eimer wahlweise links oder rechts, trotzdem verschließbar und sichtbar, außerdem stört er Dich nicht bei der Arbeit.


    Grüße

    Peter

    Das geht auch mit käuflichen Edelstahlfittings ohne schweißen. Die Gewinde sind meistens 1,5 oder 2 Zoll.

    Ich würde folgendermaßen aufbauen


    -Blechdeckel

    -Innendeckel

    -Langstrothzarge mit Mittelwänden und wenn möglich einigen ausgebauten Waben (bienenfrei aus deinem vorhandenen Wirtschaftsvolk).

    -Absperrgitter

    -Langstrothzarge mit den Zander-Bruträhmchen (Beespace ist teilweise zu groß, ist aber für die 3 Wochen unerheblich)

    -Langstrothboden


    Dann würde ich die Königin suchen und in die Zarge über dem Absperrgitter geben.


    Die Königin legt nun ein neues Brutnest über dem Absperrgitter an. Die Brut in den Zanderrähmchen läuft aus. Wenn aus den Zanderrähmchen alles ausgelaufen ist, würde ich die Zarge mit den Rähmchen und dem Absperrgitter wegnehmen und die neue Brutraumzarge direkt auf den Boden setzen.


    Je nach Jahreszeit und Trachtsituation brauchst Du eventuell über der neuen Brutzarge nochmal ein Absperrgitter und darüber einen Honigraum.


    Danach erweitern nach Bedarf.

    pro Jahr

    Haben wir eigentlich in dem Faden an irgendeiner Stelle schon mal darüber diskutiert, dass wir die Bestäubungsleistung komplett für lau erledigen?

    Ich bekomme zum Beispiel 0 Euro, wenn ich den Raps anwandere, oder die Obstblüte.


    Wie sieht das denn bei euch so aus?

    Ich bekomme 5.- € pro Volk "Bestaubungsprämie" von der Gemeinde.

    Meines Erachtens sollte man bevor man ins Detail geht einige grundsätzliche Überlegungen anstellen.


    -will man mit zweierlei Rähmchenmaß arbeiten, kleine Honigraumwaben große Brutwaben

    oder

    -will man mit gleichen Rähmchen arbeiten Flachzargenmagazin mit Rähmchenmaß ca. 159 hoch.


    -will man mit einem überregional/international gängigen System arbeiten oder passt man sich an das regional übliche an.


    Ich würde bei einem Neustart auf jeden Fall mit einer Beute aus der Langstroth/Dadantfamilie anfangen. Die Frage ob ich nun die Bruder Adam Beute oder die Flachzargenmagazine kaufen soll, würde mir einige Nächte schlechten Schlaf bereiten.


    Da hat beides Vor- und Nachteile. Hier im Forum sind die Bruder Adam "Jünger" in der Überzahl, die Flachzargenbetriebsweise hat aber auch ihre Vorteile, ist bei vielen Profis im Einsatz und ist auch bei Profi-Neustarts zu finden.


    Einem Anfänger würde ich raten bevor er viele Kisten kauft, mit wenigen Völkern beides zu testen. Dabei kann man dann, wenn man weiß, was man will, einiges für beide Systeme verwenden. Das Problem ist ja, dass man als totaler Neuling die ganzen Literaturhinweise, Imker- und Forenempfehlungen etc. bezüglich dem eigenen Vorhaben nur sehr bedingt gewichten kann.

    Die Kalkulation sagt mir, wo meine Selbstkosten liegen.


    Der Markt sagt mir, wie mein Produkt nachgefragt ist und welchen Preis ich, falls ich es an den Markt bringe erzielen kann.


    Nun kann ich Überlegungen anstellen, die zu verschiedenen Ergebnissen führen können:

    -ich erkenne eine Chance einen Preis zu erzielen, bei dem ich einen vernünftigen Ertrag erziele

    -ich kann zwar einen Preis über meinen Selbstkosten erzielen, aber lukrativ ist die Sache nicht.

    -ich kann einen Preis in der Kategorie meiner Selbstkosten erzielen, ich verdiene nichts.

    -ich kann mit dem erzielbaren Preis meine Selbstkosten nicht decken.


    Je nachdem wie die Analyse ausfällt, gibt's mehrere Möglichkeiten

    -ich unternehme etwas um meine Selbstkosten zu senken

    -ich lege die Sache zu den Akten

    -ich mach's, weil's mir Spaß macht (ein Hobby darf ja etwas kosten)

    -ich versuche den Markt zu beeinflussen. Ich mache Marketing. Marketing kann man übersetzen mit "Markt tun / Markt machen / Markt gestalten)".

    Das ist m. E. die einzige Möglichkeit, für den Imker zu auskömmlichen Preisen zu kommen und da gibt's zumindest für den kleineren Imker viele Möglichkeiten, die er selbst gestalten kann. Z. B. im Bereich Öffentlichkeitarbeit, Kundenbeziehung, Marktaktivität, attraktive Aufmachung der Verpackung und Präsentation etc.

