Beiträge von Vivajohn

    Spannende Beobachtung meinerseits:

    Am Samstag vor einer Woche war ich an meinem Standort weiter in der Höhe, auf 820m. Die Beuten kriegen dort die volle Morgensonne und siehe da, bei 2 Völkern sind Bienen geflogen bei 2°C Aussentemperatur. Nicht viele, aber immerhin so 2-3 Ab- und Anflüge/Minute warens. In rund 10 min Beobachtungszeit konnte ich sogar 2 einzelne Bienen mit Pollenhöschen sehen. Bienen können, so sie wollen, auch bei scheinbar tieferen Temperaturen erfolgreich ausfliegen. Demgegenüber war diesen Samstag nichts los, trotz wärmeren Aussentemperaturen und teilweise Sonne (aber halt noch sehr viel Schnee). Vereinzelt sah ich aber nun auch welche im Schnee liegen. Von dem her glaube ich schon auch, dass diese Sterbenden nicht ganz auf der Höhe waren...


    mfg Vivajohn

    das sehe ich ganz anders. Die Feststellung der Ortsüblichkeit der Bienenhaltung gibt dem Imker eine Rechtssicherheit über den Standort seiner Bienenhaltung.

    Es ist egal, wie du das siehst... Siehe die expliziten Ausführungen von ribes. Nochmal in Kürze:

    Ortsüblichkeit wird allenfalls in einem Verfahren, vor Gericht festgestellt (und belegt). Was ein Stadtrat dazu feststellt, interessiert den Richter höchstens am Rande...

    In dem oben genannten Beitrag in bienen&natur stellt Bernhard Heuvel seine Betriebsweise dar. Die erwähnte späte Restentmilbung (an einem wärmeren Tag) im Februar begründet er u.a. damit, dass die Winterruhe im Dezember nicht gestört werden soll. Ein frühes Stören der Wintertraube sei nicht förderlich für das Mikrobiom.

    Gleichzeitig korreliert in der Schweizer Statistik eine frühe Behandlung mit geringeren Winterverlusten. Also je später die Behandlung, desto grösser die Verluste.

    Ich hab bisher nur doppelte Mini-Plus gesehen. Ein quasi Berufsimker in meiner Nähe packt jeweils 2 Mini Plus nebeneinander. Darüber kommt zuerst ein Absperrgitter und dann offenbar eine Zarge in Art eines 6 Waben Dadant 1/2 Ablegerkastens.

    Der grosse Vorteil, so gibt er an, ist halt, dass man keine kleinen ollen Mini-Plus Waben zum Schleudern hat.

    Aber frag mich jetzt nicht, woher das Material kommt...

    Die haben da auch eine tolle Website zu dem Thema, analysieren rein auf Sicht ohne Futterkranzproben und senken sehr erfolgreich die Befallszahlen... rein durch Abtöten klinisch kranker Völker. Alle anderen dürfen einfach weiter leben; da gibt es kein standweites, vorbeugendes Sanieren. Und zudem haben sie auch die Entwicklung der Krankheit an Völkern und nicht an einzelnen Larven untersucht....1/3 der Völker heilen von selber auch nach anfänglicher Zunahme auffälliger Zellen.

    Ist übrigens hier im Nachbarland auch so. Keine Futterkranzproben. Lediglich Beschauen auf klinische Symptome. Sind sie da, wird keine Futterkranzprobe entnommen, sondern eine Brutprobe von verdächtigter Stelle. Dafür wird bei positivem Befund, jedes Volk mit klinischen Symptomen abgeschwefelt. Schwächlinge am Stand werden, unabhängig der Symptome, ebenfalls abgeschwefelt. Sollten mehr 50% der Völker mit klinischen Symptomen betroffen sein, wird der ganze Stand abgeschwefelt, aber ansonsten dürfen die gesunden Völker weiterleben. Danach kommt die Reinigung/Desinfektion/Verbrennung des Materials.

