Beiträge von C.S.

    Dass die Königinnen nach der erzwungenen Brutpause so richtig stark anfangen würden, zu legen, habe ich auch gehört. Ein etwas vom Thema abführender Gedankengang beschäftigt mich diesbezüglich:


    Bernhard Heuvels Ausführungen über den Fettkörper des Biens haben mich etwas nachdenklich gemacht (gilt natürlich auch für TBE). Er meint ja, ein plötzlich startender massiver Brutbeginn bedeutet neben dem Verbrauch von Reserven für die Futtersaftproduktion zur Versorgung der Brut, dass viele schlüpfenden Bienen gleichzeitig zum Aufbau ihrer Fettkörper nach dem Schlupf von relativ wenigen Ammenbienen zu Lasten derer Fettkörper (und damit Langlebigkeit) versorgt werden müssten. Ich denke mir, dass, falls das stimmt, es wesentlich auf die Protein- und damit Pollenversorgung zu dieser Zeit ankommen müsste. Wenn die Bienen im Frühjahr reichlich Pollen und Flugwetter haben, ginge so ein rasantes Wachstum, das nicht so stark auf Kosten der Fettkörper der sich aus dem Ammmendienst verabschiedenden Bienen und damit deren Langlebigkeit natürlich besser. Jedoch frage ich mich, ob da proteinhaltiges Füttern zur Sicherheit (also falls wetterbedingt nicht gut gesammelt werden kann) sinnvoll gegensteuern würde, bzw. Im Sommer nach den brutfrei machenden Maßnahmen bei starkem Bruteinschlag bzw. dem Schlupf.

    Als Käfigvariante würde ich noch den einfach zu bastelnden Waldemarkäfig ins Spiel bringen. Hierbei handelt es sich um eine rähmchenartige Konstruktion aus einem 10x10mm starken Kanthölzchen, das beidseitig mit dünnem durchsichtigen Plastikabsperrgitter betackert ist. Die Oberseite hat Rähmchenbreite, die Unterseite ist verkürzt, so dass es auch eine Schräge gibt, die dann im spitzen Winkel von 45° auf den Oberträger trifft (die Konstruktion kenne ich im Zandermaß, müsste natürlich ggf.angepasst werden; setze den Käfig aber auch im ZaDant ein). Auf einer Seite ist die obere rechtwinklige Ecke einseitig von Klammern ausgespart, so dass das Absperrgitter zurückgebogen werden und beim Freilassen einfach ein Stückchen Schaumstoff oder Wachs zum Offenhalten reingesteckt werden kann.


    Die Schräge soll dazu dienen, dass sich die Bienen beim Einsatz im Winter dort gut aufketten können. Sitzt die Wintertraube richtig, soll auch der Wintereinsatz gut funktionieren und die Königin, wenn sie Mitte Februar wieder freigelassen wird, richtig gut durchstarten. Die garantierte Brutfreiheit kann bei zweistelligen Temperaturen, die im Dezember inzwischen keine Seltenheit sind, zum Oxalsäuresprühen genutzt werden.


    Ich maße mir nicht an, bewerten zu können, ob das Käfigen ohne Legemöglichkeit die Qualität der Königin beeinträchtigt oder zur Folge hat, dass sie öfter umgeweiselt wird; zumindest wenn sie im Spätsommer bzw. Herbst sowieso getauscht werden soll, ist der Einsatz im Frühsommer m.E. eine Methode, die den Vorteil gegenüber sofort Abdrücken hat, dass die Jungkönigin unproblematisch in ein saniertes Volk eingeweiselt werden kann und dort nochmal zeigen kann, was sie drauf hat.


    Richtig dichte vertikale Absperrgitter stelle ich mir aber auch sehr sinnvoll vor, zumal die dann bebrüteten Waben in einem separaten Brutsammler zusammengefasst werden können.

    Das heißt also bisher, dass eher an den Prämissen meiner Überlegung gezweifelt wird: Die alten Bienen stechen nicht unbedingt mehr, und früher waren auch einfach die Kisten kleiner und schienen so voller. Könnt ihr das bestätigen? Oder gibt es da abweichende Einschätzungen?

    Exakt, Rase. Denn auch wenn die Beantwortung evtl. weitere Fragen nach dem Wohin nach sich zieht, geht es mir erstmal echt um die theoretische Überlegung. Mir ist bewusst, dass es auch ziemlich ins Blaue rein überlegt ist, und dass bei solchen Überlegungen Positionierungen schwer fallen mögen, darum bitte ich auch um einen Diskurs jenseits von "aber verpestet unsere Umwelt nicht mit Stecherdrohnen", der durchaus auch mal Thesen bzw. Meinungen zur Sachlage zulässt, Spekulationen erlaubt.

    Und gerade um die Schwierigkeit der Definition von stechlustig bzw. Stecher geht es dann ja auch. Denn genau da könnte imkerliche Erfahrung antworten: Gesetzt den Fall, die These stimmt - kann man einen Unterschied feststellen zwischen Völkern, die aufgrund von Langlebigkeit öfter mal stechen und solchen, die das einfach so öfter mal machen? Worauf müsste man achten?