    Der größere Imker kann das nur bedingt leisten er ist nicht in der Lage, zu jedem einzelnen Kunden, der gelegentlich ein Glas Honig kauft eine persönliche Beziehung aufzubauen. Er ist erheblich mit auf die Arbeit der Verbände angewiesen und da gibt's meiner Meinung nach noch Verbesserungspotenzial. Die meisten Leute mit denen ich neu mit dem Thema Honig ins Gespräch komme, sehen den Unterschied zwischen meinem Honig und dem "Honig aus EU-Ländern und nicht EU-Ländern" im wesentlichen in der Preisdifferenz. Dieses zu verändern ist erfolgreicher, als der Versuch, die Selbstkosten zu senken.

    Bezüglich Honig kühlen, lagern oder erwärmen ist u. U. auch die Anschaffung eines großen Wildkühlschrankes oder einer Wildkühlzelle eine Option. Es gibt ja auch einige Jäger unter den Imkern.

    Ein großer Wildkühlschrank lässt sich mit wenig Aufwand auch mit einer Heizung ausrüsten und ist zur Honigverarbeitung bestens geeignet. (z. B. Landig LU 10000 Premium)

    5-7 °C optimale Temperatur für die Bildung von Kristallkeimen

    14-15 °C optimale Temperatur für das Kristallwachstum

    28 - 30 °C optimale Temperatur zum Abfüllen.


    Honig flüssig impfen und abfüllen. Alle Gläser in eine Gefriertruhe (ausgesteckt, nicht kalt) stapeln. Deckel zu und Gefriertruhe einstecken. Warten bis die Temperatur -18 °C erreicht hat, einige Tage so belassen. Gefriertruhe ausstecken, Deckel zulassen. Wenn die Gefriertruhe bei geschlossenem Deckel dann wieder Raumtemperatur erreicht hat, ist der Honig feinsteif und verkaufsfähig. (Tipp von Baudus beim IFT 2020.) Hat bei mir inzwischen mehrfach prima funktioniert. (Dank an Baudus!)

    Aber so, wie ich das einschätze, kann ich wohl 'n Kreuz auf die Beute machen. Sowas Blödes!

    Langsam - wenn es ein starkes Volk ist, kann es auch mal Milben aushalten. Wie Bernd, d2dum schon anmerkte, können es noch Milbenreste aus der Brut sein. Ich behandle solche "Kandidaten" um diese Zeit wie schon beschrieben. Oft reichen 3 Behandlungen alle 4 Tg., um einen Verdeckelungszyklus abzudecken. Das reicht i.d.R. bis zur Winterbehandlung bei Brutfreiheit.

    3 Behandlungen wären Tag 0/4/8 da überleben viele Milben

    4 Behandlungen Tag 0/4/8/12 wären besser

    5 Behandlungen Tag 0/4/8/12/16 wären wirklich ausreichend


    allerdings wirkt jede (bienenschonende) Behandlung Milben reduzierend und ist damit besser als keine Behandlung. Wenn dann eine Behandlung bei definitiv vorhandener Brutfreiheit nachfolgt ist es ja gut. Allerdings sollte die Behandlung so erfolgen, dass definitiv nur die Milben reduziert werden und nicht die Bienen und da ist die Auswahl der Mittel sehr eingeschränkt.

    swissmix

    bienenfred

    R-o-n

    robirot


    ich bedanke mich für die Auskünfte zum candyboard bzw. dessen Gestaltungsvarianten. Ich komme in meiner Imkerei mit aufgelegten Apifondabeuteln zurecht. Wenn bei mir Futter fehlt, dann ist das im März oder April und da braucht man nicht mehr so große Mengen und es ist auch nicht mehr so kalt. Letzten Winter wurde ich aber von einer Jungimkerin um Rat gefragt und bei deren Bienen war im Dezember schon fast kein Futter mehr drin. Da wäre ein candyboard mit einer relativ großen Zuckermenge optimal gewesen. Deshalb meine Nachfrage. Ich habe jetzt ein Werkzeug mehr in der Kiste.

    Hallo Allerseits,


    hat jemand praktische Erfahrung mit dem in #11 genannten "candy board". Ich werde öfter mal bei Notlagen um Rat gefragt. Es dreht sich in der kalten Jahreszeit meistens um Varroa und/oder zu wenig Futter. Dabei könnte ich mir (theoretisch) so ein "Zuckerbrett" hilfreich vorstellen.


    Hält voraussichtlich länger als aufgelegter Zuckerteig im Beutel und erfordert weniger Fingerspitzengefühl, da der Zucker mit dem cany board immer über dem Brutnest liegt. Der Zucker ist nicht in einem Beutel, der zusammensinken und den Bienen den Zugang versperren kann. Außerdem schlägt sich auf dem festen Zucker sicher auch Kondenswasser nieder. Damit wäre auch die Wasserproblematik bei Kälte wenigstens vermindert.


    Ich danke im Voraus für Erfahrungsberichte und Hinweise zum praktischen Einsatz.

    Ich würde in geeigneter Form einen Bezug zu Bayern unterbringen, auch wenn der Honig aus Schwaben kommt. Die Vorbehalte im Ausland sind meines Erachtens gegenüber Deutschen insgesamt größer als gegenüber Bayern. Bayern klingt eher nach Gemütlichkeit, Oktoberfest, Lederhosen, Kuhglocken und Neuschwanstein.