Beiträge von C.S.

    robirot meinte wohl, eine von 30-100 Töchtern einer Zuchtkönigin ist eine, die als Zuchtkönigin taugt, und nicht eben eine zufällige Belegstellenkönigin.


    Das ist natürlich eine Frage der Ansprüche. Und letztlich glaube ich auch nicht, dass es eine Frage der Wirtschaftlichkeit ist bzw. sein kann, wenn man sich im Amateurbereich in Richtung Zucht bewegt. Sinnvoller, wenn es dir nur darauf ankommt, gute Königinnen für deine Völker zu haben, ist sicher, beim Züchter umzularven. Auch logistisch ist das sicher wesentlich einfacher, wenn du die ganzen Irrwege mit einkalkulierst.


    Und, auch wenn du dir alle paar Jahre neue Belegstellenköniginnen vom Züchter holst - also eigentlich gar keine Zucht machen willst, sondern eben Vermehrung von einer zugekauften Königin - neben der Unwägbarkeit, ob die wirklich was taugt, hast du eine nachlassende Nachzuchtqualität, die du zwar durch Verfrachten in eine kleinere Beute etwas ausgleichen kannst, die sich aber laut Jungels auch durch schlechtere Annahmequoten bemerkbar macht.

    Leidet denn tatsächlich die genetische Qualität mit dem Alter, robirot?


    Ansonsten kann ich dem, was du schreibst, zustimmen. Ich selbst befinde mich in etwa in dem Zwiespalt, d.h. einerseits motiviert und gut angebunden, andererseits (noch) zu wenig Kapazitäten, um wirklich von ordentlicher Prüfung sprechen zu können.


    Ich finde aber, dennoch kann man sich auf diesen Weg begeben. Man muss sich der Abstriche eben bewusst sein. Also dass es z.B. Sackgassen geben kann. Die Töchter der Baltrumkönigin von 2019, die ich auserkoren hatte, hatten zu stark gestreut und waren insgesamt zu biestig, um sie guten Gewissens in andere Hände zu geben. Andererseits kann man gewisse Tendenzen der Töchter schon im ersten Jahr sehen; von den zwei aus fünf von 2020 begatteten Baltrumköniginnen, von denen ich letztes Jahr vermehrt habe, habe ich schon in den Minis ohne in die Aufzeichnungen zu schauen unterscheiden können, welche die Wabenstete zur Mutter hatten und welche die Fleißige, und dass ich dieses Jahr von letzterer vermehren will und die dann auch guten Gewissens abgeben werde, wenn sich zeitgleich wirklich zeigt, dass die Töchter taugen.


    Außerdem muss ich mir bewusst sein, dass ich aus 5 auswähle und das eine Größenordnung von dem entfernt ist, was andere machen, in meinem Heuhaufen also viel weniger Nadeln versteckt sind. Aber auch das hat seinen Reiz, und ich werde stückweise zufriedener mit 'meinen' Bienen.


    Wenn in einem Jahr das Finden potentieller Töchter zum Weiterführen der Linie nicht klappt, muss man eben nochmal mit der Vavoritin aus dem Vorjahr probieren und/oder nochmal mit Zuchtstoff beginnen. Das Problem wird aber eher sein, dass zu viele interessant erscheinen. Heuhaufen gibt es genug, denn da ist ja noch die Schwester, die dann doch überraschend stabil durchs erste Wirtschaftsnahe ging...


    Im Jahr Null der potentiellen Zuchtköniginnen habe ich bisher nie umgelarvt, das liegt dann aber daran, dass ich nicht eine oder zwei gekauft, sondern mit Zuchtstoff gestartet habe. Da sind sie also im Mini und werden im Herbst eingeweiselt, etwaige Kandidatinnen schon beobachtet. Die Einjährigen sind dann ganz normal im Vollvolk, überwintern da, und jetzt, im zweiten Jahr, werde ich sie auf 3 oder 4 Waben Zander beschränken. Ich sehe ein paar kleine Vorteile gegenüber MiniPlus als Altersheim: Umlarven, Schwarmkontrolle und Überwintern stelle ich mir einfacher bzw. praktikabler vor.

    Ich bin auch der Überzeugung, dass gute Königinnen der einfachste Hebel ist, durch den Einiges am Imkern erfolgreicher wird und besser klappt.


