Beiträge von Vivajohn

    Mal abgesehen davon, dass es nicht richtiger sein muss, weil es auf weißem Papier steht,

    Um ein ganzes Autorenteam von Imkern/Züchtern zu wiederlegen, wäre für mich dann aber etwas mehr als oben stehendes Argument notwendig.


    widerspricht es sich in keinster Weise mit dem was hier in diesem Faden steht. Dort steht nur: Je extremer die Nutzung, desto schneller/deutlicher die Auswirkung.

    Kam mir nicht so vor, dass sich alle an der Diskussion beteiligten bereits auf diese Meinung geeinigt hätten... :/

    Kleines Update:


    Ich konnte mich beim Studieren der Literatur gerade selbst wiederlegen (und wohl meine Kursleiter... :/).


    Frei aus "Königinnenzucht und Genetik der Honigbiene" aus dem "Schweizerischen Bienenbuch":

    Dort wird explizit auf die Verwendung von Schwarmzellen eingegangen und dass die Meinung in der Imkerei, dass aus Schwarmzellen "Schwarmteufel" entstehen, nicht ganz korrekt ist. Sie stimmt nur, wenn man trotz schwarmverhindernder Massnahmen jede Schwarmzelle zu verwerten versucht....


    Auch wird dort beschrieben, dass es völlig unproblematisch ist, ein zuchtwürdiges Volk künstlich zum Schwärmen zu bringen, um die Schwarmzellen zu verwerten.

    Allerdings geht das Buch natürlich nur auf einer halben Seite darauf ein, falls jetzt jemand direkt in den Bücherladen stürmen will.

    Das Buch dient eher zur Ausbildung an der klassischen Zucht.


    Aber ein hübsches Beispiel, wie schnell Falsches vermittelt wird.... :/ Und als Vorurteile hartnäckig die Runde machen... :rolleyes:


    mfg Vivajohn

    Wenn ich ein Volk gewollt zum schwärmen bringe hat das nichts mit Schwarmfreudig zu tun

    Bis zu dem Punkt stimm ich dir voll und ganz zu! Danach...

    und jetzt mit RNA an zu fangen ist schon sehr weit hergeholt.

    Weshalb weit hergeholt?

    Natürlich kennt man die Zusammenhänge hier noch nicht wirklich (was ich auch nicht gesagt habe) ... Aber was man bisher damit erklären kann, könnte auch voll in dieser Hinsicht Erklärungen liefern!

    Ich habe mir nicht aus dem Finger gesaugt, dass eine Kö aus einer Schwarmzelle zu einer erhöhten Schwarmbereitschaft führt! Ich habe lediglich eine mögliche Erklärung geliefert, weshalb dies so beobachtet wurde!


    Zur Demeter-Imkerei kann ich wie gesagt nicht viel beitragen, dass ein oder andere hab ich gehört, mehr nicht... In meiner direkt Nähe gibts keinen einzigen Demeter-Imker, auch in meiner Ortsgruppe nicht. etwas weiter weg schon, aber nur äusserst spärlich...

    Die Schwarmneigung hängt freilich nicht nur an der Genetik, sondern auch an der Völkerführung.

    Auch sehr schwarmträge Bienen können schwärmen bei entsprechender Völkerführung.

    Ich hab nichts anderes behauptet...;) Es scheinen viele Faktoren am Schwarmtrieb zu hängen! Genetik und ob die Kö aus einer Schwarmzelle entstammen, scheinen nun mal ein Faktor zu sein, um die geht es hier in diesem Fall... Wobei Genetik im Zusammenhang damit wahrscheinlich eher mit kleineren RNA-Molekülen zusammenhängt, als mit der grundsätzlichen DNA! ;) Allerdings weiss ich nicht, in wie weit man da bei der Forschung an der Biene ist. Kurzer Exkurs: Mit RNA-Molekülen im Zellkern können beispielsweise beim Menschen gar traumatöse Zustände vererbt werden. Das passiert abseits jeglichem DNA-Tests oder züchterischen Erfahrungen...

