Beiträge von C.S.

    Ich bin auch der Überzeugung, dass gute Königinnen der einfachste Hebel ist, durch den Einiges am Imkern erfolgreicher wird und besser klappt.


    Hier wurde anfangs nach Materialien gefragt. Ich halte diese für nicht so entscheidend, um gute Ergebnisse hinzubekommen. Wesentlich wichtiger sind sowohl Techniken als auch Genetik. Daher finde ich es folgerichtig, dass im Nachgang darauf eingegangen wird.


    Es ist auch wenig verwunderlich, dass diese Dinge hier Diskussionsbedarf zu haben scheinen; gibt es doch wohl einige, die eben nicht nur vermehren wollen, sondern sich schon ein wenig Richtung Zucht bewegen, soweit es eine Hobbyimkerei eben zulässt.

    Gilt wohl für SBA wie für offenen Anbrüter, oder?

    Als Anfänger brauchst Du weder das eine noch das andere - Anfängern rate ich dazu erst mal ein paar Königinnen im HR zu ziehen, entweder nach Schwarz oder nach Weis :) - dabei kann man das Umlarven auch Üben oder die Zellen vom Bogenschnitt verwenden und man muss nicht so lange vorbereiten, es kann auch so genug schief laufen...

    Das Honigraumverfahren nach Schwarz ist doch ein offener Anbrüter, oder? So zumindest hatte ich das verstanden und gemeint.


    Nochmal die Frage: Die Umlarvwabe vor dem Umlarven in das zum Anblasen auserkorene weisellose Volk zu geben, scheint mir ein toller Kniff zu sein. Wann nach dem Verstellen des Brutraums würdet ihr das machen, und für wie lange?

    Wenn man nur Eier reingeben würde und dann die ersten angepflegten Maden umlarven würde - in einem Stadium, in dem sie schon richtig im Gelee schwimmen, wäre das was (auch für diejenigen, welche Schwierigkeiten mit der Umlarvtechnik haben) oder unsinnige Verkomplizierung? Zumal die Maden, wenn sie etwas älter sind, nicht mehr ganz so empfindlich sind. (Eier deshalb, damit die Auswahl der jüngsten Larven gegeben ist.)

    Eiwabe/Zuchtstoff bis zum Umlarven in das gefütterte, und nur verdeckelte/schlüpfende Brut enthaltende Pflegevolk zu hängen. Diese Larven schwimmen bestimmt und werden problemlos angenommen/weitergepflegt, weil eben schon bekannt

    Das klingt total logisch, danke für den Tip! Gilt wohl für SBA wie für offenen Anbrüter, oder? Wann würdest du im offenen Anbrüter dazuhängen, und für wie lange?

    Von Bernhard Heuvel kam mal der Tip, die Zunge des Chinesischen Umlarvlöffels leicht abzuschaben und damit biegsamer zu machen, indem ein scharfes Messer mit etwas Druck rechtwinklig auf die Zunge gesetzt wird und dann abgezogen. Verkürzt allerdings die Lebensdauer des Teils; wird irgendwann zu lommelig.


    Jungels rät dazu, nicht nur das Volk, in dem die Vermehrung stattfindet, sondern auch das Zuchtvolk, das die Larven liefert, schon zwei Tage vorher zu füttern anzufangen, damit die Larven schön schwimmen.

    Hallo Heckflosse,


    ich denke, wenn du geschrieben hättest, du möchtest mit der Königinnenvermehrung beginnen statt mit der Zucht, hättest du etwas wohlmeinendere Reaktionen bekommen können. -


    Zur Vermehrung benötigst du an Material einen Umlarvlöffel (Schweizer oder chinesisch), Lupe bzw Lupenbrille sowie Licht helfen, und sinnvollerweise das Nicot Stecksystem, d.h. die braunen und die weißen Basishalterungen, Weiselnäpfchen sowie Schlupfkäfige. Eine Zuchtleiste ist relativ schnell gebastelt, ein feuchtes Tuch wirst du zu Hause haben.


    Außerdem müssen die Zellen oder Junfern irgendwohin verschult werden, damit sie zur Begattung kommen, und, da du sie erst im Herbst einweiseln willst, wo sie die Monate bis dahin sein können. Bei SBA und Standbegattung könnte das auf Viererböden oder Zweierbeutentrenner rauslaufen, wobei du dann weiteres Beutenmaterial benötigst, sobald die Völkchen wachsen. MiniPlus wäre eine Alternative, zumal wenn du das in Zukunft häufiger machen willst; ich persönlich finde Minis super und würde das empfehlen.


    Wenn dir Jungels (auch wirklich empfehlenswert) noch zu speziell ist, leiste dir Rainer Schwarz, Imkern mit Dadant und MiniPlus. Auch wenn du nur nach den Materialien gefragt hast - nimm die Hinweise, dich mit der Sache theoretisch zu beschäftigen, ernst.


    Wenn du dann noch ernster machen willst, kannst du dir überlegen, einen Brüter anzuschaffen.