    Hier wurde anfangs nach Materialien gefragt. Ich halte diese für nicht so entscheidend, um gute Ergebnisse hinzubekommen. Wesentlich wichtiger sind sowohl Techniken als auch Genetik. Daher finde ich es folgerichtig, dass im Nachgang darauf eingegangen wird.


    Es ist auch wenig verwunderlich, dass diese Dinge hier Diskussionsbedarf zu haben scheinen; gibt es doch wohl einige, die eben nicht nur vermehren wollen, sondern sich schon ein wenig Richtung Zucht bewegen, soweit es eine Hobbyimkerei eben zulässt.

    Gilt wohl für SBA wie für offenen Anbrüter, oder?

    Als Anfänger brauchst Du weder das eine noch das andere - Anfängern rate ich dazu erst mal ein paar Königinnen im HR zu ziehen, entweder nach Schwarz oder nach Weis :) - dabei kann man das Umlarven auch Üben oder die Zellen vom Bogenschnitt verwenden und man muss nicht so lange vorbereiten, es kann auch so genug schief laufen...

    Das Honigraumverfahren nach Schwarz ist doch ein offener Anbrüter, oder? So zumindest hatte ich das verstanden und gemeint.


    Nochmal die Frage: Die Umlarvwabe vor dem Umlarven in das zum Anblasen auserkorene weisellose Volk zu geben, scheint mir ein toller Kniff zu sein. Wann nach dem Verstellen des Brutraums würdet ihr das machen, und für wie lange?

    Wenn man nur Eier reingeben würde und dann die ersten angepflegten Maden umlarven würde - in einem Stadium, in dem sie schon richtig im Gelee schwimmen, wäre das was (auch für diejenigen, welche Schwierigkeiten mit der Umlarvtechnik haben) oder unsinnige Verkomplizierung? Zumal die Maden, wenn sie etwas älter sind, nicht mehr ganz so empfindlich sind. (Eier deshalb, damit die Auswahl der jüngsten Larven gegeben ist.)

    Eiwabe/Zuchtstoff bis zum Umlarven in das gefütterte, und nur verdeckelte/schlüpfende Brut enthaltende Pflegevolk zu hängen. Diese Larven schwimmen bestimmt und werden problemlos angenommen/weitergepflegt, weil eben schon bekannt

    Das klingt total logisch, danke für den Tip! Gilt wohl für SBA wie für offenen Anbrüter, oder? Wann würdest du im offenen Anbrüter dazuhängen, und für wie lange?

    Von Bernhard Heuvel kam mal der Tip, die Zunge des Chinesischen Umlarvlöffels leicht abzuschaben und damit biegsamer zu machen, indem ein scharfes Messer mit etwas Druck rechtwinklig auf die Zunge gesetzt wird und dann abgezogen. Verkürzt allerdings die Lebensdauer des Teils; wird irgendwann zu lommelig.


    Jungels rät dazu, nicht nur das Volk, in dem die Vermehrung stattfindet, sondern auch das Zuchtvolk, das die Larven liefert, schon zwei Tage vorher zu füttern anzufangen, damit die Larven schön schwimmen.

    Hallo Heckflosse,


    ich denke, wenn du geschrieben hättest, du möchtest mit der Königinnenvermehrung beginnen statt mit der Zucht, hättest du etwas wohlmeinendere Reaktionen bekommen können. -


    Zur Vermehrung benötigst du an Material einen Umlarvlöffel (Schweizer oder chinesisch), Lupe bzw Lupenbrille sowie Licht helfen, und sinnvollerweise das Nicot Stecksystem, d.h. die braunen und die weißen Basishalterungen, Weiselnäpfchen sowie Schlupfkäfige. Eine Zuchtleiste ist relativ schnell gebastelt, ein feuchtes Tuch wirst du zu Hause haben.


    Außerdem müssen die Zellen oder Junfern irgendwohin verschult werden, damit sie zur Begattung kommen, und, da du sie erst im Herbst einweiseln willst, wo sie die Monate bis dahin sein können. Bei SBA und Standbegattung könnte das auf Viererböden oder Zweierbeutentrenner rauslaufen, wobei du dann weiteres Beutenmaterial benötigst, sobald die Völkchen wachsen. MiniPlus wäre eine Alternative, zumal wenn du das in Zukunft häufiger machen willst; ich persönlich finde Minis super und würde das empfehlen.