    Insofern könnte (= grosses KÖNNTE!) es sein, dass eine aus einer Schwarmzelle gereifte Kö nun mal weiss, dass sie aus einem Schwarm abstammt und auch dahin tendiert...


    Die Demeter-Imker vermehren Ihre Völker übrigens nur so und ich habe mir von einem sagen lassen, dass er genau das oben Beschriebene macht: Völker eng führen, damit sie auch wirklich in Schwarmneigung kommen.

    Um ehrlich zu sein, ich hab mich mit der Demeter-Imkerei nicht sonderlich eingelesen.... Allerdings habe ich genau das auch schon gehört! Und dann kommt ja dann einem Demeter-Imker die zusätzliche Schwarm-Freudigkeit entgegen!

    Um einfach noch mein beschränktes Müsli der Weisheit in die Runde zu reichen... (bin ja kein Züchter und immer noch Anfänger, immerhin Lese und Lerne ich unheimlich viel)


    Aus Schwarmzellen möchte man deshalb nicht vermehren, weil Kö's aus Schwarmzellen angeblich auch zu einer höhere Schwarmneigung tendieren. Das passt dem Bien, dem Imker und dem Nachbar aber nicht so sehr...

    Weiter was uns beigebracht wurde:

    Schwarmzellen sind ja am Rand der Waben (respektive des Brutnests). Das hat System: Die Arbeiterinnen wollen die alte Kö von den Zellen fernhalten, weil diese ihre Konkurrenz lieber um die Ecke bringen möchte. Diese Platzierung ist Suboptimal von den Bedingungen her, aber notwendig. Das bemerkt man schliesslich daran, dass wenn die Bienen die freie Wahl für den Platz der Weiselzelle haben (Bei Nachschaffung), sie diese eher in die Mitte pflanzen.

    Man möge hier allerdings bedenken, dass wir über einen nicht näher quantifizierbaren Qualitätsunterschied reden...

    Der Punkt mit der erhöhten Schwarmneigung ist allerdings oft ein Killerkriterium...


    mfg Vivajohn

    ...und eine Einheit werden!

    Ich dachte halt, die Kellerhaft wäre für das genug... :rolleyes:

    aber nicht darüber, dass die Bienen der Kö auch zugetan sein müssen.

    Amen! ;) Wobei man da viel hinein interpretieren kann:
    Die Beute, in welche es am meisten Bienen gelockt hat, ist eben die schönste Beute, auch die Grösste (12er, die anderen sind nur 10er) und leider... auch die Teuerste... :/




    Alle werden sich aller Voraussicht nach super entwickeln.

    Danke!



    Noch ein kleines Update:

    Ich war heute noch an den Bienen, sieht so weit absehbar gut aus! Der Grosse brütet aktuell nun auf 4 Waben beidseitig, der Mittlere und der Schwächere auf 3 Waben beidseitig. Wobei gerade beim Schwächeren gut zu sehen ist, dass einfach das Brutnest viel kompakter aufgebaut ist um mehr Brut auf weniger Raum zu haben...

    Hier noch 2 Eindrücke von heute vom stärksten Volk:



    Bienen leiden idR nicht unter Demenz, auch nicht nach ein paar tagen Kellerhaft. Deshalb kommt es auch immer wieder zu stiller Räuberei am gleichen Stand. Bei Imkern ist das wohl nicht so?

    Hmmm... Ich weiss grad nicht, ob Imker nach Kellerhaft am gleichen Stand zur Demenz tendieren? :/


    Aber Spass: Du hast natürlich in deiner Beobachtung recht! Dennoch finde ich die Anmerkung für angehende Imker interessant: Schlage mehrere Schwärme (Kunstschwärme) mit zeitlicher oder räumlicher Verzögerung ein, um "Fahnenflucht" zu vermeiden...

