Beiträge von p.andi

    Bienen stecken Hummeln über Blumen an:

    Bei uns Menschen verbreiten sich Viren oft so: In die Hand niesen, Türklinke anfassen, der nächste fasst sie auch an und sich danach an die Nase.


    Bei Bienen und Hummeln ist es offenbar ähnlich. Nur dass da die Infektionen über die Blüten übertragen werden. Die Vermutung gab es schon lange. Ein Forscherteam aus den USA hat es jetzt zum ersten Mal nachgewiesen. Und festgestellt, dass das Problem besonders groß ist in der Nähe von kommerziell betriebenen Bienenstöcken. Dort breiten sich Viren schnell aus und bedrohen dann auch wilde Hummelarten in der Nähe.


    Die Wissenschaftler haben sich an knapp 20 Stellen im Bundesstaat Vermont angeschaut, wie verbreitet zwei typische Bienen-Viren unter Hummeln sind. Ergebnis: Innerhalb von 300 Metern um Honigbienenstöcke waren deutlich mehr Hummeln infiziert als in größerer Entfernung. Dann untersuchten sie Blumenblüten. In der Nähe der Bienenstöcke waren die Viren auf knapp jeder fünften Blüte. In einem Kilometer Entfernung fanden sie keine einzige Blüte mit Viren darauf. Die Erreger gelten als ein Grund dafür, dass der Bestand von wildlebenden Bestäubern so gefährdet ist. Bei bestimmten Hummelarten ist er um 90 Prozent zurückgegangen.



    P.S. Hier nochmal ein ausführlicher englischsprachiger Artikel dazu, wer keine Lust hat das Paper zu lesen (, d.h. wenn es der Mod diesmal erlaubt das in einem deutschen Forum wo deutsch gelesen und geschrieben wird auch mal Links auf englischsprachige Informationen erfolgen).

    Hallo, eine Frage zu dem Thema: wie geht ihr vor, wenn nach dem Käfigen gleich umgeweiselt werden soll? Alte Kö entfernen und neue im Ausfresskäfig rein? Oder nach 2 h ohne Kö die neue reinlaufen lassen?

    Ich hab meine neuen Königinnen in EWKs/M+.

    Nach 3 Wochen behandel ich, dann entnehme ich Käfig inkl Königin und warte zur Sicherheit noch mal 2...3h. Dann entweder EWK eine Seite Glasscheibe entfernen und dafür Zeitungspapier mir 3...4 Löchern und dann an die letzte Wabe oder ins Brutnest. Bei M+ auf Zeitungspapier in Leerzarge aufgesetzt. Dann warte ich eine Woche bevor ich alles entnehme, Fertig.


    Bei Königin in Ausfresskäfig würde ich wahrscheinlich auch 2...3 h warten und dann unter Futterteigverschluss ins Brutnest hängen.


    Wenn die neue Königin sich aber in einem kleinen Minivolk befindet (M+/EWKs/etc.) dann würde ich immer damit zusetzen und nicht erst die Kö entnehmen!

    Wie schon gesagt, 21 Tage min. damit alle Brut ausläuft (Bei nicht entnommener Drohnenbrut sogar 24 Tage)! Ich nehme meist den Drohnenrahmen raus und setze an dessen Stellen das Rähmchen mit dem Käfig.


    In einem Scalvinikäfig wird soweit ich weiß nix verdeckelt. zu flach...

    Und Jain, es wird verdeckelt, dann aber wieder ausgeräumt weil es zu flach ist. Am Ende der Käfigung ist im Käfig ja auch die einzige (noch offene)/teils verdeckelte Brut und hier findet man dann auch oft Milben in den Zellen (teils auch Mehrfachbefall!). Sehr faszinierend!

    Aber in Futterteig für Begattungseinheiten, die zur Belegstelle sollen, haben weder Pollen noch Honig etwas zu suchen. Außer du hast für die eingesetzte Charge einen Labortest auf Freiheit von Faulbrutsporen.

    Hallo, hier klink ich mich mal kurz mit ein.


    Futterteig macht man doch grundsätzlich nur aus eigenem Honig. Und die eigenen Völker sind doch getestet da man ein Gesundheitszeugnis für die Belegstelle braucht. In diesem Sinne würde ich diese Aussage bejahen, das der eingesetzte Honig respektive die den Honig produzierenden Völker einen Labortest auf Freiheit von Faulbrutsporen haben.