    Wenn dir Jungels (auch wirklich empfehlenswert) noch zu speziell ist, leiste dir Rainer Schwarz, Imkern mit Dadant und MiniPlus. Auch wenn du nur nach den Materialien gefragt hast - nimm die Hinweise, dich mit der Sache theoretisch zu beschäftigen, ernst.


    Wenn du dann noch ernster machen willst, kannst du dir überlegen, einen Brüter anzuschaffen.

    In der Bildunterschrift auf Seite 64 ganz unten schreibt er: "Bei jedem zweiten Durchgang wird der Brutraum auf Schwarmzellen kontrolliert und diese ggf. ausgebrochen. Kein Volk schwärmt wegen der Weiselzellen im Honigraum."

    Jungels gibt ja den Zuchtrahmen, in dem Fall Honigraumrähmchen mit 5cm nach oben versetztem Unterträger, unter die 15 Näpfchen kommen, nach der Schwarmkontrolle mit Weiselzellenbrechen in den untersten Honigraum eines schwarmtriebigen oder fast schwarmtriebigen Volks, so dass sich die Zellen dann direkt über dem Brutnest befinden, getrennt von ihm durch das Absperrgitter.


    Zwei Fragen dazu:

    Würdet ihr bei dem Vorgehen das Brutnest später kontrollieren und dort angeblasene Zellen brechen, um nicht dort unerwünschte Konkurrenz zu haben, und wenn ja, wann? Er bricht die Zellen nur bei jedem zweiten Durchgang.


    Er schreibt: "Kein Volk schwärmt wegen der Zellen im Honigraum." Gibt es dafür eine Erklärung? Ich finde das, zumindest für ein Volk in Schwarmstimmung, kontraintuitiv, zumal sich nach seiner Vorgehensweise zusätzlich noch Zellen im Brutnest befinden könnten.

    Gerade die in Brutscheunen schlüpfenden Bienen sind nicht die gesündesten, sie sind ja noch stärker parasitiert als die der TBE Völker - die Vermehrung der Varroen ging ja weiter. Das ist auch der Grund, weshalb viele sagen, es lohnt sich nicht, ab in den Schmelzer. Und viele Brutscheunen, die erstmal irre viele Bienen haben, schmelzen relativ rasch zusammen.

    Nach hinten raus ist jeder Tag, den die Königin zum Aufbau eines Brutnests hat, ein gewonnener Tag hinsichtlich des angestrebten Ziels, gesündere Bienen zu bekommen, die gesunde Winterbienen aufziehen. Deshalb würde ich es vorziehen, das bisschen Restbrut, das dann vorhanden ist, wenn die Neue zu stiften beginnt, einzuschmelzen. Diese Restbrut ist logischerweise noch stärker parasitiert, da mit der Brut schlüpfenden Milben in die immer weniger werdenden verfügbaren Zellen gewandert sind (was mit gleichzeitiger Behandlung, also z.B. Oxalsäure sprühen im Block oder Ameisensäure, entgegengewirkt werden kann). - Nachteil ist, dass es eher engmaschiger Kontrolle bedarf und auch mit Störung verbunden ist in einer Zeit, in der man gemeinhin die Kiste lieber zu ließe.


    Wenn du sowieso behandeln willst, finde ich die neue Brut zu wertvoll, um als Milbensammler zu dienen. Außerdem hast du dann im Zweifelsfall mehrere Waben, in die du und deine Bienen Arbeit investiert haben. Und bedenke, dass die Brutscheune nochmal wesentlich später dran ist als die durch TBE sanierten Völker - bei denen, wenn eine ausgebaute Wabe als Fangwabe belassen wurde, das nicht so ins Gewicht fällt.


    Übrigens schließt sich die Nachschaffung nicht mit der Weiselrichtigkeit aus, für die ich an dieser Stelle nochmal plädieren würde. Man kann z.B. erst nach dem Anblasen eine Minizarge als Milbenmagnet mit Königin über Absperrgitter aufsetzen oder hat eine angeblasene Edelzelle für die Scheune, über der eine Königin legt.