    Zuständig dafür sind in den seltensten Fällen die Kantonstierärzte, weil man weiss, dass dort das Know-How um Bienen meist nicht gross ist. Stattdessen stellen die Imkervereine Bieneninspektoren, welche in Absprache mit den Kantonstierärzten handeln. Technische Weisungen gibts auch, zu unterst auf dieser Seite.


    Dort, wo wir Schweizer im Vergleich kompromissloser umgehen, ist die EFB. Das ist ein anderes Pflaster hier. Da wir immer der gesamte Stand saniert, egal wie viele Völker klinische Symptome zeigen. Also da müssen auch gesunde Völker zwingenderweise verkunstschwarmt werden, so einem der Bieneninspektor eine Sanierung zutraut.


    mfg Vivajohn

    ... u.a. im Honig kommt AS und OXS in kleinsten Mengen natürlich vor.


    Ob Medikament oder nicht bestimmt die Rechtslage, nicht der moralische Impetus. Es ist zwar modern, moralische Eigensichten über geltendes Recht zu stellen, jedoch ist es damit nicht richtiger. Würden wir uns alle auf eigene moralische Standpunkte verlassen, kämen wir in "Teufels Küche"; denn Moral ist für jeden ein bisschen anders. Das Recht an sich ist aber der gemeinsame Nenner und darum sehr, sehr wertvoll.

    Es geht doch hier nicht darum, moralische Eigensichten über die Rechtslage zu stellen...

    Die Rechtslage bleibt die Rechtslage und wird herbei gezogen, wenns darum geht, Recht zu sprechen oder im juristischen Dinge zu analysieren.

    Das ändert nichts daran, wie Leute im allgemeinen Umgang den Terminus "Medikament" deuten, interpretieren und assoziieren.


    Ich kanns auch von der anderen Seite hergehen:

    die organischen Säuren werden nur deshalb juristisch als Medikament angesehen, um Behandlungen regulieren zu können.

    Die zugelassene Säuren werden mit dem Zusatz ad. us. vet. (ad usum vetrinarium). Daher ist die Bezeichnung Medikament / Arznei dafür vollkommen korrekt.

    Du beziehst dich auf einen juristischen Standpunkt, da hast du Recht. Um den gehts aber nicht. Es geht aber eher um eine Art moralische Wertung dahinter.

    Der heutige Mensch sieht die meisten Medikamente als hochkomplexe, synthetisch hergestellte Chemikalien, mit dessen Umgang Vorsicht geboten ist, da auch nicht unwesentliche Nebenwirkungen in Erscheinung treten. Wenn wir Imker suggerieren, wir schütten "Medikamente" in die Kiste, hat das unweigerlich eine sehr negative Beinote, die erklärungsbedürftig erscheint.

    Ameisensäure, Oxalsäure und Milchsäure sind eben keine klassischen Medikamente, wie sie der Volksmund versteht. Es sind natürlich und in vielen Organismen vorkommende Stoffe

    Es ist halt schon ein U'schied... Ein erfolgreicher Youtuber ist noch kein Imker und umgekehrt bringt Erfahrung in der Imkerei einem noch kein bisschen näher an einen erfolgreichen Imkerkanal.


    Der Reiz an beeTV84 ist schlicht und ergreifend der Imkerboom. Viele wollen mit der Imkerei anfangen. Deshalb schauen sie Videos, wie einer mit der Imkerei anfängt. Ob das alles stimmt, was er da tut spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Das Vermögen, sich in diese Rolle rein zu versetzen, macht hier die grosse Attraktivität dieser Videos.

    Du hast schon recht, eine Resistenz ist es keineswegs... Dennoch vermindert das hygienische Verhalten die Sporenlast und führt so zu einem Zustand, in dem auch kein Brutverlust mehr vorliegt.


    Aber richtigerweise hast du schon recht, eine Impfung macht dennoch Sinn. Zumal das hygienische Verhalten nicht un-aufwändig zu züchten ist und in der Breite nicht eingesetzt werden kann, weil halt viele einfach vermehren.