    Wo wäre hier also das Problem damit die Belegstelle zu beschicken? Dann dürfte ich doch auch keine Bienen nehmen, da die Gefahr besteht das diese Honig mitnehmen der eben die gleichen Faulbrutsporen beinhalten kann die auch im "eingelagerten" Honig sind.

    Hallo,


    irgendwie stimmen deine Termine/Tage nicht.


    in #1 schreibst du Alter der Königinnen bei Anlieferung: 5 Tage, Bei Abholung: 19 Tage.


    und in in #2 14.6. Kö. 16 Tage alt.


    Wenn du sie am Samstag den 15.6. geholt hast sind sie dann nun 17 Tage alt oder 19?


    Und noch eine kleine Anmerkung: Alter der Königinnen bei Anlieferung 4 Tage.


    Meine sind immer 7 Tage alt. 3 Tage Kellerhaft, dann nochmal 3 Tage fliegen lassen (kleine Öffnung) und dann am 7 Tag frühs zur Belegstelle.

    Hallo,


    Bienen würden (und das tun sie auch) auch heute ohne den Imker überleben.


    Man hört aber immer wieder die gleiche Leier ein Volk würde spätestens im zweiten Jahr zugrunde gehen und ohne den Imker gäbe es absolut keine Bienen mehr! (Wahrscheinlich nicht nur wegen der Varroa, sondern auch weil sie es sich in unverschämter Weise wagen auf eigenem Honig zu überwintern anstatt auf Zuckerlösung).


    Leider bin ich noch nicht so alt, würde aber mal behaupten das sich diese Geschichte sicher seit/mit der Ankunft der Varroa in den Imkerköpfen festgesetzt hat und so auch weitergetragen wird.


    Wer nun aber ab und an auch mal über den Tellerrand seines dörflichen Imkervereins schaut, wird feststellen das immer öfter Berichte in der Literatur auftauchen von freilebenden Bienenvölkern und diese auch schon länger als zwei Jahre überlebt haben.


    Wie u.a. im Vortrag von R.Büchler (Sommerweiterbildung 2018, hier gepostet) dargestellt reicht schon die Brutunterbrechung durch Schwärmen aus um den Varroadruck ausreichend zu senken. Und genau das wird es auch sein was wildlebende Bienenvölker dazu befähigt zu überleben. (Es gibt ja nun auch schon mehr als genug Berichte von Imkern die Völker ohne Behandlung bei Vermehrung durch Schwarm führen und diese auch überleben.)


    Auch bei mir im Ort kenne ich 2 wildlebende Völker, eines gibt es sicher schon 10 Jahre und das andere 3 oder 4. Sie schwärmen fleißig und überleben! (Und nein, es sind keine Schwärme die einfach jedes Jahr aufs neue in die Behausung einziehen.)


    Leider wird diese Tatsache bei vielen Imkern immer wieder ignoriert. Entweder wird es einfach komplett ausgeblendet oder es wird gesagt das es sich um einen Schwarm handelt der wahrscheinlich genau dieses Jahr dort eingezogen ist oder es wird gesagt das sie wahrscheinlich nicht über den Winter kommen (wegen den 2 Jahren ohne imkerliche Hilfe) und dann einfach abgetan, weil nicht sein kann was nicht sein darf.


    Ich denke einfach von diesen Gedanken sollte man sich langsam verabschieden.


    Das Problem sind wahrscheinlich eher fehlende Nistplätze die einen weiteren Anstieg wildlebender Populationen unterbinden. Darüber sollte man sich einmal Gedanken machen. Mehr Nistplätze --> mehr wildlebende Völker -->besserer und schnellerer Aufbau toleranter Populationen auch in heimischen Gebieten durch natürliche Selektion.


    P.S. Und noch ein kurzer Nachtrag zur Sterblichkeit. Leider kenne ich keine Daten zur Sterblichkeit wildlebender Bienenvölker. Denke aber das die Natur schärfer selektiert als wir. Interessant wäre daher doch mal zu wissen wie hoch die Sterblichkeit vor z.B. 500 oder 1000 Jahren war? Vielleicht mehr als 10 oder 15% Winterverluste. Was ich damit sagen will ist, das nur weil mal ein wildlebendes Bienenvolk (was man vielleicht kennt) mal über den Winter eingeht, heißt es noch lange nicht das alle eingehen und das keines ohne imkerliche Hilfe überlebt.