    In der Bildunterschrift auf Seite 64 ganz unten schreibt er: "Bei jedem zweiten Durchgang wird der Brutraum auf Schwarmzellen kontrolliert und diese ggf. ausgebrochen. Kein Volk schwärmt wegen der Weiselzellen im Honigraum."

    Jungels gibt ja den Zuchtrahmen, in dem Fall Honigraumrähmchen mit 5cm nach oben versetztem Unterträger, unter die 15 Näpfchen kommen, nach der Schwarmkontrolle mit Weiselzellenbrechen in den untersten Honigraum eines schwarmtriebigen oder fast schwarmtriebigen Volks, so dass sich die Zellen dann direkt über dem Brutnest befinden, getrennt von ihm durch das Absperrgitter.


    Zwei Fragen dazu:

    Würdet ihr bei dem Vorgehen das Brutnest später kontrollieren und dort angeblasene Zellen brechen, um nicht dort unerwünschte Konkurrenz zu haben, und wenn ja, wann? Er bricht die Zellen nur bei jedem zweiten Durchgang.


    Er schreibt: "Kein Volk schwärmt wegen der Zellen im Honigraum." Gibt es dafür eine Erklärung? Ich finde das, zumindest für ein Volk in Schwarmstimmung, kontraintuitiv, zumal sich nach seiner Vorgehensweise zusätzlich noch Zellen im Brutnest befinden könnten.

    Gerade die in Brutscheunen schlüpfenden Bienen sind nicht die gesündesten, sie sind ja noch stärker parasitiert als die der TBE Völker - die Vermehrung der Varroen ging ja weiter. Das ist auch der Grund, weshalb viele sagen, es lohnt sich nicht, ab in den Schmelzer. Und viele Brutscheunen, die erstmal irre viele Bienen haben, schmelzen relativ rasch zusammen.

    Nach hinten raus ist jeder Tag, den die Königin zum Aufbau eines Brutnests hat, ein gewonnener Tag hinsichtlich des angestrebten Ziels, gesündere Bienen zu bekommen, die gesunde Winterbienen aufziehen. Deshalb würde ich es vorziehen, das bisschen Restbrut, das dann vorhanden ist, wenn die Neue zu stiften beginnt, einzuschmelzen. Diese Restbrut ist logischerweise noch stärker parasitiert, da mit der Brut schlüpfenden Milben in die immer weniger werdenden verfügbaren Zellen gewandert sind (was mit gleichzeitiger Behandlung, also z.B. Oxalsäure sprühen im Block oder Ameisensäure, entgegengewirkt werden kann). - Nachteil ist, dass es eher engmaschiger Kontrolle bedarf und auch mit Störung verbunden ist in einer Zeit, in der man gemeinhin die Kiste lieber zu ließe.


    Wenn du sowieso behandeln willst, finde ich die neue Brut zu wertvoll, um als Milbensammler zu dienen. Außerdem hast du dann im Zweifelsfall mehrere Waben, in die du und deine Bienen Arbeit investiert haben. Und bedenke, dass die Brutscheune nochmal wesentlich später dran ist als die durch TBE sanierten Völker - bei denen, wenn eine ausgebaute Wabe als Fangwabe belassen wurde, das nicht so ins Gewicht fällt.


    Übrigens schließt sich die Nachschaffung nicht mit der Weiselrichtigkeit aus, für die ich an dieser Stelle nochmal plädieren würde. Man kann z.B. erst nach dem Anblasen eine Minizarge als Milbenmagnet mit Königin über Absperrgitter aufsetzen oder hat eine angeblasene Edelzelle für die Scheune, über der eine Königin legt.

    Hallo Manu,


    alles hat Vor- und Nachteile, es kommt oft auf die Rahmenbedingungen und die genaue Zielsetzung an.


    Was bei dem Sammelbrutableger sicher Vorteile sind:


    Du hast, wenn sie mit ordentlichen Brutwaben gebildet sind, eine richtig gute Menge an Bienen für eine gute Versorgung der Zellen. Dadurch (und durch die hoffnungslose Weisellosigkeit) auch eine relativ hohe Annahme. Dieser Vorteil ist meiner Meinung nach der wichtigste, was die Königinnenqualität angeht, kann aber bei anderen Methoden auch hinbekommen werden.


    Durch die relativ klaren Schritte ist das Verfahren ziemlich gut durchführbar; Risiken gibt es durch Übersehen einer Nachschaffungszelle, dazupacken einer Königin oder Zuflug, Verbau - aber insgesamt einigermaßen idiotensicher.


    Wer so imkert, dass er schröpfen will, der hat dann auch die entsprechenden Brutwaben über, und wo sollen die sonst hin. Das werden aber eher Zweibrutraumimkerinnen und -imker sein. (Ich selbst würde lieber zwei Königinnenableger ziehen und die Völker zu einem SBA zusammenwerfen anstatt alle Völker zu schwächen.)


    Die Brutfreiheit (Behandlungsmöglichkeit) und die Verfügbarkeit der Bienen, um Begattungseinheiten im Standmaß zu bilden, sind weitere Pluspunkte, wenn man nicht über eine Miniplusinfrastruktur verfügt. Viererböden oder Zweierbeutentrenner sind auch relativ geschickte und nicht teure Lösungen.