    Dennoch macht es Sinn auf hygienisches Verhalten zu achten und potentielle Dreckspatzen unter den Völkern zügig umzuweiseln. Hier wird immer wieder darauf gepocht, wobei mir allerdings etwas schleierhaft erscheint, wie man ein schlechtes Ausräumverhalten genau erkennt. Schmutz in der Beute ist eines, aber Ausräumverhalten?

    Sinn würde es dennoch ergeben, darauf zu achten, wenn man kann. Immerhin verringert es die Gefahr, bei Befall vom Nachbar, später selbst betroffen zu sein.

    zu 2. Für mich ist das keine Frage der Glaubwürdigkeit, sondern der Begrifflichkeit.


    Bruthygiene ist nicht gleichbedeutend mit AFB-Resistenz. Daß AFB-Sporen erwachsenen Bienen nix ausmachen, ist ja allgemein bekannt. Doch ob die Brut restistent ist, das ist die entscheidende Frage bei der Impfung (und um die soll es ja in diesem Faden hier gehen). Soweit ich es verstanden habe, ist die Brut selbst der hygienischsten Völker genauso anfällig auf AFB wie die anderer Völker.

    Mglw. wird die Erkrankung der Brut von den Bienen eher bemerkt und dann im Idealfall auch eher ausgeräumt, bevor pseudobac. larvae das Puppenhäutchen zersetzen kann und 2,5,Mrd. AFB-Erreger/Brutzelle freikommen: Bei Eric II bekommen das ja sogar ganz gewöhnliche Völker ggf. über Jahre hinweg hin. Dieses Hygieneverhalten der erwachsenen Bienen hat aber nichts mit Resistenz zu tun, es beseitigt lediglich die AFB-Leichen rechtzeitig, bevor sie auslaufen (zumindest eine zeitlang).

    Der Impfschutz jedoch setzt dort an, wo die Sporenform der AFB in die Lebendform übergeht und behindert somit die Vermehrung der AFB-Stäbchen - nämlich im Darm der Bienenlarve. Das ist etwas prinzipiell anderes als ein vorbildliches bienisches Bestattungswesen.

    Ich hatte dazu mal folgendes gefunden:

    https://www.researchgate.net/p…ed_for_hygienic_behaviour


    Waren wohl nicht native Englischsprecher, der Text ist an bestimmten Stellen manchmal etwas wirr zu verstehen. Wenn ich das aber richtig deute, wurden explizit Völker mit klinischen Symptomen und hoher Sporenlast umgeweiselt und der Rückgang der Sporen und das Verschwinden der klinischen Symptome dokumentiert.

    Bin eigentlich durch gewesen.

    Aber wenn Du als Imker schon nicht glaubst, dass die Winterbiene niemals nich hungern darf, wundert mich bei den Vets das eigentlich nicht mehr.

    Glaubs oder lass es. Die Biene hat danach einen Klapps weg!!!

    Aber sie müssen "hungern"... Das animiert ja genau den Putztrieb, um allfällige Sporen im Kleid los zu werden!

    Deshalb nochmal die Frage: Wie lange hatte man denn die bei dir hungern lassen?

    Und man hat auch im Herbst nie eine homogene Masse an "Winterbienen". Die Erwartungshaltung wäre ja auch dann, dass erst die restlichen Sommerbienen hungernd absterben.

    Was glaubst Du was die Vets auf die Meinung irgendeines Bieneninstitutes geben?! Ist leider so. Der allein entscheidet wie und was. Wenn der verhungerte Bienen sehen will.....

    Bezüglich Zeitpunkt hat ein betroffener Imker Ende September schon mal gesagt bekommen, dass knapp 4 Wochen vorher auch so verfahren wurde.

    Und wie lange wurde dann ausgehungert? Normalerweise sagt man ja, nach etwa 3 Tagen fallen die ersten verhungerten Bienen ab.

    Ich hätte jetzt geschätzt, dass die Eiweisspolster der Winterbienen kaum genug schnell verstoffwechselt werden können, zumal die ja für die Brutaufzucht(Futterdrüse) gedacht sind und nicht zum zehren.