    Hier noch etwas Literatur für den Ungläubigen:


    https://www.bienenjournal.de/f…bende-honigbienenvoelker/


    https://bienen-dialoge.de/wild…schleuder-oder-genschatz/


    https://beetrees.org/


    Thomas Seeley (2015) - Crowding honeybee colonies in apiaries can increase their vulnerability to the deadly ectoparasite Varroa destructor


    Meine These: Würde man heute genügend Bienen-Völker in einem genügend großen unberührten Gebiet aussetzen, dann würde über einige Generationen der Bestand zurückgehen (da die Eigenschaften wie Honigleistung eben nicht so wichtig zum überleben sind), es würden sich Eigenschaften wie Schwarmtrieb, Fluglochverteidigung, kleinere Volksstärken immer stärker verbreiten und die Biene würde überleben. Wahrscheinlich sogar trotz Varroa. Ich weiß nicht ob Sie varroatoleranz werden oder eben Verhalten wie häufigeres Schwärmen und intensiver Putztrieb zu einer koexistenz führen.

    Das hat man schon gemacht! Siehe u.a. Gotland-Projekt!

    Einfach zur Endtracht keinen Honigraum aufsetzen, sollte den Job doch tun...

    Würde ich auch so sehen.


    Andere Ideen mit untersetzen oder aufsetzen oder schleudern um dann wieder zu verfüttern klingen irgendwie zu kompliziert.

    Vorallemschleudern um dann wieder zu verfüttern, weil man hat ja sonst nix zu tun und irgendwie muss man das Wochenende ja rumkriegen. ;)

    Würden sie dann nicht schon anfangen unten einzulagern und man spart sich das erneute verflüssigen und auffüttern?

    Nein, das Problem ist das Du höchstwahrscheinlich damit, den spätesten Honig im Jahr zum Überwintern nimmst, den würde ich NICHT nehmen.... - außer zur Not sehr, sehr stark verdünnt - siehe Post #14

    Vielen Dank für die Antwort. Ich weiß zwar das man nicht auf Waldhonig überwintern soll, aber was macht der Rest für Probleme?


    Letztes Jahr hab ich ein paar Völker auf einer Mischung aus später Frühtracht und früher Spättracht (ein gefüllter Honigraum von so Ende Raps bis Anfang Linde), ein paar Mal hauptsächlich Linde/Spättracht und ein paar auf Sonnenblume überwintern lassen.


    Alle sind super übern Wintern gekommen.


    Was ist den das Problem mit späten Honigen (abgesehen von Waldhonig) beim Überwintern?

    Nix Zarge, nur Rähmchen.

    Wie jetzt?! Also noch schön die Rähmchen rausgenommen und ihre dafür reingehangen?!


    Wie skrupellos doch manche Leute sind. Da wird sich erstmal schon die Zeit genommen die Rähmchen umzusetzen. Wahrscheinlich haben Sie noch die Bienen abgekehrt damit die nicht alle im Auto umherfliegen. Oder erstmal den BR durchgeschaut um die Königin zu finden.


    Was sollen das nur für Imker sein die andere Imker beklauen?! Die meisten die ich kenne sind eigentlich recht nett und umgänglich!


    Gab es diese Unsitte schon immer oder ist das erst etwas der letzten Jahre?


    Völkerverluste werden nicht mehr durch Bienenimporte ausgeglichen, sondern einfach durch Diebstahl beim Nachbarn. Kurze Strecken sind gut für die CO2-Bilanz und man muss sich keine Sorgen machen Krankheiten und Schädlinge wie den Beutenkäfer einzuschleppen. ;)

    Die Bienen, klar. Da geht halt jemand an die Kiste. Bei mir haben die bei drei Völkern eine ganze Zarge bebrütete Rähmchen gegen Honig getauscht. Das kann man sich auch nicht ausdenken, ziehst 'ne HR Wabe und hast einen dunklen, vollgepollten Schinken in der Hand. Nächste Wabe, gleiches Bild. Ich weiß nicht, was ich ätzender finde, Honig weg oder irgendwem seine gammeligen BW in meinen Völkern. Aber so sind sie, die Imkerkollegen.

    Hallo,


    wie jetzt?! Da gingen fremde Personen an deine Beuten, haben einen HR mitgenommen und dafür einen alten BR von sich aufgesetzt? Wahnsinn! Sachen gibt's, die gibt's gar nicht.


    Naja...wenigstens waren sie so nett und haben dir ne Zarge + Rähmchen da gelassen anstatt einfach die ganze Beute mitzunehmen.