    Es sei zusätzlich noch angemerkt, dass zumindest nach Binder der Langlebigkeit auch durch guten Wärmehaushalt sowie gutes Versorgungsverhältnis Ammenbienen/Brut (sprich im Frühjahr relativ enges Schieden mit Thermoschieden) auch Vorschub geleistet werden könne.

    Liebe Imkerinnen und Imker,


    ich verlasse mal meine Ecke der stillen Mitleserschaft, um einen Gedanken zur Diskussion zu stellen. Er beruht auf einigen Prämissen, die teils eher anekdotisch evident sein mögen:

    • Immer wieder liest und hört man, dass ein zunehmendes Problem die kürzere Lebensdauer der einzelnen Bienen sei. Auch bei enormem Zuchtfortschritt, was Legeleistung der Königinnen anbelangt, seien die Kisten früher eher voller gewesen. In der Regel wird das als ein Hinweis auf das durch Monokulturen lückige Trachtband sowie die Belastung durch Pflanzenschutzmittel gesehen.

    • Zuweilen gibt es die Geschichte von Völkern, die relativ gut mit der Milbe klarkommen und auch sehr viel Honig heimbringen, dann aber doch leider umgeweiselt werden müssen, da sie Stecher seien.

    • Ein einzargiges Miniplus ohne Rauch und ohne Stich zu behandeln, ist keine Kunst, ist das Volk mal so richtig stark geworden, kann das durchaus anders sein.

    • Besonders gut stechen können die alten Tanten.


    So, jetzt mal meine Idee: Kann man den Zusammenhang Verteidigungsbereitschaft und Robustheit/Sammeleifer nicht auch andersherum lesen? Wenn ich langlebige Bienen habe, ist es dann nicht logischerweise eine Konsequenz, dass da auch mehr verteidigungsbereite alte Damen am Start sind?

    Andersrum: Wenn von den Völkern, die zwar gute Ergebnisse erzielen, dann aber als Stecher erscheinen, nicht vermehrt wird - geht dann die Zucht evtl. tendenziell in eine Richtung, in der eher die geringere Lebenserwartung favorisiert wird?


    Natürlich gibt es für verschiedene Effekte mehrere Faktoren. Umweltbedingungen mögen die Lebensdauer stärker beeinflussen als Genetik, Genetik wiederum die Stechlust stärker als die Langlebigkeit. An dieser Stelle aber wäre dann die Frage: Kann man das unterscheiden? Kann man sehen lernen, wann Bienen genetisch Stecher sind und wann (vorbehaltlich der Richtigkeit der Theorie) einfach nur besonders oft biestige alte Bienen vorhanden sind? Kann man Langlebigkeit erkennen, und wenn ja, wie? Oder gibt es Gründe, die dagegen sprechen, genetisch begründete Langlebigkeit anzunehmen? Oder muss man meine Prämissen in den Bereich der Imkermythen verweisen?


    Gespannte Grüße, Clemens

    Hey Soapp, wenn du jetzt verwundert bist über die Reaktionen deiner Profis, die du immer so gerne um Rat gefragt hast, dann lies dir doch nochmal deinen Thread mit den Brutwaben von Ende April genau durch. Bedenke, dass keiner gerne das F-Wort nur aufgrund von Fotos in den Raum stellt. Trotzdem hat dich schon am 1. Mai Swissmix mit der Möglichkeit konfrontiert, und es wurde mehrfach bemängelt, dass du deine Waben nicht aufgehoben hast, um das abzuklären. Also entweder bist du echt mit einer nicht mehr beneidenswerten Naivität gesegnet, oder du bist ein Troll. Dann aber Chapeau, da hast du sogar mich schon zum zweiten Mal aus der stillen Mitleserecke geholt. Aber ich muss zugeben, ich war schon vor Monaten gespannt, wie es weitergeht mit deinem Aggrovolk. Insofern hätte ich natürlich damals schon nachhaken müssen, denn ich hatte irgendwie schon geahnt, dass du denn Schuss nicht gehört hattest. Denk bitte auch daran, im Zweifelsfall deinen Bekannten zu benachrichtigen.

    Fair wäre auch, wenn du hier ehrlich berichtest, was jetzt wirklich los ist; es haben in diesem Forum wirklich eine Menge Leute eine Menge Geduld mit dir gehabt.

    Und eins noch, drücken geht jetzt echt nicht mehr, jetzt ist Handeln angesagt, du bist wirklich in derVerantwortung, auch wenns weh tut.

    Grüße, Clemens

    Als sonst stiller Mitleser frage ich mich, ob es sich um das Volk handelt, bei dem du schon Anfang Mai die Brut komplett eingeschmolzen hast. In dem Fall würde ich an deiner Stelle jetzt wirklich mal auf Rases Rat von damals hören und die Waben jemandem Kompetenten live und in Farbe zeigen.