    Voll egal. Wenn Du frisch gebildete KS irgendwo hinstellst, passiert das quasi immer. Das ist keine Ausnahme, sondern die Regel. Deswegen stellt man KS (mit Futter!) für eine Nacht oder zwei in den Keller, auf das sie sich zu einer Einheit zusammenfinden. Je größer der KS und je jünger und unbegatteter die Königin, desto länger. Das ist keine neue Errungenschaft in der Imkerei.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Hallo Ralf!

    Um das zu rekapitulieren: 2 KS waren seit 2 Nächten beim Züchter(natürlich mit Futter), der letzte lediglich eine Nacht.

    Das will ich so auch nicht als neu Errungenschaft darstellen, dass dies alten Hasen bekannt ist, kann ich mir durchaus vorstellen! Aber in der Literatur fehlen solcherlei Zusammenhänge, so wie ich das bisher gesehen habe... Da ist auch primär die Rede davon, dass Kellerhaft deshalb notwendig ist, dass die Bienen vergessen, wo sie waren... So sagt man bei uns: KS können an fremden Standorten sofort eingeschlagen werden, am selben Standort erst nach Kellerhaft.

    Das ist Lehrgeld, das man zahlt. Die Gefahr das beim Einschlagen viele fahnenflüchtig werden und zu direkt danebenstehenden Beuten ziehen, besteht oft bei Kunstschwärmen, wenn die Königin erst kurz begattet ist. Oder auch nur draußen dranhängt beim Versand.

    Absolut, das ist Lehrgeld... Bei all den 1'000 Anleitungen, welche ich gelesen habe, bei all der Literatur, welche ich "vernichtet" habe... Von , wie du sie treffend benennst, "fahnenflüchtigen Arbeiterinnen" habe ich noch nichts gehört/gelesen...


    Ich muss vielleicht dazu sagen:

    Der Züchter züchtet mit Nigras, Buckfast und Carnicas. Das heisst konkret bei mir: Ich hab 3 Nigra-Königinnen mit Buckfast-Schwarmbienen. Normalerweise, so wie er mir sagte, hält er die gesammte Zucht auf Mini-Plus, getrennt von den Wirtschaftsvölkern, so wie es sich eigentlich gehört. Ich habe allerdings das Gefühl, dass die Nigras frisch begattet mit Schwarmbienen aus seinen Buckfast-Mini-Plus gebildet wurden. Das hatte vielleicht einen nachhaltigen Einfluss auf meine Problematik.

    Vielen Dank für die Hilfestellung!


    Muss dazu erwähnen, gestern bei der Kontrolle, respektive der Behandlung mit Oxalsäure:

    In allen 3 Kästen habe ich die Kö gesehen und in allen 3 Kästen habe ich Stifte erkennen können. Also soweit ist sonst alles i.O. Einfach im Schwächsten ist halt das Brutnest durch nur halb ausgebaute Waben entsprechend eingeschränkt.

    Ok, instinktiv hätte ich jetzt auch mal zugewartet.

    Hallo allerseits!

    Ich habe letzte Woche, am 9.6.2017, am Abend 3 Kunstschwärme nacheinander (und nebeneinander) eingeschlagen. Jeder war ca. 1,5 kg schwer und mit einer Zuchtkönigin (Mellifera, respektive Nigra). In 3 Dadant Blatt Beuten, 2 davon sind 10er und eine ist ne 12er.

    Nun dachten sich wohl viele, während dem Anfangsgewusel doch noch die Behausung zu wechseln. Nun habe ich mit Abstand am meisten Bienenmasse im 12er Kasten, im mittleren 10er Kasten etwas weniger und im äussersten 10er deutlich am wenigsten. Eine erste Kontrolle gestern bestätigt auch, was man sonst wahrnimmt. Die 12er Kiste hat schon fast alle 7 Waben ausgebaut, da muss wohl bald ergänzt werden und der Schwächste hat gerade mal ca. 4 Waben zur Hälfte fertig.

    Muss/Soll ich da jetzt eingreifen, oder abwarten... Und vorallem wie?


    Für Meinungen und Anregungen bedanke ich mich bereits im voraus!

    mfg Vivajohn