    Nachteile sehe ich folgende:


    Ich glaube, das Schröpfen bremst Wirtschaftsvölker unnötig aus. (Wenn bei guter Führung und Genetik ein Volk in Schwarmstimmung kommt, kann dies zur Nachzucht verwendet werden; Jungels hängt einfach ein Zuchträhmchen, dessen Unterträger um 5cm nach oben versetzt ist, über das ASG im untersten Honigraum.)


    Ich glaube, auch wenn das Anpflegen besser im weisellosen Zustand gelingt, dass die Weiterpflege im weiselrichtigen Zustand besser ist.


    Ich glaube, dass eine Königin, die in ihrer Entwicklungszeit nach dem Schlupf optimal versorgt wird, was in einem ausgewogenen Volkszustand sicher besser gewährleistet sein wird, die Qualität der Königin nachhaltig beeinflusst.


    Diese drei Nachteile hast du bei dem Offenen Anbrüter nicht, wenn du die Schlupfzellen dann einer ordentlichen Begattungseinheit gibst. Evtl. kannst du auch Brutwaben, die du für Begattungseinheiten vorsiehst, früher über ASG hängen, um sie 'reifen zu lassen, und hast dann ein knappes Behandlungsfenster nach dem ersten Stiften (wobei das natürlich Störungen in einer empfindlichen Phase bedeutet). Letzteres wäre auch eine Alternative für die dir zu schwach erscheinenden Begattungseinheiten des Sammelbrutablegers.


    Wenn du schröpfen willst, kannst du auch einem Volk die geschröpften Waben über ASG geben und hast nach einigen Tagen ein superstarkes weiselrichtiges, im Zweifelsfall schwarmtriebiges und somit optimal auf Fortpflanzung gepoltes Volk, mit dem du dann nach Schwarz verfahren kannst. Oder eben einen Flugling (bzw. Königinnenableger) bilden und den Brutling (die übrigen Brutwaben) aufsetzen.


    Noch etwas: Jedes Pflegevolk braucht Flüssigkeit für Gelee Royal. Besser zwei Tage vorher anfangen, dünn zu füttern (wenn eigener Zuchtstoff umgelarvt wird, gerne auch das Zuchtspendervolk, das gibt schön im Futtersaft schwimmende Maden). Der SBA ist zudem bei der Zuchtstoffgabe nicht in Pflegemodus; mit einer offene Brutwabe, die sie vorher geliehen bekommen und die rechtzeitig wieder entnommen wird, kommen die Ammenbienen richtig in Schwung.

    Hallo Hulk,


    wann hast du denn die Brutentnahme gemacht, und wann die Ox-Behandlung?


    Ich denke inzwischen, beides ist früher besser; die TBE, damit noch ein bis zwei Brutsätze vor dem Erbrüten der Winterbienen kommen, und das Sprühen bevor Futtersaft da ist, damit es wirklich gut funktioniert.


    Außerdem halte ich eine spätere eindämmende Behandlung oder zumindest eine gute Kontrolle für wichtig.


    Weisellose Brutsammler würde ich nicht am gleichen Standort haben wollen, und sie irgendwo anders aufzustellen, halte ich auch wegen der Imkernachbarn für suboptimal; wegen der fehlenden Königin ist mehr Verflug und damit Milbentransport zu erwarten. Wenn aber ein Ableger, der nicht richtig will, oder sonst eine Königin, die man sowieso austauschen will, zur Hand ist, kann man auch die Brutscheune über Absperrgitter aufsetzen. Unten kann die Königin bei kleinem Flugloch auf zwei, drei Waben legen, die dann nach Verdeckelung als Fangwaben entnommen werden können.


    Oder obendrauf über Absperrgitter, da geht auch eine MiniPluszarge in der Leerzarge. Dann kann man auch etwas später unten eine Zelle stecken, und mit etwas zeitlichem Versatz kann man die Bienen beim Abräumen des Milbensammlers brutfrei behandeln, sobald die ersten Stifte zu sehen sind; etwaige Restbrut wird dann eben auch entfernt.


    Zusätzlich behandle ich solche weiselrichtige Brutscheunen am Stand aber auch während des Auslaufens alle paar Tage mit Oxalsäure, um das Risiko für die umliegenden Völker zu minimieren; was weg ist, ist weg. Ich finde das besser als die auch praktizierte Variante, bei der TBE alles einzuschmelzen.

    Gibt es denn systematische Messungen des Totenfalls bei den Oxalsäure Behandlungen Träufeln, Sprühen, Verdampfen im Vergleich, und das auch für stärker parasitierte und weniger stark parasitierte? Meine Vermutung wäre, dass insbesondere angeschlagene Völker einen deutlich höheren Totenfall direkt bei der Behandlung zeigen, als wir gemeinhin annehmen, wir das allerdings in der Regel nicht mitkriegen, denn bei höheren Temperaturen fliegen die Sterbenden raus, und bei Kälte wollen wir ja nicht stören.